Amazon Fire HDX 8.9 (2014) im Test: Noch immer leicht und schnell

Mehr Pixel und Leistung

Das Amazon Fire HDX 8.9 hebt sich optisch wie der Vorgänger vor allem durch die auffällige Rückseite von der Konkurrenz ab.

Das Amazon-Tablet Kindle Fire HDX 8.9 punktet im Test mit Leistung und Gewicht. Das konnte aber auch schon der Vorgänger gut. Hand legte Amazon unter der Haube an, etwa beim nun schnelleren Prozessor. Veränderungen gibt es jedoch auch bei der Software.

Ein Jahr ist es her, dass Amazon uns mit der Erstausgabe des Tablets Fire HDX 8.9 im Großen und Ganzen überzeugte. Damals lobten wir vor allem die hohe Auflösung des Displays, die Verarbeitung und die Leistung. Was macht der nun vorgestellte Nachfolger besser oder anders?

  • CPU: Snapdragon 8084 mit 2,5 Gigahertz / Adreno 420
  • RAM: 2 Gigabyte
  • Display: 8,9 Zoll (22,6 Zentimeter)
  • Auflösung: 2.560 x 1.600 Pixel
  • Gewicht: 375 Gramm
  • Speicher: 16 / 32 / 64
  • Preis WLAN-Version: 379 / 429 / 479 Euro (ohne "Spezialangebote" / Werbeeinblendungen jeweils 15 Euro mehr)

Verarbeitung und Optik

Äußerlich ist das Testgerät nicht von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Kein auffälliges Detail verrät den einjährigen Entwicklungsvorsprung. Was Apple sich kaum leisten kann, geht bei Amazon in Ordnung. Einen Grund, großartig Hand an das HDX 8.9 zu legen, sehen wir ohnehin nicht. Mit 374 Gramm wiegt das aktuelle Amazon-Tablet drei Gramm mehr als unser Rezensionsgerät aus dem letzten Jahr. Noch immer gehört das Tablet zu den leichtesten Kandidaten. Apples iPad Air 2 wiegt mit 430 Gramm deutlich mehr, bietet aber auch einen größeren Bildschirm.

Amazon Fire HDX 8.9 in der 360-Grad-Ansicht

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Auch wenn das Amazon-Tablet nicht aus dem von vielen Menschen so geschätzten Werkstoff Aluminium besteht, sondern aus einem Kunststoff-Magnesium-Mix, gibt es an der Verarbeitung nicht viel auszusetzen. Ein kleines Spaltmaß findet sich am uns zur Verfügung gestellten Tablet auf der linken Hälfte der Rückseite, an der Stelle, wo der klavierlackschwarze Kunststoff in den mattschwarzen Bereich übergeht. Darüber hinaus entdecken unsere Adleraugen keine hässlichen Produktionsrückstände oder Mängel.

Beim Versuch, das Amazon-Tablet mit zwei Händen zu verwinden, gibt es ächzende Laute von sich, und es ist ein deutliches Knacken der unter dem Display liegenden Komponenten zu vernehmen.

An nach wie vor ungewöhnlicher Stelle finden wir die Bedienelemente des Fire-Tablets. Amazon platziert die Lautstärkewippe sowie den Ein- und Ausschalter auf der Rückseite, von wo aus sie erst nach einer Eingewöhnungszeit blind zu treffen sind.

Display

Die sehr hohe Auflösung von 2.560 x 1.600 Bildpunkten führt zu einer Pixeldichte von 339 ppi - folgerichtig zu einer überaus scharfen Darstellung der Inhalte. Auch an Kontrast und maximaler Helligkeit haben wir nicht viel auszusetzen. Scheint die Sonne ungünstig auf den 8,9-Zöller, könnt ihr Inhalte unter Umständen jedoch kaum mehr entziffern. Der Fire-Touchscreen reflektiert genauso wie gefühlt 98 Prozent aller anderen von uns bislang getesteten Tablet-Anzeigen. Das iPad Air 2 bildet hier seit Neustem eine kleine, lobenswerte Ausnahme.

