Kopfhörer mit Noise-Cancelling im Test: AKG K495 NC

Mit aktiver Geräuschunterdrückung

Klappbar und mit aktiver Geräuschunterdrückung: Der AKG K495 NC durchläuft den Testparcours nicht ohne zu stolpern.

Praktisch für lärmende Umgebungen und für die Reise: Der ohraufliegende AKG-Kopfhörer K495 NC schickt sich an, ein guter Alltagsbegleiter zu sein. Er lässt sich zusammenfalten und verspricht einen guten Klang. Im Test des Noise-Cancelling-Kopfhörers werden wir diese und weitere Eigenschaften des 300 Euro (UVP) teuren Modells überprüfen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Technische Daten AKG K495 NC
  2. Verarbeitung, Design und Material
  3. Noise Cancelling: So effektiv filtert der AKG K495 NC Geräusche
  4. Tragekomfort
  5. Soundcheck: So klingt der AKG K495 NC
  6. Fazit

Wer schon einmal in einem Großraumbüro gearbeitet hat, im Flugzeug neben schreienden Kindern gereist ist oder schlichtweg in Bus und Bahn seine Ruhe haben möchte, sollte einen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung in Betracht ziehen. Im Gegensatz zur rein passiven Geräuschunterdrückung, die Schall mithilfe entsprechend gepolsterter Ohrmuscheln abdämpft, kommt bei aktiven Modellen die Gegenschall-Technik zum Einsatz. So wie beim Testgerät K495 NC.

Technische Daten AKG K495 NC

  • Typ: On-Ear
  • Gewichtsangabe Hersteller: 235 Gramm
  • Gewicht gemessen: 252 Gramm
  • Frequenzbereich: 20 Hertz bis 20 Kilohertz
  • Empfindlichkeit: 121 dB SPL/V
  • Eingangsimpedanz: 26 Ohm
  • Maximale Eingangsleistung: 50 Milliwatt
  • Kabellänge: 1,40 Meter
  • Smartphone-Steuerung: nein
  • Bluetooth: nein
  • Lieferumfang: 2 abnehmbare Klinkenkabel, USB-Reisenetzteil, Flugzeugadapter, Reisetasche
  • Besonderheiten: aktive Geräuschunterdrückung, faltbar, Betrieb auch bei leerem Akku möglich

Verarbeitung, Design und Material

Optisch hält sich der AKG-Kopfhörer dezent zurück. In Zeiten, in denen viele halb offene und geschlossene Kopfhörer mit schriller Optik um Aufmerksamkeit buhlen, ist das Erscheinungsbild daher für manch einen eine Wohltat. AKG fertigt den K495 NC aus gebürsteten Metallteilen, Leder und Kunststoff. Leder kommt vor allem am straff gepolsterten Bügel sowie an den Ohrmuschelabdeckungen zum Einsatz.

Insgesamt fällt die Verarbeitungsqualität des Kopfhörers gut aus. Negativ aufgefallen ist uns die Kunststoffausführung an sensibler, da bruchgefährdeter Stelle, an der Ohrmuschelhalterung sowie der Kunststoffring zur Aktivierung der Noise Cancelling-Technologie an der linken Ohrmuschel. Zum einen ist die Bedienung ein wenig sperrig, und es sind zwei Hände notwendig. Zum anderen, und das ist gravierender, verfügt sie bei unserem Rezensionsexemplar über deutliches Spiel. Bewegen wir bei aktiviertem Noise Cancelling den Kopf etwas ruckartig hin und her, überträgt sich das Klackern des Schalters auf die Ohrmuscheln. Dies konterkariert die Noise Cancelling-Funktion ein wenig, auch wenn dieser Umstand im Normalbetrieb, bei ruhig gehaltenem Kopf, nicht weiter auffällt. Beim schnellen Gehen, ohne eingelegte Musik, ist es hörbar.

Noise Cancelling: So effektiv filtert der AKG K495 NC Geräusche

Bereits die Polsterung des AKG-Kopfhörers filtert einen Teil der Umgebungsgeräusche heraus. Kurz nach Einschalten des Systems über den Schiebeschalter vernehmen wir das für diese Art von Kopfhörer typische weiße Rauschen. Zusätzlich signalisiert eine grüne Status-LED den aktiven Betrieb. Die Intensität des Rauschens ist vergleichbar mit dem des Samsung Level Over. Obwohl es vorhanden ist, nimmt man es nach einer Zeit nicht mehr bewusst wahr. Bei eingeschalteter Musik ist es nicht hörbar.

