GoPro Hero4 Silver im Test: Actioncam mit Durchblick

Neues Modell weiß zu überzeugen

von Maurice Ballein
GoPro Hero4 Silver - Bildergalerie 12

Endlich eine GoPro, die ab Werk mit Display ausgestattet ist. Nun könnt ihr wie bei einer Digitalkamera sehen, was ihr filmt und fotografiert. Überdies hat das neue Modell spannende Funktionen erhalten, die insbesondere Fotografen interessieren dürften. Wir haben die neue GoPro Hero4 Silver ausführlich auf Herz und Nieren getestet und freuen uns, euch unsere Ergebnisse zu präsentieren.

Die Hero4 Silver ist GoPros erste Actioncam mit integriertem Display.
Die Hero4 Silver ist GoPros erste Actioncam mit integriertem Display. (Quelle: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. Verarbeitung und Bedienung
  2. Videos
  3. Fotos
  4. Konnektivität
  5. Akkulaufzeit
  6. Fazit im Video
  7. Fazit

Verarbeitung und Bedienung

Die Verarbeitung der GoPro Hero4 Silver ist einwandfrei. Alles wirkt hochwertig, stabil und solide, wie man es von GoPro gewohnt ist. Das darf allerdings bei einem Modell für 380 Euro auch erwartet werden. Das Gewicht mit Akku beträgt 82 Gramm. Im geschlossenen Gehäuse ohne einmontierte Halterung bringt sie 147 Gramm auf die Waage. Die Gehäuse-Abmessungen haben sich im Vergleich zum Spitzenmodell der Vorgängerserie - der GoPro Hero3+ Black Edition - nur minimal verändert. Beide Kameras sind demnach mit den gleichen Gehäusen kompatibel.

Zu den signifikantesten Neuerungen gehört zweifelsohne das integrierte Touchdisplay. Der kleine Bildschirm verfügt über eine Diagonale von 1,8 Zoll. Das Bild vermittelt einen hellen und ausreichend scharfen Eindruck. Details lassen sich dementsprechend schon über das Display gut beurteilen. Verzögerungen bei schnellen Bewegungen sind sichtbar, stören den guten Gesamteindruck allerdings nicht. Auf Touchbefehle reagiert die Kamera sehr präzise. Eine Multitouch-Funktion für etwa das Hineinzoomen in eine Aufnahme ist leider nicht möglich. Dennoch geht die Bedienung der Kamera zügig von der Hand - die Einstellungen lassen sich nach kurzer Eingewöhnungsphase komfortabel und schnell vornehmen. Die deutlich kostspieligere GoPro Hero4 Black bietet diesen Komfort nicht, kann jedoch mit einem optionalen Display für circa 100 Euro nachgerüstet werden.

GoPro Hero4 Silver - Bildergalerie

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Für die Bedienung stehen mehrere Gesten zur Verfügung. So werden beispielsweise die Kameramodi mit einem Linkswisch geöffnet. Für die Systemeinstellungen muss von unten nach oben gewischt werden. Das ist sehr praktisch. Zusätzlich bezieht GoPro nun die seitliche WLAN-Taste in das Bedienkonzept der Kamera mit ein. So kann diese zum Beispiel beim Aufrufen des Video-Options-Menüs verwendet werden.

Der Kamera liegen neben der abschließenden Rückklappe, zwei weitere bei. Die Standardklappe ermöglicht dem Hersteller zufolge Tauchgänge von bis zu 40 Metern. Ist die Touchklappe montiert, kann der Touchscreen bedient werden, und schützt das Gehäuse immerhin noch vor eindringendem Wasser bei Tiefen bis drei Meter. Die sogenannte Skeleton-Klappe ist hinten offen und für Aufnahmen mit besserer Audioqualität und reduzierten Windgeräuschen vorgesehen. Von einer guten Soundqualität kann trotz offener Rückseite nicht die Rede sein.

An der Seite befinden sich der microSD-Karten-Slot, der Mini-HDMI- sowie der Mini-USB-Anschluss. Die Anschlüsse werden von einem kleinen abnehmbaren Deckel geschützt. An der Unterseite befindet sich das Akkufach. Tasten weist die GoPro Hero4 Silver drei Stück auf. Oben sitzt der Auslöser beziehungsweise Enter-Knopf. An der Vorderseite des Geräts ist der An- und Ausschalter/Mode-Knopf platziert. An der Seite findet die bereits erwähnte WLAN-/Options-Taste Platz.

