360Fly HD im Test: Die Kugel mit dem Rundum-Blick

Für rund 400 Euro im Handel

von Alexander Zollondz
360Fly HD 5

Mit der 360Fly HD bleibt fast kein räumliches Detail ausgespart. Die Rundum-Kamera eignet sich aber nicht nur für Action-Aufnahmen. Netzwelt hat sich das Gerät näher angeschaut - und fand einige Schwachstellen.

Die Fahrt mit dem Mountain-Bike, der Flug mit dem Ballon oder der Ritt auf dem Surfboard - wer an 360-Grad-Videos denkt, denkt auch schnell an Action-Videos. Dabei muss es längst nicht spektakulär sein, was man aus der Rundum-Perspektive aufnimmt. Auch schlichte Aufnahmen können ihren Reiz entfalten. Wir starteten unsere ersten Gehversuche in die Rundum-Dimension mit der Kamera 360Fly HD.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design, Verarbeitung, Lieferumfang
  2. Bedienung und Handling
  3. Testvideo 360Fly HD: Abfahrt mit Rundum-Blick
  4. Weitere Eigenschaften
  5. Qualität der Videos
  6. Fazit

Design, Verarbeitung, Lieferumfang

Die 360Fly HD ist eine der flippigsten Vertreter ihrer Art. Mit der nach oben angebrachten Linse und dem darüber liegenden Schutzglas erinnert die Kamera ein wenig an ein Auge - ein echter Hingucker. Passend dazu ist der Rest des Gehäuses rund gehalten, die futuristische Oberflächenstruktur erinnert an Kristallstrukturen. Die einzige Taste, die sich im Gehäuse befindet, fügt sich nahtlos in das Design. Ein kleines LED-Lämpchen unterrichtet über den aktuellen Betriebsmodus. Ein kleines Loch im Gehäuse markiert den Mikrofoneingang.

Der Hersteller sorgt mit einer abgeflachten Unterseite dafür, dass die Kamera auf Oberflächen stehen kann. Eine Adapterscheibe nimmt die Kamera magnetisch auf und lädt den Akku via PC-und Micro-USB-Verbindung auf. Ein Stativ wäre eleganter gewesen, wie es Samsung mit der Gear 360 löst. Zum Lieferumfang gehört auch ein Adapter zur Befestigung an gängigen Actioncam-Halterungen.

Mitgeliefert wird auch eine kleine Schutzhülle und zwei Bodenplatten mit rückseitiger Klebeseite. Spezielle Halterungen, etwas für den Fahrradlenker oder eine Konstruktion für das Auto, liegen der Verpackung nicht bei. Insgesamt fühlt sich die Actioncam hochwertig, stabil und robust an. Mit 143 Gramm liegt die 360Fly HD gut in der Hand, ist aber kein Leichtgewicht.

360Fly HD
Video-Auflösung 1.504 x 1.504 Pixel
Bildrate 30 Bilder pro Sekunde
Audio Mono, 48 kHz, 64 kbps, AAC
Offenblende F/2.5
Aufnahmewinkel 360 Grad horizontal, 240 Grad vertikal
Naheinstellgrenze 30 Zentimeter
Interner Speicher 32 Gigabyte
Funkstandards WLAN 802.11 b/g/n (2.4 GHz), Bluetooth LE
Anschlüsse MicroUSB
Schutzklasse IP67
Akkukapazität 1.600 Milliampere-Stunden

Bedienung und Handling

Die räumliche Dimension der 360 Grad-Aufnahmen gibt den Betrachtern eine völlig neue Seherfahrung - vorausgesetzt der Anwender hat es leicht, solche Aufnahmen zu erstellen. Bei der 360Fly HD kann man schnell loslegen, indem man der Kamera über längeren Druck auf den Startbutton am Gehäuse anschaltet. Die Vibration und das blaue Flackern der LED sind ein Indiz dafür, dass sich die Kamera in den Bereitschaftsmodus schaltet. Das dauert leider rund 20 Sekunden. Ein weiterer Druck auf den Button und die LED leuchtet rot. Die Aufnahme hat begonnen.

Viele der Hersteller von 360 Grad-Kameras rücken aber eine andere Methode für die Aufnahme hervor: Über eine App, WLAN und Bluetooth wird das Smartphone zur Fernsteuerung. Klingt gut, zumal der Fotograf bei Aufnahmen nicht im Bild zu sehen ist, wenn man diese mit dem Smartphone startet. Eine Live-Ansicht auf dem Handy gestattet dabei die Kontrolle. Ohne Handy gelingt das nur, wenn die Kamera das zeitversetzte Aufnahmen gestatten würde. Das geht mit der 360fly aber leider nicht.

