HTC RE im Test: Periskop-Action mit dem Smartphone

Gewagtes Design

von Dennis Imhäuser
Die HTC RE Camera im Test. Die erste Actioncam von HTC fällt imTest vor allem durch ihre Bauform auf und die kinderleichte Bedienung auf.

Die Actioncam RE von HTC ist die erste eigenständige Digitalkamera des Smartphone-Herstellers - doch ganz ohne Handy kommt das Gerät dann auch nicht aus. 16 Megapixel sollen für tolle Full HD-Videos und Bilder sorgen.

Bedienung und Verarbeitung

Die HTC RE ist kinderleicht zu bedienen. Die Digitalkamera verfügt nicht einmal über einen Einschalter. Es reicht, die RE in die Hand zunehmen und auf den Auslöser zu drücken. Die Actioncam schaltet sich automatisch an, sobald sie bewegt oder angefasst wird. Dafür sorgen ein Bewegungs- und ein Berührungssensor im Gehäuse. Es genügt ein Druck auf den voluminösen Auslöser und schon macht die RE ein Foto. Hält der Nutzer den Auslöser gedrückt, startet die Videoaufnahme. Über einen Knopf an der Vorderseite kann in den Slow Motion-Videomodus gewechselt werden.

Das war es auch schon an Bedienelementen, mehr Taster gibt es an der RE nicht. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff gefertigt, auch das 1/4 Zoll große Stativgewinde an der Unterseite. Das ist nicht von Vorteil, da ein Stativgewinde aus Kunststoff bei häufiger Verwendung schnell beschädigt wird. HTC scheint aber der Meinung zu sein, dass die Käufer die Kamera meistens mit der Hand bedienen und nicht das Stativ benutzen. Trotzdem wäre eine leichte Metallausführung gut gewesen.

Die HTC RE ist sauber verarbeitet. Der Kunststoff ist glatt und glänzend. Durch die ungewöhnliche Bauform liegt die Kamera gut in der Hand. Auf der Unterseite befinden sich microUSB-Anschluss und SD-Kartenschacht. Die Abdeckung vor der SD-Karte sitzt sehr stramm, was an der Gummidichtung liegt. Das Gehäuse ist IP57 zertifiziert und gegen Staub und Wasser geschützt. Es kann eine halbe Stunde in einem Meter Tiefe liegen, ohne dass Wasser eindringt. Zugegeben: Dies ist für eine Actioncam nicht gerade viel, allerdings leisten die Konkurrenten von Sony und GoPro ohne zusätzliches Gehäuse auch nicht mehr. HTC hat aber bereits Zubehör für die RE angekündigt.

Durch den stramm sitzenden Deckel und den tief eingelassenen SD-Kartenschacht wird der Wechsel der SD-Speicherkarte zu einer "fummeligen" Angelegenheit, die bereits beim zweiten Mal nervt. Das hätte HTC besser lösen können. Der Akku ist fest verbaut und hat eine Kapazität von 820 Milliamperestunden. Im Test konnten wir mit voll geladenem Akku 90 Minuten am Stück filmen.

Foto

Der Sensor ist 1/2,3 Zoll groß und weist eine Auflösung von 16 Megapixeln auf. Diese Sensorgröße ist in vielen Kompaktkameras verbaut und kommt auch in Kamera-Smartphones wie dem Sony Xperia Z2 (Testbericht) oder dem Nokia Lumia 1020 (Testbericht) zum Einsatz. Bei dem Objektiv der HTC RE handelt es sich um ein Ultraweitwinkel mit einem Bildwinkel von 146 Grad. Die maximale Blendenöffnung beträgt F2,8.

Mit der RE-App, die für iOS und Android bei Google Play und im App Store geladen werden kann, kann ein Ultraweitwinkel-Modus aktiviert werden, der noch mehr Motive erfasst und das Bild nochmals deutlich in die Breite zieht. Gerade Linien im Motiv sucht man in diesen Aufnahmen vergebens.

