Dell Venue 7 im Test: Günstige Nexus 7-Alternative?

Zum Preis von 139 Euro

Dell versucht sich nach kurzer Abstinenz wieder an Android-Tablets. Das Modell Dell Venue 7 wirft für den Test vor allem einen günstigen Preis in den Ring. Mit 139 Euro kostet es fast nur die Hälfte wie Googles Nexus 7.

139 Euro kostet das Dell Venue 7 und damit deutlich weniger als die günstigste Variante des ebenfalls sieben Zoll großen Google Nexus 7. Im Test wird sich herausstellen, für welchen Einsatzzweck sich das Android-KitKat-Tablet am besten eignet. Auch auf das erhältliche Zubehör werfen wir einen kurzen Blick.

Kompakt und günstig: Das Dell Venue 7 kostet deutlich weniger als 150 Euro. Dafür müssen Käufer mit dicken Bildschirmrändern leben.
Kompakt und günstig: Das Dell Venue 7 kostet deutlich weniger als 150 Euro. Dafür müssen Käufer mit dicken Bildschirmrändern leben.

Ein Größenunterschied von einem Zoll macht große Unterschiede. Während sich bei den 8-Zoll-Tablets aktuell die Hersteller mit Superlativen überschlagen und auch immer mehr Windows 8-Geräte mit vollwertigem Office-Paket hinzukommen, gerät die 7-Zoll-Klasse ein wenig unter Preisdruck. Mit Sicherheit hat Dell mit dem Venue 7 auch das erfolgreiche Google Nexus 7 im Auge. Der Preis von knapp 140 Euro für ein Tablet eines großen Markenherstellers klingt jedenfalls verlockend. Diese technische Ausstattung bekommen Käufer dafür:

Technische Daten Dell Venue 7

  • CPU: Intel Atom Z3460 (1,6 Gigahertz)
  • Speicher: 16 Gigabyte (eMMC)
  • RAM: ein Gigabyte LPDDR3
  • Display: sieben Zoll IPS
  • Auflösung: 1.280 x 800 Pixel
  • OS: Android 4.4 (KitKat)
  • Anschlüsse: microUSB, Kopfhörer/Mikrofon kombiniert, SD-Kartenleser
  • Kameras: ein Megapixel Front/fünf Megapixel Rückseite
  • Drahtlos: WLAN (ac), Bluetooth 4.0, (LTE-Konfiguration optional)
  • Gewicht: 285 Gramm
  • Preis der Testausstattung: 139 Euro

Verarbeitung

Das Dell Venue 7 ist ordentlich zusammengebaut. Subjektiv fühlt sich das Google Nexus 7 aber hochwertiger an. Die Rückseite des Testgeräts besteht aus Kunststoff und ist stark angeraut - dies erhöht die Rutschfestigkeit des ohnehin recht griffigen Tablets. Schön: Fingerabdrücke haben keine Chance. Optisch etwas aus dem Rahmen fallen die Tasten zur Lautstärkesteuerung an der linken Tablet-Flanke. Sie sind aus einem anderen Kunststoff gefertigt und mit einem Glanzüberzug versehen.

Dell Venue 7 im Test

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Die rückseitige Hauptkamera ist in einer Wölbung untergebracht. Die Folge: Das Tablet kippelt, wenn es flach auf einem Tisch liegt - ein unnötiger Designkniff. Speicherkarten-Slot und je nach Ausstattung auch ein SIM-Kartenschacht finden sich gut geschützt hinter einer Kunststoffabdeckung. Ein GPS-Empfänger steht leider nicht auf der Ausstattungsliste.

Display

Die knapp 1,9 Zentimeter dicken Ränder des Dell-Bildschirms versperren etwas den Blick auf den eigentlichen Inhalt. An die scharfe Darstellung des aktuellen Google Nexus 7 kommt das Venue 7 nicht heran. Wie auch - das IPS-Panel des Testgeräts löst mit 1.280 x 800 Bildpunkten längst nicht so fein auf wie die Full HD-Anzeige des Nexus 7. Einzelne Bildpunkte lassen sich erkennen, stören im Alltag aber nur wenig.

Am Kontrast und der Farbtreue gibt es subjektiv nur wenig auszusetzen. Auch die maximale Helligkeit ist für die meisten Alltagssituationen ausreichend. Davon ausgeschlossen ist der Einsatz unter freiem Himmel und bei ungünstigem Lichteinfall. Hier schafft es die Maximal-Helligkeit nicht, nervige Spiegelungen des Bildschirms zu überstrahlen.

Im Test reagierte der Touchscreen zuverlässig auf Eingaben auch von mehreren Fingern gleichzeitig. Jedoch fiel auf, dass es vor allem bei der Eingabe von Text ab und an zu Verzögerungen bei der Interpretation der Eingabe kam. Hier könnte ein zukünftiges Software-Update aber noch Abhilfe schaffen.

Leistung und Akkulaufzeit

Im Test zeigte das Dell Venue 7 zwei Gesichter: Streckenweise reagierte es träge. Beim Wechsel der Bildschirmausrichtung vergehen bis zu 2,5 Sekunden - zu viel. Und auch kurz nach dem Entsperren kommt es ab und an zu merklichen Verzögerungen. Beim massiven Multitasking ruckelt der Startbildschirm ein wenig. Auf der anderen Seite laufen grafikintensive Spiele wie Asphalt 8 flüssig, was längst nicht für alle aktuellen Android-Tablets gilt. Und auch Apps öffnen zügig.

