iPad mini 3 im Test: Mit eingebauter 100-Euro-Taste

Zu wenig Neuerungen für eine Empfehlung

Gut, aber teuer: Das iPad mini 3 bietet im direkten Vergleich zum iPad mini 2 zu wenige Neuerungen, für die Apple zu allem Überfluss auch noch zu viel an Aufpreis verlangt.

Im Test zum iPad mini 3 versuchen wir, Unterschiede zum Vorgängermodell herauszufinden. Abmessungen, Gewicht, Display, Auflösung und selbst die CPU verändert Apple nicht. Fündig werden wir in einem kleinen Detail - und beim Preis. Zu wenig für eine Empfehlung.

Apple bietet nach wie vor alle drei Generationen des iPad mini an. Die erste Generation mit nicht empfehlenswertem Display kostet nur noch 239 Euro. 50 Euro Aufpreis zahlt ihr für das iPad mini 2 (das Apple lange Zeit als das "neue iPad mini mit Retina" bezeichnete) und bekommt dafür einen schnelleren Prozessor und eben das Retina Display. Weitere 100 Euro Aufpreis verlangt Apple für das Testgerät iPad mini 3.

Schneller, leichter, hochauflösender - nach diesem Rezept lassen sich Tablet-PCs verkaufen. Beim iPad Air 2 hat Apple das gut hinbekommen. Zwar wurde die Auflösung des Displays nicht erhöht, aber das "erwachsene" iPad mit einem 9,7-Zoll-Display ist noch einmal leichter, flacher und leistungsstärker geworden.

Technische Daten des iPad mini 3 mit LTE-Modem

  • CPU: A7 mit M7-Coprozessor
  • RAM: 1 Gigabyte
  • Display: 7,9 Zoll
  • Auflösung: 2.048 x 1.536 Pixel
  • Speichergrößen: 16, 64, 128 Gigabyte
  • Fingerabdruckscanner: Touch ID
  • Kameras: 1,2 / 5,0 Megapixel
  • Gewicht: ab 331 Gramm, Testgerät: 341 Gramm
  • Anschlüsse: Lightning, SIM-Kartenschacht
  • Drahtlos: WLAN (802.11a/b/g/n), Bluetooth 4.0, LTE-Modem, aGPS (nur Mobilfunkversion)
  • Farbauswahl: Silber, Schwarz, Gold
  • Preise in Deutschland WLAN-Version: 389 / 489 / 589 Euro
  • Preise in Deutschland LTE-Version: 509 / 609 / 709 Euro
  • Preis Testgerät: 709 Euro

Ein wenig wirkte das noch im vergangenen Jahr auch von uns so hochgelobte Mini-iPad schon während der letzten Keynote wie auf verlorenem Posten. Im Schnelldurchlauf wurden Folien mit den technischen Daten abgespult. Fast entstand bei uns der Eindruck, Apple wolle nicht, dass so genau hingeschaut wird.

iPad mini 3 in der 360-Grad-Ansicht

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Wenn wir das iPad mini 3 nun im Detail begutachten, wissen wir warum. Es findet sich kaum ein Unterschied zum Vorgängermodell. Die wichtigste Neuerung ist der zugegeben sehr gut funktionierende Fingerabdruckscanner Touch ID, den wir bereits vom iPhone und neuerdings auch vom iPad Air 2 her kennen. Mit dem iPad mini 3 lässt sich daher bald auch auf Shoppingtour gehen und per Fingerabdruck bezahlen. Dies funktioniert mangels NFC-Chip jedoch nur bei Onlineshops und nicht im stationären Handel.

Verarbeitung

Noch immer besteht das Unibody-Gehäuse aus robustem Aluminium. Es ist wie von Apple gewohnt tadellos verarbeitet, gleicht aber selbst im Detail dem Vorgänger wie ein Haar dem anderen. Spaltmaße suchen wir glücklicherweise vergeblich. Wir wissen: Mit Gewalt lässt sich alles verbiegen. Jedoch: Auch wenn wir dem iPad mini 3 mit zwei Händen und ordentlichem Druck begegnen, lässt es sich nicht verwinden.

Es wirkt stabiler als das iPad Air 2. Der Kratztest hinterlässt auf der im Falle des Testgeräts silbernen Rückseite feine, bleibende Narben. Steckt das iPad mini 3 daher besser in eine entsprechende Schutzhülle.

