Fujifilm FinePix S1 im Test: Outdoor-Bridgekamera mit 50-fach-Zoom

Kann alles ein wenig

von Dennis Imhäuser

Fujifilm hat mit der FinePix S1 eine gegen Spritzwasser und Staub geschützte Outdoor-Bridgekamera zur CES in Las Vegas vorgestellt. Die mit einem 50-Fach-Zoomobjektiv ausgestattete Digitalkamera besitzt einen 1/2,3 Zoll großen CMOS-Sensor und ein drei Zoll großes Display. Im Test muss die Fujifilm FinePix S1 zeigen, ob Sie hart im Nehmen ist und den Titel Outdoor-Kamera verdient.

Fujifilm hat mir der FinePix S1 eine echte Outdoor-Bridgekamera im Portfolio.
Fujifilm hat mir der FinePix S1 eine echte Outdoor-Bridgekamera im Portfolio.

Die Fujifilm S1 ist die erste Outdoor-Bridgekamera der Welt. Mit 70 Dichtungen ist das Kameragehäuse und das 50-fach-Zoomobjektiv gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Kaum kleiner als eine DSLR bietet die Fuji S1 ein schwenk- und klappbares Display, einen elektronischen Sucher sowie den enormen Zoom von 24 Millimetern (Kleinbild äquivalent) im Weitwinkel und 1.200 Millimetern (Kleinbild äquivalent) im Telezoom. Der enorme Zoombereich unterscheidet die Bridgekamera deutlich von Systemkameras oder DSLRs. Um eine solche Zoomleistung moderat zu verpacken, fällt aber leider der Sensor der FinePix S1 kleiner aus als bei Digitalkameras mit Wechselobjektiven oder von Premium-Kompaktkameras.

Bedienung und Design

Die Bridgekamera sieht aus wie eine DSLR und lässt sich auch weitestgehend so bedienen. Es gibt einen Handgriff, der zwar etwas schmal, aber tief genug ist, um auch größeren Händen gerecht zu werden. Allerdings kann der Daumen auch schon mal versehentlich auf der Taste für die Blitzsteuerung des Vierwegeschalters auf der Rückseite landen. Den Knopf, um das WLAN einzuschalten, hat Fuji jedenfalls aus diesem Grund versenkt.

Fujifilm FinePix S1 im Test

Das Design ist kantig und wirkt massiv. Die stark abgeflachte Abdeckung des eingebauten Blitzes und der extrem angewinkelte Firmenschriftzug verleihen der Fuji ein aggressives und futuristisches Auftreten. Die komplette Oberfläche des Gehäuses ist mit einer gummierten Schicht überzogen. Diese ist glatt und schmutzabweisend. Auf den ersten Blick fällt der bullige Monitor ins Auge. Dieser ist in einem dicken Gehäuse untergebracht, welches auf den ersten Blick ungewohnt ist.

Die meisten Kameras mit klapp- oder schwenkbaren Bildschirmen haben oft filigrane Gehäuse. Nicht so die Fujifilm S1. Tendenziell versuchen Hersteller heutzutage, die Luftschicht zwischen Panel und Schutzglas zu vermeiden, um eine bessere Darstellung von Farben und Kontrast zu erzielen. Bei der S1 dient der luftige Raum allerdings zum Schutz des Displays. Egal ob man auf die Rück- oder Vorderseite des Bildschirms drückt, man erreicht das Panel kaum. Damit hält der Monitor auch härteren Einflüssen stand, ohne in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Konsequent umgesetzt - gut mitgedacht!

Das Panel des Bildschirms ist sicher vapackt und der Schwenkmechanismus macht einen stabilen Eindruck.
Das Panel des Bildschirms ist sicher vapackt und der Schwenkmechanismus macht einen stabilen Eindruck.

Die Bedienung unterscheidet sich nicht von der einer DSLR oder den meisten Kompaktkameras. Auf der Oberseite befindet sich das Moduswahlrad. Neben den klassischen Programmautomatiken P, A, S und dem manuellen Modus M stehen ein benutzerdefinierter Speicherplatz, Panoramamodus sowie Szenen- und Vollautomatik zur Auswahl. Hinzu kommt eine Automatik für Porträts und der ADV-Modus, der je nach Motiv einen Kreativfilter über die Aufnahme legt.

