Canon Powershot G1 X im Test

Beweglicher Bildschirm und vierfacher Zoom

von Jan Johannsen

In Sachen Bildqualität hält diese Kompaktkamera Spiegelreflexmodellen stand. Canon statte die Powershot G1 X erstmals mit einem neu entwickelten CMOS-Sensor aus. Allerdings kostet die Kamera auch so viel wie eine günstige DSLR und ist bei der Optik deutlich eingeschränkter.

Canon setzt neue Maßstäbe bei den hochwertigen Kompaktkameras. Die Powershot G1 X kostet nicht nur mehr als vergleichbare Modelle, sondern verfügt auch über den größten Bildsensor, der momentan in einer Kompaktkamera steckt. Die übrige Ausstattung erinnert aber stark an die Vorgängermodelle der G-Serie.

Canon Powershot G1x

Neuartiger Sensor erreicht das DSLR-Größe

Canon verbaut in der Powershot G1 X zum ersten Mal einen neu entwickelten CMOS-Bildsensor. Mit seiner Fläche von 18,7 x 14 Millimetern ist er zwar etwas kleiner als die sonst in Spiegelreflexkameras üblichen APS-C-Chips, aber immer noch größer als die Four-Thirds-Sensoren, die Olympus in seinen DSLR-Modellen verbaut, und die Micro-Four-Thirds-Chips in vielen Systemkameras. Mit ihrem großen Sensor nimmt die G1 X Fotos mit bis zu 14,3 Megapixeln und Videos in Full-HD-Auflösung auf.

Das Objektiv verfügt dagegen nur über einen vierfachen Zoom. Aber auch dieser bedeutet umgerechnet ins Kleinbildformat eine Brennweite von 28 bis 112 Millimetern. Die Anfangsblende von f2,8 fällt etwas größer aus als bei der Masse der Kompaktkameras. Ein optischer Bildstabilisator sorgt bei längeren Belichtungszeiten für einen ruhigen Bildausschnitt. Der Autofokus stellt erkannte Motive zügig scharf und die Linse verändert ihre Brennweite weder besonders schnell noch besonders langsam.

Die Canon Powershot G1 X bietet dem Fotografen neben 15 Szenenprogrammen und einer Vollautomatik die bei Spiegelreflexkameras üblichen halbautomatischen und ein manuelles Aufnahmeprogramm. Zwei Speicherplätze stehen für eigene Einstellungen bereit.

Canon Powershot G1 X im Test

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Der drei Zoll große Bildschirm der Powershot G1 X dient zur Bildwiedergabe und ergänzt den optischen Sucher, der nur einen Blick neben dem Objektiv entlang und nicht durch es hindurch ermöglicht. Die Anzeige verfügt über eine Auflösung von 921.000 Pixeln und bietet ein detailreiches, klares Bild mit hohen Betrachtungswinkeln. Zusätzlich lässt sich der Monitor aufklappen und um 270 Grad drehen.

Manuelle Kontrolle und einfache Automatik-Aufnahmen

Die Bedienung der Canon Powershot G1 X ist größtenteils mit der rechten Hand möglich, aber mit beiden Händen lässt sie sich wesentlich bequemer halten. Auf der Oberseite der Kamera befinden sich neben dem manuell zu öffnenden Blitzlicht, dem Einschaltknopf und dem Auslöser mit Zoomwippe noch zwei übereinander angeordnete Drehräder. Mit ihnen wählt der Fotograf den Aufnahmemodus aus und bestimmt die Belichtungskorrektur.

Auf der Rückseite der G1 X befindet sich ein extra Aufnahmeknopf für Videos. Neben dem Bildschirm sind rund um das Vier-Wege-Steuerrad vier Tasten angeordnet. Je nach Aufnahmeprogramm sind sie teilweise mit unterschiedlichen Funktionen belegt. Normalerweise dienen sie aber dazu, das Menü zu starten, die Art des Autofokus-Messfeldes festzulegen und es zu bewegen sowie die Belichtungszeit zu verstellen.

