Acer Switch 5 im Test: Lüfterloser Allzweck-Convertible

Mit LiquidLoop und Fingerabdruckscanner

Acer Switch 1

Das Convertible Switch Alpha 12 kennt ihr sicherlich bereits. Nun hat Acer mit dem Switch 5 die Modellreihe erweitert. Wir schauen uns im Test die Top-Version Switch 5 SW512-52 mit Core i7 an - ein durchdachtes Gesamtpaket mit abnehmbarer Tastatur, das es durchaus mit dem Apples iPad Pro und Microsofts Surface Pro aufnehmen kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Technische Daten Acer Switch 5 (SW512-52)
  2. Wer kauft’s?
  3. Design und Verarbeitung: Mit cleverem Standfuß
  4. Display
  5. Tastatur und Trackpad
  6. Fingerabdruckscanner im Power-Knopf
  7. Leistung und Akkulaufzeit
  8. Multimedia und Umwelt
  9. Fazit & Alternativen

Hallo Surface-Reihe! Acer positioniert seine Switch-Modelle als passende Alternative für die Microsoft-Detachables. Das Switch 3 (499 Euro) macht den Anfang, wir schauen uns das Switch 5 an, das es zu Preisen ab knapp 1.000 Euro im Handel gibt. Wie schon das Switch Alpha 12 verfügt auch das Switch 5 über einen zwölf Zoll großen Touchscreen, an den ihr eine Tastatur magnetisch anheften könnt.

Technische Daten Acer Switch 5 (SW512-52)

  • Display: 12,0 Zoll (3:2-Format)
  • Auflösung: 2.160 x 1.440 Pixel
  • CPU: Intel Core i7-7500U (2,7 bis 3,5 Gigahertz)
  • RAM: 8 Gigabyte LPDDR3
  • Grafik: Intel HD Graphics 620
  • Speicher: PCIe 3.0 SSD (512 Gigabyte)
  • Gewicht: 0,92 Kilogramm ohne Tastatur
  • Kameras: Frontkamera 2 Megapixel, Hauptkamera 5 Megapixel
  • Preis Basiskonfiguration: ab 999 Euro
  • Preis Testausstattung: 1.300 Euro

Wer kauft’s?

Das Acer Switch 5 kann durchaus ein klassisches Notebook ersetzen. Es ist dank abnehmbarer Tastatur gleichzeitig ein Tablet - perfekt fürs Surfen auf der Couch. Noch dazu bietet es dank Intel Core i-Prozessoren ausreichend Power auch für anspruchsvollere Aufgaben. Und es kommt dank der innovativen Flüssigkeitskühlung LiquidLoop ohne Lüfter aus und ist damit flüsterleise. Das Testgerät bietet sich damit als Alternative sowohl für das Surface Pro von Microsoft als auch für Apples iPad Pro an.

Design und Verarbeitung: Mit cleverem Standfuß

Da gibt es nichts zu meckern: Das uns zu Verfügung gestellte Acer Switch 5 ist akkurat zusammengebaut und lässt sich auch unter erhöhtem Kraftaufwand nicht verbiegen. Das Gehäuse gibt beim beherzten Versuch jedoch ein paar Knackgeräusche von sich. Auch wenn der ausklappbare Standfuß auf der Rückseite genauso aussieht, wie der beim Acer Switch 12 Alpha, gibt es doch einen gravierenden Unterschied: Der Neigungswinkel lässt sich nun frei einstellen, was wir sehr begrüßen.

Acer Switch 5 in Bildern

14 Bilder
Zur Galerie

Der Mechanismus wirkt endlich ausgereift. Starke Federn halten den Bildschirm in nahezu jeder erdenklichen Position. Die Angst, das so aufgestellte Tablet könnte wegrutschen, ist unbegründet. Die Tablet-Unterseite verhindert dies mit Hilfe von Gummistoppern. Damit bietet das 2-in-1-System in Sachen Displayneigung den gleichen Komfort, wie ihr ihn vom klassischen Laptop her gewohnt seid.

Konzeptbedingt, und das ist ein echter Nachteil der meisten aktuell erhältlichen 2-in-1-Systeme, lässt sich die Kombination aus Tablet und angesteckter Tastatur nur schwer auf den Knien balancieren.

Das Auge des Ästheten könnte sich an der fehlenden Symmetrie des Gehäuses stören. Der rechte Bildschirmrand des Acer Switch 5 fällt deutlich dicker als der gegenüberliegende aus. Und auch die Webcam ist leicht nach links versetzt.

Display

Die Anzeige hinterlässt prinzipiell einen guten Eindruck. Die hohe QHD-Auflösung sorgt für ein knackig scharfes Bild selbst bei kleiner Schrift. Die maximale Helligkeit könnte unserem Geschmack nach höher ausfallen, um auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Ablesbarkeit zu gewährleisten.

