Google Nexus 9 im Test: Knackiges Lollipop-Tablet

Für mindestens 400 Euro

Google Nexus 9: Ein HTC-Tablet im 8,9-Zoll-Format.

Unter den begehrten Tablets im Jahr 2014 finden sich nicht nur Geräte wie etwa das iPad Air 2, sondern auch das Google Nexus 9. Es ist das erste Tablet mit dem Betriebssystem Android 5.0 Lollipop, das Googles neue Formsprache greifbarer und schlichter Symbolik unterstreicht.

HTC ist nicht in erster Linie als Tablet-Hersteller bekannt, lediglich mit dem HTC Flyer hat das Unternehmen einen Vorstoß in diese Produktkategorie gewagt. Bereits Wochen vor der Ankündigung des Nexus 9 wurde darüber spekuliert, dass Google mit dem taiwanischen Unternehmen kooperiert. Dieser Fall ist auch eingetreten. Gänzlich neu ist dieser Pakt nicht, im Jahr 2010 hat HTC immerhin das erste Google Nexus-Smartphone hergestellt. Nun liegt das erste Tablet mit Android 5.0 Lollipop vor.

Google Nexus 9: Ein HTC-Tablet im 8,9-Zoll-Format.
Google Nexus 9: Ein HTC-Tablet im 8,9-Zoll-Format. (Quelle: Netzwelt)

Verarbeitung

Ausgepackt liegt der 8,9-Zöller trotz seines Gewichts von 436 Gramm gut in einer Hand. Zum Vergleich: Das Amazon Fire HDX 8.9 wiegt lediglich 371 Gramm, ein Samsung Galaxy Tab S mit 8,4-Zoll-Display nur 295 Gramm. Dennoch ist die Rückseite des Nexus 9 griffig und auch der Gehäuserahmen aus gebürstetem Aluminium macht einen wertigen Eindruck. Knackpunkte gibt es dennoch.

Im Test reichte ein wenig Druck auf verschiedene Stellen des Kunststoffrückens aus, um es knacken zu lassen. Dadurch sind vereinzelt Spalten zwischen Alurahmen und Kunststoffrückseite entstanden. Auch die spürbaren Hohlräume hinter der Rückenschale sind merkbar vorhanden. Vielleicht sind aber nicht alle Modelle betroffen, sondern nur bestimmte Herstellerfuhren, was für den Kunden jedoch nur ein schwacher Trost ist.

Technische Daten des Google Nexus 9

  • CPU: Nvidia Tegra K1 64 Bit mit zwei Kernen und 2,3 Gigahertz
  • GPU: 192 Core Keppler
  • Display: 8,9 Zoll
  • Auflösung: 2.048 x 1.600 Pixel
  • RAM: 2 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • Speicher: 16 und 32 Gigabyte
  • Kamera: Front: 1,6 Megapixel/Rückseite: 8 Megapixel
  • Gewicht: 436 Gramm
  • Anschlüsse: microUSB, Kopfhöreranschluss
  • Drahtlos: WLAN 802.11ac 2x2 (MIMO), NFC Bluetooth 4.1, LTE, GSM, HSPA+, EV-DO
  • Preis: 399 Euro (16 Gigabyte WiFi), 489 Euro (32 Gigabyte WiFi), 569 Euro (32 Gigabyte LTE)
  • Akkukapazität: 6.700 Milliamperestunden

Google Nexus 9 Bilder

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Display

Der IPS-Bildschirm des Nexus 9 bietet eine Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixeln. Bezüglich der Bilddarstellung wirken alle Inhalte gestochen scharf, nur bei der Ausleuchtung gibt es kleine Defizite. Bei sattem Schwarz fallen in den Ecken des Displays unschöne Lichthöfe auf und auch Fingerabdrücke machen sich sehr schnell auf der Oberfläche bemerkbar.

Zudem spiegelt das Tablet leider auch bei lichtarmen Umgebungen recht stark - das stört vor allem bei der Wiedergabe von Videos. Unter freiem Himmel lässt sich das Nexus 9 bei Tageslicht aber immer noch ordentlich bedienen.