Die Zoomwippe auf der Oberseite umschließt den zweistufigen Auslöser der Bridgekamera. Darüber hinaus kann das Zoomobjektiv über eine zusätzliche Wippe auf der Objektivseite gesteuert werden. Auf der Rückseite befindet sich das einzige Einstellrad der FinePix S1 und das Vierwegekreuz, wie es bei den meisten Digitalkameras vorhanden ist. Es bietet den direkten Zugriff auf den Makro-Modus, den Selbstauslöser, die Blitzsteuerung, eine frei belegbare Funktionstaste (FN), die Belichtungskorrektur sowie die Taste für den Autofokusmodus.

Fujifilm FinePix S1 Unboxing

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Auf WLAN müssen Abenteurer nicht verzichten und können die Bridgekamera mit dem Smartphone verbinden und fernsteuern oder Bilder übertragen. Dafür muss die Fujifilm Camera Remote Application auf einem iOS- oder Android-Gerät heruntergeladen und installiert werden.

Fotoeigenschaften

Der CMOS-Sensor der S1 ist im Gegensatz zu einer DSLR mit einem APS-C-Sensor wesentlich kleiner. Er misst 1/2,3 Zoll und besitzt eine Auflösung von 16 Megapixeln. Durch den kleinen Sensor erreichen Hersteller von Bridgekameras ein kompaktes Größenverhältnis dieser mit einem großen Zoombereich. Zum Vergleich: Sony hat mit der RX 10 eine Bridgekamera mit einem größeren 1-Zoll-Sensor auf den Markt gebracht. Damit die Cyber-shot mit ihrem lichtstarken Objektiv nicht unhandlich wird, hat Sony den Zoombereich auf ein 8,3-faches Zoomobjektiv beschränkt.

Die FinePix S1 besitzt hingegen einen 50-fachen Zoom, der von 24 bis 1.200 Millimetern (Kleinbild äquivalent) reicht. Auch wenn das Objektiv der Fuji nicht so lichtstark ist wie das der Sony, so ist die größte Blendenöffnung mit F2,8 im Weitwinkelbereich und Blende 5,6 bei 1.200 Millimetern durchaus beachtlich. Damit auch bei dem enormen Teletoom Freihandaufnahmen nicht zum glückspiel werden hat Fuji einen optischen Bildstabilisator im Gehäuse verbaut.

Zusätzlich ist die S1 mit einem Super-Makromodus ausgestattet ist. Dieser erlaubt es, bis zu einem Zentimeter an ein Objektiv heranzurücken. Der Super-Makromodus ist allerdings nur bei 24 Millimetern verfügbar. Außerhalb des Super-Makromodus beträgt die Nahstellgrenze immer noch gute 40 Zentimeter.

Fujifilm FinePix S1

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Neben dem eingebauten Aufhellblitz besitzt die S1 noch einen Blitzschuh für Aufsteckblitze. Die maximale Verschlussgeschwindigkeit beträgt 1/2.000 Sekunde, was sicherlich kein Spitzenwert für einen Verschluss ist. Die Serienbildgeschwindigkeit beträgt zehn Bilder pro Sekunde bei JPG-Aufnahmen, was ordentlich fix ist. Bei RAW-Dateien schafft die Fuji dies allerdings nicht. Hinzu kommt, dass der Speicher schnell voll geschrieben ist und sich die Digitalkamera erst einmal eine Auszeit gönnt.

Neben den Super-Makrofunktionen sind viele Kreativfiltern und Szeneprogramme integriert, die dem Einsteiger das Leben leichter machen oder manchmal eine Entwicklung am PC ersparen können. Miniatureffekt, Lochkamera oder poppige Wiedergabe von Farben - die Fujifilm S1 ist für viele Eventualitäten vorbereitet. Auch HDR-Programme und 360-Grad-Panorama können mithilfe von Automatiken einfach erstellt werden.