Leistung

In der vierten Generation des Fire HDX 8.9 steckt eine Qualcomm-CPU mit vier Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 2,46 Gigahertz. Im Vergleich zum direkten Vorgängermodell (2,2 Gigahertz) handelt es sich um eine etwas leistungsfähigere CPU. Hinzu kommen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Im täglichen Umgang mit dem Fire HDX kommt kaum der Wunsch nach mehr Leistung auf. Apps öffnen sich zügig, und auch grafiklastige Spiele laufen flüssig. Auch Multitasking oder der Wechsel der Bildschirmausrichtung vom Hoch- ins Querformat geht flüssig von der Hand. Schade, dass auch der Testkandidat - genau wie Apples iPad-Reihe - nicht über die Möglichkeit verfügt, den Speicher mithilfe von SD-Karten zu erweitern. Ihr müsst euch also vor dem Kauf entscheiden, ob ihr zur 16-, 32- oder zur 64-Gigabyte-Variante greift.

Geekbench 3 attestiert dem Testgerät 1.086 Punkte im Single-Core-Modus. 3.117 Punkte sind es im Multi-Core-Test. Gute Werte, die das Amazon-Tablet aber nicht an die Spitze der Benchmark-Charts katapultieren. Zum Vergleich: Das iPad Air 2 von Apple erzielte im gleichen Benchmark-Test 1.807 beziehungsweise 4.486 Punkte. Das Samsung Galaxy Tab S erzielte 919/2.776 Punkte.

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von elf Stunden konnten wir im Test nicht erreichen. Bei einem typischen Mix aus Surfen im Netz, dem Abspielen und Streamen von YouTube-Videos und der ein oder anderen Spiele-Runde gingen die Lichter im Schnitt nach knapp zehn Stunden aus. (Bildschirmhelligkeit auf 75 Prozent).

Software

Das installierte Fire OS in Version 4.5.1 basiert auf Android 4.4 (KitKat). Viel ist aber von der für viele Nutzer vertrauten Oberfläche nicht übrig geblieben. Es gibt keinen physikalischen Home-Button. Zum Homescreen gelangt ihr aus manchen Ebenen nur, wenn ihr mit dem Finger vom rechten Bildschirmrand aus in Richtung Mitte streicht.

Genau wie beim Vorgängermodell fühlt sich der Startbildschirm von Fire OS an wie die Pforte in die Produktwelt von Amazon. Vorzugsweise besorgt ihr euch daher Apps, Lesestoff und Videos über den Amazon-Store. Gut für Prime-Kunden, aber sicherlich nicht jedermanns Sache.

Aus dem vorinstallierten App-Portfolio stechen "Mayday" und "Firefly" heraus. Solltet ihr einmal ein Problem mit dem Fire-Tablet bekommen, genügen wenige Klicks und ein Support-Mitarbeiter "entert" euren Bildschirm und versucht per Videochat, eine Lösung zu finden. Für manch einen klingt das vielleicht gruselig, für andere könnte es sich jedoch als echte Hilfe herausstellen.

Klickt ihr hingegen auf Firefly, öffnet sich automatisch die rückseitig verbaute Kamera des Tablets. Alles, was dem 8-Megapixel-Sensor danach unter die Linse kommt, wird gescannt und mit der Produktdatenbank abgeglichen. Erkennt die Software einen bekannten Artikel, könnt ihr das gescannte Produkt online bestellen. Amazon zufolge sind derzeit über 50 Millionen Artikel in der Datenbank hinterlegt. In unserem Test erkannte Firefly mühelos diverse Schokoriegel, spuckte Daten zu Preis und Verfügbarkeit von FIFA 15 aus, nachdem wir die Kamera über eine leere DVD-Hülle hielten und identifizierte unsere Apfelsaftschorle korrekt - konnte aber nichts mit "Spezial-Artikeln" wie einer iTunes-Geschenkkarte anfangen. Das Amazon-Smartphone Fire Phone hat sogar eine eigene Hardwaretaste für die Firefly-App. Für Windows Phone-Nutzer klingt dies bekannt - diverse Lumia-Smartphones erkennen nach dem Druck auf die Suche-Taste ebenfalls nicht nur Strichcodes, sondern auch Produkte anhand von Fotos.

Ein E-Mail-Programm installiert Amazon auf dem Tablet genauso vor wie eine eigene Adressdatenbank und die Browser-Eigenentwicklung mit dem Namen Silk. Die Bedienung von Letzterem gestaltet sich einfach. Zudem komprimiert der Browser Webseiten für den schnelleren Abruf auf eigenen Servern.

