Canon EOS 5D Mark III im Test

Profi-DSLR mit 61 Autofokus-Punkten

von Jan Johannsen

Der Vollformatsensor der Canon EOS 5D Mark III verspricht eine sehr gute Bildqualität. Darüber hinaus lässt die Profi-Spiegelreflexkamera eine Bedienung erwarten, die dem Fotografen eine umfangreiche Kontrolle über die Einstellungen gibt.

Vollformatsensor und 61 AF-Punkte: Die Canon EOS 5D Mark III verspricht eine hervorragende Bildqualität und eine umfangreiche Kontrolle über die Einstellungen. Doch im Test zeigt sich, dass nicht alles was gut ist, sich auch für jeden Fotografen eignet.

Canon 5D Mark III

Großer Sensor und viele Megapixel

Wie im Vorgängermodell EOS 5D Mark II, die damals als erste Spiegelreflexkamera auch Videos aufnahm, verbaut Canon auch in der neuen EOS Mark III einen Vollformat-CMOS-Bildsensor. Dieser liefert Fotos im JPEG-, aber auch in Canons hauseigenen RAW-Format CR2. Für den Test haben wir ein 24-bis-105-Millimeter-Objektiv von Canon mit optischem Bildstabilisator und Ultraschallmotor an die 5D Mark III angeschlossen.

Die Aufnahmen der Canon EOS 5D Mark III überzeugen mit einer überragenden Bildqualität. Die Fotos strotzen vor Detailgenaugkeit und sehr klaren Konturen. Die Farbwiedergabe erscheint natürlich. Kontraste setzt die Kamera angenehm um.

Der große Bildsensor sorgt für ein geringes Bildrauschen. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 6.400 fallen die Störungen leicht auf. Danach nimmt das Bildrauschen zu, aber selbst bei ISO 51.200 fällt es nur leicht ins Gewicht, wenn man die Fotos verkleinert betrachtet.

Canon EOS 5d Mark III Testbilder

16 Bilder
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Videos nimmt die 5D Mark III ebenfalls auf. Die maximale Auflösung liegt bei 1.920 x 1.080 Pixeln, bei 25 Bildern in der Sekunde und einer niedrigen Kompressionsrate. Wie schon die Fotos überzeugen auch die Filme mit einer beeindruckenden Detailgenauigkeit, klaren Konturen, angenehmen Kontrasten und natürlich wirkenden Farben. Es gilt allerdings zu beachten, dass eine Spiegelreflexkamera ohne weiteres Zubehör deutlich schlechter für Filmaufnahmen geeignet ist als ein Camcorder.

Großes Menü und viele Direktwahltasten

Die Canon EOS 5D Mark III stellt dem Fotografen eine umfangreiche Bedienung zur Auswahl. Während sich einige Einstellungen über die Schnellwahltasten am Gehäuse verändern lassen, ist für andere der Weg in das sich über 21 Seiten erstreckende Hauptmenü nötig.

Die Tasten oberhalb des Mini-Displays auf der Oberseite der EOS 5D Mark III dienen dazu - wie bei Canons DSLR-Modellen üblich - Weißabgleich, Autofokus-Art, Aufnahmeart, Lichtempfindlichkeit und Blitzeinstellungen direkt mit Hilfe der zwei Drehräder anzupassen. Die Rädchen befinden sich auf der Ober- und der Rückseite des Gehäuses.

Rechts vom 3,2 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 1.040.000 Pixeln und großen Betrachtungswinkeln befindet sich in der Mitte des Drehrrads die Set-Taste zur Auswahl von Menüpunkten. Der etwas weiter oben gelegene Mini-Joystick dient zur Navigation durch die Einstellungen. In der oberen Reihe aktiviert der Nutzer die Live-Bildanzeige, startet Videoaufnahmen und führt mit der "AF-ON"-Taste manuell einen Autofokus durch.

Canon EOS 5D Mark III im Test

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Links oberhalb des Monitors befinden sich die "Info"- und die "Menu"-Taste. Links am Rand lassen sich Bilder löschen, die Bildwiedergabe starten, die Ansicht vergrößern und die Fotos mit einem bis fünf Sternen bewerten. Alle Tasten weisen angenehm klare Druckpunkte auf, auch der Autofokus-Zwischenschritt beim Auslöser fällt deutlich aus. Umsteiger von anderen EOS-Modellen müssen sich an die veränderte Belegung der Tasten zur Vergrößerung und Verkleinerung der Bildansicht gewöhnen.

Die EOS 5D Mark III verfügt über eine automatische HDR-Funktion. Sie reicht zwar nicht an aufwendig manuell erstellte HDR-Aufnahmen heran, liefert aber für aus der Hand geschossene Bilder sehr gute Ergebnisse mit hohem Kontrastumfang.

Bei dem Arbeitsgerät für Profis verzichtet Canon auf die bei Kompaktkameras und DSLR-Modellen für Einsteiger üblichen Szenenprogramme. Stattdessen verfügt die EOS 5D Mark III nur über einen vollautomatischen Aufnahmemodus. Der Fotograf hat darüber hinaus die Wahl zwischen einer komplett manuellen Bedienung oder Programm-, Zeit- und Blendenautomatik. Im Bulb-Modus belichtet sie so lange der Anwender den Auslöser gedrückt hält. Zusätzlich stehen noch drei Speicherplätze für eigene Einstellungen bereit. Um das Moduswahlrad drehen zu können, muss der Fotograf den Sicherungsknopf in der Mitte eindrücken.

Leichtes robustes Gehäuse mit Platz für zwei Speicherkarten

Das Gehäuse der Canon EOS 5D Mark III besteht aus stabilem Magnesium mit einigen Kunststoffelementen. Es wirkt ordentlich verarbeitet und liegt mit dem Haltegriff sicher in der Hand. Spezielle Versiegelungen sollen das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit verhindern. Ohne Objektiv bringt die Kamera trotzdem noch fast ein Kilogramm Gewicht auf die Waage.

Die EOS 5D Mark III verfügt über zwei Einschübe für Speicherkarten, in denen jeweils eine CompactFlash- und eine SD(XC)-Karte Platz finden. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku. An der linken Seite der Kamera findet der Fotograf sechs verschiedene Anschlüsse für ein Mikrofon, einen Kopfhörer, einen externen Blitz und eine Fernbedienung sowie eine HDMI- und eine kombinierte USB- und AV-Schnittstelle.

Canon EOS 5D Mark III: Fazit

Vollformat-DSLR der Profiklasse 8.4/10

Canon liefert mit der EOS 5D Mark III eine gelungene, hochwertige Spiegelreflexkamera ab, die eine hervorragende Bildqualität aufweist und dem Fotografen eine umfangreiche Kontrolle bietet. Sie setzt allerdings voraus, dass der Nutzer sich auch intensiv mit ihr beschäftigt und über einen entsprechend gefüllten Geldbeutel verfügt. Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die EOS 5D Mark III beträgt 3.299 Euro. Bei Online-Händlern ist sie derzeit etwas günstiger für rund 3.100 Euro erhältlich. Der Vorgänger EOS 5D Mark II verfügt immer noch über eine sehr gute Bildqualität und ist inzwischen deutlich günstiger erhältlich. Gleiches gilt für das Semi-Profi-Modell EOS 7D.

Das hat uns gefallen

  • sehr gute Bildqualität
  • sehr gute Austattung
  • gute Videofunktion

Das hat uns nicht gefallen

  • langsamer Autofokus im Live-View
  • kein eingebauter Blitz
Testnote 8,4 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
9,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

8,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

8,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

9,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

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9
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