Die in der App voreingestellte Auflösung beträgt zwölf Megapixel. Dann produziert die RE Bilder mit einem Seitenverhältnis von 16:9, aber auch die native Auflösung von 16 Megapixeln kann bei einem Seitenverhältnis von 4:3 ausgewählt werden. Neben Einzelauslösungen kann der Fotograf mit der HTC RE auch Intervallaufnahmen starten.

Video

Die HTC RE nimmt Videos in Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) bei einer Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Bildrate erhöht sich bei niedriger Auflösung nicht. Auch bei 720p nimmt die Actioncam mit maximal 30 Bildern pro Sekunde auf. Zudem steht noch ein vierfacher Slow Motion-HD-Modus mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln bereit. Dieser wird mit einem Druck auf die Taste auf der Vorderseite der Kamera ausgelöst. Über das eingebaute Mikrofon wird der Ton bei Filmen mit aufgezeichnet.

Bildqualität

Die Bildqualität der HTC RE reicht an die eines guten Kamera-Smartphones (Kaufberatung) heran. Das Ultraweitwinkel-Objektiv produziert typische Actioncam-Bilder. In schlecht beleuchteten Umgebungen fängt das Bild der RE schnell an zu rauschen, also ein unruhiges Bild zu zeigen. Die Farben im Video- und Kameramodus sind gut abgestimmt. Der Dynamikumfang ist gut, reicht aber an eine GoPro nicht heran. Die HTC RE erledigt solide Arbeit, aber leider nicht mehr.

Display und Sucher

Als Sucher für die RE dient das Smartphone. Über Bluetooth LE werden die beiden Geräte miteinander verbunden. Im Test funktionierte dies erstaunlich unkompliziert. Das Bild hängt bei Bewegungen der Kamera machmal etwas hinterher oder friert kurz ein. Die RE wird über Bluetooth 4.0 gekoppelt. Das bietet den Vorteil, dass über die WLAN-Verbindung des Smartphones Bilder sofort online geteilt werden können. Bei Actioncams, die über das WLAN mit dem Handy verbunden sind, geht das nicht, ohne das das Netz in den Einstellungen zu wechseln. Die Displayqualität ist natürlich von eurem Smartphone abhängig.

HTC RE Camera im Test

Knackpunkt Preis

Die RE soll 199 Euro (UVP) kosten und dafür erhält man schon eine Kompaktkamera mit optischem Zoom oder Actioncams wie die GoPro Hero White Slim oder Sonys AS20, zu denen es schon viel Zubehör im Handel gibt. Bis auf die ungewöhnliche Bauform gibt es nichts, was die HTC von anderen Actioncams unterscheidet. Für unter 100 Euro wäre die RE ein interessantes Produkt, aber für knapp 200 Euro bietet die Kamera mir nicht genug Gründe, um diese mein Eigen nennen zu wollen.

HTC RE Datenblatt
KAMERA
Sensorgröße 1/2,3 Zoll CMOS-Sensor
Auflösung 16 Megapixel
Objektiv Ultra-Weitwinkel (146°/F2.8)
Video Full HD (1.080p) bei 30 Bildern pro Sekunde
4x Slow Motion bei HD (720p)
Zeitraffer-Aufnahmen
Audio HD-Mikrofon + Lautsprecher
AUSTATTUNG
Konnektivität WLAN +Bluetooth 4.0
Speicher MicroSD-Speicherkarten bis 128 Gigabyte
Akku 820 Milliamperestunden
Sonstiges 1 / 4 Zoll Stativgewinde / Berührungssensor / G-Sensor
Schutz IP57 zertifiziert
Maße 96,7 x 26,5 Millimeter
Gewicht 65,5 Gramm
Kompatibilität Android 4.3 und höher + Bluetooth LE
Apple iOS 7 oder höher

