Beyerdynamic Aventho Wireless im Test: Bluetooth-Kopfhörer mit persönlicher Klangnote

In Kooperation mit Mimi Hearing Technologies

Beyerdynamik Aventho Wireless 2

Die mehr als 400 Euro, die der deutsche Hersteller Beyerdynamic für den On-Ear-Kopfhörer Aventho Wireless aufruft, könnten gut investiertes Geld sein. Denn der Bluetooth-Kopfhörer leistet sich im Test kaum Schwächen, klingt hervorragend. Das schafft er auch, weil er sich mithilfe eines besonderen Hörtests auf seinen Besitzer einstimmt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design, Verarbeitung und Tragekomfort
  2. Einrichtung, Akkulaufzeit und Steuerung per Touchpad
  3. Hörtest: So gut klingt der Beyerdynamic Aventho Wireless
  4. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  5. Fazit & Alternativen

Moderne Bluetooth-Kopfhörer wechseln Lieder oder ändern die Lautstärke nach einem Fingerwisch, verfügen über eingebaute Mikrofone und lagern Zusatzfunktionen in zugehörigen Apps aus. All diese Tricks beherrscht auch der Aventho Wireless von Beyerdynamic. Doch dieser Bluetooth-Kopfhörer geht noch einen Schritt weiter.

Über die für Android und iOS kostenlos erhältliche MIY-App wird nach einem Hörtest ein individuelles Klangprofil auf den Bluetooth-Kopfhörer hochgeladen. Dazu müsst ihr in der App zunächst euer Geburtsjahr angeben. Anschließend werden kurze Testtöne abgespielt. Hier müsst ihr den Finger so lange auf einem Button ruhen lassen, so lange ihr den Testton wahrnehmen könnt. Da das Prozedere für jedes Ohr individuell durchlaufen werden muss, nimmt die persönliche Konfiguration etwa zehn Minuten in Anspruch.

Beyerdynamic Aventho Wireless im Video

Ob es etwas bringt, erfahrt ihr weiter unten beim Hörtest. Die Einstellungen werden sinnvollerweise im Kopfhörer gespeichert, sind also unabhängig vom jeweilig gewählten Zuspieler.

Design, Verarbeitung und Tragekomfort

Man sieht dem Aventho Wireless auch ohne Blick auf das Preisschild seine noble Herkunft an. In den Händen bestätigt sich dieser Eindruck. 241 Gramm bringt der Materialmix aus Leder, Kunststoff und Metall auf die Waage - für einen On-Ear-Kopfhörer ein recht hohes Gewicht, das aber eben auch die edle Machart dieses Kopfhörers unterstreicht.

Die drehbaren Ohrmuscheln erleichtern den Transport. Eine vergleichsweise einfache Transporttasche gehört zum Lieferumfang. Außerdem finden wir noch ein USB C-Kabel zum Aufladen des internen, nicht wechselbaren Akkus im Karton.

Auf dem Kopf fühlt sich der Aventho Wireless sehr komfortabel an, ohne dabei einzuengen. Wir empfinden den Anpressdruck auf die Ohren als genau richtig. Manch ein Testträger monierte jedoch, dass der Kopfhörer die Ohren nicht vollständig umschließt. Dies ist bauartbedingt und nicht dem Aventho Wireless anzukreiden.

Prinzipiell gut gefällt uns der gerasterte Bügel. Er erlaubt die Größenanpassung in elf Schritten, was auch Trägern von Turmfrisuren und Baseball-Mützen zugute kommt. Nicht so schön: Nach kurzer Zeit zeigen sich feine Schleifspuren am Metallbügel, was nicht zum hochwertigen Erscheinungsbild des Beyerdynamic-Kopfhörers passen will. Zudem lässt sich das weiche Metall zu leicht aus der Form bringen. Passt also auf, dass ihr euch nicht aus Versehen einmal auf den teuren Kopfhörer setzt.

Einrichtung, Akkulaufzeit und Steuerung per Touchpad

Beyerdynamic verspricht eine Akkulaufzeit von satten 30 Stunden. Im Testzeitraum schafften wir es, dem initial voll geladenen Akku des Kopfhörers 50 Prozent seiner Energie zu entziehen. Rund 13 Teststunden standen dabei auf der Uhr. Die 30 Stunden Akkulaufzeit liegen unserer Meinung nach im Bereich des Möglichen. Das Aufladen per USB C-Anschluss soll binnen zwei Stunden erledigt sein, was wir nicht überprüft haben.

Den Ladestand sagt eine freundliche Stimme beim Einschalten des Kopfhörers an. Alternativ lässt er sich über die zugehörige App erfragen. Neigt die Energie sich dem Ende entgegen oder wollt ihr während Start und Landung im Flugzeug weiter Musik hören, könnt ihr ein im Lieferumfang enthaltenes Klinkenkabel einstecken.

Beyerdynamic Aventho Wireless in Bildern

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Das Koppeln mit dem Smartphone klappt reibungslos, auch ohne NFC. Anschließend lässt sich der Aventho über Gesten, die ihr an der rechten Ohrmuschel ausführt, steuern. Per "Doppelklick" pausiert ihr so die Musik, ein Wisch nach rechts und das Testgerät stimmt das nächste Lied der Wiedergabeliste an. Mit Wischbewegungen nach oben und unten ändert ihr die Lautstärke.

Das alles klappt im Gegensatz zu manch anderem Kopfhörer im Alltag reibungslos. Wer die Sensorfläche als zu sensibel empfindet, kann die Empfindlichkeit in der zugehörigen App regeln.