Leistung mit Nvidias Tegra K1

HTC hat mit Nvidias Tegra K1-Prozessor (2,3 Gigahertz Taktfrequenz) und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher den Grundstein für ein flottes Nexus 9 gelegt. Apps lassen sich schnell öffnen, Full HD-Filme und Spiele wie Asphalt 8: Airborne laufen absolut flüssig.

Google Nexus 9 im Unboxing

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Im Benchmark-Test mit Geekbench 3 erreicht das Nexus 9 im Single-Core-Score 1.908, im Multi-Core-Score 3.316 Punkte. Das iPad Air 2 verbucht im Vergleich 1.807 und 4.486 Punkte. Die Wärmeentwicklung im Betrieb bleibt bei aufwendigen Spielen wie Asphalt 8 im Rahmen. In der Redaktion wurden maximal 29 Grad auf der Rückseite des Tablets gemessen.

Akkulaufzeit

Die Akkukapazität des Nexus 9 beläuft sich auf 6.700 Milliamperestunden. Google zufolge funktioniert das Tablet beim Surfen und bei stetigem Videokonsum 9,5 Stunden im WLAN und 8,5 Stunden über LTE . In der Redaktion schaltete sich das Nexus 9 bei Dauerwiedergabe eines Full HD-Films ("Reign of Fire") nach sieben Stunden Betrieb automatisch aus, allerdings ohne aktivierten Energiesparmodus.

Im Energiesparmodus allerdings, sah die Akkulaufzeit deutlich besser aus. Nach elf Stunden Full HD-Videos und Spielebetrieb ging dem Tablet die Energie aus. Es hält somit vier Stunden länger durch als ohne aktivierten Energiesparmodus.

Kameras und Lautsprecher

Bei den Kameras bauen Google und HTC auf eine übliche Ausstattung im Tablet-Segment. Im Nexus 9 löst die Frontkamera mit 1,6 Megapixeln, die rückwärtig angebrachte Hauptkamera (inklusive LED-Blitz) mit acht Megapixeln auf. Beide Installationen bringen jedoch "nur" Schnappschüsse hervor. So manche Smartphone-Kamera wie die eines Samsung Galaxy S3 vermag schärfere Aufnahmen zu machen. Eine Videofunktion ist ebenfalls gegeben.

Einschaltknopf und Lautstärkeregler des Nexus 9 sind schmal und stehen nur dezent aus dem Gehäuse hervor.
Einschaltknopf und Lautstärkeregler des Nexus 9 sind schmal und stehen nur dezent aus dem Gehäuse hervor. (Quelle: Netzwelt)

Auf der Frontseite des Tablets sind jeweils am oberen und unteren Rand Lautsprecher verbaut. Bei Filmen, Musik und Spielen wirkt der Klang etwas unauffällig, Mitten und Tiefen treten nicht sonderlich stark in Erscheinung.

Lollipop-Debüt

Zur Software: Das Nexus 9 ist das erste Tablet, das mit Android 5.0 Lollipop erscheint. Größte Neuerung fällt mit dem neuen Design der Bedienelemente ins Auge. Google setzt noch mehr auf Symbolcharakter und integriert neu gestaltete Menüpunkte in die Navigationsleiste. So wird beispielsweise der "Zurück"-Knopf nicht mehr mit einem Pfeil, sondern mit einem Dreieck dargestellt. Der Hauptmenü-Knopf liegt als Kreis vor.

Es bedarf keiner großen Anpassungsphase, um sich an diese greifbare Symbolsprache zu gewöhnen. Über weitere Neuerungen wie die Energiesparfunktion gibt es hier mehr Details. Auf dem Nexus 9 läuft Lollipop im Test schnell und butterweich.

