Dashcams-Vergleichstest: Vier Autokameras von 50 bis 200 Euro

Überwachung im Straßenverkehr

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von Dennis Imhäuser
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Autokameras sogenannte Dashcams sind in Deutschland im gegensatz zu unseren österreichischen Nachbarn erlaubt. Netzwelt hat vier der Überwachungskameras für das Auto für euch verglichen.

Wir testen für euch die aktuellen Modelle von Rollei und Gembird. Rollei CarDVR-120 und CarDVR-200 sowie Gembird Metal HD (Dcam-005) und HD Dual Dashcam (Dcam-006) im Vergleichstest. Welche Dashcam passt am besten in euer Auto? Das Ergebnis lest ihr auf netzwelt.

Von günstig bis teuer - wir haben für euch vier Dashcam-Modelle getestet. Das günstigste Modell ist die Gembird Metal HD für circa 60 Euro und das teuerste die Rollei CarDVR-120 für circa 180 Euro.

Installation

Die Installation im Pkw ist bei allen Modellen ähnlich. Alle Kameras werden wie auch Navigationssysteme mithilfe eines Saugnapfs an der Windschutzscheibe befestigt. Die beiden Testkandidaten von Gembird weisen eine fast identische Lösung auf, die im Test gut an der Windschutzscheibe gehalten hat, jedoch sehr günstig anmutet. Bei den beiden Rollei-Dashcams unterscheiden sich die Füße stärker, wobei die CarDVR-120 als teuerstes und einziges Modell den USB-Anschluss an der Verriegelung liefert.

Der Vergleichstest: Unterwegs mit den Autokameras auf Hamburgs Straßen.
Der Vergleichstest: Unterwegs mit den Autokameras auf Hamburgs Straßen. (Quelle: netzwelt)

Die Kameras halten alle gut an der Windschutzscheibe, die Lösungen von Rollei sind aber besser verarbeitet und sitzen einen Tick fester an der Scheibe. Bei der Bedienung hat sich keine der Kameras von der Scheibe gelöst, jedoch nervt das horizontale Halterungselement. Es lässt sich durch die Kunststoffschraube nicht richtig arretieren und wenn der Autofahrer zu beherzt den Einschalter betätigt, dann verstellt sich die Halterung.

Strom benötigen alle Modelle während der Fahrt. Der interne Akku ist bei diesen Dashcams nicht sonderlich stark. Die Rollei CarDVR-120 GPS weist den Akku mit der geringsten Kapazität von 120 Milliamperestunden auf, die Rollei CarDVR-200 WiFi verfügt mit 700 Milliamperestunden über den stärksten Akku. Bis auf die CarDVR-200 WiFi, die mit einem microUSB-Anschluss ausgestattet ist, weisen die anderen Modelle einen Mini-USB-Anschluss für die Stromversorgung im Auto auf.

Dashcams anbringen im Praxistest

Da die Akkukapazität sehr gering ist, lohnt es sich, die Kameras vor der Fahrt direkt an den Strom anzuschließen. Dies könnt ihr entweder über den USB-Port eures Autos oder über den 12-Volt-Anschluss. Wenn Fahrzeug und Kamera miteinander verbunden sind, ist die Nutzung meist sehr intuitiv. Alle Modelle lieferten sofort ein Bild, und es genügte ein Druck auf die Aufnahmetaste, um die Aufzeichnung zu aktivieren.

Besonders elegant ist die Lösung der 180 Euro teuren CarDVR-120 GPS. Da das USB-Kabel an der Halterung und nicht an der Kamera angeschlossen wird, kann das Kabel fest verlegt werden. Solange ihr die Position der Kamera nicht verändern wollt, ist dies eine saubere Lösung ohne Kabelsalat. Alle anderen Modelle werden direkt mit dem Kabel verbunden.

Wenn die Kamera aus dem Auto gelöst werden soll, muss auch das Kabel abgezogen werden. Die CarDVR-120 hingegen verfügt über einen Rollei-eigenen Anschluss und kann mit einem Druck auf die Kunststoffverriegelung aus der Halterung gelöst werden.

Verarbeitung

Die Verarbeitung ist bei drei Modellen gut. Das Metallgehäuse der Gembird Metal HD (Dcam-005) wiegt mit 111 Gramm am meisten, fühlt sich aber im Gegensatz zu den fragil wirkenden Kunststoffgehäusen der anderen drei Testmodelle stabil an. Das interne "Redaktionsranking" hat die Dcam-005 gewonnen, dicht gefolgt von der Rollei CarDVR-200 und der CarDVR-120. Größer wird der Abstand in puncto Verarbeitung zur Dcam-006. Das Kunststoffgehäuse ist das größte im Test, fühlt sich aber sehr günstig und eher nach einem Dummy an.

Display und Kamera

Alle Kameras im Test zeichnen Videos in Full HD (1.920 x 1.080) auf - bis auf die Dcam-006. Diese Dashcam wartet mit einer zweiten Kamera an der Seite auf und kann damit den Bildwinkel erweitern. Die maximale Auflösung der Dcam-006 beträgt 1.440 x 1.080 Pixel. Die Rollei-Modelle liefern sogar maximal 2.304 x 1.296 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Rollei nennt dieses Format "Super HD". Während die beiden Modelle von Rollei bei voller Auflösung 30p, also Vollbilder aufzeichnen, können die Modelle von Gembird bei maximaler Auflösung lediglich 30i, also Halbbilder aufzeichnen.

