Huawei MediaPad 10 FHD im Test

Mit Quad Core-Prozessor und Full HD-Display

Im Test hinterlässt das Huawei MediaPad 10 FHD einen guten Eindruck, mit kleinen Abstrichen bei Verarbeitung und Leistung. Leider hat Huawei es verschlafen, das Tablet früher auf den Markt zu bringen.

Im MediaPad 10 FHD von Huawei steckt ein Quad Core-Prozessor, das Display bietet eine Full HD-Auflösung, der SD-Kartenslot erlaubt den unkomplizierten Speicherausbau und ein GPS-Sensor zeigt die Richtung an. Das alles bietet der chinesische Hersteller Huawei zum Preis von unter 400 Euro an. Im Test muss das Android-Tablet zeigen, ob die Summe der Einzelteile ein empfehlenswertes Ganzes ergibt.

Huawei MediaPad 10 FHD im Test

Streng genommen ist das MediaPad 10 von Huawei ein alter Bekannter. Bereits zum Mobile World Congress 2012 stellte das Unternehmen den Flachcomputer offiziell vor. Damals war die Full HD-Auflösung in einem 10-Zoll-Tablet noch sehr ungewöhnlich - löste in Erwartung eines günstigen Preises fast schon Begeisterung aus. Auf der im Sommer 2012 folgenden IFA in Berlin konnte netzwelt das Gerät für einen Kurztest in die Hand nehmen. Ernüchternd - denn Huawei beschnitt das Android-Tablet ein wenig in der Leistung.

Nun, knapp ein Jahr nach der ersten Präsentation bieten längst auch etablierte Hersteller 10-Zoll-Tablets mit Full HD-Auflösung an. Den Underdog-Status hat Huawei damit verspielt.

Verarbeitung

Die Rückseite des MediaPad 10-Gehäuses besteht zu großen Teilen aus Aluminium. Der Kratztest von netzwelt hinterlässt feine, bleibende Narben. Wer es darauf ankommen lassen will, kann das aufgedruckte Huawei-Logo mit bloßen Fingernägeln abkratzen. Dennoch sollte das MediaPad im Alltag auch ohne zusätzliche Schutzhülle auskommen können.

Nicht 100-prozentig passgenau sind das Aluminiumgehäuse und der obere, weiß abgesetzte Plastikeinsatz. Zwischen deren Grenze entdeckt netzwelt ein Spaltmaß, welches jedoch nur ganz peniblen Zeitgenossen auffallen dürfte.

Leider finden sich auch auf der Vorderseite, die zum größten Teil aus Glas besteht, minimale Spaltmaße: Hält man das MediaPad gegen die Sonne, scheint Licht zwischen Aluminium- und Glasrahmen hindurch. Das Tablet gibt Geräusche von sich, wenn man es mit beiden Händen ein wenig fester anfässt. All das mag im Alltag kaum auffallen. Für Nutzer mit hohem Anspruch an die Materialgüte sind die Summe der kleinen Auffälligkeiten eventuell ein Dorn im Auge.

Durch die Abmessungen von 25,74 x 17,59 x 0,88 Zentimetern verschwindet der Nexus-Konkurrent unbemerkt in Rucksack oder Handtasche. Auch das Gewicht hält sich in Grenzen: Mit 583 Gramm wiegt das MediaPad 10 deutlich weniger als Apples iPad (mindestens 650 Gramm). Weitere 75 Gramm bringen Netzteil und Kabel mit. Insgesamt ist das Testgerät damit alles andere als ein Schwergewicht.

Ausstattung

Im Inneren verbaut Huawei einen Quad Core-Prozessor von Hisilicon. Entgegen der ersten Ankündigungen verfügt das Testgerät über einen statt zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher ist mit acht Gigabyte sehr knapp bemessen. Er lässt sich zum Glück aber unkompliziert vom Nutzer erweitern. An der Oberseite, gut geschützt hinter einer Kunststoffflasche, befindet sich ein microSD-Kartenschacht. Die Gesamtkapazität des Huawei-Tablets lässt sich so auf akzeptable 40 Gigabyte anheben.

Auf der Unterseite befindet sich eine proprietäre Schnittstelle, mit dem das FHD-Tablet auch Anschluss an den Rechner findet. Ein USB-Ladegerät gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Links und rechts der Schnittstelle ermöglicht Huawei eine optional erhältliche Tastatur anzuschließen, die netzwelt nicht mit testen konnte. Sie kostet etwa 100 Euro.