Bei der Panoramafunktion beispielsweise dreht der Fotograf die Kamera einmal um die eigene Achse. Dreht man sich versehentlich in die andere Richtung, wird dies von der Kamera registriert und das Panorama abgebrochen. Die 360-Grad-Ansicht wird als Video erstellt, aus dem die Kamera ein 11.522 x 1.080 großes Bild macht.

Der Autofokus ist sicherlich nicht die große stärke der Bridgekamera, funktioniert unter guten Lichtbedingungen jedoch tadellos und schnell. Bei schummrigem Licht blinkt jedoch schnell wieder ein rotes AF-Symbol auf und die Kamera kann keine Kontrastkante ausfindig machen. Meist benötigt die S1 dann ein paar Versuche, bis der Autofokus korrekt scharf gestellt hat.

Bildqualität

Bei einem kleinen Sensor stellt sich schnell die Frage nach dem Bildrauschen. Die besten Ergebnisse erzielt die S1 natürlich im Low-ISO-Bereich. Bis ISO 400 sind die Bilder detailreich, doch schon ab ISO 800 nimmt das Bildrauschen deutlich zu. Bis maximal ISO 12.800 kann man mit der Fuji gehen, doch diese Bilder sind nicht einmal durch eine Nachbearbeitung am PC zu retten. Hier gibt es kaum Details zu sehen und das Rauschen ist dominierend. Ein Nachtsichtgerät ist die S1 also nicht. Aber dies ist bei den meisten Digitalkameras so. Die höchste ISO-Stufe ist nicht zu benutzen, dient aber immer wieder als Kaufargument. Da ist auch die Fujifilm keine Ausnahme.

Videoeigenschaften

Full HD findet sich heutzutage nicht nur in DSLRs und Systemkameras, auch viele Smartphones und Kompaktkameras zeichnen Videos in diesem Format auf. Auch die S1 kann Full HD-Filme mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Zudem können auch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit bis zu 480 Bildern pro Sekunde auf der SD-Speicherkarte abgelegt werden. Dabei reduziert sich allerdings die Auflösung auf magere 320 x 120 Pixel. Die Filmlänge, welche die Fujifilm aufnimmt, ist allerdings auf 15 Minuten beschränkt.

Das Videosignal kann über einen Mini-HDMI, der sich auf der linken Seite der Kamera befindet, ausgegeben werden. Einen Anschluss für Mikrofon oder ein Kopfhörerausgang fehlt der Bridgekamera. Immerhin verbaut der Hersteller ein Stereomikrofon. Beim Filmen läuft der Zoom deutlich langsamer, aber auch ruhiger. Er ist nicht in den fertigen Aufzeichnungen zu hören, und die beiden Zoomwippen arbeiten nahezu geräuschlos und sind nicht im Video zu bemerken.

Sucher und Displays

Neben dem 3-Zoll-Bildschirm ist auch ein elektronischer Sucher verbaut. Dieser zeigt leider nur 97 Prozent des Bildfelds an und ist recht klein, besitzt aber mit 920.000 Bildpunkten eine ordentliche Auflösung. Trotzdem fällt es schwer, Details beurteilen zu können.

Im Okular wurde kein Sensor verbaut, der automatisch zwischen dem Display auf der Rückseite und dem Sucher schaltet, sobald das Auge des Fotografen vor dem Okular auftaucht. Fujifilm hat eine Taste auf der Rückseite angebracht, um zwischen den beiden Anzeigen zu schalten.

Neben dem Display besitzt die S1 einen elektronischen Sucher.
Neben dem Display besitzt die S1 einen elektronischen Sucher.

Ohnehin dürften die meisten Fotografen das schwenk- und klappbare Display beim Arbeiten mit der Kamera verwenden. Dieser ist sehr wohlwollend abgestimmt, aber von übertriebenen Farben oder Kontrasten weit entfernt. Er zeigt 100 Prozent des Bildfelds an und löst mit 920.000 Pixeln auf. Auf dem großen Panel und dem Bildzoom kann die Bildqualität gut beurteilt werden.