Der Download neuer Apps erfolgt stets über einen eigenen App-Store von Amazon. Die gängigsten Apps wie Facebook, Twitter, Skype und Co. finden sich aber auch hier. Auch relativ exotische Anwendungen wie Sonos oder Philips Hue sind gelistet.

Multimedia

Amazon verbaut zwei Lautsprecher am oberen Tablet-Rand. Durch die leicht angeschrägte Rückseite strahlen sie auch dann nicht die Tischplatte an, wenn das Fire HDX 8.9 flach auf dem Schreibtisch liegt. Gut! Ebenfalls gut: Die Lautsprecher tönen recht kräftig und übersteuern auch bei Maximallautstärke nicht.

Die rückseitige Kamera, deren Sensor mit klassenüblichen acht Megapixeln auflöst, liefert brauchbare Bilder. Ein mit dem Fire HDX 8.9 aufgenommenes Testbild in Originalauflösung könnt ihr an dieser Stelle herunterladen. Leider kommt es bei schlechten Lichtverhältnissen schnell zu störendem Bildrauschen. Da hilft auch die eingebaute Foto-LED nicht viel weiter.

Alternativen zum Testgerät findet ihr in unserer Bestenliste Tablet-PCs.

Amazon Kindle Fire HDX 8.9: Fazit

Wir finden Stärken und Schwächen des Vorgängers 7.7/10

Amazon hat das Fire HDX 8.9 behutsam, aber sinnvoll verbessert. Stärken und Schwächen der Vorgängergeneration bleiben im Grunde gleich. Nach wie vor punktet das Tablet vor allem durch den niedrigen Einstiegspreis, durch Leistung und durch den sehr guten Bildschirm. Als Kritikpunkte sind die enge Anbindung an Amazon anzuführen. Bevor ihr euch zum Kauf entscheidet, solltet ihr in jedem Fall einen ausführliche Blick auf den Test der Vorgängergeneration mit vielen weiteren Hinweisen werfen.

Das hat uns gefallen

  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Gewicht
  • Display

Das hat uns nicht gefallen

  • Enge Bindung an Amazon
  • Kein SD-Kartenschacht
Testnote 7,7 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

8,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

8,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Amazon Deutschland zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller / die Agentur zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

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Bestenlisten

Amazon Kindle Fire HDX 8.9 wurde in folgende Tablet-Bestenlisten einsortiert.

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Amazon Kindle Fire HDX 8.9 Benchmarks
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 4861
Prozessor (CPU Mark) 16,461
Speicher (Mem Mark) 3,947
Festplatte (Disk Mark) 10,664
2D (2D Mark) 2,962
2D (3D Mark) 1,970

Das für die Passmark-Benchmarks genutzte Amazon Kindle Fire HDX 8.9 hat ein ARMv7 Prozessor rev 0 (v7l) mit 4 Kernen und 1721.8 MB RAM.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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Amazon Kindle Fire HDX 8.9 im Zeitverlauf
1 von 3
  • Kindle Fire HDX: Amazon führt Mayday-Button in Deutschland ein

    22.07.2014 Amazon führt den "Mayday"-Support in Deutschland ein. Besitzer eines Kindle Fire HDX-Tablets können den Service ab sofort direkt über ihr Gerät aufrufen und werden dann mittels Videochat mit einem Mitarbeiter von Amazon verbunden. Diese Hotline ist 365 Tage im Jahr von sechs Uhr bis Mitternacht erreichbar.

    "Revolutionärer technischer Support" - dies verspricht Amazon ab sofort beim Kauf eines Tablets der Kindle Fire HDX-Serie. Das Besondere am neuen Angebot: Der Kunde startet von seinem Tablet aus einen Videochat mit dem Servicemitarbeiter. Letzterer kann sich zudem auf das Kindle Fire schalten und gemeinsam mit dem Nutzer Arbeitsschritte durchgehen. Das Gesicht des Anwenders bleibt allerdings unerkannt. Die Videoverbindung funktioniert nur in eine Richtung.

    Der Mayday-Support ist täglich 365 Tage im Jahr zwischen sechs Uhr morgens und Mitternacht erreichbar. Alle Gespräche sind kostenlos und eingehende Anrufe sollten innerhalb von 15 Sekunden beantwortet werden. Den Mayday-Button finden Sie direkt in der Schnellsteuerung des Kindle Fire XHD. Zu unserem Kindle Fire HDX 8.9-Test.

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