Acer Iconia W510 im Test: Convertible im 10-Zoll-Format

Acer Iconia W510 im Test

Im Test schneidet das Acer W510 - ein Windows 8-Tablet mit ansteckbarer Tastatur - gut ab. Kritik gibt es jedoch für den lahmen Atom-Prozessor und das Trackpad des Tastaturdocks.

Das Acer W510 ist ein typisches Tablet im iPad-Format. Als Betriebssystem kommt jedoch ein vollwertiges Windows 8 zum Einsatz. Der Clou: Mit Hilfe einer im Lieferumfang enthaltenen Tastatur wird es im Handumdrehen zum Netbook. Netzwelt hat sich das Tablet mit Intel-Chip im Test genauer angesehen.

Acer Iconia W510 im Test

Ähnlich wie sein großer Bruder mit der Bezeichnung Iconia W700 verfügt auch das an dieser Stelle getestete W510 über eine ansteckbare Tastatur. In diese ist sogar eine Batterie eingebaut, welche der Tablet-Laufzeit zugute kommt. Das W510 stellt sich damit als weiteres Hybrid-Modell vor, welches die Vorzüge reiner Tablet-Computer mit Netbook-Eigenschaften verknüpft.

Von dieser Gattung hat netzwelt in der letzten Zeit bereits einige Modelle getestet.

- Acer Iconia W700 im Test

- HP Envy X2 im Test

- Lenovo IdeaTab Lynx im Test

Verarbeitung und Lieferumfang

Der Acer-Karton ist randvoll mit Zubehör. Neben dem 10-Zoll-Tablet findet sich unter anderem noch die ansteckbare Tastatur, ein kompaktes Netzteil (116 Gramm), ein Adapter Micro-USB auf USB, ein Putztuch sowie diverse Schnellstartanleitungen.

Das W510 fühlt sich auf Grund seines Kunststoff-Gehäuses nicht so hochwertig wie das W700 an. Dennoch ist es grundsätzlich gut verarbeitet. Der Gehäusedeckel lässt sich minimal eindrücken, beim Verwinden entstehen ein paar Geräusche, die aber keinen Anlass zur Beunruhigung geben. Die weiße Display-Umrandung ist sicherlich eine Frage des Geschmacks, sie lässt das Testgerät jedoch etwas aus dem uniformen Einheitsbrei der vielen Tablets herausragen. Die Rückseite ist mit Ausnahme eines metallischen Herstellerlogos silberfarben. Ohne Tastatur-Cover wiegt das Tablet 570 Gramm.

Die im Lieferumfang enthaltene Tastatur bringt zusätzlich 700 Gramm auf die Waage. Wer das W510 im Produktiveinsatz verwendet, sollte also mit einem Gesamtgewicht von 1.270 Gramm kalkulieren. Subnotebooks und einige Ultrabooks wiegen kaum mehr.

Acer Iconia W510 im Test

6 Bilder
Zur Galerie

Grund für das recht hohe Tastatur-Gewicht ist der verbaute Akku. Zusätzlich bietet das Dock ein drehbares Scharnier, in welches das Tablet mit einem satten "Klack" eingesteckt wird. Dennoch bleibt ein Restspiel übrig, in dem das Tablet mit einer Hand hin und her bewegt werden kann. Zum Entriegeln muss der Nutzer zunächst einen Schieber betätigen, um anschließend die Tablet-Einheit entnehmen zu können. Dies funktioniert in der Praxis problemlos.

Ausstattung

Im Inneren des Acer W510 steckt eine Intel Atom-CPU (Z2760), die beiden Kerne arbeiten mit einer Taktfrequenz von 1,8 Gigahertz. Hinzu kommen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte Flash-Kapazität. WLAN-, Bluetooth und ein NFC-Chip nehmen drahtlos Verbindung zu anderen Geräten auf.

An der Gehäuseflanke finden sich Micro-USB- und HDMI-Schnittstelle sowie ein Slot für microSD-Karten. Der Sensor der rückseitig verbauten Hauptkamera löst mit acht Megapixeln auf. Eine Foto-LED spendet Licht in dunklen Aufnahmesituationen. Auch eine Frontkamera für die Videotelefonie baut Acer im W510 ein.

