Huawei Mate 20 im Kurztest: Viel Gutes unter der 1.000-Euro-Grenze

Top-Smartphone zum fairen Preis

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von Jan Kluczniok
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Das Mate 20 bietet nur eine winzige einkerbung im Display.

Muss ein gutes Smartphone heute 1.000 Euro oder mehr kosten? Nein. Den Huawei bringt neben dem Mate 20 Pro und dem Mate 20 Lite auch das reguläre Mate 20 auf den deutschen Markt. Das Modell bietet dieselbe Leistung, wie das Pro-Modell, sieht aber schicker aus und ist auch noch deutlich günstiger. Klingt nach einem Top-Deal. Doch der Kurztest zeigt: Im Gegenzug müsst ihr auf einige Extras verzichten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung und Performance
  3. Akku
  4. Kamera
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. netzwelt meint
  7. Fazit

Im vergangenen Jahr brachte Huawei nur das Mate 10 Pro und das Mate 10 Lite auf den deutschen Markt. Das reguläre Mate 10 wurde hierzulande nicht angeboten. Von der neuen Mate 20-Serie kommen dagegen bis auf die XXL-Version Mate 20X alle Modelle in den deutschen Handel. Eine weise Entscheidung von Huawei: Denn das Mate 20 Lite hat bis auf das Design wenig mit den neuen Modellen gemein, weshalb Nutzer mit gehobenen Ansprüchen einen Bogen um das Gerät machen dürften.

Doch nicht jeder ist bereit, für ein Top-Smartphone wie das Mate 20 Pro oder das Mate 20 RS über 1.000 Euro zu bezahlen und genau für diese Nutzer ist das Mate 20 gedacht. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 799 Euro kostet das Handy so viel wie Premium-Smartphones typischerweise vor ein paar Jahren noch gekostet haben. Es ist also nicht zu teuer, aber auch nicht so günstig, dass ihr massive Einschnitte in der Ausstattung hinnehmen müsst. Das Mate 20 ist also ein noch bezahlbares Luxus-Gadget, könnte man sagen.

Design und Verarbeitung

Dies wird gleich beim ersten Anblick deutlich. Mit seinem 6,53 Zoll großen von Huawei als DewDrop bezeichentem Display wirkt das Gerät ästhetischer als das Pro-Modell. Denn im Gegensatz zu diesem weist das Mate 20 nur eine winzig kleine Einkerbung in Form einer Träne im Bildschirm auf. "Huaweis Ziel ist es, die Einkerbung im Screen immer so klein wie möglich zu halten", sagte Vizepräsident Bruce Li in einem Gespräch mit netzwelt am Rande des Launch-Events. Dies ist dem Hersteller beim Mate 20 eindrucksvoll gelungen. Ihr werdet den Tropfen im Alltag nach einiger Zeit gar nicht mehr bemerken, ganz im Gegensatz zur breiten Einkerbung des Pro-Modells.

Huawei Mate 20 in Bildern

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Aufgrund der im Vergleich zum Mate 20 Pro gewachsenen Bilddiagonale ist das Gerät etwas breiter, dennoch ließ es sich im Kurztest problemlos auch mit kleinen Händen umgreifen und ruhte in diesen sicher. Die Rückseite des Mate 20 besteht wie beim Pro-Modell aus Glas, den Preisunterschied von rund 250 Euro spürt ihr in der Hand nicht. Die Verarbeitung des Mate 20 ist äußerst hochwertig.

Abstriche müsst ihr im Vergleich beim Schutz vor Staub und Wasser hinnehmen. Mit IP53 weist das Gerät eine deutlich niedrigere Schutzklasse als das Mate 20 Pro auf. Ein Telefonat im Regen, ein verschüttetes Glas Wasser oder das Abspülen von Schmutz unter dem Wasserkran sollte das Handy dennoch aushalten. Dies dürfte den meisten Nutzern genügen.

An der Ober- und Unterseite des Geräts finden sich noch zwei Auffälligkeiten: Zum einen bietet das Mate 20 einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss, dieser fehlt beim Pro-Modell. Zum anderen wurde der Lautsprecher nicht in den USB C-Port integriert, sondern befindet sich wie gewohnt rechts neben der Schnittstelle.

Erhältlich ist das Mate 20 in den Farben Schwarz, Blau und Twilight, einem regenbogenartigen Farbverlauf. Die bei der Präsentation in London ebenfalls gezeigten Farbvarianten Grün und Pink sind vorerst nicht für den deutschen Markt vorgesehen.

Ausstattung und Performance

Wie eingangs erwähnt, bietet das Mate 20 dieselbe Leistung wie das Mate 20 Pro. Kein Wunder, schließlich werkelt auch im günstigeren Modell der neue im 7-Nanometer-Verfahren gefertigte Octa-Core-Chip Kirin 980. Welche Leistung ihr von diesem erwarten dürft, zeigt der folgende erste Benchmark-Vergleich. Demnach hat das Mate 20 gute Chancen auf den Titel des schnellsten Android-Smartphones 2018.

Benchmark/Handy Huawei P20 Pro Huawei Mate 20 Pro Galaxy Note 9 Apple iPhone XS Max
GeekBench (Single-Core) 1.915 Punkte 3.232 Punkte 3.595 Punkte 4.732 Punkte
GeekBench (Multi-Core) 6.780 Punkte 9.786 Punkte 9.071 Punkte 11.212 Punkte
AnTuTu 209.015 Punkte 271.958 Punkte 247.814 Punkte 358.855 Punkte

Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Smartphones nutzen wir die Tools Geekbench und AnTuTu. AnTuTu ist wohl das populärste Tool zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Die App prüft nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), auch andere Smartphone-Komponenten, wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher, werden getestet. Geekbench fokussiert sich dagegen vor allem auf die Leistungsfähigkeit der CPU. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist bei beiden Programmen das Ergebnis. Wollt ihr die Leistungsfähigkeit eures eigenen Smartphones testen, könnt ihr euch AnTuTu und Geekbench bei uns im Download-Archiv kostenlos herunterladen.

