Drobo 5C im Test: Eine NAS-Alternative?

Vollautomatisches Speicher-Array

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Drobo belebt mit dem 5C das fast vergessenes Genre des Directly Attached Storage - kurz: DAS. Das gut verarbeitete Gerät soll bis zu fünf Festplatten unterschiedlichster Natur vollautomatisch verwalten und Daten redundant und somit sicher verwahren. Das 400-Euro-Gerät macht im Test vieles richtig, ist aber nicht für jedermann geeignet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verarbeitung, Handhabung und Einrichtung
  2. Und wo gibt es den Download?
  3. Funktion und Performance
  4. Fazit

Ein Network-Attached-Storage-Gerät (NAS) gehört fast schon zum guten Ton im Techie-Wohnzimmer, vorzugsweise wird es hier eher als Media-Center statt als reiner Speicher genutzt. Drobos 5C besinnt sich auf die Hälfte der ursprünglichen NAS-Funktionen, nämlich Speicher bereitstellen - lässt aber das Netz außen vor. Die 5C wird in Shops gerne bei NAS-Systemen gelistet, aber es ist keins - es ist ein DAS: Directly Attached Storage. Und dieser Direktanschluss ist hier ein simples USB-Typ-C-Kabel.

Das C im Namen wäre damit erklärt und die 5 steht natürlich für fünf Festplatten-Steckplätze. Da für die 5C immerhin rund 400 Euro fällig werden, ist aber auch klar: Einfach nur ein Gehäuse für fünf Hard Disk Drives (HDDs) oder Solid State Drives (SSD) kann das Drobo 5C nicht sein. Zwar kann das Gerät tatsächlich nur Festplatten aufnehmen und deren Kapazitäten verwalten, aber das wirklich gut. Doch zunächst mal zu den Basics.

Das Dashboard ist übersichtlich und zeigt die wichtigsten Infos - hier wird gerade etwa neu konfiguriert, nachdem eine Platte entfernt wurde.
Das Dashboard ist übersichtlich und zeigt die wichtigsten Infos - hier wird gerade etwa neu konfiguriert, nachdem eine Platte entfernt wurde. (Quelle: Screenshot / netzwelt)

Verarbeitung, Handhabung und Einrichtung

Das Gehäuse ist ein schlichter schwarzer Metallkasten, der mit dem Wenigen, was er zu bieten hat, überzeugen kann. Die Verarbeitung ist gut, die Kabel sind lang genug und an den einzigen beiden Buchsen gibt es auch nichts zu meckern. Wirklich gut ist aber die Front: Statt einer lästigen Klappe gibt es zur Abdeckung der Einsteckplätze einen magnetischen Deckel, der beim Plattenwechsel nicht im Weg ist. Es gibt zwar keine herausnehmbaren Schlitten, dennoch lassen sich auch kleine 2,5-Zoll-SSDs problemlos einsetzen. Zudem verfügt das DAS über ein cleveres Leuchtenkonzept, das über Ampelfarben mitteilt, ob die einzelnen Platten in Ordnung sind.

Und wo gibt es den Download?

Bei Einrichtung und Handhabung sieht es etwas differenzierter aus. Dem 5C liegt leider weder ein Treiber noch eine Anleitung bei, das System wird aber per Plug&Play erkannt - dennoch muss das Drobo Dashboard von der Homepage heruntergeladen werden, um auf das Gerät zugreifen zu können. Leider ist der Download auf der Resourcen-Seite nicht zu finden, zumindest ist das 5C hier nicht aufgeführt.

Nicht wirklich selbsterklärend: Drobo erstellt Volumes mit der theoretischen Maximalgröße und nur einem Bruchteil der tatsächlich verbauten Kapazität.
Nicht wirklich selbsterklärend: Drobo erstellt Volumes mit der theoretischen Maximalgröße und nur einem Bruchteil der tatsächlich verbauten Kapazität. (Quelle: Screenshot / netzwelt)

Des Rätsels Lösung: Führt man den Setup-Guide aus, ein kurzes Tutorial, wie man die Kabel ansteckt und ein paar Mal auf OK-Buttons klickt, wird es mittendrin zum Download angeboten. Weiter geht es mit der Einrichtung der Festplatten. Das Gerät erklärt, die Platten müssten formatiert werden - und gibt dann die Meldung aus: Es wird ein 8-Terabyte-Volume erstellt, weil 114 Gigabyte zur Verfügung stehen. Eingelegt waren zwei 256-Gigabyte-SSDs.

Also Vorgang abbrechen, alles nachschauen und nochmals starten - dieses mal sollte ein 16-Terabyte-Volume erstellt werden. Na gut, dann soll es so sein - Drobo hat sich wohl was dabei gedacht. Aber warum konfrontiert man Nutzer kommentarlos mit derlei widersprüchlichen Daten? Das scheint wieder ein typisches Beispiel für eigentlich gute Produkte, deren Gesamteindruck durch mangelndes Zubehör, schlechte Dokumentation oder eben auch einem versteckten Download getrübt werden.