Völlige Stille entsteht auch bei aktivem Noise Cancelling nicht. Hintergrundgeräusche dringen jedoch deutlich gedämpft ans Ohr. Das Klingeln einer Fahrradglocke bleibt genauso hörbar wie das Tippen auf der Tastatur. Auch wenn der Sitznachbar den AKG-Träger direkt anspricht, gelangt die Stimme ans Ohr. Für den Alltag hat dies Vorteile, etwa im Straßenverkehr. Wir hätten uns dennoch eine stärkere Filterung der Umwelt gewünscht. Diese war beim Samsung-Kopfhörer subjektiv stärker.

Positiv: Der AKG-Kopfhörer verfügt über einen internen Akku, der sich mithilfe des im Lieferumfang enthaltenen Netzteils laden lässt. Nicht so schön: Es ist ein Adapter notwendig. Dieser gehört ebenso zum Lieferumfang, jedoch hätten wir uns hier einen normalen microUSB-Port gewünscht. Da es sich nicht um einen Bluetooth-Kopfhörer handelt und der Kopfhörer stets auf eine Klinkenverbindung zum Zuspielgerät angewiesen ist, lässt sich auch dann weiter Musik hören, wenn der interne Akku erschöpft ist (Betriebszeit dem Hersteller zufolge etwa 40 Stunden). In diesem Falle fällt nur das Noise Cancelling flach.

Tragekomfort

Selbst wenn AKG bei der Gewichtsangabe kräftig schummelt, trägt sich der K495 NC äußerst angenehm. Die Rasterung der Bügel ist sinnvoll gewählt, sodass dieses Modell sowohl großen als auch kleinen Köpfen passt. Den Anpressdruck der Ohrmuscheln empfanden wir als angenehm.

An kritischen, da stark belasteten Stellen setzt AKG leider auf Kunststoff.
An kritischen, da stark belasteten Stellen setzt AKG leider auf Kunststoff. (Quelle: netzwelt)

Für den Transport lässt sich das Testgerät sehr einfach zusammenfalten. So schrumpft der K459 NC auf die Hälfte seiner Größe zusammen. Den Klappmechanismus empfinden wir als vorbildlich.

Soundcheck: So klingt der AKG K495 NC

Wir füttern den AKG zunächst mit unserer unkomprimierten Testwiedergabeliste (Format: AIFF, 16 Bit) von PC und Sonys Hi-Res Audio Walkman NWZ-A15. Im Gegensatz zu unserem aktuellen Referenz-Kopfhörer setzt schnell ein Wow-Effekt ein. Das liegt vor allem am satten Tiefgang, den der AKG-Kopfhörer uns auf die Ohren haut. Subjektiv fast schon zu viel des Guten, finden wir uns bei Elektroniktiteln schnell im Equalizer wieder, um dem Bass ein wenig die Puste zu nehmen.

Wer nicht so auf den tiefen Punch aus dem Frequenzkeller steht, kann im Musikbetrieb auch das Noise-Cancelling deaktivieren. Dann verlieren tiefe Frequenzen ein wenig an Prägnanz. Ein weiterer Vorteil für Klangpuristen: Mit deaktiviertem NC gewinnt der Klang an Räumlichkeit. Instrumente lassen sich besser zuordnen, Chöre klingen klarer und die Präsenz von Stimmen verbessert sich. Unterm Strich spielt der AKG klanglich in einer seinem Preis angemessenen Liga. Da der Klang eines Kopfhörers in höchstem Maße vom eigenen Geschmack und der Tracklist beeinflusst wird, gilt auch hier: am besten selbst probehören.

Keine Geschmacksfrage hingegen ist folgende Unart des Testgeräts: Beim Betrieb an einem Smartphone und eingeschaltetem Noise Cancelling kommt es häufig zu Störgeräuschen. Dann hört ihr das typische Störgeräusch, wie ihr es vielleicht vom Autoradio her kennt. Doppelt schade, da sich der AKG dank seiner Bauweise und des guten Klappmechanismus gerade für mobile Einsatzzwecke eignet.

AKG K495 NC: Fazit

Nicht perfekt 5.4/10

Der AKG klingt gut und lässt sich bequem tragen. Als nervig empfanden wir jedoch die Störgeräusche, die im Smartphone-Betrieb auftreten. Und auch den locker sitzenden, sperrigen Steuerungsring sowie die Kunststoffhalterungen der Ohrmuscheln bemängeln wir.

Das hat uns gefallen

  • bequemer Sitz
  • ANC

Das hat uns nicht gefallen

  • Störgeräusche bei Smartphone-Betrieb
  • Kunststoff-Aufnahmen bruchgefährdet
  • Bedienung
  • ANC vergleichsweise schwach
Testnote 5,4 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

5,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

5,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von AKG zu Verfügung gestellt und wurde nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

4
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Bestenlisten

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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