Acer Switch Alpha 12 im Test: Convertible mit Flüssigkeitskühlung

Surface Pro 4-Konkurrent

Vorbild Surface Pro: Die Tastatur des Acer Switch Alpha 12 lässt sich in zwei unterschiedlichen Positionen arretieren.

Das Acer Switch Alpha 12 ist ein Windows 10-Tablet mit abnehmbarer Tastatur, starken Intel Core i-Prozessoren ... und ohne Lüfter. Die Kühlung des 2-in-1 übernimmt der wartungsfreie Flüssigkeitskreislauf "LiquidLoop". Im Test überzeugt uns der Convertible auf ganzer Linie. Starke Konkurrenz für Microsofts Surface Pro 4.

Der Hybrid-PC Acer Switch Alpha 12 macht sehr vieles richtig und überflügelt in manchen Punkten das bisherige Windows 10-Flaggschiff von Microsoft. Genau wie der Surface Pro 4 verfügt es über eine abnehmbare Tastatur, einen optionalen Bedienstift (Digitizer Acer Active Pen) sowie jede Menge Leistung. Aber nochmal und viel wichtiger: Hurra, wir sind den Lüfter los!

Inhaltsverzeichnis

  1. Technische Daten Acer Switch Alpha 12
  2. Design und Verarbeitung
  3. Display
  4. So schreibt es sich auf der Tastatur
  5. Leistung
  6. Flüssigkeitskühlung LiquidLoop
  7. Akkulaufzeit
  8. Multimedia
  9. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  10. Fazit & Alternativen

Technische Daten Acer Switch Alpha 12

  • CPU: Intel Core i5-6200U (2,4 Gigahertz) (optional: Core i7-6500U)
  • Grafik: Intel HD Graphics 520
  • Speicher: 256 Gigabyte (optional: 512 Gigabyte)
  • RAM: 4 / 8 Gigabyte LPDDR3 SDRAM
  • Display: 12,0 Zoll (30,5 Zentimeter), IPS, Touchscreen
  • Auflösung: 2.160 x 1.440 Pixel
  • Akkulaufzeit: bis zu acht Stunden
  • OS: Windows 10 Home
  • Anschlüsse: USB 3.0, USB 3.1 Type C, microSD-Kartenleser, Kopfhörer / Mikrofon
  • Drahtlos: WLAN (ac/a/b/g/n) MU-MIMO, Bluetooth 4.0
  • LTE-Modem: nein
  • Kameras: Hauptkamera mit 5-Megapixel-Auflösung, Frontkamera 2 Megapixel
  • Gewicht: 914 Gramm
  • Gewicht mit Tastatur: 1281 Gramm
  • Preis Testgerät: 1.000 Euro
  • Preis Basis-Ausführung: 800 Euro
  • Besonderheiten: Flüssigkeitskühlung Acer LiquidLoop, Acer WiGig Dock optional erhältlich, Bedienstift optional erhältlich

Design und Verarbeitung

Acer setzt bei der Herstellung des Switch Alpha 12 großzügig auf Aluminium, die gesamte Rückseite besteht aus dem gebürsteten Material. Die Verarbeitung ist vorbildlich. Wir können keine auffälligen Spaltmaße oder ähnlich Unanständiges entdecken. Jedoch fallen die Gewichtsangaben des Herstellers ein wenig zu optimistisch aus. Acer gibt für die Tablet-Einheit 900 Gramm an. Mit angeschlossener, stets im Lieferumfang enthaltener Tastatur sollen es 1.250 Gramm an. Wir messen 914 Gramm für das Tablet und 1.281 Gramm für die Kombination.

Acer Switch Alpha 12

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Microsoft hat beim Surface Pro eine, Apple verzichtet beim iPad drauf: Die Rede ist von einer Stütze auf der Gehäuserückseite, die das Aufstellen in unterschiedlichen Positionen erlaubt. Für Geräte dieser Klasse handelt es sich hierbei unserer Meinung nach um ein essentielles Ausstattungsdetail.

Zum Glück weiß das auch Acer. Die Produktdesigner geben dem Switch Alpha 12 eine U-förmige Stütze mit gummierter Unterseite mit auf den Weg. Die Friktion ist ausreichend hoch, sodass sich die Tablet-Einheit nicht verselbstständigt, wenn ihr mit dem Stift oder den Fingern auf dem Touchscreen arbeitet. Der Maximalwinkel beträgt 165 Grad. Ein exakter 90-Grad-Winkel, wie ihn alle klassischen Notebooks und auch das Acer Switch 12 S bieten, ist bauartbedingt nicht möglich.