Dies fällt vor allem bei der Arbeit im Freien auf. Wie die meisten Tablet-Anzeigen spiegelt auch das Display des Acer Switch 5 verhältnismäßig stark. In Kombination mit der leicht unterdurchschnittlichen Maximalhelligkeit ist es schwer, Inhalte zu erkennen.

Kaufberatung: Schritt für Schritt zum richtigen Tablet

In unserer Kaufberatung sagen wir euch, worauf es beim Kauf eines Tablet-PCs zu achten gilt.


Jetzt informieren

Acer verbaut ein IPS-Panel. Selbst aus ganz spitzem Winkel kommt es nicht zu störenden Farbumkehrungen oder Verfälschungen. Bei einigen Modellen gehört der Acer Active Pen zum Lieferumfang, der unter anderem Windows Ink unterstützt. Auf dem Display werden über 1.000 Druckstufen erkannt. Der Stift liegt gut in der Hand und erkennt die Eingaben im Test zuverlässig. Bei Nichtgebrauch findet er einen festen Platz in einer seitlichen Schlaufe der Tastaturhülle - klasse.

Tastatur und Trackpad

Die Tastatur lässt sich wie gewohnt in zwei unterschiedlichen Neigungswinkeln an das Tablet magnetisch anheften. Leider lag sie beim uns vorliegenden Modell in der unteren Stellung nicht ganz eben auf der Tisch-Oberfläche auf - das stört den Schreibfluss.

Alle Tasten sind dafür hintergrundbeleuchtet. Der Hub fällt konzeptbedingt eher kurz aus, der Druckpunkt ist exakt. Nach einer sehr kurzen Eingewöhnungszeit lässt es sich mit der Switch-Tastatur flüssig schreiben. Für das Trackpad gilt dies hingegen nur eingeschränkt. Wie schon bei den Surface Pro-Tastaturen fällt der Druckpunkt unserem Geschmack nach zu schwammig aus. Der Mausersatz unterstützt Multitouch-Eingaben.

Schade: Sobald die Tastatur vom Tablet getrennt ist, funktioniert sie nicht mehr, da die Verbindung über spezielle Ports und nicht über Bluetooth hergestellt wird. So könnt ihr leider nicht die Tablet-Einheit auf dem Schreibtisch abstellen und bequem vom Sofa aus tippen.

Fingerabdruckscanner im Power-Knopf

Interessant ist die Lage des für Windows Hello wichtigen Fingerabdruckscanners. Während Microsoft diesen beim Surface Pro 4 (optional) in der Tastatur verbaut, steckt Acer ihn in den seitlich angebrachten Power-Knopf, wie beim Smartphone. Eine gute Lösung, finden wir. Im Test lag die Erkennungsrate jedoch unter der von guten Smartphones.

Anschlussseitig hat das Acer Switch 5 einen USB 3.1 Type C-Port sowie einen normal großen USB-Anschluss verbaut. Über ersteren lässt sich bei Bedarf auch eine Dockingstation anschließen. Diese bietet dann unter anderem DisplayPort, HDMI und drei USB Type A-Anschlüsse. Unglücklich: Zum Laden benötigt ihr stets das (glücklicherweise sehr kompakte) Original-Netzteil, da Acer auf einen propritären Anschluss setzt. Das Laden per USB-C-Port wird nicht unterstützt.

Leistung und Akkulaufzeit

Unser Testgerät bildet die Speerspitze unter den aktuell verfügbaren Konfigurationen. Alternativ ist das Switch 5 auch mit Intel Core i5-Prozessoren und kleinerer SSD erhältlich. Alle Prozessoren stammen aus Intels aktueller Kaby-Lake-Generation.

Erwartungsgemäß enttäuscht das Switch 5 im Alltag nicht. Programme öffnen sich zügig und selbst beim Öffnen sehr großer Excel-Tabellen genehmigt sich das System keine erwähnenswerte Bedenkzeit. Bei einem Kaltstart vergehen 14 Sekunden, bis das System wieder auf eure Eingaben reagiert. Klappt ihr das Keyboard einfach nach oben und versetzt den Convertible so in den Ruhezustand, dauert die Reaktivierung weniger als zwei Sekunden.

Im seitlich angebrachten Powerknopf verbaut Acer einen Fingerabdrucksensor.
Im seitlich angebrachten Powerknopf verbaut Acer einen Fingerabdrucksensor. (Quelle: netzwelt)

Das gefühlt hohe Arbeitstempo bestätigen die Benchmark-Ergebnisse durch die Bank weg. Unter Cinebench R15 etwa erreicht unsere Testkonfiguration 168 Single-Core- und 337 Multi-Core-Punkte. Gute, wenngleich auch keine überragenden Werte. Nach Abschluss des OpenGL-Tests stehen 46,43 Bildwiederholungen in der Sekunde an.

