iPad 6 mit Pencil-Unterstützung im Test: Was Apple unter günstig versteht

349 Euro

Apple iPad 6 (2018) in Bildern 8

Tablet-PC statt Schulbuch: Mit dem neuen iPad 6 richtet sich Apple auch an Kunden aus dem Bildungsbereich. Doch nicht nur Schüler und Studenten freuen sich am klassisch 9,7 Zoll großen und 349 Euro teuren iOS-Tablet, das nun wie die iPad Pro-Reihe Eingaben vom Apple Pencil akzeptiert. Wir haben das neue iPad einem Test unterzogen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Preisfragen: Aus 349 wird 713 Euro
  2. Unterschiede zwischen iPad 5 und iPad 6
  3. So fühlt sich das günstigste iPad an
  4. Leistung und Akkulaufzeit: Wie groß fällt der Unterschied zum iPad 5 aus?
  5. Apple Pencil: Genauso wie beim iPad Pro?
  6. Was uns nicht gefällt
  7. Fazit & Alternativen

349 Euro kostet das 2018er-iPad in der Grundausstattung und ist damit das "günstigste iPad aller Zeiten". Das galt auch für das exakt vor einem Jahr vorgestellte und nun nicht mehr erhältliche iPad 5. Damals veranschlagte Apple noch knapp 400 Euro.

Preisfragen: Aus 349 wird 713 Euro

Für 349 Euro erhaltet ihr die in Silber, Gold oder Space Grau verfügbare Basisversion mit 32 Gigabyte messendem Speicher. Apple-typisch muss es dabei nicht bleiben. Wer mehr Speicherplatz benötigt und zur 128-Gigabyte-Variante greift, zahlt bereits 439 Euro. Und wer wirklich überall Internetzugriff benötigt und auf die Wi-Fi + Cellular-Version mit Mobilfunkmodem schielt, muss 569 Euro an Apple überweisen.

Dann liegt das neue iPad nackt vor euch und kann einen seiner mächtigsten Trümpfe, die Unterstützung des Apple-Pencils, noch nicht einmal ausspielen, da dieser separat erworben werden muss. Rechnet also mit weiteren Zusatzkosten für Smart Cover (45 Euro) und Stift (99 Euro) und ihr könnt den Preis auf bis zu 713 Euro hochtreiben. Immerhin: Während der Vorstellung des iPad machte Apple selbst auf die Pencil-Alternative Logitech Crayon aufmerksam. Sie kostet nur die Hälfte.

Unterschiede zwischen iPad 5 und iPad 6

Um es kurz zu machen - die Unterschiede zwischen dem 2017er-Modell und dem 2018er-iPad fallen gering aus. Der wichtigste Unterschied ist der Apple Pencil-Support, für den eine zusätzliche Touchscreenschicht sorgt. Wir stellen ein "Mehrgewicht" von zwei Gramm gegenüber dem vorjährigen Testgerät fest, das wir darauf zurückführen. In der LTE-Variante wiegt das iPad der sechsten Generation damit 473 Gramm.

Apple iPad 6 (2018) in Bildern

12 Bilder
Zur Galerie

Ebenfalls nicht zu verachten ist natürlich der stärkere Prozessor. Statt des A9-Chipsatzes, der auch im iPhone 6S zum Einsatz kommt, steckt im neuen iPad nun der aus dem iPhone 7 bekannte, leistungsfähigere A10 Fusion-Prozessor. Wie sich dieser Sprung in den Benchmarks bemerkbar macht, lest ihr weiter unten. Ansonsten gibt es keine technischen Unterschiede zwischen iPad 5 und iPad 6.

So fühlt sich das günstigste iPad an

Das, was für das Vorjahresmodell galt, gilt auch für das aktuelle Testgerät: Apple kann nicht billig. Die Begriffe "billig" und "günstig" sind in Anführungsstrichen zu setzen, da es viele Android-Tablets gibt, die deutlich günstiger zu haben sind. Doch diese bieten meist nicht die Verarbeitungsqualität und das Nutzungserlebnis eines iPads.

Für 350 Euro erhaltet ihr einen tadellos verarbeiteten Tablet-PC. Hier wackelt und klappert nichts, es finden sich keine auffälligen Spaltmaße oder sonstige Produktionsmängel. Günstig bedeutet bei Apple aber auch, dass im Konzern vorhandene Technologien wie Face ID (iPhone X) oder besonders schmale Bildschirmränder (iPad Pro 10.5) teureren Geräten vorbehalten sind.

Das iPad 6 hat nicht mehr zeitgemäß dicke Bildschirmränder und wird nach wie vor per Touch ID entsperrt. Mit beidem kann man leben. Mehr über das verbaute Display lest ihr an dieser Stelle.

Leistung und Akkulaufzeit: Wie groß fällt der Unterschied zum iPad 5 aus?