Display

Mit einer Diagonalen von exakt zwölf Zoll ist der Touchscreen des Testgerätes etwas kleiner als der des Surface Pro 4 (12,3 Zoll) und iPad Pro (12,9 Zoll). Mit knapp zwei Zentimetern fallen die Bildschirmränder leider nicht gerade schmal aus.

Acer verbaut im Switch Alpha 12 ein IPS-Panel im 3:2-Format; die Blickwinkel fallen entsprechend großzügig aus. Nur aus sehr spitzen Winkeln kommt es zu einem leichten Helligkeitsverlust.

Stichwort Helligkeit: Die Ausleuchtung erfolgt gleichmäßig, Lichthöfe sind nicht zu erkennen. An der Maximalhelligkeit haben wir nichts auszusetzen, jedoch spiegelt die Anzeige stark. Darunter leidet die Ablesbarkeit im Freien oder bei ungünstigen Lichtverhältnissen wie einem Fensterplatz. Farben und Kontraste gelingen dem IPS-Panel sehr gut und liegen subjektiv auf Augenhöhe mit der Konkurrenz von Microsoft.

So schreibt es sich auf der Tastatur

Zwei gute Nachrichten in diesem Punkt; die erste: Im Gegensatz zum Surface Pro und iPad Pro gehört die Tastatur bei Acer stets mit zum Lieferumfang. Die zweite gute Nachricht: Auf der Klaviatur lässt es sich flüssig und angenehm schreiben. Zudem sind sämtliche 84 Tasten beleuchtet (eine Stufe). Das erleichtert die Arbeit im Dunkeln ungemein. Den mittellangem Hub kombiniert Acer mit einem sehr exakten Druckpunkt.

Genau wie beim Surface Pro verbindet sich die Tastatur magnetisch mit der Tablet-Einheit und es muss keine Verbindung per Bluetooth hergestellt werden. Daher ist die Tastatur umgehend einsatzbereit. Im zugeklappten Zustand dient die verbundene Tastatur als Displayschutz und aktiviert die Bildschirmsperre. Mitgedacht: In die Hülle ist eine Schlaufe zur Aufnahme des Acer Active Pen eingearbeitet. Letzteren konnten wir für diesen Test leider nicht ausprobieren.

Die Tasten bieten einen mittellangen Hub samt exaktem Druckpunkt. Alle Tasten lassen sich in einer Stufe beleuchten.
Die Tasten bieten einen mittellangen Hub samt exaktem Druckpunkt. Alle Tasten lassen sich in einer Stufe beleuchten. (Quelle: netzwelt)

Noch mal Vorbild Microsoft: Die Tastatur könnt ihr in zwei verschiedenen Positionen anbringen. In der ersten sollte sie völlig plan auf der Schreibtischoberfläche aufliegen - dies ist beim uns zu Verfügung gestellten Rezensionsexemplar leider nicht der Fall. Die Folge: Beim Tippen biegt sich die Tastatur immer ein Stück weit durch.

Auch in der zweiten Stellung, bei der sie angewinkelt an der unteren Tablet-Kante befestigt wird, biegt sich die Tastatur beim beherzten Tippen konstruktionsbedingt etwas durch. Zudem gibt es nach jedem Anschlag ein leicht metallisches Geräusch. Damit können wir leben. An eine klassische Notebook-Tastatur kommt jedoch auch die Tastatur des Acer Switch Alpha 12 nur bedingt heran.

Das Trackpad bietet mit einer Diagonalen von knapp elf Zentimetern ausreichend Platz, um die von Windows 10 unterstützten Multitouch-Gesten ausführen zu können. Die Gleiteigenschaften sind gut. Uns gefällt der Mausersatz besser als beim Surface, obwohl wir beide Trackpads unter Notebook-Maßstäben abwerten müssten. Das Acer-Trackpad reagiert hervorragend auf einen "einfachen" Klick, bei der das Trackpad nicht physikalisch heruntergedrückt wird. Letzteres ist natürlich dennoch möglich.

Leistung

Komponenten, wie sie Acers Switch Alpha 12 bietet, stecken normalerweise in Ultrabooks. Und dort werden sie mit mal mehr, mal weniger nervigen Lüftern gekühlt. In Geräten wie Apples 12-Zoll-MacBook, Toshibas Portégé Z20-C-121 oder den günstigen Varianten des Microsofts Surface Pro 4, allesamt lüfterlos, kommen lediglich Intel Core M-Prozessoren zum Einsatz. In allen leistungsfähigeren, Core i-Versionen von Microsofts Surface Pro 4 steckt hingegen ein Lüfter.