Unboxing: Apple iPad mini 3

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Display

Am 7,9 Zoll (20,07 Zentimeter) großen Display gibt es kaum etwas auszusetzen. Die hohe Auflösung von 2.048 x 1.536 Bildpunkten führt zu einer außerordentlich scharfen Darstellung der Inhalte. Selbst wenn ihr aus extrem spitzen Winkel auf die Anzeige blickt, kommt es nicht zu nervigen Farbumkehrungen oder Verfälschungen.

Helligkeit und Kontrast können ebenfalls überzeugen. Bei ungünstigem Lichteinfall, etwa im Freien und bei Sonnenschein, könnt ihr hingegen auch bei Maximalhelligkeit kaum mehr etwas vom Bildschirminhalt erkennen. Es ist wirklich schade, dass Apple dem neuen iPad mini nicht wenigstens das reflexionshemmende Display des iPad Air 2 spendiert hat.

Leistung und Akkulaufzeit

Im Inneren des iPad mini 3 steckt nach wie vor Apples A7-Prozessor mit Unterstützung vom M7-Coprozessor. Die stärkere A8(X)-CPU bleibt dem iPad Air 2 vorbehalten. Wirklich langsam ist das Testgerät dadurch selbstverständlich nicht. Die meisten Apps öffnen sich zügig und auch grafiklastige Titel aus dem App Store laufen flüssig.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis der App Store von Apple nach und nach mit Programmen gefüllt wird, vor denen das iPad mini 3 kapitulieren muss. Doch schon jetzt wird der Leistungsunterschied zwischen A8X- und A7-Prozessor deutlich - bei Spielen wie Asphalt 8 oder Beach Buggy Racing etwa. Das iPad mini 3 benötigt im Vergleich zum iPad Air 2 etwa zwei Sekunden länger, um letzteren Titel zu laden.

Das Benchmark-Tool Geekbench 3 entdeckt den bekannten ARM-Chip mit einem Kern, einer maximalen Taktfrequenz von 1,29 Gigahertz und spuckt 1.306 Single-Core-Punkte aus. Bei der Multi-Core-Bewertung sind es 2.327 Punkte. Nach wie vor gute Werte, die jedoch bereits von vielen Tablets und Smartphones übertroffen werden. Die von Apple angegebene Akkulaufzeit von rund zehn Stunden beim Abspielen eines HD-Videos konnten wir im Test nachvollziehen. Im Schnitt, bei reduzierter Bildschirmhelligkeit, kamen sogar leicht längere Laufzeiten heraus.

Multimedia

Die beiden Stereolautsprecher an der Unterseite verrichten ihren Dienst gut. Sie taugen zur kurzen Untermalung eines YouTube-Clips, aber nicht zu viel mehr. Wer ordentlichen Klang von einem Tablet erwartet, sollte ohnehin besser gute Kopfhörer anschließen.

Fazit zum Apple iPad Mini 3

Die rückseitige Kamera, deren Sensor nach wie vor mit fünf Megapixeln auflöst, ist schnappschusstauglich. Eine Testaufnahme in voller Größe könnt ihr euch an dieser Stelle auf netzwelt herunterladen.

Zu klein? Hier geht es zum Testbericht des iPad Air 2.

Apple iPad mini 3: Fazit

Greift besser zum Vorgänger 7.6/10

Das erste iPad mini war ein gutes Kompakt-Tablet. Nur die Bildschirmauflösung ist nach heutigem Stand nicht mehr zeitgemäß. Es ist noch immer zum Preis von 239 Euro erhältlich. Zahlt 50 Euro mehr, und ihr erhaltet die Basis-Version des iPad mini 2 mit Retina Display. Das iPad mini 3 kostet in der Grundversion mit 16 Gigabyte Speicher 100 Euro mehr als der Vorgänger. Diesen Aufpreis zahlt ihr allein für Touch ID (und die Möglichkeit, das Mini-iPad auch in der Farbe Gold zu bekommen). Das sind unserer Meinung nach zu wenig Neuerungen, um das iPad mini 3 dem iPad mini 2 vorzuziehen. Letzteres bleibt daher unser Favorit unter den Mini-iPads. Und die Konkurrenz aus dem eigenen Hause lauert noch von anderer Seite. Das Apple-Phablet iPhone 6 Plus hat den besseren Prozessor, unterstützt mehr Funkstandards und rückt mit einer Diagonale von 5,5 Zoll zumindest in die Nähe des iPad mini-Bildschirms.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Touch ID

Das hat uns nicht gefallen

  • Preis / Leistung
  • Kaum Veränderungen gegenüber Vorgänger
  • Speicher nicht erweiterbar
Testnote 7,6 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

8,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

6,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das iPad mini 3 wurde von Apple Deutschland leihweise für den Zeitraum von einem Jahr zu Verfügung gestellt und wird anschließend wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Apple iPad mini 3 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 7 von 10 möglichen Punkten bei 46 abgegebenen Stimmen.
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Bestenlisten

Apple iPad mini 3 wurde in folgende Tablet-Bestenlisten einsortiert.