Wir haben das iPad Pro 10.5 seit dem Release im Dauereinsatz. Man könnte meinen, dass das mehr als doppelt so teure Pro-Modell spürbar schneller reagiert, als Apples Bildungs-Tablet. Doch der Unterschied fällt im Alltag zunächst nicht allzu groß aus.

Alle von uns ausprobierten Apps öffnen sich auf dem Test-iPad zwar einen Wimpernschlag langsamer, als auf dem teuren iPad Pro, doch das fällt vor allem im direkten Vergleich, jedoch nicht im normalen Alltag auf.

Kaufberatung: iPad X - welches Apple-Tablet ihr wirklich kaufen wollt
Kaufberatung: iPad X - welches Apple-Tablet ihr wirklich kaufen wollt Einkaufsberater iPad, iPad Pro oder iPad mini - wo liegen die Unterschiede? Apple hat drei grundsätzlich verschiedene Tablet-Reihen im Programm. Und es gibt große Unterschiede zwischen dem neuen iPad, der iPad Pro-Serie und dem iPad mini 4. Wir sagen euch, welches Modell für euch das Richtige ist. Jetzt lesen

Apple spricht von einem 40-prozentigen Leistungssprung bei der Rechenleistung und einer um 50 Prozent schnelleren Grafikverarbeitung gegenüber dem im iPad 5 verbauten A9-Prozessor. In nüchternen Benchmark-Zahlen (Geekbench 4) drückt sich dies folgendermaßen aus: 3.558 Single-Core-Punkte, 5.991 Multi-Core-Punkte und 13.254 Metal-Punkte.

Einen Unterschied in der Akkulaufzeit konnten wir im Vergleich zur Vorgängergeneration nicht feststellen. Sie beträgt nach wie vor rund zehn Stunden, kann aber natürlich je nach Nutzungsverhalten stark schwanken.

Apple Pencil: Genauso wie beim iPad Pro?

Die Unterstützung des sehr guten Apple Pencils war bislang ein Alleinstellungsmerkmal der teuren iPad Pro-Reihe. Umso erstaunlicher, dass nun auch das günstigste iPad mit dem aktiven Eingabestift (Digitizer) zusammenarbeitet. Das begrüßen wir ausdrücklich, da davon vor allem Schüler und Studenten enorm profitieren.

Mit dem Apple Pencil lässt es sich nicht nur wunderbar in speziellen Programmen malen, anmerken und skizzieren. Wir benutzen ihn auch gerne für das Surfen im Netz, zum Scrollen von Webseiten. Was der Apple Pencil alles kann, erfahrt ihr an dieser Stelle auf netzwelt. Mit iOS 11 sind die Einsatzmöglichkeiten des Stiftes noch einmal erweitert worden.

Sehr schön: Genau wie bei der iPad Pro-Reihe kommt es auch auf dem iPad 6 beim Gebrauch des Pencils nicht zu störenden Latenzen. Der gezeichnete Strich auf dem Display hinkt also der Handbewegung nicht hinterher, was dem Schreibfluss enorm hinderlich wäre.

Netzteil und Kabel gehören zum Lieferumfang, der Apple Pencil hingegen nicht.
Netzteil und Kabel gehören zum Lieferumfang, der Apple Pencil hingegen nicht. (Quelle: netzwelt)

Die Gleiteigenschaften des Stiftes auf dem Display sind gut. Im direkten Vergleich zum iPad Pro ist nur das Geräusch, welches der Stift beim Auftreffen auf die Bildschirmoberfläche verursacht, ein anderes, helleres. Das liegt wohl in der Displaybeschaffenheit begründet. Im iPad Pro steckt ein vollständig laminiertes Display, im Testgerät eines mit einer zusätzlichen Luftschicht.

Was uns nicht gefällt

Auch wenn ihr wahrscheinlich wisst, worauf ihr euch beim Kauf eines iPads einlasst, gibt es nach wie vor ein paar Dinge, die uns nicht so gut gefallen. Dazu gehört wie bei allen anderen Apple-Tablets die fehlende Möglichkeit, den Speicher nachträglich zu erweitern. Ihr müsst euch vor dem Kauf überlegen, ob euch 32 Gigabyte reichen oder ob es doch 128 Gigabyte sein sollen.

Während der Sensor der rückseitigen Hauptkamera mit acht Megapixeln noch zeitgemäß auflöst, sind die 1,2 Megapixel der Frontkamera ein Relikt längst vergangener Zeiten. Dass nur die iPad Pro-Modelle Apples Smart Connector und damit das hauseigene Smart Keyboard unterstützen ist nachvollziehbar, doch aus Nutzersicht sehr schade. Das Testgerät ist daher auf Bluetooth-Tastaturen von Drittanbietern angewiesen.

