Buffalo LinkStation 520 im Test: NAS-Speicher für unter 90 Euro

Backup-, Private-Cloud- und Media-Streaming-Lösung

Buffalo Link Station 520 im Test

Ein NAS mit zwei Festplatteneinschüben für rund 88 Euro - das ist durchaus günstig, wenn auch noch kein Riesenschnäppchen. Buffalo verspricht bei der LinkStation 520 das übliche: Wahnsinnsleistung, irre Flexibilität, Abhörsicherheit vor der National Security Agency (NSA) und reibungsloses Media-Streaming in allen erdenklichen Situationen - und "irre" ist tatsächlich ein Begriff, der im Laufe des Tests eine Rolle spielen sollte.

Inhaltsverzeichnis

  1. Performance und Einrichtung
  2. Oberfläche mit Macken
  3. Funktionen
  4. Backups
  5. Fazit & Alternativen

Das Leergehäuse der LinkStation 520 ist wie in dieser Preisklasse üblich ein Plastikbomber - die gängige Versuche, solche Geräte mit "runden Ecken" oder irgendetwas Glänzendem aufzuhübschen, hat Buffalo erfreulicherweise unterlassen. Es bleibt ein stabiles, schwarzes Gehäuse, das zumindest kleiner ist als ein Großteil der Konkurrenz. Und auch der fest einrastende Ein-/Ausschalter auf der Rückseite ist gut. Das war es aber auch schon mit den physischen Pluspunkten. Die Einschübe für die Festplatten sind ebenfalls komplett aus Kunststoff und lassen sich alles andere als leicht ein- und ausbauen - einen Mechanismus zum Arretieren gibt es nicht.

Die Festplattenschlitten sind leider arg billig geraten, dafür ist das Gerät extrem klein.
Die Festplattenschlitten sind leider arg billig geraten, dafür ist das Gerät extrem klein. (Quelle: Buffalo)

Im Innern werkelt ein 1-Gigahertz-Dual-Core-Prozessor, unterstützt von mageren, aber ausreichenden 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Hinzu kommen an der Rückseite Anschlüsse für Gigabit Ethernet und Universal Serial Bus (USB). Den üblichen vorderen USB-Anschluss gibt es leider nicht. Alles in allem gibt es bezüglich Hardware-Features und Verarbeitung aber nicht viel zu meckern, Buffalo setzt hier auf billig und vielen Nutzern dürfte es auch egal sein, wie die kleine Speicherbox im Keller aussieht.

Performance und Einrichtung

Beginnen wir mit dem positiven Aspekt: Die Transferraten im Heimnetz liegen bei den üblichen Werten, gut 90 Megabyte pro Sekunde (MBit/s) beim Lesen und knapp 90 MBit/s beim Schreiben. Damit liegt die LinkStation knapp vor anderen hier im Netz gemessenen Systemen, allerdings nur wenige Megabyte - und das könnte durchaus daran liegen, dass ein Solid State Drive (SSD) verbaut ist. Im Betrieb genügt die Performance ebenfalls, was vor allem daran liegt, dass die LinkStation nicht allzuviel kann. Zweikern-Prozessor (CPU) und 256 Megabyte Arbeitsspeicher (RAM) genügen zum Speichern von Dateien und zum Streamen von Filmen und Musik allemal.

Die Einrichtung ist wie bei simplen Geräten üblich ebenfalls sehr simpel - vom Anstöpseln bis zum Zugriff auf die laufende Oberfläche dauert es nur eine Minute und kein Laie wird daran scheitern. Die vorgegebenen Freigabeordner stehen unmittelbar unter Windows zur Verfügung, der Fernzugriff ist standardmäßig ausgeschaltet, der Medienserver läuft - bis hierhin ist der Umgang mit der LinkStation 520 ein Vergnügen.

Oberfläche mit Macken

Leichte Brüche bekommt das Bild aber bei der Oberfläche. Zum einen stottert es hier bisweilen und auch ein paar abgestürzte Browser-Tabs waren im Test zu verzeichnen. Zum anderen, man kann es leider nicht anders sagen, ist die Oberfläche ziemlicher Müll. Das beginnt schon mit Kleinigkeiten. Beispielsweise lassen sich Fenster über den üblichen Knopf minimieren - aber sie tauchen nicht minimiert am Bildschirmrand auf, sie sind einfach weg.

