Tutorial: Speicherkarten löschen, aber sicher!

Was tun mit alten MP3-Playern, Speicherkarten und USB-Sticks?

von Christian Rentrop
Teilen

Digitalkamera und Handy, MP3-Player und USB-Stick - die Zahl der Geräte, die Flash-Speicher und Speicherkarten verwenden, nimmt täglich zu, während die durchschnittliche Halbwertszeit eines MP3-Players nur noch wenige Monate beträgt. Wenn Technikfreaks ihre Spielsachen aktualisieren, landen die alten Geräte meist bei Ebay - doch was tun mit den darauf enthaltenen Daten?

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorsicht vor dem versehentlichen Verkauf von Musik und Filmen
  2. Gewalt ist keine Lösung
  3. Zu teuer zum Vernichten
  4. Daten auf Speicherkarten sicher löschen

Es gibt zahlreiche Gründe, die Daten auf einem Flash-Medium vor dem Verkauf zu löschen: So sind gerade auf USB-Sticks oft vertrauliche Daten enthalten. Durch die ständig steigende Kapazität werden inzwischen ganze Home-Verzeichnisse auf den MP3-Player ausgelagert. Auch die Bikini-Bilder der Freundin auf der Speicherkarte der alten Digitalkamera sind für fremde Augen denkbar ungeeignet. Und was ist wohl mit den MP3s und selbsterstellten Aufnahmen auf dem MP3-Player?

Vorsicht vor dem versehentlichen Verkauf von Musik und Filmen

Vorneweg: Der Verkauf eines MP3-Players mit Musik und eines Video-Players mit Videos ist streng genommen illegal. Da die meisten Stücke auf solchen Playern normalerweise gerippte Werke aus der hoffentlich eigenen CD- und DVD-Sammlung sind, müssten die Dateien vor dem Verkauf gelöscht werden. Ansonsten handelt es sich um den Verkauf von Raubkopien und das ist ein Straftatbestand, mit dem die Produktionsfirmen überhaupt nicht leben können. Hier besteht immer die Gefahr, sich aus Versehen strafbar zu machen, auch ohne bösen Willen. Vorausgesetzt, ein besonders gesetzestreuer Bürger bringt die unabsichtlich verkauften Musikstücke und Filme zur Anzeige. Wie einfach die Daten wieder hergestellt werden können, zeigt euch unser Special zur Datenrettung.

Und ein weiteres Risiko geht von Flash-Datenträgern aus: Es besteht die Gefahr, dass die privaten Daten in den Händen Unbefugter landen. Vom Persönlichkeitsprofil über den Ideenklau bis hin zum wirklich boshaften Missbrauch von Passwörtern und Benutzernamen geht das Spektrum, alles Daten, wie sie sich auf Millionen von Flash-Datenträgern weltweit finden. Nicht wenige davon landen bei Ebay. Insofern ist es nur zu empfehlen, die Daten irgendwie zu beseitigen, bevor das Gerät verkauft wird. Die Frage ist nur: Wie?

Gewalt ist keine Lösung

Die wohl sicherste Methode, einen Flash-Speicher zu löschen, ist seine Zerstörung. Allerdings sind die Speicherkarten überaus robust, es bedarf schon einiger schwerer Werkzeuge und viel Ausdauer, um die harte Schale zu knacken und die Innereien so zu verwüsten, dass auch professionelle Datenretter keine Chance mehr auf Daten-Recycling haben. Dabei kommt das Prinzip des Flash-Speichers dem Anwender nicht gerade zugute: Jede Speicherzelle speichert Daten und ist tief in einem Mikrochip eingebettet.