Videos

Die GoPro Hero4 Silver hält insgesamt neun unterschiedliche Auflösungsmodi für Videoaufnahmen bereit. Von maximal Ultra HD alias 4K (3.840 x 2.160) bis minimal WVGA (848 x 480). Während der Aufnahmen können mittels Knopfdruck Highlights gesetzt werden, die im Anschluss mit der kostenlosen Software "GoPro Studio" sofort wiedergefunden werden können. Das optionale Sichtfeld gliedert sich nach Herstellerangaben in ultraweit, mittel und eng. Das Maximum an Bildern pro Sekunde, welche die Kamera zu leisten im Stande ist, findet sich in der HD-Auflösung (720p). 120 Bilder pro Sekunde sind möglich - ein sehr interessanter Wert für Wiedergaben in Zeitlupe. Bei Full HD sind es immerhin 60 Bilder pro Sekunde. Videoaufnahmen in Ultra HD (4K) erwiesen sich aufgrund der stark ruckelnden Bewegungsdarstellung, bedingt durch die geringe Bildrate, als nicht praxistauglich. Interessant dürfte diese Funktion für diejenigen sein, die einzelne hochauflösende Bilder aus den Aufnahmen entnehmen möchten. Wer diese Funktion jedoch gewinnbringend für Video zum Einsatz bringen möchte, muss wohl oder übel zur deutlich kostspieligeren GoPro Hero4 Black greifen. Flüssige Aufnahmen waren in unserem Test nur bis zu einer Auflösung von 2,7K (2704 x 1536) mit 30 Bildern pro Sekunde möglich.

Der besondere Low Light-Modus konnte uns wie schon bei der GoPro Hero3+ Black Edition nicht vollends überzeugen. Das Bildrauschen macht bei Nachtaufnahmen störend auf sich aufmerksam. Für eine Actioncamera mit derart kleinem Sensor sind Aufnahmen als durchaus brauchbar zu bezeichnen. Alles in allem haben uns die Videoaufnahmen wie schon bei der GoPro Hero3+ Black Edition absolut überzeugen können. Maßgebende Unterschiede in der Videoqualität konnten wir im Vergleich der beiden Modelle nicht festmachen.

Fotos

Fotofans dürfen sich freuen. Die GoPro Hero4 Silver hat einige tolle Funktionen spendiert bekommen, die sich sonst nur in Digitalkameramodellen für ambitionierte Hobbyfotografen finden lassen. So könnt ihr unter anderem Nachtaufnahmen mit dem Gerät machen. Bis zu 30 Sekunden könnt ihr eure Aufnahmen belichten. Beispielaufnahmen für unterschiedliche Lichtverhältnisse findet ihr in unserer Bildergalerie.

Die Foto-Auflösung beträgt zwölf Megapixel. Tageslichtaufnahmen wirken scharf und recht detailreich. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist ein Bildrauschen nicht zu übersehen. Für eine Actioncam können sich die Aufnahmen aber zweifelsfrei sehen lassen. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit beträgt 30 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Dabei kann allerdings der zwischen zwei Aufnahmen liegende Zeitraum auf bis zu drei Sekunden verlängert werden - eine sinnvolle Option, wie wir finden, da die höhere Variation in der Fotoreihe auch eine höhere Wahrscheinlichkeit auf eine gelungene Aufnahme bietet. Der Time Lapse-Modus/Zeitraffermodus hat uns gut gefallen. Dieser lässt sich weiterhin auf einen besonderen Nachtmodus einstellen, in dem automatisch längere Belichtungszeiten gewählt werden.

GoPro Hero4 Silver Beispielaufnahmen

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Protune

Ihr könnt für eure Videos die sogenannte Protune-Funktion aktivieren. Laut GoPro könnt ihr mit Protune in der Nachbearbeitung eine höhere Qualität und Dynamik des Ausgangsmaterials erzielen. Mit Protune werden die Bilder mit geringerer Komprimierung erstellt und neutralere Farben verwendet. GoPro richtet sich mit der Protune Funktion insbesondere an professionelle Nutzer, die mehr individuellen Einfluss auf ihr Videomaterial nehmen möchten.