Die Dockingstation mit seinen insgesamt 83 Tasten bietet zusätzlich einen USB-Port in Standard-Größe, über den auch Zubehör wie Maus oder USB-Stick ohne weitere Adapter Zugang finden. Über den Stromanschluss der Tastatur wird gleichzeitig auch das Tablet aufgeladen. Letzteres bietet aber natürlich einen eigenen Stromanschluss.

Display

Das Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) bietet eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Damit platziert sich das Acer-Tablet im Mittelfeld - andere Modelle bieten bereits eine höhere Auflösung, kosten aber auch deutlich mehr. Acer verbaut ein IPS-Panel, welches große Blickwinkel auf die Anzeige gewährt ohne das es zu störenden Farbverfälschungen kommt.

Die Auflösung des 10-Zoll-Displays ist zwar nicht mehr taufirsch - dennoch lässt sich auch kleine Schrift mühelos entziffern.
Die Auflösung des 10-Zoll-Displays ist zwar nicht mehr taufirsch - dennoch lässt sich auch kleine Schrift mühelos entziffern.

Schrift lässt sich mühelos entziffern, franzt aber bei näherer Betrachtung auf Grund der vergleichsweise niedrigen Auflösung leicht aus. Für Nutzer, die noch nie von Retina-Displays und Konkurrenzprodukten gehört haben, dürfte dies jedoch kein Problem darstellen. Auch Helligkeit und Kontrast des Testgerätes gehen in Ordnung.

Nicht ganz so gut gelingt dem W510-Display die Anzeige von schwarzen Flächen. Hier konnte netzwelt einen leichten Lila-Stich ausmachen, der sich jedoch ebenfalls in erträglichem Rahmen hält. Die Maximal-Helligkeit ist hoch, reicht jedoch nicht aus, um störende Reflexionen, wie sie etwa beim Einsatz im Freien auftreten, zu eliminieren.

Leistung

Der verbaute Zweikern-Atom-Chip von Intel vollbringt im Acer-Tablet keine Leistungswunder. Im Normalbetrieb, beim Surfen, Schreiben, Videos schauen oder beim Anzeigen der dynamischen Live-Kacheln von Windows 8 zeigt er noch keinerlei Schwäche. Beim Spielen von Reckless Racing Ultimate hingegen schon - es sind leichte, aber durchaus irritierende Ruckler auszumachen. Fordert man das System weiter, etwa, indem man mehrere Desktop-Anwendungen parallel im Hintergrund laufen lässt, kommt es zu weiteren Verzögerungen.

Dass das W510 erwartungsgemäß nicht zu den stärksten Tablet-Computern gehört unterstreichen auch die Benchmark-Ergebnisse: Der Windows-eigene Leistungsindex gibt einen Wert von nur 3,3 aus. Der CPU-Test unter Cinebench 11.5 ermittelt schwache 0,54 Punkte. Bei Geekbench sind es 1.391 Punkte. Zum Vergleich: Die ähnlich ausgestatteten Atom-Tablets Lenovo IdeaTab Lynx und Dell Latitude 10 arbeiten gefühlt einen Tick schneller.

Ergonomie, Akkulaufzeit und Umwelt

Mit angeschlossenem Tastaturdock kann das Acer W510 durchaus ein Netbook ersetzen. Auf der Tastatur lässt es sich über kurze Strecken recht komfortabel schreiben. Auf längere Sicht fehlt es ihr jedoch an Ablagefläche für die Handballen. Der Druckpunkt der einzelnen Tasten der Chiclet-Tastatur ist knackig, der Hub sehr kurz.

Verbesserungsbedarf besteht beim Trackpad. Im Test reagierte dieses bisweilen sehr träge, stellenweise kam es auch zu kompletten Aussetzern. Zudem werden Nutzereingaben oft ungenau interpretiert. Prinzipiell besteht natürlich auch die Möglichkeit, komplett auf das Trackpad zu verzichten und den Touchscreen des W510 zu nutzen. Dieser wippt jedoch auf Berührung im Dock leicht nach.

Praktisch: Das Scharnier in der das Tablet befestigt ist lässt sich um mehr als 180 Grad nach hinten klappen. Dann liegt die Tastatur flach auf dem Tisch auf und das Display ist dem Nutzer zugewandt. Acer nennt dies den Präsentationsmodus. So flexibel wie das IdeaPad Yoga von Lenovo ist die Konstruktion jedoch nicht.

