Canon PowerShot N2 im Test: Kompaktkamera mit Selfie-Funktion

Die richtige Kamera für Selbstporträts?

von Stellan Wetzig
Canon PoerShot N2-2.jpg

Die PowerShot N2 ist eine Kompaktkamera mit Selfie-Funktion, die ungewöhnlicher kaum sein könnte. Im kleinen und fast quadratischen Format passt sie in jede Hosentasche. Ob sie uns von ihren Qualitäten überzeugen konnte, lest ihr in unserem Testbericht auf netzwelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Gehäuse und Verarbeitung
  2. Ungewöhnliche Bedienung
  3. Per WiFi und App aufs Smartphone
  4. Bildqualität
  5. Video
  6. Zusatzfunktionen
  7. Fazit

Mit der PowerShot N2 hat Canon seine Kompaktkamera im ungewöhnlichen Format Selfie-tauglich gemacht. Anders als beim Vorgängermodell, der PowerShot N, besitzt die N2 ein um 180 Grad schwenkbares Display mit dem das Aufnehmen der beliebten Selbstporträts ganz bequem möglich ist, und der 1/2,3 Zoll große CMOS-Sensor mit 16 Megapixeln liefert Fotos in unerwartet guter Qualität.

Gehäuse und Verarbeitung

Die PowerShot N2 kommt mit einem robusten und hochwertigen Gehäuse daher. Canon hat sich große Mühe gegeben, die Kamera so klein wie möglich zu halten. Dieser Aspekt ist ihnen auch zweifelsohne gelungen, obwohl die Kamera im Vergleich zum Vorgängermodell zwei bis drei Zentimeter in der Höhe, Breite und Länge zugelegt hat. Der daraus entstehende Nachteil macht sich in der Handhabung bemerkbar. Man weiß nicht so recht, wie man den Winzling in der Hand halten kann, um ihn sicher bedienen zu können. Vor allem mit feuchten Händen findet sich durch die glatte Oberfläche kein Halt. Die N2 ist mit 201 Gramm ungewöhnlich schwer für die kompakte Größe und liegt dadurch noch unsicherer in der Hand. Im Test fiel auch auf, dass Einstellungen über das Touchscreen schnell und ungewollt verstellt werden, dadurch dass die Finger nicht so richtig wissen, wo sie hingehören.

Canon Powershot N2 im Test

Ungewöhnliche Bedienung

Selbst die intuitivsten Technik-Nerds werden wahrscheinlich bei dem Versuch, mit dieser neuartig gebauten Kamera ein Foto aufzunehmen, verzweifeln und zum ersten Mal in ihrem Leben in einer Bedienungsanleitung blättern. Zumindest ist es uns so ergangen, als wir den Auslöseknopf der Kamera gesucht haben. Dieser wird bei der PowerShot N2 nämlich durch einen Objektivring ersetzt, der durch Druck von jeder Seite bedienbar ist. Für Selfies ist diese Art von Auslöser bestens geeignet und macht Aufnahmen ohne das Verrenken von Gliedmaßen möglich. Allerdings fällt im Test auf, dass dieser Mechanismus für andere Aufnahmen mit eingeklapptem Display nicht gut geeignet ist. Beim Auslösen mit dem Objektivring ist es noch schwieriger, die ohnehin schon unhandliche Kamera in der Hand zu halten. Durch den ungewöhnlichen Mechanismus sind verwackelte Fotos vorprogrammiert. Wer das vermeiden will, kann im Kameramenü das Auslösen über Touchscreen aktivieren. Jedoch kann bei dieser Einstellung der Fokuspunkt nicht mehr durch Tippen auf dem Display gesetzt werden, da die Kamera nach einmaligem Tippen direkt auslöst.

Die Canon PowerShot N2 ausgepackt

6 Bilder
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Per WiFi und App aufs Smartphone

Mit der App "Canon Connect" können Fotos und Videos via WiFi-Verbindung auf euer Smartphone oder Tablet übertragen werden. Die Kamera kann über die App auch ferngesteuert werden. Allerdings können nur Fotos über die Fernsteuerung aufgenommen werden. Außer dem Selbstauslöser und dem Blitz können keine weiteren Funktionen per App eingestellt werden. Aufgenommene Fotos oder Videos werden in einem Vorschaubild angezeigt und können manuell in die Galerie eures Smartphones oder Tablets gespeichert werden. Erst von da aus könnt ihr eure Aufnahmen in sozialen Netzwerken teilen. Ein netter Anfang, doch der japanische Hersteller hatte mit der PowerShot N "Facebook ready" schon eine simplere Lösung gefunden. Die Selfie-Funktion der PowerShot N2 schreit geradezu nach einer einfacheren Lösung, seine Aufnahmen, auf Facebook, Instagram und anderen Portalen teilen zu können. Das wäre zumindest sinnvoll und wünschenswert.