HTC RE: Fazit

Teures Kameragadget mit durchschnittlicher Leistung 5/10

Die RE-Kamera von HTC ist eine gelungene Ergänzung zum älteren Smartphone mit Android 4.3 oder iOS 7, bei dem die Kameraleistung nicht mehr überzeugt. Im Test erweist sich die Konstruktion als alltagstauglich. Die RE ist leicht, und die Bedienung ist kinderleicht. Die Verbindung mit dem Smartphone und die App laufen sehr gut und erfüllen unsere Erwartungen. Die Auslöseverzögerung ist allerdings spürbar und nervt. Gerade unter schlechten Lichtbedingungen kann die RE nicht überzeugen. Die RE ist ein Gadget für HTC-Fans oder ein teures Upgrade zur Smartphone-Kamera - mehr leider nicht.

Das hat uns gefallen

  • einfache Handhabung
  • geringes Gewicht

Das hat uns nicht gefallen

  • nur IP57 zertifiziert
  • schwacher Akku
  • Preis / Leistung
Testnote 5,0 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
7,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

5,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

5,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

3,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

5,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

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HTC RE im Zeitverlauf
1 von 3
  • HTC RE Action-Kamera: GoPro-Konkurrent jetzt verfügbar

    11.12.2014 Das besondere an der HTC RE ist die Form. Das zylinderartige Gehäuse erinnert eher an ein Periskop. Die Kamera ist mit 97 x 27 Millimeter recht klein und wiegt 66 Gramm. Aktiviert wird die Kamera durch berührungsempfindliche Sensoren am Kameragriff. Der Auslöser befindet sich auf der Rückseite. Bei kurzem Druck nimmt die RE ein Foto auf und bei längerem Druck auf den Auslöser wird der Videomodus gestartet.

    Das Kameragehäuse der RE ist nach IP 57 gegen kurzzeitiges Untertauchen geschützt, das heißt 30 Minuten sollte die Kamera im Wasserbad durchhalten. Für Tauchgänge ist die RE allerdings ohne Sonderzubehör, dass noch vorgestellt werden soll, nicht zu empfehlen.

    Der 1/2,3 Zoll große Bildsensor der HTC RE löst mit 16 Megapixeln auf und nimmt Videos in Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) bei maximal 30 Vollbildern (30p) pro Sekunde auf. Das Weitwinkelobjektiv besitzt einen Bildwinkel von 146 Grad und eine maximale Blendenstärke von F2,8. Der interne Speicher beträgt 8 Gigabyte und kann um bis zu 128 Gigabyte über einen microSD-Kartenschacht erweitert werden. Die HTC RE kommuniziert mit dem Smartphone oder Tablet über Bluetooth und WLAN.

    Auf der Unterseite besitzt die Actioncam ein Stativgewinde und der Smartphone-Hersteller bringt mit der RE-App eine passende App für iOS und Android-Geräte auf den Markt. Mit der App soll es dann auch möglich sein, Videos direkt Live auf YouTube zu veröffentlicht. Für GoPro-Nutzer bietet sich auch diese Möglichkeit über die Dritthersteller-App Livestream.

    Die HTC RE wird für 199 Euro ab November in den Handel kommen. Preislich setzt die HTC am unteren Ende des GoPro-Preissegmentes an und kann sich zu einer Alternative zum Platzhirschen entwickeln. Die HTC RE wird in den Gehäusefarben Weiß, Orange, Grün und Blau erscheinen.

    Die Verfügbarkeit der HTC RE hat sich etwas verzögert. Wie HTC nun bekannt gegeben hat, ist die RE ab sofort im Handel für 149 Euro Verfügbar. Damit hat der Hersteller die UVP noch vor dem Verkaufsstart hierzulande nach unten angepasst. wir konnten die HRC RE bereits für euch testen. Den ausführlichen Testbericht zur ungewöhnlichen Actioncam lest ihr auf netzwelt. Zudem hat HTC bereits ein Nachfolgemodell für 2015 angekündigt.

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