Hörtest: So gut klingt der Beyerdynamic Aventho Wireless

Im Drahtlos-Betrieb (Bluetooth 4.2 aptX) nimmt das Testgerät von Qualcomms HD Codec komprimierte Signale entgegen. Auch das Hi-Res Audio-Siegel ziert die Verpackung. Zusammen mit Treibern, die vom Hersteller mit dem Label "Tesla-Technologie" versehen werden, sollten die Voraussetzungen für ein ausgewogenes Klangbild gegeben sein. Auch die technischen Daten kündigen einen vielversprechenden Hörtest an.

  • Übertragungsbereich: 10 - 40.000 Hertz
  • Nennimpedanz: 32 Ohm
  • Kennschalldruckpegel: 105 dB SPL
  • Klirrfaktor: 0,3 Prozent (bei 500 Hertz)
  • Unterstützte Codecs: aptX, aptX HD, AAC, SBC

Bei Bedarf wird der Aventho Wireless ziemlich laut. So laut, dass ihr euch um eure Gesundheit sorgen könntet. Auch hier hilft ein Blick in die App. Unter dem Punkt "Tracking" wird prozentual angezeigt, wie viel ihr euren Ohren pro Tag schon zugemutet habt. Dazu überwacht die App sowohl die von euch gewählte Lautstärke als auch die Dauer - gute Idee.

Wir lassen die individuell für uns vorgenommene Hörkorrektur der App zunächst einmal außen vor und verbinden den Aventho mit einem Kabel an einen Hi-Res-Zuspieler.

In diesem Setup spült das Testgerät unserem Dafürhalten nach sehr ausgewogen, mit Hang zum Wärmenden Björks Stonemilker auf unsere Ohren. Vor allem die Mitten gefallen uns gut, der Bass ist vergleichsweise firm aber nicht staubtrocken. Bei Bedarf geht es richtig weit in den Tiefbassbereich runter, etwa bei Jon Hopkins' Open Eye Signal.

Natürlich wollen wir anschließend wissen, welchen Einfluss der eingangs durchgeführte Hörtest auf den Klang der Kopfhörer hat. Dazu "verbocken" wir den Hörtest absichtlich. Wir drücken auf den Knopf, obwohl wir keinen Testsound hören. Und wenn wir ihn hören, lassen wir uns mit der Bestätigung absichtlich Zeit.

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Das Ergebnis überrascht unter diesen Vorzeichen: Denn obwohl wir es darauf angelegt haben, ein möglichst unrealistisches Gehör abzubilden, bessert der Beyerdynamic-Kopfhörer den Klang auf. Vor allem die Mitten und die Höhen profitieren von der Politur. Wir setzen alle Einstellungen zurück und führen den Test erneut durch - dieses Mal wahrheitsgetreu. Wird sich das gleiche Ergebnis einstellen?

Der zweite Höreindruck unterscheidet sich zwar merklich vom ersten, bleibt in den Grundzügen aber vergleichbar. Nach der Aktivierung der Funktion werden Mitten und Höhen besser hervorgehoben. Ganz so, als ob ihr im Equalizer die "Loudness"-Taste gedrückt hättet. Der Effekt ist spürbar und dürfte von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich ausfallen. Als "Rocket Science" würden wir den in Kooperation mit dem Berliner Unternehmen Mimi Hearing Technologies entwickelten Vorgang nicht bezeichnen. Aber er kann durchaus dabei helfen, den eigenen Lieblingssound auf bequeme Art und Weise zu finden.

Alle Bemühungen, den Sound zu optimieren, resultieren in einem sehr unangestrengten, warmen Klangbild, welches in den Höhen sehr luftig wird. Mit den feinen Details wie den Drums in den Anfangstakten von Manu Katchés Keep On Trippin' kommt er ebenso klar, wie mit dem überbordenden Sound-Overkill im Schlussakkord von Radioheads Burn the witch. Sehr gut gefiel uns im Testzeitraum die breite Bühne des Aventhos. Dass wir einen On-Ear- und keinen Over-Ear-Kopfhörer trugen, haben wir dabei die meiste Zeit über vergessen.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Wie bei den meisten Bluetooth-Kopfhörern könnt ihr mit dem Beyerdynamic Aventho Wireless auch Telefonate bei gekoppeltem Smartphone annehmen und führen.
  • Ein langer Druck auf die Sensorfläche öffnet Siri / Google Assistant.
  • Der Kopfhörer lässt sich durch Firmware-Updates in Zukunft mit neuen Funktionen ausstatten.
  • Mit dem Aventho Wired gibt es auch eine kabelgebundene Version. Diese kostet 329 Euro (UVP).

Beyerdynamic Aventho Wireless: Fazit

Einer der besten Bluetooth-Kopfhörer 8.5/10

Der Aventho Wireless von Beyerdynamic hinterlässt im Test einen sehr guten Eindruck. Er hält klanglich, was er verspricht und ist gut verarbeitet. Der in Kooperation mit Mimi Hearing Technologies angebotene Hörtest hilft dabei, persönliche Hördefizite auszugleichen und den eigenen Lieblingssound zu finden. Empfehlung.

Das hat uns gefallen

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Akkulaufzeit
  • individuelle Klanganpassung

Das hat uns nicht gefallen

  • "weicher" Bügel
  • kein ANC
Testnote 8,5 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

7,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Beyerdynamic leihweise zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird der Kopfhörer wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

10
Leserwertung

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Bestenlisten

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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