EOS 7D Mark II im Test: Gelungenes Arbeitstier oder müder Packesel?

DSLR-Test

von Dennis Imhäuser
Canon EOS 7D Mark II Teaser.

Canons neue Profi-DSLR Canon EOS 7D Mark II im Test. Welche Neuerungen bietet die Mark II gegenüber der ersten 7D? Wie schlägt sich die Kamera im Alltag und welche neue Technik steckt in der Profi-DSLR? All diese Fragen beantworten wir für euch im ausführlichen Testbericht.

Verarbeitung und Bedienung

Die Verarbeitung der EOS 7D Mark II (Hands-on) ist makellos. Das Magnesiumgehäuse wiegt mit 900 Gramm 50 Gramm mehr als das Vorgängermodell 7D Mark II. Die Kamera liegt sicher in der Hand, und auch größere Hände dürften mit der Tiefe des Griffs gut zurechtkommen. Die Tastenanordnung hat der japanische Hersteller leicht überarbeitet. Die RAW/JPG-Taste ist weggefallen, und auch auf dem LC-Display auf der Oberseite wird die Bildqualität nicht mehr permanent eingeblendet. Das Magnesiumgehäuse ist mit Gummidichtungen versehen und macht die EOS 7D Mark II gegen Umwelteinflüsse wie Spritzwasser und Staub unempfindlich.

Die Q-Taste wandert über das Daumenrad, und anstelle der beiden genannten Tasten findet ihr nun an gleicher Stelle "Menu" und "Info". Neu ist ein kleiner Kippschalter um den Joystick, über den der Autofokus konfiguriert werden kann. Die EOS 7D Mark II kann CF- und SD-Speicherkarten verwenden, während die 7D (Testbericht) Dateien nur auf CF-Speicherkarten sichern kann. Das Moduswahlrad befindet sich nach wie vor auf der linken Seite und ist bei der EOS 7D Mark II arretiert, damit es sich nicht versehentlich verstellen kann. Das ist uns auf verschiedenen Messen, auf denen wir die 7D im Einsatz hatten, bereits häufiger passiert.

Canon EOS 7D Mark II in der 360-Grad-Box

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Fast alle Bilder, die ihr auf netzwelt seht, sind mit der EOS 7D aufgenommen. Seit 2009 haben wir die Kamera im Einsatz. Nicht zuletzt deshalb ist uns die Bedienung der 7D in Fleisch und Blut übergegangen. Der Unterschied zur EOS 7D Mark II ist vorhanden, aber doch eher marginal. Die Einarbeitungszeit für einen Fotografen, der bereits zuvor mit einer Canon fotografiert hat, dürfte sehr kurz sein. Die Neuerungen verbergen sich vor allem im Inneren.

Foto

Neuer Sensor, neuer Belichtungsmesser, neuer Autofokus und neue Menüs. Canon hat einiges versucht, um eine der meistverkauften DSLRs noch besser zu machen. Die EOS 7D ist ein wahres Arbeitstier, und die 7 Mark II soll in dieser Tradition weiterentwickelt werden. Ihre Domäne ist sicherlich die Sportfotografie. Die Serienbildgeschwindigkeit von zehn Bildern pro Sekunde und der große Pufferspeicher sind die Gene, die Sportfotografen schätzen. Nach circa 35 RAW-Dateien fällt die hohe Geschwindigkeit auf vier Bilder pro Sekunde. Trotz vollem Pufferspeicher bleibt es bei vier Bildern pro Sekunde. Dabei zeigt der Dual DIGIC 6-Prozessor seine ganze Kraft.

Der neue Autofokus wurde noch mal deutlich überarbeitet. Er bietet 65 Messfelder, die alle mit Kreuzsensoren ausgestattet sind - bei den beiden mittleren Messfeldern sogar mit doppelten Kreuzsensoren. Damit ihr den Autofokus besser steuern könnt, hat Canon eine Wippe auf der Rückseite angebracht, die es erlaubt, zwischen den Autofokus-Modi durchzuschalten. Ihr könnt die Felder manuell auswählen, gruppieren oder der Kamera die passende Wahl überlassen.

