Google Nexus Player im Test: Was hat der Fire TV-Herausforderer drauf?

Android TV-Box ausprobiert

von Maurice Ballein
Google Nexus Player 5

Mit dem Nexus Player erweitert Google sein Angebot an Streaming-fähigen Geräten in Deutschland. Mit der kreisrunden Streaming-Box holt ihr euch Android TV auf euren Fernseher oder Monitor. Lest im Testbericht, was das angepasste Smartphone-Betriebsystem zum Marktstart des Players zu bieten hat.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Technische Daten
  3. Lieferumfang
  4. Installation und Einrichtung
  5. Bedienung und Navigation
  6. Apps und Spiele
  7. Performance und Qualität
  8. Fazit & Alternativen

Design und Verarbeitung

Der schwarze, kreisrunde Nexus Player, den Asus im Auftrag Googles fertigt, ist sauber verarbeitet und besticht optisch durch schlichte Eleganz. Den Rand ziert eine Klavierlackoptik - Gehäuseoberseite und Gehäuseunterseite sind in einem matten Schwarz gehalten. Auch die mitgelieferte Fernbedienung erhält bezüglich der "Verarbeitungsqualität" das Prädikat "gut". Sie liegt bequem in der Hand und hinterlässt einen robusten Eindruck. Allerdings sind die Tasten etwas wacklig.

Technische Daten

  • Prozessor: Quad-Core-Prozessor (1,8 Gigahertz Intel Atom)
  • Arbeitsspeicher: 1 Gigabyte
  • Interner Speicher: 8 Gigabyte
  • WLAN: 802.11 ac 2x2 (MIMO)
  • Anschlüsse: HDMI und microUSB
  • Bluetooth: 4.1

Lieferumfang

  • Nexus Player
  • Fernbedienung (inklusive Sprachsuche und Batterien)
  • Netzteil
  • Kurzanleitung
  • Garantie-Informationen

Installation und Einrichtung

Die Initialisierung des Nexus Players ist benutzerfreundlich gestaltet. Nachdem das Gerät mit Strom versorgt sowie via HDMI-Kabel mit einem Fernseher verbunden wurde, werdet ihr von der Android-Bootanimation begrüßt. Bevor es richtig losgehen kann, müsst ihr die Fernbedienung verbinden. Dies erfolgt über eine auf dem Fernseher angezeigte Tastenkombination.

Im Test: Google Nexus Player

Nach der Einrichtung einer WLAN-Verbindung war auf dem Redaktionsgerät zunächst eine Systemaktualisierung fällig, deren Beschreibung neue Funktionen, Apps sowie eine erhöhte Leistung und Stabilität verspricht. Nach einer mehrminütigen Installation und einem Neustart wurde noch das gewünschte Google-Konto abgefragt, mit dem man den Player verknüpfen will. Der Login kann dabei wahlweise über die Fernbedienung oder ein verbundenes Smartphone oder Tablet erfolgen.

Bedienung und Navigation

Die Android TV-Benutzeroberfläche weiß durch ein ausgewogenes Maß an Übersichtlichkeit und Funktionalität zu überzeugen. Der Startbildschirm ist unterteilt in die Hauptkategorien der installierten Apps und Spiele. Darüber werden je nach Interessen und zuletzt aufgerufenen Inhalten Vorschläge sowie eine Nutzerhistorie eingeblendet. Über den Play Store könnt ihr euch wie vom Smartphone gewohnt weitere Apps installieren.

Die Fernbedienung sieht der Variante aus dem Konkurrenzlager Amazon zum Verwechseln ähnlich. Neben der tastengebundenen Navigation können wir auch beim Nexus Player via Sprache nach Inhalten suchen. Leider beschränkt sich diese auf Inhalte des eigenen Dienste wie YouTube oder Play Movies & TV. Ihr könnt euch aber auch Informationen im Rahmen der Google-Sprachsuche anzeigen lassen. Fragen zum aktuellen Wetter, Persönlichkeiten oder bestimmten Bauwerken beantwortet der Nexus Player prompt.

Einen Lautstärkeregler suchen wir wie auch bei Fire TV leider vergeblich. Auch auf Tasten für das Vor- und Zurückspulen haben Google und Asus verzichtet.

Eins hat der Nexus Player der Fire TV-Box allerdings voraus. Über Google Cast lassen sich wie schon von Chromecast bekannt Inhalte nicht kompatibler Streamingdienste einfach über eine entsprechende Erweiterung für Chrome an den Fernseher übertragen. Natürlich lassen sich auch Videos, Fotos und Musik vom Smartphone oder Tablet via Google Cast übertragen. Hier ist die Auflösung allerdings auf HD-Qualität begrenzt.