Fazit zum HTC Google Nexus 9

Preis und Verfügbarkeit

HTCs Google Nexus 9 ist seit dem 3. November 2014 in mehreren Varianten verfügbar. Als WiFi-Option mit einem 16-Gigabyte-Speicher veranschlagt der Anbieter 400 Euro, bei einer Version mit einem 32-Gigabyte-Speicher zahlen Kunden 490 Euro. Wer neben einem 32-Gigabyte-Speicher auch eine LTE-Ausführung wünscht, muss 570 Euro einplanen. Wählbare Farben sind Schwarz, Weiß und Braun.

Dieser Artikel wurde am 21. November um 16:56 Uhr aktualisiert. Ein zweiter Akkutest mit aktiviertem Energiesparmodus hat die Laufzeit des Tablets deutlich erhöht.

Google Nexus 9: Fazit

Solide, aber nicht auf Spitzenniveau 6.9/10

Das Nexus 9 ist Googles Tablet-Bühne für Android 5.0 Lollipop. Doch während das Betriebssystem einen sauberen und flüssigen Eindruck hinterlässt, bleibt Hardware-seitig "nur" ein Gefühlscocktail übrig. Schließlich fallen mindestens 400 Euro für den Flachrechner an, Luft nach oben gibt es vor allem beim Display und der Gehäuseverarbeitung. Das Nexus 9 ist ein ordentliches Tablet, im Vergleich mit Konkurrenten wie dem iPad Air 2 oder Samsungs Galaxy Tab S hat es jedoch keinen leichten Stand.

Das hat uns gefallen

  • Schlichtes Design
  • Leistung
  • Liegt gut in der Hand
  • Lollipop läuft flüssig

Das hat uns nicht gefallen

  • Zu wenig Anschlüsse
  • Mäßige Verarbeitung
  • Display spiegelt stark
  • Lichthöfe in den Ecken des Bildschirms
  • Fingerabdruckmagnet
Testnote 6,9 von 10
Darius Schuiszill NEU
Bewertet von Darius Schuiszill
8,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

6,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

9,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

6,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

HTC hat der netzwelt-Redaktion ein Testexemplar für einen Zeitraum von zwei Wochen zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Mobile Computing, Benchmark-Tools, HTC, Mobile World Congress (MWC), Tablet, Hardware, Shopping, Systemoptimierung, Phablet-Vergleich: Smartphones über 5,5 Zoll im Test, Google Nexus 9 und Tools für Arbeitsspeicher und RAM-Disks.

Das Google Nexus 9 wurde ursprünglich mit Android 5.0 "Android Lollipop" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Google Nexus 9 die Version 7.1 "Android Nougat" verfügbar.

Links zum Thema
Google Nexus 9 im Zeitverlauf
1 von 11
  • Nexus 9: Google stellt Verkauf des Tablet-PCs ein

    28.04.2016 Google streicht das Nexus 9 aus dem Angebot. Auf Google Play ist das von HTC produzierte Lollipop-Tablet ab sofort nicht mehr zu finden. Verkauf und Produktion wurden damit offiziell eingestellt. Einziges Tablet im Google Store ist jetzt das Pixel C.

    Bereits in wenigen Wochen könnte das Angebot aber wieder wachsen. Vom 18. bis 20. Mai hält Google in Mountain View seine Entwicklerkonferenz Google I/O ab. Dort könnte das Unternehmen einen neuen Tablet-PC mit der kommenden Android-Version Android N präsentieren.

    Bilder und Spezifikationen eines Nexus 8 genannten Tablet-PCs kursierten bereits Ende des vergangenen Jahres im Netz. Wer das Gerät produziert ist unbekannt. Bislang kooperierte Google bei seinen Nexus-Tablets mit Asus (Nexus 7), HTC (Nexus 9) und Samsung (Nexus 10). Bis auf das kompakte Nexus 7 konnte jedoch kein Gerät nennenswerte Verkaufszahlen erzielen.

    Wer mit dem Kauf des Nexus 9 liebäugelt, sollte sich übrigens beeilen. Im Netz gibt es den Tablet-PC noch bei wenigen Anbietern zu kaufen - es dürfte sich dabei um Restposten handeln.

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