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Acers Switch Alpha 12 aber bietet die bislang wohl einzigartige Kombination aus Core i-Prozessor der sechsten Generation (Skylake) und fehlendem Lüfter. In unserem Testgerät steckt Intels Core i5-6200U. In der Top-Version verbaut Acer einen Intel Core i7-6500U. Zusammen mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher sowie einer fixen SSD zeigen sich im Alltag keine Leistungsschwächen. Wir hatten nie das Gefühl, mit einem Tablet zu arbeiten.

Das gefühlt hohe Arbeitstempo bestätigen die durchgeführten Benchmarktests. Cinebench R15 attestiert dem Alpha im Durchschnitt 280 CB-Punkte. Nach Abschluss des OpenGL-Tests stehen 39,8 Bildwiederholungen in der Sekunde an. Gute Werte, die auf dem Niveau des Surface Pro 4 mit Core i5 und Ultrabooks liegen.

Flüssigkeitskühlung LiquidLoop

Die Flüssigkeitskühlung LiquidLoop schafft die Voraussetzung für den Einsatz von Intels Core i-Prozessoren und das Weglassen des Lüfters. Sie besteht im Wesentlichen aus einer Heatpipe, welche die CPU-Hitze an das Gehäuse weiterleitet und einer Flüssigkeit, die erst verdampft und anschließend in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Im Vergleich zu einer vielleicht vom Desktop-Bereich bekannten Wasserkühlung ist das System in sich geschlossen und benötigt keinerlei Wartungsaufwand.

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Uns gefällt diese Lösung sehr gut, kompromisslos ist sie jedoch nicht. Denn unter extremen Bedingungen erhitzt sich das Aluminiumgehäuse auf der Rückseite bis zur Schmerzgrenze. Im Furmark-Stresstest messen wir nach knapp acht Minuten bis zu 52 Grad Celsius im linken, oberen Bereich der Tablet-Einheit. Nach fünf Minuten im Leerlauf beträgt die Temperatur hier noch 42 Grad Celsius, nach 15 Minuten messen wir 36 Grad Celsius.

Von der unangenehmen Hitzeentwicklung bekommt ihr jedoch nur dann etwas mit, wenn ihr das Switch im Tablet-Modus in den Händen haltet und es wirklich bis an die Leistungsgrenze fordert. Auf dem Tisch, im Laptopmodus, fällt dies nicht weiter auf. Throttling, also eine Reduzierung des CPU-Taktes als Schutz vor einer drohenden Überhitzung, konnten wir nicht feststellen.

Akkulaufzeit

Die von Acer versprochene Laufzeit von acht Stunden verfehlte das Switch Alpha 12 im Test knapp. Im Schnitt gingen bei einem praxisgerechten Einsatz (Mix aus Surfen, Verfassen von E-Mails, Nutzung von Excel, Bildschirmhelligkeit 75 Prozent) nach knapp sieben Stunden die Lichter aus und der Convertible verlangte nach einer Steckdose.

Acer Switch Alpha 12 im Test

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Multimedia

Der Klang, der aus den beiden auf der Vorderseite verbauten Minispeakern quillt, ist unterdurchschnittlich. Zu dünn, kein wahrnehmbarer Stereoeffekt, kein Bass - enttäuschend. Auf einen Test der verbauten Kameras mussten wir verzichten, da die notwendigen Treiber nicht zu Verfügung standen.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Im Testzeitraum konnten wir die Bildschirmsperre nicht immer per Tastatur aufheben. Dann war eine Aktivierung per Touchscreen erforderlich.
  • Die automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit geht recht träge und mit deutlichen Zwischenschritten vonstatten.
  • Auch bei diesem 2-in-1-System ist es nur mit Einschränkungen möglich, auf den Knien zu arbeiten.

Acer Switch Alpha 12: Fazit

Starkes Stück! 9/10

Leistung auf Notebook-Niveau und das alles flüsterleise: Im Test leistet sich das Acer Switch Alpha 12 kaum Schnitzer. Wenn Acer jetzt noch genauso viel Hirnschmalz in die Tastatur steckt, wie in die Kühlung, gibt es bald kaum noch einen Daseinsberechtigung für klassische Laptops. Aber auch dieser Convertible ist streng genommen eher Tablet als Notebook.

Das hat uns gefallen

  • effektive Kühlung
  • lüfterlos
  • Leistung
  • Verarbeitung
  • Tastatur im Preis inbegriffen

Das hat uns nicht gefallen

  • Tastatur gibt nach
  • Lautsprecher
  • Rückseite kann sehr warm werden
Testnote 9,0 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
8,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

8,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

9,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Switch Alpha 12 wurde uns von Acer Deutschland zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird es wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Acer Switch Alpha 12 selbst bewerten.

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Bestenlisten

Acer Switch Alpha 12 wurde in folgende Tablet-Bestenlisten einsortiert.

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