Canon EOS 60D im Test: Mittelklasse-DSLR mit Schwenkbildschirm

CMOS-Sensor im APS-C-Format, Full-HD-Videos und schnelle Bedienung

von Jan Johannsen

Zum ersten Mal verbaut Canon bei der EOS 60D einen beweglichen Bildschirm in einer Spiegelreflexkamera. Aber auch der große Bildsensor, die umfangreiche Bedienung und der vergleichsweise niedrige Preis sprechen für die Kamera.

Canon verbaut in der EOS 60D zum ersten Mal einen beweglichen Bildschirm in einer Spiegelreflexkamera. In dem Modell, das der Hersteller im Mittelklasse-Bereich ansiedelt, steckt der gleiche Bildsensor wie im günstigen Profi-Modell 7D und weckt damit natürlich hohe Erwartungen an die Bildqualität.

Canon EOS 60D

Hohe Bildqualität mit geringem Bildrauschen

Canon baut in die EOS 60D einen CMOS-Bildsensor im APS-C-Format ein. Bei einer Fläche von 22,3 x 14,9 Millimetern liefert er eine maximale Auflösung von 18 Megapixeln. Ein Sensor mit den gleichen Eckdaten steckt auch in dem Profi-Modell EOS 7D.

Die Aufnahmen der Canon EOS 60D überzeugen mit einer beeindruckend guten Bildqualität. Die Bilder weisen eine hohe Detailgenauigkeit auf. Diese führt zu einer klaren Schärfe und deutlichen Konturen. Kontraste verarbeitet die Kamera souverän und die Farbwiedergabe wirkt sehr natürlich. Darüber hinaus weist die DSLR ein sehr geringes Bildrauschen auf.

Erste leichte Störungen sind mit viel Aufmerksamkeit erstmals bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 800 zu erkennen. Erst bei ISO 1.600 treten diese deutlicher auf, wenn der Betrachter die Bilder in Originalgröße betrachtet. Ab ISO 6.400 lässt sich das Bildrauschen auch bei auf ein Viertel der ursprünglichen Größe verkleinerten Bilder erkennen. Aufnahmen mit ISO 12.800 eignen sich aber immer noch zum Vorzeigen im privaten Rahmen.

Canon EOS 60D Testbilder

9 Bilder
Zur Galerie

Videos nimmt die EOS 60D in Full-HD-Auflösung mit 25 Einzelbildern in der Sekunde auf. Die Filme weisen ebenfalls eine sehr gute Bildqualität auf. Zeilenverschiebungen treten nur sehr selten auf. Der automatische Weißabgleich passt die Einstellungen der Kamera allerdings nur mit deutlicher Verzögerung an veränderte Lichtverhältnisse an.

Beim Fokussieren ist Handarbeit gefragt, denn der Autofokus der DSLR-Kamera arbeitet bei der Videoaufnahme deutliche schlechter als bei Fotos oder die Technik in Camcordern. Zudem hinterlässt der Autofokus deutliche Arbeitsgeräusche in der Tonspur. Diese enthält darüber hinaus einen gut verständlichen Ton.

Beweglicher Bildschirm

Bei der EOS 60D baut Canon zum ersten Mal einen beweglichen Bildschirm in eine Spiegelreflexkamera ein. Der Nutzer kann den drei Zoll großen Monitor aufklappen und um 270 Grad drehen. Mit Hilfe der Livebildansicht lassen sich so Bildausschnitte aus ungewöhnlichen Perspektiven bequemer festlegen.

Die Anzeige mit einer Auflösung von 1.040.000 Pixeln bietet ein leuchtstarkes und detailliertes Bild. Die Blickwinkel liegen nur bei rund 150 Grad, was angesichts des beweglichen Bildschirms nicht schwer ins Gewicht fällt. Spiegelungen treten auf dem Monitor auf, stören in der Regel aber nicht.

Canon versucht bei der EOS 60D die Bedürfnisse von Einsteigern im DSLR-Bereich genauso zu befriedigen, wie die Ansprüche von ambitionierten Fotografen. So verfügt die Kamera zum Beispiel nicht nur über die üblichen Aufnahmeprogramme Manuell, Zeit-, Blenden- und Programmautomatik, sondern auch über Voreinstellungen für fünf häufige Aufnahmesituationen. Das Auswahlrad für die Aufnahmeart ist fixiert, um es zu verstellen muss der Nutzer den Knopf in seiner Mitte eindrücken.