Die seitlichen Tasten zur Lautstärkeregelung fallen optisch etwas aus dem Rahmen - sie sind mit einem Glanzüberzug versehen.
Die seitlichen Tasten zur Lautstärkeregelung fallen optisch etwas aus dem Rahmen - sie sind mit einem Glanzüberzug versehen.

Das Benchmark-Tool Geekbench 3 attestiert dem Testgerät 682 Punkte in der Single-Core-Bewertung. 1.149 Punkte sind es in der Multi-Core-Wertung. Zum Vergleich: Das Medion Lifetab S7852, das für kurze Zeit in den Aldi-Filialen erhältlich war, schnitt beim selben Test mit 491/1.416 Punkten ab. Wesentlich teurere High-End-Tablets mit Android 4.4 wie das Samsung Galaxy Tab S erreichen auch unter Geekbench 3 höhere Werte. Im Falle des Top-Tablets von Samsung sind es 919/2.776 Punkte.

Der nicht auswechselbare Akku des Dell-Tablets bietet eine Kapazität von 17,29 Wattstunden (4.550 Milliamperestunden). Wer es darauf anlegt, kann Laufzeiten von über zehn Stunden aus dem Energiespeicher herauskitzeln. Dann müssen aber Funkverbindungen deaktiviert und die Bildschirmhelligkeit heruntergeregelt sein. Bei einem typischen Mix aus Surfen im Netz, Verfassen von E-Mails, Videowiedergabe und Spielen gingen im Test nach rund acht Stunden die Lichter aus. Ein ansehnlicher Wert für ein kompaktes Tablet.

Multimedia und Software

Auf dem Dell Venue 7 ist Android in der aktuellen Version 4.4.2 (KitKat) installiert. Auf Modifikationen an der Oberfläche verzichtet Dell weitestgehend. Ab Werk installiert finden sich ein paar nützliche Zusatzprogramme, allen voran Polaris Office 5. Weitere Bürosoftware liefert der US-Hersteller in Form des Visitenkartenscanners CamCard, PocketCloud, Skitch, Evernote und Dropbox.

Der Monolautsprecher auf der Unterseite klingt schlimm und taugt bestenfalls zur Ausgabe von Systemklängen. Auch Spielesounds gelingen ihm nicht zufriedenstellend. Zudem tönt der überforderte Speaker zu leise. Nutzer sollten auf jeden Fall gute Kopfhörer anschließen. Dann überzeugt der Dell-Sound. Über eine ab Werk installierte App können Nutzer sehr differenziert Einfluss auf den Klang nehmen.

Der NFC- und Bluetooth-fähige Lautsprecher "AD211" hinterlässt beim kurzen Soundcheck einen guten Eindruck.
Der NFC- und Bluetooth-fähige Lautsprecher "AD211" hinterlässt beim kurzen Soundcheck einen guten Eindruck.

Die Webcam auf der Vorderseite ist auf ausreichend Umgebungslicht angewiesen. Ansonsten klagt die Gegenseite schnell über ein verrauschtes Bild. Keine Klagen gab es beim von netzwelt durchgeführten Videoanruf über die Mikrofonqualität.

Der Sensor der rückseitig verbauten Hauptkamera löst mit fünf Megapixeln auf. Eine Foto-LED zum Ausleuchten von nahen Objekten fehlt. Die Bildqualität ist mit der eines günstigen Handys vergleichbar: für Schnappschüsse ausreichend. Der Autofokus schafft es nicht immer, das Motiv schnell scharf zu stellen. Zudem fällt bei vergrößerter Ansicht Bildrauschen auf. Ein Testfoto in voller Auflösung können Sie an dieser Stelle auf netzwelt herunterladen.

Zubehör

Dell bietet auf Wunsch Zubehör für das Venue 7 an. Das sogenannte Duo Tablet Case gibt es in vielen verschiedenen Farben und schützt die Rückseite des Geräts gut vor Kratzern. Die Hülle steht ein wenig über, sodass auch das Display geschützt wird, wenn Nutzer das Dell Venue 7 mit der Displayseite auf einen Tisch legen. Der Preis von 46 Euro ist jedoch hoch angesetzt.

Die Schutzhülle verrichtet ihren Dienst, kostet aber ziemlich viel.
Die Schutzhülle verrichtet ihren Dienst, kostet aber ziemlich viel.

Zum Preis von 83 Euro gibt es den tragbaren Bluetooth-Lautsprecher "AD211", der sich auch als Freisprecheinrichtung nutzen lässt. Der Kopplungsvorgang erfolgt auf Wunsch schnell und einfach per NFC. Der Klang der kompakten Röhre gefiel im kurzen Test.

Dell bietet das Venue auch mit Windows 8 unter der Bezeichnung Venue 8 Pro an. Weitere Alternativen hat netzwelt in diesem Vergleichstest kompakter Tablet-PCs gelistet.

Dell Venue 7: Fazit

Ohne Alleinstellungsmerkmal 5.9/10

Als Hauptargument wirft das Dell Venue 7 den günstigen Preis von 140 Euro in den Ring. Als Gegenleistung erhalten Käufer ein angemessen ausgestattetes Tablet mit aktueller Android-Version. Alleinstellungsmerkmale fehlen aber. Auch den Vergleich zum Nexus 7 verliert das Dell-Gerät, da das Google-Tablet unter anderem besser verarbeitet ist und ein höher auflösendes Display bietet.

Das hat uns gefallen

  • Preis/Leistung
  • IPS-Panel
  • rutschfestes Gehäuse

Das hat uns nicht gefallen

  • Wölbung auf Rückseite
  • Auflösung
Testnote 5,9 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

6,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

6,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

6,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Dell Deutschland zur Verfügung gestellt. Nach Testende wird es wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
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