Funktion und Performance

Wenn das 5C einmal läuft und man ein wenig mit dem Dashboard herumspielt, stellt man eines ganz schnell fest: Optionen gibt es im Grunde keine. Alle eingesetzten Festplatten werden vollautomatisch zu einem großen Volumen zusammengefasst - abzüglich des Platzes, der für Verwaltung und Sicherung benötigt wird. In unserem Setup mit zwei 256-Gigabyte-SSDs bleiben tatsächlich nur 114 Gigabyte nutzbarer Speicher übrig. Klar, denn fällt eine Platte aus, kann man sie einfach wechseln, alle Inhalte sind komplett doppelt vorhanden. Der restliche Platz für für künftige Erweiterungen und die Verwaltung zurückgehalten. Das riesige Terabyte-Volume erklärt sich dadurch, dass Drobo die maximale Größe anlegt - werden weitere Festplatten eingelegt, wird deren Kapazität automatisch zum tatsächlich verfügbaren Speicher hinzugerechnet. Auf diese Art und Weise müsst ihr niemals Daten sichern oder hin und her verschieben. Ein durchaus gutes Konzept also, Drobo könnte nur bei der Installation deutlich darauf hinweisen.

Sicherheit kostet Flexibilität und Speicherplatz - für kleine Setups lohnt die 5C nicht.
Sicherheit kostet Flexibilität und Speicherplatz - für kleine Setups lohnt die 5C nicht. (Quelle: Screenshot / netzwelt)

Drobo spricht bei seinen Funktionen von BeyondRaid, also jenseits von RAID. Das Gute: Das System funktioniert ohne jegliche Wartung - leuchtet/blinkt eine LED orange oder rot, tauscht ihr sie gegen eine größere beziehungsweise funktionierende aus, fertig. Das gesamte Speichermanagement ist völlig transparent. Man bekommt also mit nahezu null Aufwand ein Speicher-Rack mit ein- oder auf Wunsch auch zweifacher Datenredundanz. Das Schlechte: Zum einen wird relativ viel Speicher für Verwaltung und Sicherung zurückgehalten, was bei maximaler Auslastung von 64 Terabyte für die meisten verschmerzbar sein dürfte. Zum anderen lassen sich keine anderen RAID-Level oder mehrere Volumes nutzen - es bleibt bei einem einzelnen Volume mit redundanter Datenhaltung. Es ist ein Rundumsorglospaket für sicheren lokalen Speicher.

Und noch ein letzter kleiner Rückschlag: Die Performance ist nicht wirklich beeindruckend. Bei den synthetischen Benchmarks kommen ständig andere Ergebnisse heraus, die bei der Leserate zwischen 30 und knapp 100 Megabyte pro Sekunde (MB/s) wanken - Samsungs USB-SSD T3 kommt auf demselben System am selben USB-Port auf 330 MB/s. Beim Kopieren einer 5,6 Gigabyte großen Testdatei lässt das 5C 79 Sekunden auf sich warten, die T3 ist bereits nach 21 Sekunden fertig. Und da im Innern der C5 zwei aktuelle Samsung-SSDs werkeln (850 Pro und 850 Evo), liegt es auch nicht an langsamen Uraltplatten.

Kein Performance-Wunder: Links die Transferraten der Drobo 5C und daneben zum Vergleich von einer Samsung T3.

Bei aller Kritik geht es beim Drobo 5C vor allem um die Nutzung: Wer viele wichtige Daten sicher speichern will, ohne einen Handschlag dafür tun zu müssen, wird mit dem Gerät umgehend glücklich. Wer Flexibilität will, um etwa selbst entscheiden zu können, ob es mehr Geschwindigkeit, mehr Sicherheit oder mehr Speicherplatz sein soll, wird ganz und gar nicht glücklich. Fakt ist: Was das 5C kann, kann es gut.

Drobo 5C: Fazit

Sicher, einfach, ab auch unflexibel. 8.2/10

Mit der Drobo 5C bekommt auch der Laie einen professionellen Datenspeicher, der Dateien lokal sicher vorhält und vor Hardwareschäden an Festplatten schützt. Das wartungsfreie System ist zwar etwas langsam, verschlingt viel Speicherplatz und ist konzeptbedingt unflexibel, bekämpft aber effektiv die Angst vor Datenverlust. Am Router angeschlossen, ist die 5C eine super Lösung für kleine Büros ohne eigene ITler.

Das hat uns gefallen

  • Vollautomatisches RAID
  • Gute Verarbeitung
  • Wartungsfrei

Das hat uns nicht gefallen

  • Verbraucht viel Speicher
  • Unflexibel
Testnote 8,2 von 10
Bewertet von Mirco Lang
10 / 10
Performance

Performance Wie schnell kann auf den Speicher geschrieben beziehungsweise von ihm gelesen werden? Dies testen wir mit diversen Benchmark-Tools.

6,0 / 10
Verarbeitung und Handhabung

Verarbeitung und Handhabung Wie steht es um die Qualität von Gehäuse und Steckern? Gibt es bei der Einrichtung Probleme?

7,0 / 10
Sicherheit und Datenschutz

Sicherheit und Datenschutz Wie werden die Daten verschlüsselt?, etc.

5,0 / 10
Software & Extras

Software & Extras Legt der Hersteller Software bei? Bietet das System "Extras" gegenüber anderen Lösungen?

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

Drobo 5C wurde in folgende NAS-Bestenlisten einsortiert.

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