Aber auch für Fotos lässt sich Protune verwenden. Einmal aktiviert, könnt ihr aktiv Einfluss auf den Weißabgleich, die Farbeinstellung, das ISO-Limit, die Bildschärfe und die Belichtungskorrektur nehmen. Für ambitionierte Fotografen sicher einige interessante Optionen.

Konnektivität

Die GoPro verfügt über eine WLAN- und Bluetooth-Konnektivität und kann wahlweise über eine Fernbedienung für circa 100 Euro oder über die GoPro-App für iOS und Android via Smartphone oder Tablet-PC ferngesteuert werden. Über die App ist eine Live-Vorschau sowie die Wiedergabe gespeicherter Videos und Fotos möglich. Der Verbindungsaufbau beim Samsung Galaxy S3 verlief einwandfrei und war selbsterklärend. Die Verbindungsqualität war im Test durchgehend und über mehrere zehn Meter hinweg stabil. Mit einer Wiedergabeverzögerung von knapp einer Sekunde müsst ihr allerdings leben. Gut gefallen hat uns, dass auch Informationen wie die verbleibende Akkukapazität auf dem Smartphone angezeigt wurden. Die Einstellungsmöglichkeiten der App sind sehr vielfältig. So können für jeden Kameramodus detaillierte Einstellungen vorgenommen werden. Sogar das restliche SD-Karten-Volumen bekamen wir angezeigt.

Akkulaufzeit

Leider ließ der erste Blick auf das Daten schon etwas Verwunderung zurück. Touchdisplay, aber ein Akku mit weniger Kapazität als der Vorgänger. Dass die GoPro Hero4 Silver keine Akkurekorde brechen würde, war schnell eindeutig. Weiterhin schade: Die Akkus aus der Vorgängerserie sind nicht mit denen des aktuellen Modells kompatibel. Der Akku wird jetzt an der Unterseite des Geräts getauscht und fällt etwas schmaler aus. Wer längere Foto- oder Videosessions plant, sollte in jedem Fall Ersatzakkus dabeihaben. Auch ein separates Ladegerät bietet sich an, da dieses nicht zum Lieferumfang gehört und Akkus nur in der Kamera geladen werden können.

Bei einer Videoauflösung von 2,7K könnt ihr lediglich mit Akkulaufzeiten zwischen 60 und 90 Minuten rechnen. Das ist allenfalls ein durchschnittliches Ergebnis. Hierbei spielt die Verwendung des Displays eine gewichtige Rolle. Es sollte eine möglichst stromsparende Einstellung bei der Displayhelligkeit und dem automatischen Ruhezustand gewählt werden.

Fazit im Video

Fazit zur GoPro Hero4 Silver

GoPro Hero4 Silver: Fazit

Gelunge Modellpflege mit echtem Mehrwehrt 7.6/10

Die GoPro Hero4 Silver ist eine gut ausgestattete und ausgereifte Actioncam und bewegt sich in vielerlei Hinsicht auf dem Niveau des Modells der Vorgängerserie - der GoPro Hero3+ Black Edition. Hinzu gekommen sind einige äußerst interessante Fotofunktionen sowie das durchaus überzeugende integrierte Touchdisplay. Naturgemäß leidet die Akkulaufzeit unter der Nutzung des Displays und sollte dementsprechend sparsam eingesetzt werden. Die Akkulaufzeiten halten sich dementsprechend nach wie vor auf recht bescheidenem Niveau. Hier empfiehlt sich definitiv das Mitführen von Ersatzakkus und eines externen Ladegeräts. Der Ultra HD-Modus (4K) erwies sich aufgrund der geringen Bildrate als nur bedingt praxistauglich.

Das hat uns gefallen

  • Touchscreen
  • Neues Bedienkonzept
  • Fotofunktionen
  • Videoqualität
  • Konnektivität

Das hat uns nicht gefallen

  • Akkus der Vorgänger passen nicht mehr
  • Akkulaufzeit
  • Ultra HD-Modus nicht praxistauglich
  • Wieder schwache Soundqualität
  • Kein Netzstecker mitgeliefert
Testnote 7,6 von 10
Maurice Ballein
Bewertet von Maurice Ballein
7,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

7,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

9,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

7,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

8,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät GoPro Hero4 Silver wurde vom 1. bis 31. Dezember 2014 von der PR-Agentur Hotwire im Auftrag für GoPro zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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