Apps und Spiele

Video-Streaming

Die wichtigsten Online-Videotheken im Vergleich


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Das App-Angebot erscheint zum Marktstart noch recht überschaubar. Immerhin finden wir Anwendungen für das Streaming von YouTube-Videos sowie verschiedener Mediatheken. Zum Zeitpunkt unseres Tests waren unter anderem Arte, 7TV (Pro7, Sat.1, Kabel eins et cetera), Sport1, ARD und auch ZDF dabei. An bekannten Videostreamingdiensten ist derzeit nur Netflix vertreten. Google zufolge befinde man sich in Verhandlungen mit weiteren Anbietern. Ob und wann ein Zugriff auf Onlinevideotheken von Maxdome, Watchever oder auch Amazon Prime Instant Video möglich sein wird, ist ungewiss. Für das Streamen von Live-TV bietet sich die Zattoo TV-App an.

Filme könnt ihr über "Play Movies & TV" leihen oder kaufen. Ein Streaming-Angebot von Google, wie wir es von den Videostreamingdiensten kennen, ist nicht verfügbar. Auf Nachfrage bei Google wohl auch vorerst nicht geplant.

Auch "Play Music" hat einen festen Platz im Menü des Nexus Players. Über den Google-eigenen Streamingdienst habt ihr Zugriff auf Millionen von Musiktiteln und könnt zudem bis zu 50.000 eigene Titel hochladen.

Das Angebot an Spielen hält sich derweil noch in ziemlich überschaubaren Rahmen. Neben einigen kostenlosen Titeln wie "Beach Buggy Racing" oder "Asphalt 8: Airborne" stehen einige wenige kostenpflichtige Spiele wie der "Goat Simulator" oder "The Bridge" zur Auswahl. Spiele werden über einen separaten "Google Play Spiele"-Bereich installiert. Hier könnt ihr euch zusätzlich ein Profil erstellen, mit anderen vernetzen und eure Highscores und Rankings verfolgen.

Das Koppeln des gesondert erhältlichen Gamepads verlief im Test problemlos. Das Pairing eines Bluetooth-Geräts wird über den Knopf an der Unterseite des Nexus Players angestoßen. Der Controller reiht sich nahtlos in die gute Verarbeitungsqualität von Player und Fernbedienung ein. 3D-Spiele wie Asphalt 8 starten relativ zügig und liefen im Test flüssig.

Google Nexus Player im Unboxing

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Performance und Qualität

Der Google Nexus Player überzeugte uns im Test vor allem durch sein durchdachtes Bedienkonzept. Videos starten zügig und laufen flüssig - eine ausreichende Bandbreite vorausgesetzt. Die Sprachsuche funktioniert ebenfalls zuverlässig. Bild- und Soundqualität bewerten wir im Rahmen unseres Tests als gut - wer jedoch einen optionalen Audioausgang sucht, muss zur Fire TV-Box greifen.

Auch das Spielen macht Spaß. Eine hochwertige Spielekonsole ersetzt der Nexus Player selbstredend nicht. Wer gern seine Smartphone- oder Tablet-Spiele auf dem Fernseher spielen möchte, macht mit dem Nexus Player definitiv einen guten Griff. Auch das nahtlose Fortführen eines Spiels auf einem anderen Gerät funktionierte reibungslos.

Das Spiegeln eines oder mehrerer Chrome-Browser-Tabs, welches wir schon von Chromecast kennen, funktionierte ebenfalls tadellos. Einen Power-Knopf suchen wir wie schon bei der Konkurrenz vergeblich. Ihr könnt jedoch über "Einstellungen" > "Daydream" den Player nach bestimmter Zeitvorgabe in einen Ruhemodus versetzen. Über den microUSB-Anschluss sowie einen handelsüblichen USB On-the-Go-Kabel, können zudem externe Speichermedien angeschlossen werden. Weitere nicht für den Nexus Player vorgesehene Apps wie beispielsweise den Chrome-Browser oder einen Datei-Explorer für den Zugriff auf externe Inhalte, könnt ihr dennoch über einen kleinen Umweg installieren. Wie das Ganze funktioniert, zeigen wir euch bald in einer gesonderten Anleitung.

Google Nexus Player: Fazit

Gute Streaming-Box für Android TV auf dem Fernseher oder Monitor mit ausbaufähigem App-Angebot 7.2/10

Der Google Nexus Player überzeugte uns im Test vor allem durch sein durchdachtes Bedienkonzept und seine flotte Performance. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit, beliebige Inhalte via Chrome Browser-Tabs und Nexus Player zu übertragen. Dadurch federt Google das Manko, dass die Auswahl an Apps und Spielen derzeit noch begrenzt ist, ab.