Das W510 im so genannten Präsentationsmodus.
Das W510 im so genannten Präsentationsmodus.

Im Gegensatz zum großen Bruder W700 verbaut Acer im W510 keine Lüfter - trotz installiertem Windows 8 in der 32-Bit-Version. Dadurch ist der Betrieb des Tablets komplett lautlos. Wer länger mit dem Acer-Tablet spielt oder die Prozessorlast in die Höhe treibt, wird eine zunehmende Wärme-Entwicklung im oberen rechten Gehäusebereich bemerken. Diese kann auf Dauer etwas unangenehm sein, ist ansonsten jedoch unkritisch.

Weder der Energiespeicher des Tablets noch der der Tastatur lassen sich austauschen. Im Falle eines Defektes hilft also nur eine Neuanschaffung. Im Test (mittlere Bildschirmhelligkeit, aktive Funkverbindungen, Nutzung von Office- und Video-Programmen) war die Kombination aus Tablet- und Tastatur-Akku für eine durchschnittliche Laufzeit von etwa 15 Stunden gut. Acer gibt die Laufzeit mit 18 Stunden an. Solo erreicht das Tablet etwa eine Laufzeit von guten acht Stunden. Sowohl Tablet als auch Dock verfügen über einen Ladekabelanschluss. Zunächst wird immer erst die Batterie im Dock entladen, bevor der Energiespeicher im Tablet zum Zuge kommt.

Multimedia

Wie die meisten aktuellen Tablet-Computer verfügt auch das Acer W510 über je eine Kamera auf der Vorder- und Rückseite. Der Sensor der Hauptkamera löst mit acht Megapixeln auf. Das Pendant auf der Front bringt es immerhin auf Full HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Die Qualität der Fotos der Hauptkamera erreicht Schnappschuss-Niveau - sofern das Umgebungslicht hell genug ist. Ansonsten kommt es schnell zu Farbrauschen. Die Front-Kamera reicht für die Videotelefonie aus.

Ungünstig positioniert Acer die Lautsprecher am W510. Sie befinden sich rechts und links am unteren Gehäuserand. Dort, wo der Nutzer das Tablet meist mit den Händen hält. Die Folge ist ein oft durch die Hände gedämpfter Klang. Besser tönt es, wenn das W510 in der Dockingstation steckt. Dann erreichen die Mini-Stereo-Speaker auch ein ausreichend hohes Lautstärke-Level.

Unterm Strich ist das Acer Iconia W510 ein vergleichsweise günstiges Hybrid-Modell, welches auch produktiv eingesetzt werden kann.
Unterm Strich ist das Acer Iconia W510 ein vergleichsweise günstiges Hybrid-Modell, welches auch produktiv eingesetzt werden kann.

Einen aktuellen Convertible-Vergleichstestfinden Sie an dieser Stelle auf netzwelt. Einen grundlegenden Ratgeber zur Frage "Tablet-PC mit Ansteck-Tastatur oder Notebook?" finden Sie hingegen hier auf netzwelt.

Acer Iconia W510: Fazit

Netbook-Erbe mit Touchscreen 6.7/10

Auf der Habenseite verbucht das Acer Iconia W510 ein vollwertiges Windows 8, auf dem sehr viele Programme laufen. Auch die übrige Ausstattung und die Verarbeitung gefallen. Abstriche müssen Käufer beim mehr schlecht als recht funktionierenden Trackpad hinnehmen. Auch sollte klar sein, dass der Prozessor keine Bäume ausreisst und bei anspruchsvollen Windows-Aufgaben schnell überfordert ist. Wer auf der Suche nach einem modernen Netbook-Nachfolger mit Touchscreen und Windows 8 ist und nicht allzu lange Texte verfassen will, macht beim Acer W510 jedoch nicht viel verkehrt. Online kostet das Modell derzeit etwa 580 Euro.

Das hat uns gefallen

  • Tastatur im Preis enthalten
  • Vollwertiges Windows 8

Das hat uns nicht gefallen

  • Trackpad
  • CPU
Testnote 6,7 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

6,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

6,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Acer Deutschland zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Acer Iconia W510 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 7 von 10 möglichen Punkten bei 4 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Acer, Automobil, Mobile World Congress (MWC), Tablet, Convertible: Die besten Transformer-Notebooks im Test, Windows 8 und Acer Iconia.

zur
Startseite

zur
Startseite