Fujifilm FinePix S1 Unboxing

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Fujifilm FinePix S1: Fazit

ungewöhnlich Flexibel 5.2/10

Die Fujifilm FinePix S1 hat viele Eigenschaften, die ihren Preis von derzeit (Stand: Mai 2014) 449 Euro rechtfertigen. Der große Zoombereich in Kombination mit dem Super-Makromodus bietet jedem Fotografen hohe Flexibilität. Durch das wetterfeste Gehäuse eignet sich die Kamera auch für den Abenteuerurlaub. Die Bildqualität ist bis ISO 400 gut. Darüber hinaus gibt es rauschige Aussichten. Dies ist dem gigantischen Zoombereich und dem kleinen Sensor geschuldet. Aber die Fujifilm ist eine sehr gute Reisekamera, die auf jedem Ausflug eine gute Figur macht. Wie immer gilt gerade im Fotobereich: "You get what you pay for" und da liefert die FinePix S1 ein ziemlich gutes Gesamtpaket. Fotografen, die mehr Bildqualität möchten, müssen entweder mehr schleppen oder schauen sich die Cyber-shot RX10 von Sony an. Die besitzt auch einen Spritzwasserschutz, kostet aber auch mehr als das Doppelte. Dafür bietet die RX10 aber eine bessere Bildqualität. Den ausführlichen Testbericht lesen Sie hier auf netzwelt.

Das hat uns gefallen

  • guter Akku
  • guter Sucher
  • schwenbares Display

Das hat uns nicht gefallen

  • Autofokus im Telezoom langsam
  • starkes Bildrauschen
Testnote 5,2 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
6,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

6,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

5,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

4,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
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  • FinePix S1-Unboxing: Fujifilms Outdoor-Bridgekamera für Sie ausgepackt

    17.04.2014 Die Fujifilm FinePix S1 ist eine Outdoor-Bridgekamera mit 50-fach-Zoomobjektiv und 16-Megapixel-Sensor. Das Besondere ist der Schutz gegen Spritzwasser und Staub. Auf der Rückseite befindet sich ein dreh- und schwenkbares Display und auch auf einen Sucher muss der Fotograf nicht verzichten. Das Testgerät ist nun in der Redaktion eingetroffen und netzwelt hat die FinePix S1 für Sie ausgepackt.

    Outdoor-Begeisterte und Freiluftenthusiasten dürften sich über die Vorstellung der Fujifilm FinePix S1 auf der CES 2014 gefreut haben. Die gegen Spritzwasser und Staub geschützte Bridgekamera bietet einen großen Zoombereich und dürfte den Campingurlaub problemlos überleben.

    Ausgestattet ist die FinePix S1 mit einem 1/2,3 Zoll großen BSI-CMOS-Sensor, der eine Auflösung von effektiv 16 Megapixeln besitzt. Auch schnelle Bildserien sollen laut Hersteller kein Problem für die Bridgekamera sein und so gibt Fujifilm die maximale Serienbildgeschwindigkeit mit zehn Bildern pro Sekunde an. Im Test wird sich zeigen, ob Autofokus, Zoom und Serienbildgeschwindigkeit im Zusammenspiel auch sportliche Aufnahmen ermöglichen.

    Das Display auf der Rückseite kann um 180 Grad gedreht werden. Somit eignet sich die S1 auch für Selfies, denn die FinePix besitzt WLAN und kann dadurch ein Foto auf das Smartphone übertragen, um es von dort aus in Sozialen Netzwerken zu teilen. Die Digitalkamera besitzt zudem einen Sucher, der ebenso wie das Display eine Auflösung von 920.000 Bildpunkten besitzt. Wie gut sich der Sucher zur Motivbeurteilung eignet, wird netzwelt genau unter die Lupe nehmen.

    Nach dem Auspacken wird die FinePix S1 nun einige Wochen im Praxiseinsatz verbringen. Haben Sie vorab Fragen zur Bridgekamera, dann stellen Sie diese als Kommentar unter diesem Artikel oder wenden Sie sich über Google+ direkt an den Redakteur. Ihre Fragen werden im Forum oder im Testbericht beantwortet.

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