Canon EOS 7D Mark II im Test

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Die effektive Auflösung des CMOS-Sensors im APS-C-Format beträgt 20,2 Megapixel. Das sind nur zwei Megapixel mehr als bei der EOS 7D. Bezüglich des Sensors also kein großer Sprung. Dafür bietet die 7D Mark II einen Belichtungsmesser mit 150.000 Pixeln. Zum Vergleich: Bei der EOS 7D sind es rund 1.000 Pixel. Die vielen Pixel zum Messen und Verfolgen erlauben eine präzise Autofokus-Nachführung und vermeintliche Spielereien wie die "Anti-Flacker-Funktion". Was sich nach einem netten Gimmick anhört, ist jedoch eine echte Verbesserung und wird hoffentlich noch in vielen weiteren Canon-DSLRs eingeführt.

Mit der Anti-Flacker-Funktion erkennt die EOS 7D II fluoreszierende Lichtquellen. Die Belichtung steuert gegen, und im Resultat erhalten Fotografen immer korrekt belichtete Bilder und keine blauen, gelben oder anders eingefärbte Fotos - zum Beispiel beim Fotografieren eines Monitors, womit wir die Funktion getestet haben. Während Canon darauf verzichtet, die DSLR mit WLAN auszurüsten, ist GPS mit an Bord. Das GPS bietet eine Kompassfunktion und zeigt neben der Ausrichtung auch Informationen wie die Höhe an. Fotografen, die WLAN an der EOS 7D Mark II nachrüsten möchten, benötigen das WLAN-Modul WFT-E7 (Version 2), das mit gut 800 US-Dollar alles andere als ein Schnäppchen ist. Es erschließt sich nicht, warum Canon bei der EOS 70D (Testbericht) und der EOS 6D (Testbericht) WLAN anbietet, bei der 7D Mark II allerdings darauf verzichtet.

Video

Die EOS 7D Mark II kann alles ein wenig besser als die EOS 7D, doch im Videobereich legt die Mark II deutlich zu. Der Dual Pixel CMOS-AF stellt nun wesentlich schneller und präziser scharf als der Kontrast-Autofokus der 7D. Hier merken Fotografen schnell, dass die 7D bereits fünf Jahre alt ist. Zudem können Videographer zwischen MOV- und MPEG4-Dateien als Videoformat wählen.

Das HDMI-Signal wird über den Ausgang unkomprimiert in 4:2:2 8-Bit ausgegeben. Damit lässt sich die Mark II in professionelle Arbeitsabläufe einbinden. 4K sucht man bei Canon hingegen vergebens. Videos werden maximal in Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) aufgezeichnet. Die EOS 7D Mark II kann auch im Videomodus komplett manuell bedient werden. Das Daumenrad auf der Rückseite lässt sich nahezu geräuschlos bedienen. Bei der Vorgängerin, der 7D, ist hingegen ein deutliches Klacken in den Videoaufnahmen zu hören, wenn Einstellungen über das Daumenrad vorgenommen werden.

Im Gegensatz zur 7D (Testbericht) verfügt die Mark II nicht nur über einen Mikrofoneingang, sondern auch über einen Kopfhörerausgang, worüber der Ton bereits während der Aufzeichnung abgehört werden kann. Damit USB 3.0- und HDMI-Kabel sicher auch während eines Drehs in der Kamera stecken, liegt eine zusätzliche Halterung für die seitlichen Anschlüsse bei. Ein "leiser Modus", der auch zum Fotografieren benutzt werden kann, steht ebenfalls im Videomodus zur Verfügung.

Display und Sucher

Der Sucher der Canon EOS 7D Mark II ist einer der besten Sucher am Markt. Er ist groß und hell. Mit dem neuen APS-C-Spitzenmodell ändert sich jedoch das Layout ein wenig. Die Lichtwaage befindet sich nun am linken Rand, und über die Schnittbildscheibe können zusätzliche Informationen auf Wunsch eingeblendet werden. Kombiniert mit der durchdachten Bedienung der EOS 7 Mark II können Fotografen quasi am Okular kleben bleiben.

Das Display ist nach wie vor fest verbaut. Ein klappbares Display wäre schön gewesen, aber der Monitor ist zumindest recht blickwinkelstabil und lässt sich auch noch aus großem Winkel gut einschauen. Bei Sonneneinstrahlung sieht das schnell anders aus. Trotz einer besonderen Beschichtung, die Reflexionen verhindern soll, sind Überkopfaufnahmen bei Sonnenschein nicht die Stärke der APS-C-DSLR. Hier liegt der Vorteil in Kameras mit einem beweglichen Display. Die Auflösung beträgt über eine Million Bildpunkte.