Das hat uns gefallen

  • Spiegeln via Chrome-Browser, Smartphone oder Tablet
  • Anschluss für externen Speicher

Das hat uns nicht gefallen

  • Überschaubares App-Angebot
  • Kein Audio-Ausgang
Testnote 7,2 von 10
Maurice Ballein
Bewertet von Maurice Ballein
8,0 / 10
Bedienung

Bedienung Menüführung auf der Nutzeroberfläche, Ergonomie, Art der Fernbedienung

7,0 / 10
Ausstattung/Leistung

Ausstattung/Leistung Prozessor, Gerätespeicher, Anschlüsse und Schnittstellen, WLAN, Bluetooth

8,0 / 10
Formatunterstützung

Formatunterstützung Video-, Bild- und Audioformate (z.B. MPEG, DVD (VOB), MP4, H.264, JPEG, GIF, TIFF, PNG, MP3, WAV, AAC, OGG)

7,0 / 10
Audio-/Videoqualität

Audio-/Videoqualität Verzerrt der Ton bei höherer Lautstärke? Werden Full HD-Videos ohne Ruckler wiedergegeben?

6,0 / 10
Apps

Apps Welche Video on Demand-Angebote, Musikstreaming-Apps, Nachrichten- und Videoanwendungen sind vorhanden?

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
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Bestenlisten

Google Nexus Player wurde in folgende Mediaplayer-Bestenlisten einsortiert.

Vergleich: Die besten Streaming-Player im Test
Vergleich: Die besten Streaming-Player im Test Bestenliste Die Auswahl an Streaming-Player für Filme, Serien, das aktuelle TV-Programm oder Spiele ist riesig. Apple TV, Fire TV oder doch lieber einen Chromecast von Google? Netzwelt hat die besten Mediaplayer getestet, verglich und hilft hier bei der Kaufentscheidung. Zur Bestenliste

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Apple, Google, Amazon, Video-Streaming & Filme streamen, Apple TV 3, Google Chromecast, Amazon Fire TV, Amazon Fire TV Stick, Mediaplayer, Video-Streaming-Dienste, Google Nexus Player und TV & Stream.

Google Nexus Player im Zeitverlauf
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  • Google Nexus Player: Verkaufsstart in Deutschland

    15.04.2015 Nachdem Amazon nach Fire TV kürzlich auch den Amazon Fire TV Stick in Deutschland veröffentlicht hat, erweitert nun auch Google sein Angebot an Streaming-Geräten in Deutschland. Der Google Nexus Player kann ab sofort über den Google Play Store und weitere Versandhändler bestellt werden. Bis dato war hierzulande nur der HDMI-Streaming-Stick Chromecast verfügbar.

    Die spannendsten Fragen drängen sich natürlich hinsichtlich des Vergleichs zur Fire TV-Streaming-Box auf. Preislich bewegen sich beide Geräte mit 100 Euro auf gleichem Niveau. Erste Unterschiede findet man aber nicht nur in der Form des Gehäuses, sondern auch auf der Rückseite der Geräte. So muss man sich beim von ASUS gefertigten Nexus Player mit einem HDMI- und einem Micro-USB-Ausgang sowie einer Schnittstelle für die Stromzufuhr begnügen. Da hat Fire TV mehr zu bieten, etwa einen Ethernet-Anschluss und einen optischen Audioausgang.

    Zum Lieferumfang des Google Nexus Player gesellt wie auch bei Fire TV eine zur Sprachsteuerung ausgelegte Fernbedienung, mit der ihr gezielt nach Inhalten wie Filme, Serien, Apps oder Spiele suchen könnt. Für den Gaming-Einsatz drängt sich die Anschaffung eines separat erhältlichen Gamepads auf, den Google zum Verkauf anbietet. Einen Gamepad gibt es auch bei Amazon für Fire TV.

    Ob der Nexus Player auch auf das Video-Streaming-Angebot von Amazon Prime Instant Video Zugriff erhält, ist derzeit noch unbekannt. Was wir wissen: Via App könnt ihr beispielsweise das Serien- und Filmangebot von Netflix auch über den Nexus Player streamen. Zudem unterstützt der Nexus Player Google Cast. Hierüber lassen sich Inhalte von Smartphones, Tablets oder Rechnern auf den Fernseher übertragen.

    Alle weiteren Fragen rund um die neue Set-Top-Box werden wir innerhalb der nächsten Tage für euch klären. Der Nexus Player ist bereits in unserer Redaktion eingetroffen und wird sich nun den neugierigen Blicken und Fragen unserer Redakteure stellen. Einen umfassenden Testbericht dürft ihr bis Ende der Woche erwarten. In diesem werden wir genau klären, für wen sich ein Kauf lohnt. Einen ersten Blick in die Verpackung könnt ihr schon jetzt im Nexus-Player-Unboxing wagen.

    Weitere aktuelle Meldungen findet ihr im netzwelt-Newsticker.

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