Aber es gibt tatsächlich einen Unterschied zum Schließen von Fenstern: über die Schaltfläche "Versteckte Fenster anzeigen" erscheint ein Overlay, dass die "minimierten" Fenster anzeigt - völliger Unisnn. Ein simples NAS muss beim besten Willen nicht unbedingt mit fancy Desktop und Fensterkonzept ausgestattet werden, wie man etwa bei Western Digitals My-Cloud-Serie begutachten kann. Aber wenn, dann sollte man es auch ordentlich umsetzen. Weitere Beispiele für Kleinigkeiten: Übersetzungsfehler wie "dahinfügen", keine Möglichkeit zwei separate Fenster der Systemsteuerung zu öffnen, kein Drag&Drop für Uploads.

Die Oberfläche sieht auf den ersten Blick wirklich gut aus - aber wirklich nur oberflächlich.
Die Oberfläche sieht auf den ersten Blick wirklich gut aus - aber wirklich nur oberflächlich. (Quelle: Screenshot)

Wesentlich schlimmer ist aber der völlige Verzicht auf Hilfen direkt in der Oberfläche. Es gibt absolut null Erklärungen, was die einzelnen Punkte sollen. Dazu ein Beispiel: Um den Fernzugriff einzurichten, muss ein Port konfiguriert und ein BuffaloNas.com-Konto angegeben werden. Es wäre durchaus hilfreich zu erwähnen, dass man sich diesen Namen frei ausdenken kann und sich nicht vorher registrieren muss - wie es in 90 Prozent aller Fälle üblich ist.

Die automatische Port-Konfiguration funktioniert im Test nicht - ohne nützliche Angabe von Gründen. Man kann aber auch manuell einen Port angeben und über den Router eine Weiterleitung aktivieren. Offenbar funktioniert das aber ausschließlich mit Port 80, nicht zum Beispiel über Port 81. Warum darf man dann eine Angabe machen? Und warum steht dort kein Wort zu dem Thema? Portfreigaben sind für Otto Normalverbraucher sowieso schon nicht trivial, so wird es zum Ärgernis.

Funktionen

Keine Medien vom Buffalo-DLNA-Server (links) und keine Dateien innerhalb der Buffalo-eigenen App - schade.
Keine Medien vom Buffalo-DLNA-Server (links) und keine Dateien innerhalb der Buffalo-eigenen App - schade. (Quelle: Screenshot)

Das Teilen von Dateien funktioniert zunächst tadellos, sowohl im Heimnetz als auch über das Internet. Doch sobald es mobil wird, muss man wieder mit dem Kopf schütteln: Die App verbindet sich unter Android problemlos mit dem NAS, ist aber partout nicht in der Lage, die Dateiliste zu laden - der Bildschirm bleibt hier schlicht schwarz. Ein Tap auf den Zurück-Button navigiert dann direkt in Androids normale Ordnerstruktur. Fehlermeldungen? Fehlanzeige!

Immerhin bietet die App die Möglichkeit, Fotos und Videos automatisch hochzuladen. Nach der Aktivierung erscheint in der App das Laufband "Hochladen ist bereits konfiguriert. Hier tippen, um die Konfiguration von Neuem zu beginnen." - ein Tap darauf bringt die Meldung: "Es ist keine externe Stromversorgung angeschlossen." Noch Fragen?

Und da das Smartphone schon mal an ist, könnte man ja versuchen, Medien von dem Gerät zu streamen. Auf dem NAS läuft ein Digital-Living-Network-Alliance-Server (DLNA), auf dem Smartphone kommt zum Testen wie immer die zuverlässige App UPnPlay zum Einsatz. Sie findet neben einem halben Dutzend weiterer Server im lokalen Netz auch das Buffalo-Gerät - mit einem kleinen Unterschied: Während alle anderen Server problemlos laufen, heißt es beim Buffalo-Server immer nur, es seien keine Medien vorhanden.