Auch bei den Displays zeigt sich ein deutlicher Qualitätsunterschied. Die beiden Rollei-Modelle haben eine gute Farbwiedergabe, und die Auflösung ist okay. Bei Gembird liefert nur die Dcam-005 ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Dcam-006 enttäuscht. Das Display ist sehr schlecht abgestimmt und wirkt blaustichig.

Testvideo

Am Tag können mit den getesteten Dashcams befriedigende Videoaufnahmen erzielt werden. Daher interessiert uns vor allem, wie sich die Kameras am Abend und bei schlechtem Wetter verhalten. Sieger in dieser Kategorie ist eindeutig die Rollei CarDVR-120 GPS. Sie bietet das beste Bild - doch seht selbst!

Dashcams im Vergleich

Damit ihr mal sehen könnt, worin der Unterschied zu einer Actioncam liegt, haben wir die GoPro Hero 3+ als Vergleichsmodell hinzugezogen. Die Actioncam ist in der Bildqualität allen Dashcams einen Schritt voraus.

Modell Rollei CarDVR-120 GPS Rollei CarDVR-200 WiFi Gembird Dcam-006 Gembird Dcam-005
Auflösung max. 2.304 x 1.296 Pixel 2.304 x 1.296 Pixel 1.4400 1.080 Pixel 1.920 x 1.080 Pixel
Bildrate maximale Auflösung 30 Vollbilder pro Sekunde 30 Vollbilder pro Sekunde 30 Halbbilder pro Sekunde 30 Halbbilder pro Sekunde
Auflösung min. 720 x 480 Pixel 1.920 x 1.080 Pixel 1.920 x 720 Pixel 1.280 x 720 Pixel
Bildrate minimal Auflösung 60 Bilder pro Sekunde 30 Bildern pro Sekunde 30 Vollbilder pro Sekunde 30 Vollbilder pro Sekunde
Video-Dateiformat MPEG4 (H.264) MPEG4 (H.264) AVI AVI
Bildsensor CMOS CMOS CMOS CMOS
Sensorauflösung 3 Megapixel 3 Megapixel 5 Megapixel 5 Megapixel
Objektiv 135 Grad Bildwinkel 160 Grad Bildwinkel 120 Grad Bildwinkel 140 Grad Bildwinkel
Display 2,7 Zoll / 960 x 240 Pixel 2 Zoll / 480 x 234 Pixel 2,7 Zoll 2,7 Zoll
Abemssungen L x B x H 87 x 49 x 14 Millimeter 50,5 x 63 x 19,5 Millimeter 116 x 45 x 27 Millimeter 90 x 53 x 25 Millimeter
Gewicht 62 Gramm 67 Gramm 125 Gramm 120 Gramm
Speicher Micro-SD bis 32 Gigabyte Micro-SD bis 64 Gigabyte Micro-SD bis 32 Gigabyte Micro-SD bis 32 Gigabyte
GPS / WLAN Ja in Saughalterung/ Nein Nein / Ja Nein / Nein Nein / Nein
Anschlüsse Mini-HDMI / Mini-USB Micro-HDMI /Micro-USB Mini-HDMI /Mini-USB Mini-HDMI /Mini-USB
Akkukapazität 120 Milliamperestunden 700 Milliamperestunden 600 Milliamperestunden 600 Milliamperestunden
Preis 189,99 Euro (UVP) 169,99 Euro (UVP) 75,01 Euro (Amazon) 58,20 Euro (Amazon)

Fazit

Sieger im Test ist die teuerste Dashcam, die Rollei CarDVR-120 GPS. Sie überzeugt durch die Ausstattung inklusive GPS sowie eine durchdachte Montage und glänzt mit der besten Bildqualität im Test.

Dashcam-Vergleichstest (Rollei-Modelle)

6 Bilder
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Auf Platz zwei kommt wieder eine Rollei. Die CarDVR bietet als einzige WLAN und kann mit dem Smartphone verbunden und gesteuert werden. Sie bietet eine einfache Bedienung und eine bessere Bildqualität als die Dcam-005, kostet aber um die 170 Euro.

Auf den dritten Platz schafft es die Gembird Dcam-005 und das über den Preis. Die Dcam-005 ist mit knapp 60 Euro das günstigste Modell - angesichts des Preises und der Bildqualität kann die Gembird empfehlenswert sein für alle, die nicht allzu viel Wert auf die Bildqualität legen und auch auf WLAN oder GPS verzichten können. Zum reinen aufzeichnen der Fahrt ist die Gembird zum schmalen Preis geeignet.

Dashcams im Vergleichstest (Gembird-Modelle)

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Den letzten Platz und aus netzwelt-Sicht nicht empfehlenswert ist die Dcam-006. Das Modell wartet mit einer zweiten Linse auf, um den Bildwinkel zu erweitern, aber die Verarbeitung ist schlecht, die Bildqualität nur okay und auch die Halterung mit Plastikanschluss konnte nicht überzeugen, weil die Dashcam nicht horizontal angeordnet werden kann.

Noch mehr Infos

Die richtige Dashcam ist noch nicht mit dabei? Netzwelt hat für auch euch die CarDVR-110 getestet. Den Testbericht findet ihr hier. Allgemeine Informationen zu Dashcams könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

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Alle Digitalkameras

Einsortierung

Folgende Digitalkameras wurden in diesem Vergleichstest behandelt: Rollei CarDVR-120 GPS , Rollei CarDVR-200 WiFi , Gembird Dcam-006 und Gembird Dcam-005 .

Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Digitalkamera, Automobil, Rollei CarDVR-120 GPS, Rollei CarDVR-200 WiFi, Gembird Dcam-006 und Gembird Dcam-005.

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