Canon EOS 7D im Test: Bezahlbare Profi-DSLR

18-Megapixel-Spiegelreflex nimmt Videos in Full-HD auf

von Jan Johannsen

Die EOS 7D ist Canons neueste Spiegelreflexkamera und stellt gleichzeitig den günstigsten Einstieg in den Profi-Bereich des japanischen Herstellers dar. Im Test überzeugt die rund 1.500 teure Kamera mit hervorragender Bildqualität, umfangreicher Ausstattung und verständlicher Bedienung.

18 Megapixel für hervorragende Bildqualität

In der Canon EOS 7D arbeitet ein CMOS-Sensor, der bei einer Fläche von 22,3 x 14,9 Millimetern eine Auflösung von 18 Megapixeln liefert. Der Mikrochip im APS-C-Format deckt nicht wie ein Vollformatsensor - etwa der in der EOS 5D Mark II - die komplette Fläche eines Kleinbildfilmes ab.

Auffälligster Unterschied zwischen den beiden Sensortypen stellt die Brennweitenverlängerung dar. Während bei einem Vollformatsensor die auf den Objektiven angegeben Brennweiten gelten, verlängern sie sich bei einem APS-C-Sensor um den Faktor 1,6. Eine Linse mit 50 Millimetern Festbrennweite funktioniert an der EOS 7D wie ein Objektiv mit einer Brennweite von 80 Millimetern an der EOS 5D Mark II.

Canon EOS 7D

Zwei Digic-4-Bildprozessoren sorgen in der Canon EOS 7D für eine schnelle Verarbeitung der Bilddaten zuständig. Die von der Kamera angefertigten Aufnahmen zeichnen sich durch hohe Detailgenauigkeit mit präziser Schärfe aus. Zudem bieten die Bilder natürlich wirkenden Farben und umfangreichen Kontrast.

Die dezenten dunklen Verfärbungen in den Bildecken kann der Nutzer mit der Vignettierungs-Korrektur ausgleichen - solange für das Objektiv Korrekturdaten zur Verfügung stehen. Die Canon EOS 7D überzeugt außerdem durch geringes Bildrauschen. Erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 1.600 ist in der Originalansicht ein leichtes Bildrauschen zu erkennen. Bei ISO 12.800 erkennt der Betrachter die Bildstörungen auch bei Verkleinerungen auf 20 Prozent. Die Qualität der Aufnahmen genügt dann lediglich für Veröffentlichungen im Internet.

Canon EOS 7D Testbilder

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Der drei Zoll große Monitor auf der Rückseite der EOS 7D verfügt über eine Auflösung von 920.000 Bildpunkten. Die Anzeige ist selbst bei Sonnenlicht noch gut zu erkennen. Danke Livebild-Funktion dient der Bildschirm auch als Ersatz für den optischen Sucher: Bei Fotoaufnahmen geschieht das nur auf Wunsche des Nutzers, bei Videoaufzeichnungen schaltet die Kamera immer auf Livebild um.

Videos zeichnet die Canon EOS 7D maximal in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln bei 25 Bildern in der Sekunde auf. Die sehr gute Bildqualität der Fotos bieten auch die Video-Aufnahmen: Scharfe und viele Details, natürlich wirkende Farben, deutliche Kontraste und geringes Bildrauschen. Um mit der Spiegelreflexkamera längere Filmeprojekte umzusetzen, empfiehlt sich die Anschaffung weiterer Ausrüstung - die 7D bietet sonst nicht genügend Komfort für längere Filmdrehs.

Umfangreiche, aber komfortable Bedienung

Die Canon EOS 7D bietet dem Nutzer alle bei Spiegelreflexkameras übliche Aufnahmearten: Automatik, Programm-Automatik, Zeit- und Blendenvorwahl sowie komplett manuelle Steuerung und einen Bulb-Modus für Langzeitbelichtungen. Programme für Porträts, Landschafts-, Nacht- oder Sport-Aufnahmen stehen nicht zur Verfügung, der Fotograf kann jedoch drei eigene Aufnahmeprogramme speichern.

Die ohne Objektiv, aber mit Akku und Speicherkarte 913 Gramm schwere Kamera liegt angenehm und sicher in der Hand. Während der Zeigefinger auf dem Auslöser ruht, findet der Daumen genügend Ablagefläche auf der Rückseite der DSLR. Die restlichen drei Finger umschließen den Batterieschacht. Bei der Steuerung der 7D mit zwei Händen sind alle Bedienelemente gut zu erreichen.

Wer bisher nur mit kompakten Kameras fotografiert hat, muss sich angesichts der zahlreichen Tasten, Räder und Knöpfe erst einmal zurecht finden. Umsteigern von anderen DSLR-Modellen fällt die Eingewöhnung dagegen deutlich leichter. Sie sollten nach dem ersten Tag mit der Canon EOS 7D keine größeren Probleme mehr mit der Steuerung haben.

Alle wichtigen Einstellungen lassen sich schnell vornehmen. Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungszeit, Blende, die Messmethode für den Autofokus oder die Betriebsart kontrollieren entsprechende Tasten und Drehräder oder das Bildschirmmenü, das der Anwender mit der "Q"-Taste aufruft. Der Fotograf entscheidet selbst, welcher Weg für ihn angenehmer und schneller ist.