Der zweite Versuch Medien abzuspielen läuft dann am Rechner im Browser: Mediaplayer gestartet und - nichts. Der Mediaplayer schafft es leider nicht, die verfügbaren Medien anzuzeigen. Erst, wenn Musikstücke - Videos werden nämlich überhaupt nicht abgespielt! - manuell aus ihren Ordnern im Mediaplayer abgespielt wurden, erscheinen sie auch als "Zuletzt gespielt"-Einträge im Player. Das mag in Ordnung sein, weil Player und Streaming-Server zwei unabhängige Werkzeuge sind, aber erwartungskonform sieht anders aus. Dass auch einfache NAS in dieser Preisklasse deutlich mehr bieten können, zeigt zum Beispiel Zyxel NAS 326: Hier läuft der Twonky Mediaserver, der wesentlich mehr kann und vor allem eine eigene Oberfläche hat!

Backups

Für sinnvolle Backups sollten auch externe Ziele zur Verfügung stehen.
Für sinnvolle Backups sollten auch externe Ziele zur Verfügung stehen. (Quelle: Screenshot)

Selbst das Thema Backups ist unbefriedigend: Unter dem Punkt "Sicherungen" lassen sich Backups von NAS-Ordnern in NAS-Ordnern anlegen - was nur mäßig nützlich ist, freundlich gesagt. Anbindung von Windows-Freigaben oder Cloud-Speicherdiensten? Leider nein. Überlicherweise lässt sich ein USB-Port so konfigurieren, dass beim Einstecken eines Datenträgers automatisch Dateien auf oder von dem Stick kopiert werden, bei Buffalo gibt es nur den Weg vom Stick auf das NAS, aber immerhin.

Wichtiger sind aber doch Backups vom Rechner auf das NAS und da bietet Buffalo eine Gratis-Version NovaBACKUP an, die über die Seriennummer beantragt werden kann. Diese Nummer gibt es auch wunderbar einfach in den Serverinformationen der LinkStation - wie von der nervigen Oberfläche aber nicht anders zu erwarten, lässt sie sich nicht kopieren. Die manuelle Eintipperei sparen wir uns für den Test, es ist den Aufwand nicht wert. Immerhin: Sofern die Buffalo-Gratis-Version von NovaBACKUP nicht beschnitten ist, bekommt man eine sehr ordentliche Backup-Lösung obendrein.

Am Ende des Tages bleibt die traurige Erkenntnis, dass es keinen guten Grund gibt, sich für das Buffalo-System zu entscheiden. Es gibt simplere Systeme wie etwa Western Digital My Cloud, es gibt fast exakt gleich konzipierte Geräte wie das Zyxel-NAS 326, die für dasselbe Geld mehr können und vor allem weniger Bugs haben und ab 50 Euro mehr bekommt man gleich eine ganz andere Größenordnung von NAS.

Übrigens: Buffalo sieht noch nicht einmal den Zugriff aufs NAS per SSH vor - manuelle Workarounds kann man damit auch vergessen.

Buffalo LinkStation 520: Fazit

Brauchbare Dateien-Teilen-Hardware mit Bugs und schlechter Software. 4.6/10

Möchte man ein NAS nur einmal konfigurieren und anschließend als reines Datengrab nutzen, ist Buffalos LinkStation 520 brauchbar - aber es gibt ähnliche Geräte zum selben Preis mit mehr Leistung oder besserer Bedienung. Die Hardware erfüllt ihren Zweck, aber Usability der Oberfläche und Funktionalität der verfügbaren Programme sind reichlich buggy.

Das hat uns gefallen

  • Kleines Gehäuse
  • Günstig

Das hat uns nicht gefallen

  • Oberfläche schlecht umgesetzt
  • Viele Bugs
  • Bessere Alternativen
Testnote 4,6 von 10
Bewertet von Mirco Lang
4,0 / 10
Performance

Performance Wie schnell kann auf den Speicher geschrieben beziehungsweise von ihm gelesen werden? Dies testen wir mit diversen Benchmark-Tools.

6,0 / 10
Verarbeitung und Handhabung

Verarbeitung und Handhabung Wie steht es um die Qualität von Gehäuse und Steckern? Gibt es bei der Einrichtung Probleme?

6,0 / 10
Sicherheit und Datenschutz

Sicherheit und Datenschutz Wie werden die Daten verschlüsselt?, etc.

3,0 / 10
Software & Extras

Software & Extras Legt der Hersteller Software bei? Bietet das System "Extras" gegenüber anderen Lösungen?

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise von Buffalo zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

5
Leserwertung

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Bestenlisten

Buffalo LinkStation 520 wurde in folgende NAS-Bestenlisten einsortiert.

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