Bildqualität

Die Bildqualität, welche die EOS 7D Mark II erreicht, ist gut, aber im Vergleich zur EOS 7D kein großer Sprung. Der Test der Mark II zeigt, wie gut die EOS 7D bis heute ist, vor allem im Low-ISO-Bereich.

Bis ISO 3200 könnt ihr Bilder bedenkenlos verwenden. Die rauscharmen Aufnahmen überzeugen auch auf den zweiten Blick, denn die kamerainterne Bildverarbeitung erhält bis ISO 3200 erstaunlich gut Details. Auch bei ISO 6400 sind die Ergebnisse noch gut, jedoch bemerkt man ein leichtes Bildrauschen, das aber schnell durch ein Bildbearbeitungsprogramm entfernt werden kann. Insgesamt überzeugt die EOS 7D Mark II durch eine gute Farbabstimmung und einen guten Dynamikumfang bis ISO 1600. Damit bleibt die EOS 7D Mark II sicherlich hinter den hohen Erwartungen zurück, bietet aber eine insgesamt gute Bildqualität.

Canon 7D Mark II - FAZIT

Canon EOS 7D Mark II: Fazit

Solider Dauerläufer 8/10

Fotografen, die sich für eine EOS 7D oder eine EOS 7D Mark II entscheiden, erwarten eine Kamera, die schlicht und ergreifend immer genau das macht, was sie soll. Canon hat es geschafft, bei der EOS 7D Mark II das Arbeitstier nochmals zu verbessern. Die Kamera setzt nicht auf moderne Eigenschaften wie 4K-Video, Sensor-Shift und Multi-Shot, sondern auf Verlässlichkeit. Für Besitzer einer 7D gibt es nur den besseren Videomodus und die hohe Serienbildgeschwindigkeit als Wechselgrund auf die Mark II. Ansonsten performt die EOS 7D bis heute immer noch gut. Die 7D Mark II steht dieser Tradition in nichts nach, und so ist die Kamera zu Recht das beste APS-C-Modell, das Canon anbietet. Das fehlende WLAN ist ein deutlicher Minuspunkt. Die Bildqualität ist nichts Besonderes, aber gut. Fotografen, die ein verlässliches Arbeitsgerät suchen, werden mit der EOS 7D Mark II fündig und glücklich.

Das hat uns gefallen

  • Robustes Gehäuse
  • großer Pufferspeicher
  • Geschwindigkeit
  • Autofokus
  • Funktionsumfang

Das hat uns nicht gefallen

  • Display fest verbaut
  • Bildrauschen etwas hoch
Testnote 8,0 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
8,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

9,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

7,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

9,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

7,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Die Canon EOS 7D Mark II wurde und vom 20. Dezember 2014 bis zum Februar 2015 von Canon Deutschland für den Test zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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Canon EOS 7D Mark II im Zeitverlauf
1 von 5
  • Canon: Firmware-Update für die EOS 7D Mark II

    10.09.2015 Nachdem Canon mit dem letzten Firmware-Update 1.0.4 bereits Probleme mit dem Autofokus in Verbindung mit dem Objektiv EF 70-200mm 1:2,8 L IS II USM behoben hat, werden mit dem neuen Update ebenfalls Autofokusprobleme behoben. Diesmal werden die Fokussierungsprobleme in Verbindung mit dem EF 16-35mm 1:2,8 L USM und dem EF-S 17-55mm 1:2,8 IS USM durch die neue Firmware beseitigt.

    Während der Aktualisierung der Firmware kam es in der Vergangenheit zu Fällen, bei denen der Fortschrittsbalken bei 100 Prozent stehen blieb. Ein weiterer Fehler trat im Bezug auf die Schaltsekunde bei GPS-Funktionen auf. In seltenen Fällen kam es auch zum Zeitpunkt der Aufnahme zu der Fehlermeldung "Err 70" oder dazu, dass sich der Verschluss nicht lösen ließ. Diese drei Bugs werden mit dem Firmware-Update nun laut Canon nicht mehr auftreten.

    Die neue Firmware-Version 1.0.5 kann ab sofort auf der Herstellerseite heruntergeladen werden. Auf der Seite findet ihr auch eine Anleitung, wie ihr die neue Firmware auf eurer EOS 7D Mark II installiert.

    Weitere aktuelle Firmware-Updates findet ihr auf unserer Übersichtsseite.

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