Bildqualität

Angenehm überrascht hat die PowerShot N2 bei der Bildqualität. Bei dem schlecht auflösenden Display mit nur 461.000 Bildpunkten haben wir keine hohen Erwartungen an die Bildauflösung gehabt - bis wir uns die Fotos am Rechner angesehen haben. Mit ihren 16 Megapixeln löst die PowerShot N2 ungewöhnlich gut auf für eine Kompaktkamera in diesem Format. Auch der Dynamikumfang kann sich durchaus sehen lassen. Selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen wie bei Gegenlicht versinken die dunklen Bereiche nicht nur in Schwarz, sondern es lassen sich noch viele Details erkennen. Bei wenig Licht stößt sie allerdings an ihre Grenzen. Bei höheren ISO-Werten scheint die Kamera aufgrund des hohen Rauschens einen Rauschfilter auf die Bilder zu legen, der die Bilder unschön verwischt.

Testbilder der PowerShot N2

13 Bilder
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Video

Videos sind in Full HD nun mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde möglich. Das Vorgängermodell bot nur 24 Bilder pro Sekunde in der gleichen Auflösung. Mit dem "Creative Shot Movie-Modus", den ihr über einen Schiebeschalter rechts außen an der Kamera aktiviert, könnt ihr mehrere kurze Clips aufnehmen, die dann automatisch von der Kamera zu einem kreativen Video zusammengeschnitten werden. Die Kamera benutzt dafür verschiedene Filter und Videogeschwindigkeiten, die durch Algorithmen passend zu den Aufnahmen eingesetzt werden. Im Test fiel auf, dass es nicht möglich ist, während einer Videoaufnahme den optischen Zoom zu benutzen, was die eigene Kreativität an dieser Stelle leider einschränkt.

Zusatzfunktionen

Über den aktivierten Schiebeschalter an der rechten Seite ist es auch möglich, Fotos im Kreativ-Modus aufzunehmen. Dabei werden sechs Fotos kurz hintereinander aufgenommen, die mit verschiedenen Instagram-ähnlichen Filtern versehen und zugeschnitten werden. Eine Funktion, die eure Selfies aufhübschen könnte und euren Bildern einen eigenen Look verleiht.

Canon Powershot N2: Fazit

Ungewöhnliche Kompaktkamera die nur bedingt für den üblichen Einsatz geeignet ist. 4/10

Die PowerShot N2 eignet sich nur bedingt für den üblichen Einsatz einer Kompaktkamera. Durch die kleine Bauart und die glatte Oberfläche liegt sie unsicher in der Hand und der klassische Auslöser fehlt. Selbst die ambitioniertesten Selfie-Fotografen dürfte diese Kamera nicht gänzlich überzeugen, da eine einfache Anbindung an Soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook oder Twitter fehlt. Auch der Kreativ-Modus ist angesichts der vielen Fotofilter, die teilweise direkt in den Smartphone-Kameras zu finden sind, ausbaufähig. Die Bilder, die in diesem Modus entstandenen sind, wurden willkürlich zugeschnitten und mit unschönen Effekten versehen - zum Like-Magneten werden eure Bilder damit auf jeden Fall nicht. Auch die kreativen Videos lassen zu wünschen übrig, da bei der Auswahl der Effekte ebenfalls reine Willkür zu erkennen ist. Dennoch bietet die PowerShot N2 eine gute Bildqualität und dürfte für Street-Fotografen interessant sein, da sie in weniger als einer Sekunde einsatzbereit ist, und durch die kleine Größe und den Auslöser am Objektivring bequem aus der Hüfte geschossen werden kann.

Das hat uns gefallen

  • Selfie-geeignet
  • WLAN
  • gute Bildqualität
  • guter Dynamikumfang
  • sehr kompakt

Das hat uns nicht gefallen

  • liegt unsicher in der Hand
  • keine Anbindung an Soziale Netzwerke
  • unausgereifte Kreativ-Effekte
Testnote 4,0 von 10
Stellan Wetzig Team-Bild
Bewertet von Stellan Wetzig
2,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

5,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

3,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

6,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Canon hat uns ein Testgerät der PowerShot N2 für acht Wochen zur Verfügung gestellt und wurde von uns in dieser Zeit getestet.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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