Beachtet jedoch, dass Huawei im Vergleich zum Mate 20 Pro den Arbeitsspeicher verkleinert hat. Statt 6 Gigabyte sind im regulären Modell nur 4 Gigabyte verbaut. Unter Last kann die Leistung des Mate 20 also im Vergleich leicht abfallen. Keine Abstriche müsst ihr beim Gerätespeicher machen, er misst 128 Gigabyte und lässt sich bei Bedarf noch per NM-Karte erweitern.

Bei der NM-Karte handelt es sich um ein neues Speicherkartenformat, das Huawei entwickelt hat. NM-Karten sind so groß wie eine Nano-SIM-Karte. Abseits der Größe bieten die neuen Speicherkarten aber keine Vorteile gegenüber den herkömmlichen microSD-Karten. Sie sind weder schneller, noch besitzen sie mehr Kapazität.

Wir haben den Screen des Mate 20 bereits für die nur winzige Einkerbung gelobt, dafür müsst ihr aber in Kauf nehmen, dass das Gerät nur über eine 2D-Gesichtserkennung verfügt. Wie andere Android-Handys nutzt Huawei hierfür die Frontkamera. Diese Methode ist im Vergleich zu einer 3D-Gesichtserkennung wie Apples Face ID unsicherer. Sie ließ sich auf Konkurrenzmodellen mit einem Selfie verhältnismäßig einfach überlisten.

Zudem wollen wir nicht verschweigen, dass es sich beim Bildschirm um ein LCD und nicht um ein OLED-Panel wie im Pro-Modell handelt. Mit bloßen Auge war im Kurztest aber kein großer Unterschied erkennbar. Die Farben waren satt, die Darstellung scharf.

Akku

Die Akkukapazität fällt beim Mate 20 ein klein wenig geringer aus als beim Pro-Modell (4.000 statt 4.200 Milliamperestunden). Dennoch dürfte das Gerät durchschnittliche Laufzeiten erreichen. Verzichten müsst ihr jedoch beim günstigeren Modell auf die Möglichkeit, das Smartphone drahtlos zu laden.

Wireless Charging bleibt ebenso wie die neue 40-Watt-Schnellladetechnik dem Mate 20 Pro vorbehalten. Dem Mate 20 liegt nur ein 22-Watt-Super-Charger bei, wie ihr ihn von aktuellen Huawei-Handys bereits kennt. Da dieser aber bereits ziemlich schnell ist, lässt sich das aus unserer Sicht verschmerzen. Ein vollständiger Ladezyklus sollte nur knapp 90 Minuten dauern.

Kamera

Schwerer wiegen da aus unserer Sicht die Unterschiede zwischen Mate 20 und Mate 20 Pro in Sachen Kamera. Zwar weist auch das reguläre Modell eine Triple-Kamera auf der Rückseite auf. Diese besteht aber nur aus einem 16-Megapixel-Farbsensor, einer 12-Megapixel-Superweitwinkel-Kamera und einer 8-Megapixel-Telelinse, die für eine zweifache optische Vergrößerung sorgt. Der optische Zoom des Mate 20 deckt also nur eine Brennweite von 16 bis 52 Millimetern ab, danach seid ihr auf den Digitalzoom angewiesen.

Beim Pro-Modell könnt ihr dagegen mit dem optischen Zoom eine Brennweite von 16 bis 80 Millimetern abdecken. Erst danach wechselt das Mate 20 Pro auf den digitalen Zoom, der dann Brennweiten von bis zu 270 Millimetern bietet. Aber nicht nur Auflösung und Brennweite der Kamera des Mate 20 ist geringer, die Triple-Kamera ist auch nicht so lichtstark wie beim Pro-Modell.

Tendenziell hat das Mate 20 Pro also beim Heranholen von Objekten sowie bei schwachen Lichtverhältnissen Vorteile gegenüber dem Mate 20. Wir gehen davon aus, dass sich dessen Bildqualität irgendwo zwischen P20 und P20 Pro ansiedeln wird. Die Bildqualität ist aber von weiteren Faktoren abhängig, sodass wir ein abschließendes Urteil erst nach dem ausführlichen Test fällen können.

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei Mate 20 soll ab Ende Oktober im Handel erhältlich sein. Je nach Anbieter wird das Gerät als Single- oder Dual-SIM-Variante verkauft. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 799 Euro. Wer bis zum 25. Oktober das Mate 20 vorbestellt, erhält einen Echo Plus gratis dazu.

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netzwelt meint

Geht es um die reine Rechenleistung, ist das Mate 20 dem Pro-Modell ebenbürtig. Bei der Kamera sieht das anders aus. Wer hier gehobene Ansprüche hat aber nicht über 1.000 Euro für das Mate 20 Pro ausgeben will, sollte besser zum P20 Pro greifen.

Hinweis: Die Kosten für Flug sowie eine Hotel-Übernachtung wurden von Huawei übernommen. Auf die Berichterstattung hat dies keinen Einfluss. Mehr dazu findet ihr auf unserer Transparenzseite.

Huawei Mate 20: Fazit

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Das hat uns gefallen

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Das hat uns nicht gefallen

  • proprietäres Speicherkarten-Format
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Testnote 7,6 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

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Bestenlisten

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