Nicht vollends überzeugen kann das Switch 5 bei den ermittelten Akkulaufzeiten. In praxisnahen Tests (Mischbetrieb bei halber Helligkeit, aktivem Energiesparprofil, Mix aus Surfen, Textverarbeitung und E-Mail) gehen im Schnitt nach nicht ganz acht Stunden die Lichter aus und das 2-in-1-System verlangt nach einer Steckdose. Wer also einen vollen Arbeitstag lang ohne Steckdose auskommen will, muss gehörig aufpassen.

Multimedia und Umwelt

Acer verbaut zwei Lautsprecher in der Tablet-Einheit, die sich praktischerweise an der Oberseite befinden. Leider sind sie recht schwach auf der Brust, was häufig den Anschluss von guten Kopfhörern erforderlich macht. Eine automatische Ausrichtung des Klangs im Tablet-Modus je nach Lage konnten wir nicht feststellen.

Die Kameras, deren Sensoren Auflösungen von zwei beziehungsweise fünf Megapixeln bieten, sind ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei. Bei der Hauptkamera auf der Rückseite kommt es schnell zu Bildrauschen. Nicht immer gelingt dem Tablet das Fokussieren auf Anhieb. Ärgerlicher empfinden wir aber die Qualität der Frontkamera. Sie ist auf verhältnismäßig viel Umgebungslicht angewiesen, was die Videotelefonie etwa über Skype erschwert.

Geht am Switch 5 etwas kaputt, müsst ihr das Gerät einschicken. Auf der Rückseite finden sich keinerlei Schrauben, die Laien den Zugang zum Innenleben erleichtern würden. Als lüfterloses System ist das Testgerät auch unter Volllast zu einhundert Prozent still. Hält die Last dauerhaft an, erwärmt sich das Gehäuse deutlich. Als kritisch stufen wir dies jedoch nicht ein.

Acer Switch 5: Fazit

Die günstigere Alterative zum Surface Pro 7.8/10

Leistungsstarke Komponenten und ein innovatives Kühlkonzept: Das Switch 5 hinterlässt im Test einen guten Eindruck. Ein vergleichbar ausgestattetes Surface Pro mit Stift und Tastatur kostet derzeit deutlich mehr. Mit einem unter Last warmen Gehäuse und einer vergleichbar kurzen Akkulaufzeit müsst ihr dafür leben.

Das hat uns gefallen

  • kein Lüfter
  • preiswert
  • Leistung

Das hat uns nicht gefallen

  • Gehäuse erwärmt sich
  • kein Laden über USB-C möglich
Testnote 7,8 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

7,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

8,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Acer Deutschland zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird es wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Acer Switch 5 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 52 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Bestenlisten

Acer Switch 5 wurde in folgende Tablet-PC-Bestenlisten einsortiert.

Die besten Tablets mit Tastatur - endlich produktiv arbeiten unter Windows, Android, iOS
Die besten Tablets mit Tastatur - endlich produktiv arbeiten unter Windows, Android, iOS Bestenliste Tablet-PCs mit Tastaturen, so genannte 2-in-1, können durchaus Aufgaben eines ausgewachsenen Notebooks übernehmen. Wir präsentieren euch an dieser Stelle die besten Modelle 2017 und geben euch in einer Kaufberatung weitere Tipps. Zur Bestenliste

Das könnte dich auch interessieren

  1. Gastkommentar · 

    Das Acer Switch 5 kann sehr gut über USB-C geladen werden... Es funktionieren nur halt nicht die billigen 5V- Netzteile. Ich verwende das Thinkpad USB-C-Dock und alles funktioniert traumhaft. Nur Thunderbolt 3 fehlt leider.

  2. Gastkommentar · 

    test

  3. Gastkommentar · 

    Den negativpunkt "kein laden über usb-c" solltet ihr nochmal prüfen. Anscheinend habt ihr dafür ein falsches Netzteil genutzt, denn das geht sehr wohl :)

    1. Michael Knott · 

      Hi - das sagte man uns bei Acer auch. Wir haben es mit dem MacBook-Netzteil versucht (61 Watt), das laut Acer eindeutig funktionieren sollte. Bei uns im Test hat es jedoch tatsächlich nicht funktioniert, weswegen wir das auch so aufgeschrieben haben. Leider ist das Testgeräte bereits wieder weg, sodass wir es nicht erneut überprüfen können. Viele Grüße.

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Acer, Smartphone, Tablet-PC, Convertible: Die besten Transformer-Notebooks im Test, Windows 10 und Acer Switch 5.

Links zum Thema
zur
Startseite

zur
Startseite