Dateien sicher löschen
Dateien sicher löschen Thema Vor dem Verkauf oder vor der Entsorgung sollten alle Daten gründlich von Datenträgern gelöscht werden. Einfaches Formatieren der Festplatte oder das Löschen von einzelnen Dateien reicht hier nicht aus. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, greift zu speziellen Tools für die konsequente Datenvernichtung. Zur Anleitung

Im Grunde müsste ein großer Teil der Speicherzellen "getötet" werden, um sicherzugehen, dass niemand irgendwelche Daten erhält. Das lässt sich jedoch bestenfalls durch Verbrennen oder durch rohe Gewalt sicher bewerkstelligen. Die "sanftere" Methode hat mit Strom zu tun, durch Kurzschluss lassen sich die Speicherchips recht effizient aus dem Leben pusten. Bei Flash-Speicher gilt - wie wohl bei keinem anderen Speichermedium - Murphys Gesetz. Der Speicher geht immer dann kaputt, wenn man ihn gerade braucht. Soll er hingegen vernichtet werden, ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Zu teuer zum Vernichten

Vernichtung ist natürlich nicht der richtige Weg, wenn das Gerät oder die Speicherkarte noch bei Ebay verkauft werden soll, zumal Flash-Speicher doch vergleichsweise teuer ist. Zerstörte Speicherkarten werden nicht besonders gerne gekauft, insofern wäre es sinnvoll, die Speichermedien restlos zu löschen, ohne ihnen dabei ein Leid zuzufügen. Da die Flash-Speicher meist in altbackenen Dateisystemen wie FAT32 formatiert sind, haben sie gleich zwei Nachteile: Zum einen haben sie im Betrieb nicht die Datensicherheit von modernen Journaling-Dateisystemen wie NTFS oder HFS+. Zum anderen lassen sich die Daten recht einfach wiederherstellen und zurückholen, weil die Formatierung nur per Löschung der Dateizuordnungstabelle erfolgt - kein Problem für Datenretter. Obendrein lassen sich die Karten selten mit einem anderen Dateisystem nutzen.

Trotzdem können auch Speicherkarten, USB-Sticks und der iPod shuffle sicher gelöscht werden, alles, was dazu benötigt wird, ist ein vernünftiges Verhältnis zum Formatierungs-Tool des Betriebssystems. Anders als Festplatten, die ihre Inhalte magnetisch speichern, muss bei Speicherkarten nicht darauf geachtet werden, wie oft die Speicherstellen überschrieben werden, um auch das letzte magnetische Hintergrundrauschen zu vernichten - Experten empfehlen für eine restlose Datenvernichtung auf Festplatten sieben Durchgänge. Speicherkarten müssen aufgrund ihrer Funktionsweise nur einmal mit Nullen überschrieben werden. Dadurch werden die Speicherstellen neu bespielt, die alten Daten sind für immer verloren.

Daten auf Speicherkarten sicher löschen

Mac OS X und Linux bringen entsprechende Tools serienmäßig mit, beide Betriebssysteme erlauben das Formatieren eines Datenträgers bei gleichzeitigem Überschreiben mit Nullen. Windows-Anwender müssen wie so oft in den sauren Apfel beißen und sich mit Drittanbieter-Lösungen weiterhelfen: Die Freeware Eraser leistet in diesem Zusammenhang wertvolle Dienste. Das Tool entfernt Daten restlos von Datenträgern, nicht nur von externen Speichermedien, sondern auch von Festplatten. Auch einzelne Verzeichnisse können vernichtet werden.

Insgesamt ist die Vernichtung von Daten auf Speicherkarten und Sticks kein großes Problem. Tools wie der Eraser erledigen diese Arbeit normalerweise problemlos. Anders als optische und magnetische Datenträger sind die Daten auf Speicherkarten einfach zu vernichten, ohne den Datenträger dafür zerstören zu müssen. Dennoch sollte stets darauf geachtet werden, dass die kompakten Speichermedien nur dann zur Speicherung von wichtigen Inhalten verwendet werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Denn Speicherkarten, MP3-Player und USB-Sticks werden gerne einmal schnell von Langfingern eingesackt. In einem solchen Fall hilft auch keine Datenrettung mehr.

Bei neuen Artikeln zu Datenvernichter benachrichtigen? Nein, Danke

Das könnte dich auch interessieren

Informationen zum Artikel

Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Computer, Anleitungen, Datenrettung, eBay, Dateien & Datenträger sicher löschen und Datenvernichter versehen.

zur
Startseite

zur
Startseite