Also greift man zum Smartphone, lädt die kostenlose App für iOS oder Android herunter, startet Bluetooth und WLAN als Kontaktwege zur Kamera. Die Verbindung erfolgt über einen lokalen Wifi-Spot, den die 360Fly HD aufmacht und für den man Namen und Passwort per App vergibt. Das gibt bei stärkeren WLAN-Netzen in der Umgebung aber immer wieder Probleme mit der Verbindungsaufnahme.

Im Gegensatz zur Theta S, der Vollsphärenkamera von Ricoh - produziert die 360Fly HD Rundum-Videos mit einem Blickwinkel von 240 Grad in der vertikalen und von 360 Grad in der horizontalen Perspektive. Das bedeutet, dass nicht die gesamte Umgebung abgebildet wird. Grob gesprochen: Je nach Ausrichtung der Kamera fehlt entweder der Boden oder der Himmel auf dem Video.

Testvideo 360Fly HD: Abfahrt mit Rundum-Blick

Weitere Eigenschaften

Nach Angaben des Herstellers ist die Kamera bis zu einer Tiefe von 35 Metern wasserdicht, kann also auch auf Tauchgängen die Umgebung einfangen. Einzige Voraussetzung: Ein mitgelieferter Gummi-Stopfen muss im Mikrofon-Eingang platziert werden. Auch Stürze aus 1,5 Metern soll die Kamera unbeschadet überstehen. Temperaturbeständig ist die 360Fly HD bis zu minus 20 Grad Celsius. Der Akku mit 1.600 Milliampere-Stunden ist fest verbaut. Der interne Speicher, auf dem die Videos landen, ist mit 32 Gigabyte durchaus üppig dimensioniert, kann allerdings nicht erweitert werden.

Qualität der Videos

Die aufgenommenen Videos landen auf dem internen Speicher der Kamera, der mit 32 Gigabyte ausreichend Platz bietet. In den App-Einstellungen hat man die Kapazität jederzeit im Blick. Über das Miniprogramm kann man die Dateien auf das Smartphone herunterladen, mit der kostenlosen Software 360Fly Director holt man sich Dateien auf Windows- und Mac-Rechner.

360Fly 4K

Die Rundum-Kamera ist mittlerweile auch in einer Version mit Ultra HD-Auflösung zu haben. Damit sind Videos in viermal so hoher Auflösung im Vergleich zum hier getesteten Modell möglich. Mit weiteren Aufnahmemodi wie dem klassischen Actioncam-Modus (kein 360 Grad), Zeitraffer und Zeitlupe, mehr internen Speicher gibt es weitere Verbesserungen. Die Kamera kostet rund 700 Euro (UVP).

Die Videos in Rundum-Perspektive machen zunächst einen guten Eindruck. Aber der erste Blick täuscht etwas. Die recht niedrige Auflösung bedingt Unschärfen, auch neigt die Kamera zur Bildung von Farbartefakten an den Konturenrändern. Trotzdem reichen die Aufnahmen völlig aus, um im Bekanntenkreis zu beeindrucken und erste Erfahrungen in der 360 Grad-Perspektive zu sammeln.

360Fly HD: Fazit

Für erste Ausflüge in die Rundum-Perspektive ist die 360Fly HD ein gutes Einstiegsgerät. Die Auflösung ist aber gering - und die App-Steuerung nicht zuverlässig. 5.4/10

Schickes Design, robust, wasserdicht - wer Freunde und Bekannte mit seinen Actionvideos beeindrucken will, erhält mit der Kamera ein probates Aufnahmegerät. Berücksichtigt werden muss aber der relativ hohe Preis, die geringe Auflösung und die Schwächen der App-Steuerung. Das mindert die Gesamtnote.

Das hat uns gefallen

  • originelles Design
  • robust

Das hat uns nicht gefallen

  • keine stabile Kontaktaufnahme per App
  • geringe Auflösung
  • hoher Preis
Testnote 5,4 von 10
Alexander Zollondz
Bewertet von Alexander Zollondz
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

5,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

5,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Die 360Fly HD wurde uns als Testgerät zur Verfügung gestellt und geht nach dem Test wieder an den Hersteller zurück.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

4
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