Schnelle, einfache Bedienung mit fehlendem Komfort

Die meisten Bedienelemente erreicht der Fotograf mit den Fingern der rechten Hand, während diese die Kamera hält. Nur zum Ein- und Ausschalten, ändern des Aufnahmeprogramms oder zum Löschen von Aufnahmen muss der Nutzer seine Linke Hand von Objektiv entfernen und zur Hilfe nehmen.

Als einzige Taste weist der Auslöser einen deutlichen Druckpunkt auf. Alle anderen Knöpfe wirken dagegen leicht schwammig oder heben sich nicht deutlich genug von ihrer Umgebung ab. Die EOS 60D bleibt aber trotzdem nutzbar. Die Taste zum Einschalten der Livebild-Ansicht dient im Videomodus zum Start der Filmaufnahme.

Canon EOS 60D im Test

9 Bilder
Zur Galerie

Die Einstellungen von Autofokus-Art, Lichtempfindlichkeit die Auswahl zwischen Einzel- und Serienbildern sowie dem Selbstauslösr erreicht der Nutzer über Direktwahltasten auf der Gehäuseoberseite. Blende und Belichtungszeit verstellt er über das daneben liegende Drehrad.

Über die Q-Taste erreicht der Fotograf ein Bildschirmmenü mit allen wichtigen Belichtungseinstellungen. Durch diese bewegt er sich mit den Vier-Wege-Steuerring und verändert die Werte mit dem bereits erwähnten Drehrad.

Der Autofokus der 60D arbeitet bei Fotoaufnahmen sehr schnell und akkurat - bei Videos wie schon geschrieben dagegen jedoch deutlich langsamer. Ein optischer Bildstabilisator befindet sich nicht im Kameragehäuse. Diese baut Canon in die Objektive ein - wie bei dem 18-bis-135-Millimeter Modell, das unserem Testgerät beilag.

Stabiles Gehäuse und die nötige Ausstattung

Das Gehäuse der Canon EOS 60D besteht aus einer Aluminiumlegierung und Polykarbonat mit Glasfasern. Die ohne Objektiv 762 Gramm schwere Kamera lässt sich am Batteriegriff sicher festhalten - der Daumen findet eine großzügige Ablagefläche auf der Rückseite.

Canon stattet die 60D mit einem HDMI-Anschluss sowie einer kombinierten USB- und AV-Schnittstelle aus. Über weitere Buchsen kann der Fotograf eine Fernbedienung und ein Mikrofon anschließen. Die Stromversorgung übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku, SD- und SDHC-Karten dienen als Speichermedien für Fotos und Videos.

Canon EOS 60D: Fazit

Kleine Kritik an überzeugender Kamera 6.6/10

Die Canon EOS 60D überzeugt mit der hervorragenden Bildqualität ihrer Aufnahmen. Der bewegliche Bildschirm erweist sich als sinnvolle Ergänzung. Die schnelle und umfangreiche Bedienung stellt auch DSLR-Neulinge vor keine großen Hürden - sie wird nur etwas durch die schwammigen Druckpunkte der meisten Tasten getrübt. Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die EOS 60D beträgt 1.149 Euro. Im Internet verkaufen Händler das Kameragehäuse bereits für rund 970 Euro. Während für das Kit mit dem günstigen 18-bis-55-Millimeter-Objektiv rund 50 Euro mehr fällig werden, zahlt der Käufer für die getestete Kombination mit einer 18-bis-135-Millimeter Linse rund 1.220 Euro. Das Vorgängermodell EOS 50D überzeugte im Test ebenfalls und kostet derzeit fast 200 Euro weniger, bietet aber zum Beispiel keinen beweglichen Bildschirm. Dieser fehlt auch dem nächsthöheren Modell EOS 7D. Der größte Konkurrent Nikon verbaute bereits vor einem Jahr in der D5000 einen beweglichen Monitor.

Das hat uns gefallen

  • Bildqualität
  • Schwenkdisplay

Das hat uns nicht gefallen

  • Geschwindigkeit im Live-View
  • Schwammige Druckpunkte der Tasten
Testnote 6,6 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

6,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

6,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Canon EOS 60D selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 6 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Canon, Canon EOS 60D und Monitor.

Links zum Thema
zur
Startseite

zur
Startseite