Die besten Kompakt-Tablets
Die besten Kompakt-Tablets Bestenliste Tablet-Computer mit Bildschirmdiagonalen von bis zu acht Zoll lassen sich noch bequem mit einer Hand halten. Netzwelt präsentiert die besten Kompakt-Tablets. Zur Bestenliste
Apple iPad mini 3 Benchmarks

In der nachstehenden Tabelle findet ihr die Futuremark-Benchmarks, die wir zum Apple iPad mini 3 in unserem System erfasst haben. Der Gesamtwert steht in der rechten Spalte, Details zu den einzelnen Tests bekommt ihr, wenn ihr die Maus über das Infozeichen bewegt.

Futuremark-Benchmark Ergebnis
Ice Storm MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
24 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
60 FPS
Grafik Test II:
54 FPS
Ice Storm Extreme 10340

Futuremark Ice Storm Extreme

Physik (Gesamt):
7645
Physik Test I:
24 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
11549
Grafik Test I:
59 FPS
Grafik Test II:
44 FPS
Ice Storm Unlimited 14744

Futuremark Ice Storm Unlimited

Physik (Gesamt):
7785
Physik Test I:
25 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
19723
Grafik Test I:
104 FPS
Grafik Test II:
73 FPS
Sling Shot using ES 3.0 1189

Futuremark Sling Shot using ES 3.0

Physik (Gesamt):
764
Physik Test I:
20 FPS
Physik Test II:
7 FPS
Physik Test III:
3 FPS
Grafik (Gesamt):
1409
Grafik Test I:
7 FPS
Grafik Test II:
5 FPS
Sling Shot using ES 3.0 Unlimited 1234

Futuremark Sling Shot using ES 3.0 Unlimited

Physik (Gesamt):
746
Physik Test I:
20 FPS
Physik Test II:
7 FPS
Physik Test III:
3 FPS
Grafik (Gesamt):
1516
Grafik Test I:
9 FPS
Grafik Test II:
5 FPS
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 1929
Prozessor (CPU Mark) 53,127
Speicher (Mem Mark) 5,100,194
Festplatte (Disk Mark) 15,983
2D (2D Mark) 515
2D (3D Mark) 889

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Apple, Mobile World Congress (MWC), Tablet, Apple iPad Mini, Apple iOS 8 und Apple iPad mini 3.

Das Apple iPad mini 3 wurde ursprünglich mit Apple iOS 8.0 "Apple iOS Okemo" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Apple iPad mini 3 die Version 12.1 "Apple iOS 12" verfügbar.

Links zum Thema
Apple iPad mini 3 im Zeitverlauf
1 von 4
  • iPad mini 3: iFixit enttarnt neues Tablet als alten Hut

    27.10.2014 Beim Zerlegen des iPad mini 3 erlebten die Reparaturprofis von iFixit keine wirklichen Überraschungen. Bis auf den nun verbauten Fingerabdruckscanner Touch ID, mit dessen Hilfe Nutzer das iPad mini 3 entsperren sowie Online-Einkäufe über den App Store tätigen können, unterscheidet sich Apples neustes Mini kaum von dessen Vorgänger.

    Genau wie beim iPad Air 2 vergibt das iFixit-Team nur 2 von maximal 10 möglichen Punkten für die Reperaturmöglichkeiten am iPad mini 3. Dies hat mehrere Gründe. So ist etwa der Lightning-Anschluss auf dem Logic Board fest verlötet. Im Zweifel, etwa wenn der Lightning-Anschluss unglücklich verbogen wird, muss also das ganze Board ausgewechselt werden. Auch gibt es Kritik für die großen Mengen an verklebten Bauteilen, die eine Reparatur erschweren. Dazu gehört auch der Touch ID-Sensor, der rückseitig verklebt wurde.

    Das wenige Lob von iFixit beschränkt sich auf die Bauteile Display und Akku. So sind Displayglas und LCD nicht wie beim iPad Air 2 miteinander "verschmolzen", was eine Reparatur vereinfacht. Lobend wird auch der Akku erwähnt, da er weder verklebt noch fest verlötet ist.

    Mehr zum iPad mini 3 findet ihr an dieser Stelle auf netzwelt. Zum Unboxing unseres Testgerätes geht es hier entlang.

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