Alle Bedienelemente zeichnen sich durch deutliche Druckpunkte aus. Verwirrung stiftet das Zusammenspiel aus Joystick und Drehrad auf der Rückseite der EOS 7D: Die Festlegung, welches der beiden Steuerungselemente zum nächsten Punkt eines Menüs führt oder Einstellungen verändert, wirkt teilweise willkürlich und nicht immer nachvollziehbar.

Canon EOS 7D im Test

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Der Autofokus der Canon-Spiegelreflexkamera greift auf bis zu 19 Kreuzsensoren zurück und arbeitet zusammen mit dem optischen Sucher sehr zügig und präzise. Deutlich langsamer geht das Scharfstellen bei Nutzung der Livebild-Funktion und Filmaufnahmen von der Hand. Hier benötigt die Kamera teils mehrere Sekunden, bis sie ein Motiv erfasst.

Fotos nimmt die EOS 7D im JPEG- und in Canons Rohdatenformat CR2 auf. Filme speichert die DSLR als MOV-Dateien mit dem H.264-Codec ab. Über einen Bildstabilisator verfügt die Kamera nicht, da der japanische Hersteller diesen nur in seine Objektive einbaut.

Robustes Gehäuse mit HDMI-Ausgang

Das Gehäuse der Canon EOS 7D besteht aus einer Magnesiumlegierung wirkt solide und sauber verarbeitet. Gummi-Abdeckungen schützen sämtliche Schnittstellen schützen vor Spritzwasser. Daten speichert die Canon EOS 7D auf einer Speicherkarten vom Typ Compact Flash ab. Zur Datenübertragung stattet der Hersteller die DSLR mit einer AV- und einer HDMI-Schnittstelle aus. Weitere Anschlüsse sind für Stromversorgung, Mikrofon und Fernauslöser vorhanden. Den Strom liefert ein Lithium-Ionen-Akku.

Canon EOS 7D: Fazit

Rundum gelungene Kamera 7/10

Die Canon EOS 7D stellt ein hochwertiges Arbeitsgerät für Profis dar, die mit der Spiegelreflexkamera ihren Lebensunterhalt verdienen. Der vergleichsweise niedrige Preis für das Gehäuse macht die DSLR aber auch für Amateure interessant. Allen Fotografen bietet der Fotoapparat hervorragende Bildqualität, umfangreiche Ausstattung und dennoch angenehme Bedienung. Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für das Gehäuse der EOS 7D liegt bei 1.649 Euro, das Kit mit dem 18-bis-135-Millimeter-Objektiv soll 1.999 Euro kosten. Online sind die Preis bereits auf rund 1.500 Euro für das Gehäuse und etwa 1.700 für Kamera und Objektiv gesunken.

Tipp: Alternativen für Einsteiger

Ebenfalls sehr gute Bildqualität und komfortable Bedienung bieten DSLR-Kameras für Einsteiger, wie die Canon-Geräte EOS 500D oder EOS 1000D. Nikon bietet im vergeleichbaren Preissegment die D3000 und D90 an. Bei diesen Geräten muss der Nutzer aber teilweise auf die Filmaufzeichnung verzichten und erhält in der Regel nur ein weniger robustes Kunststoffgehäuse.

Das hat uns gefallen

  • Bildqualität
  • Arbeitsgeschwindigkeit

Das hat uns nicht gefallen

  • LiveView-Autofokus Geschwindigkeit
  • Kein AF-Hilfslicht
Testnote 7,0 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
8,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

8,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

6,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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9
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Canon EOS 7D im Zeitverlauf
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  • Kurzfilm: Profi-Aufnahmen mit der Canon EOS 7D

    28.09.2009 Matt Jasper arbeitet für den britischen Fernsehsender "Channel 4" in Bangkok. Von der thailändischen Hauptstadt aus reist er mit seiner Kamera durch Asien, um Bilder für seinen Arbeitgeber zu liefern. Bisher trägt er dabei mit der schweren Fernsehkamera ein beachtliches Gewicht mit sich herum. Seit Samstag, dem 26. September, tauscht Jasper im Selbstversuch das schwergewichtige Videogerät gegen eine selbst gebaute Konstruktion mit einer Canon EOS 7D als Herzstück ein.

    Die Kamera befindet sich auf einer als "Rig" bezeichneten Halterung der Firma Redrockmicro. Um mit der Spiegelreflexkamera professionell arbeiten zu können, benötigt Jasper aber noch weiteres Zubehör: einen speziellen Video-Sucher, eine Streulichtblende von Genus, ein externes Mikrofon von Pinknoise Systems sowie einen Adapter von Sony für die drahtlose Übertragung der Bilder. Sein neues, leichtes Arbeitsgerät kostet damit ein vielfaches der unverbindlichen Preisempfehlung von Canon für die EOS 7D, die bei 1.649 Euro liegt.

    Von seinen Erfahrungen mit dem neuen Arbeitsgerät berichtet Matt Jasper in dem Blog dslrnewsshooter.com, das sein Kollege Dan Chung ins Leben gerufen hat. Chung nahm auch das Video von Matt Jasper und seiner neuen Ausrüstung auf. Der aus Südkorea stammende Chung arbeitet für die britische Zeitung "The Guardian" und reist für sie um die Welt. Er liefert nicht nur Fotos, sondern berichtet mit seiner Spiegelreflexkamera inzwischen auch in bewegten Bildern von politischen Ereignissen, Sportveranstaltungen, Krisen und Naturkatastrophen. Zwischendurch findet er sogar die Zeit, nachts durch Peking zu wandern, um mit einer Spiegelreflexkamera Filme wie "Another Night in Beijing" zu drehen.

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