Wo die generellen Unterschiede zwischen den einzelnen iPad-Modellen liegen, erfahrt ihr in unserer Kaufberatung: iPad X - welches Apple-Tablet ihr wirklich kaufen wollt.

Apple iPad (2018): Fazit

Das reduzierte iPad Pro 8.3/10

Wer zuhause noch ein altes iPad hat und mit der Leistung nicht mehr zufrieden ist: Hier kommt der würdige Nachfolger. Das iPad 6 ist leistungsfähig genug, um für die kommenden Jahre gerüstet zu sein. Es punktet mit Apple Pencil-Support, lässt aber leider den Smart Connector vermissen. Unterm Strich ist das günstigste iPad alles andere als eine schlechte Wahl und wird sicherlich auch den ein oder anderen iPad Pro-Käufer ins Grübeln bringen.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Display
  • Apple Pencil-Unterstützung

Das hat uns nicht gefallen

  • Speicher nicht erweiterbar
  • Auflösung der Frontkamera
  • kein Smart Connector
Testnote 8,3 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

8,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

7,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

9,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Apple leihweise für ein Jahr zu Verfügung gestellt. Nach Ablauf der Leihfrist wird es wieder dem Hersteller übergeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Apple iPad (2018) selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 96 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Bestenlisten

Apple iPad (2018) wurde in folgende Tablet-PC-Bestenlisten einsortiert.

Die besten Tablet-PCs im Vergleich: 6 Top-Modelle aus 2018 im Test
Die besten Tablet-PCs im Vergleich: 6 Top-Modelle aus 2018 im Test Bestenliste In diesem Vergleichstest beleuchten wir die besten Tablet-PCs noch einmal für euch, stellen Vor- und Nachteile gegenüber und küren einen Tablet Testsieger 2018. Ihr findet hier Modelle von Apple (iPad) genauso wie Tablets von Herstellern wie Huawei, Lenovo und Samsung. Zur Bestenliste

Das könnte dich auch interessieren

  1. Gastkommentar · 

    Apple kann einfach kein Günstig. Diesen Markt wollen sie auch gar nicht bedienen. Geld wird in erster Linie durch die Fanboys generiert, die eh jedes Produkt haben müssen. Denen würde ich übrigens noch vor dem Sommer 2018 ein iPhone XPro für 1600 Euro verkaufen. Wenn man einmal seine Fanbase hat, kann man sie schröpfen bis zur Vergasung. Guck den Typen unter mir an. 550 Euro geht doch noch. Und die Konkurrenz ist auf keinen Fall güstiger. Na geht doch! xD

    1. Gastkommentar · 

      Naja 550€ sind für das was man bekommt nicht viel. Jeder muss für sich selber entscheiden was er ausgeben möchte. Aber für einen Computer würde ich auch 1200€ ausgeben, und NEIN ich meine kein Apple Rechner. Ich nutze das iPad aber als PC Ersatz und somit ist der Preis für mich persönlich gering. Ich habe konkurenz Produkte ausprobiert und außer Frust nicht viel erhalten. Mit dem neuem iPad bin ich mehr als zu Frieden. Desweiteren möchte ich Sie bitten sich zu informieren über die unten aufgeführte Vorteile um dann eventuell ein etwas wertvollen Komentar zu geben als den obenstehenden.

  2. Gastkommentar · 

    Ich finde den Artikel wenig Hilfreich. Die Ausagekraft zum Hauptkriterium „dem Preis“ ist schlichtweg Falsch. Auf den Preis von 713 € kommt man wenn man den Schüler/Studentenrabatt nicht berücksichtigt und das Original smartcover von Apple kauft. Ich selbst habe ein iPad gekauft und für ApplePencil, iPad (128GB Wifi), KlappHülle und Glasfolie 550€ Bezahlt. Das geht wenn man sich über Angebote von Drittanbietern informiert. Die Tatsache das jeder ein Smartphone besitzt und Schüler nicht überall Internetzugang übers iPad brauchen macht den Vergleich im Artikel, mit der Wifi und Cellular Variante, nichtig. Über den neuen Speicherstandart von Apple seit IOS 11 wird auch nicht gesprochen, welcher die Größe von Bild-, Video- und Textdatein, im Vergleich zu anderen Betriebssystemen (Windows, android, etc) gut halbiert. So sollte für den Reinen Gebrauch in der Schule Uni 32GB reichen. Möchte man Filme schauen so finde ich auch den Preis für die 128GB völlig angebracht. Immerhin bekommt man zu dem iPad hochwertige Software wie Pages, Numbers etc. GRATIS dazu, sowie deren Updates auf Lebenszeit. Das ist so als würde man sich über den Preis eines vollausgestattem Autos aufregen obwohl man selbst nur die Hälfte der Ausstattung braucht.

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Tablet-PC und Apple iPad (2018).

zur
Startseite

zur
Startseite