Das Vier-Wege-Steuerrad bietet direkten Zugriff auf die Lichtempfindlichkeit, das Blitzlicht, die Autofokus-Art sowie das Erscheinungsbild des Monitors. Mit der Func.Set-Taste in der Mitte öffnet der Fotograf eine Seitenleiste auf dem Bildschirm, über die sich schnell und einfach weitere Aufnahmeeinstellungen anpassen lassen.

Ein weiteres Drehrad befindet sich oben an der Vorderseite des Batteriegriffs. Auf der Rückseite sind über dem Bildschirm noch eine Sondertaste, deren Funktion der Nutzer festlegen kann, sowie der Knopf zum Starten der Bildwiedergabe angebracht.

Große Sensorfläche für eine hervorragende Bildqualität

Die Kompaktkamera Powershot G1 X von Canon erreicht eine Bildqualität auf DLSR-Niveau. Die Aufnahmen bieten eine sehr hohe Detailgenauigkeit, natürlich wirkende Farben, klare Konturen und angenehme Kontraste. Der großflächige Sensor ist kaum anfällig für Bildrauschen.

Selbst bei der maximalen Lichtempfindlichkeit von ISO 12.800 halten sich die Bildstörungen im Rahmen. Verkleinert der Fotograf das Bild auf ein Viertel der Originalgröße, fallen sie kaum auf und die Aufnahmen können ohne Bedenken im privaten Rahmen verwendet werden.

Canon Powershot G1 X Testbilder

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Videos nimmt die G1 X in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Die Filme bieten eine ausreichende Detailgenauigkeit und natürlich wirkende Farben. Die Konturen sind gut zu erkennen, Zeilensprünge treten nicht auf. Der Autofokus stellt auch neue Motiv zügig scharf. Dagegen arbeitet der automatische Weißabgleich sehr langsam und das Mikrofon liefert nur sehr leise Ton-Aufnahmen.

Schwere Kamera mit zwei Schnittstellen

Das Gehäuse der Canon Powershot G1 X erscheint ordentlich verarbeitet und besteht aus Kunststoff sowie Metall. Durch die Ausbuchtung des Batteriegriffs und die Daumenablage auf der Rückseite lässt sich die vergleichsweise schwere Kamera sicher greifen und bequem halten.

Die Stromversorgung der G1 X stellt ein Lithium-Ionen-Akku sicher. Fotos und Videos speichert sie auf einer SD-, SDHC- oder SDXC-Karte ab. An der Seite der Kamera befinden sich ein kombinierter USB- und AV-Anschluss sowie eine HDMI-Schnittstelle. Zudem lässt sich noch eine Kabel-Fernbedienung einstecken.

Canon Powershot G1 X: Fazit

Hervorragend, aber teuer 6.6/10

Bei der Canon Powershot G1 X handelt es sich um die Kompaktkamera mit der aktuell besten Bildqualität, was angesichts des großen Bildsensors auch keine Überraschung ist. Die übrige Ausstattung unterscheidet sich allerdings nur wenig von den Vorgängermodellen der G-Serie. Die Bedienung der G1 X eröffnet dem Fotografen alle Freiräume und lässt sich schnell erlernen. Allerdings kostet die Powershot-Kamera ähnlich viel wie günstige Systemkameras oder DSLR-Modelle für Einsteiger. Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die Powershot G1 X  beträgt 749 Euro und bisher halten sich die Online-Händler an diese Vorgabe. Andere hochwertige Kompaktkameras wie die Panasonic Lumix LX5 oder die Samsung EX1 verfügen zwar über größere Bildsensoren als die Masse der Digitalkameras, im Vergleich zur G1 X fallen jedoch auch sie klein aus.

Das hat uns gefallen

  • sehr gute Bildqualität
  • optischer Sucher
  • dreh- und schwenkbares Display
  • Verarbeitung

Das hat uns nicht gefallen

  • geringe Akkulaufzeit
  • langsamer Autofokus
  • Videoeigenschaften
Testnote 6,6 von 10
Bewertet von Jan Johannsen
7,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

6,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

10
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