Positiv: Die seitlichen Tasten zur Lautstärkeregelung sowie der Powerknopf bestehen ebenfalls aus Aluminium. Sämtliche Knöpfe verfügen über einen exakten Druckpunkt und sind auch im Dunkeln leicht zu finden.

Display

Das Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 25,8 Zentimetern spiegelt stark, aber auch nicht mehr, als bei allen anderen derzeit am Markt erhältlichen Tablet-PCs. Fingerabrücke lassen sich leicht von der Glasfläche mit einem weichen Tuch entfernen.

Die Full HD-Auflösung sorgt für eine angenehme Optik. Auch sehr kleine Schrift wird scharf dargestellt. Einzelne Pixel sind nur mit äußerster Mühe zu erkennen. Bei der Farbdarstellung hält sich das Rezensionsexemplar vornehm zurück. Die Farben sind klar, aber nicht überzeichnet.

Huawei MediaPad 10 FHD

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In den Bildschirmeinstellungen findet sich zudem der Unterpunkt "Farbverbesserung". Allerdings ist es egal, ob man hier einen Haken setzt oder nicht - am Bildeindruck ändert sich kaum etwas. Die Blickwinkel fallen großzügig aus. Selbst wenn man das MediaPad aus ergonomisch bedenklichen Winkeln betrachtet, kommt es nicht zu Verfälschungen. Daher können auch bequem mehrere Personen, etwa bei der Filmwiedergabe, auf die Anzeige blicken.

Software

Ab Werk installiert Huawei die Android-Version 4.0.4 auf dem MediaPad. Ob es darüber hinaus OS-Updates geben wird, ist unklar. Wie bei seinen Smartphones versieht Huawei auch die Bedienoberfläche des MediaPad mit eigenen Sonderfunktionen. Die grundlegende Optik und Funktionalität von Android bleibt jedoch weitestgehend erhalten, es handelt sich eher um kleinere Anpassung. Android-Kenner finden sich daher auf Anhieb zurecht.

Ungewöhnlich: Es findet sich keine Verknüpfung, die alle installierten Apps auf einen Blick präsentiert. Lädt der Nutzer eine neue Anwendung aus Google Play oder anderen Quellen herunter, erscheint diese stets auf einem freien Platz der Startbildschirme. Dennoch lassen sich mehrere Apps thematisch passend in Ordnern gruppieren. Das MediaPad verfügt nicht über physikalische Bedientasten. Selbst die Android-typischen Schaltflächen zur Anzeige der laufenden Apps im Hintergrund oder der Home-Button lassen sich ausblenden, was der zu Verfügung stehenden Anzeigefläche zu Gute kommt.

Leistung und Akkulaufzeit

Obwohl nominell mit leistungsfähigen Komponenten bestückt, stieß netzwelt im Test auf ein paar Ungereimtheiten. Spiele wie Reckless Racing HD oder Riptide GP starten zügig und laufen ohne erkennbare Aussetzer. Auch das Durchblättern der Startbildschirme geht flott von der Hand.

Zu spürbaren Verzögerungen kommt es aber beispielsweise beim Wechsel der Bildschirmausrichtung. Dreht man das Tablet vom Landscape- in den Portrait-Modus, genehmigt sich das Huawei-Tablet eine Gedenksekunde. Wesentlich störender aber ist die Eigenheit des MediaPad 10 FHD, beim Scrollen von Webseiteninhalten keine flüssige Darstellung zu ermöglichen. Blättert man auf langen Webseiten nach unten oder oben, kommt das Testgerät ins Stottern. Eventuell bügelt der Hersteller dies in der Zukunft mit einem Software-Update aus.

Der interne, vom Nutzer nicht selbst wechselbare Akku verfügt über eine Kapazität von 6.600 Milliamperestunden. Im Test ermöglichte dieser die kontinuierliche Wiedergabe eines HD-Videos über einen Zeitraum von knapp sieben Stunden. Die Bildschirmhelligkeit war dabei auf maximale Ausleuchtung eingestellt. Ein guter Wert, mit dem sich das MediaPad nicht vor der Konkurrenz verstecken braucht.

Multimedia

Wie viele andere Android-Tablets verfügt auch das Testmodell über zwei eingebaute Digitalkameras. Der Sensor der Hauptkamera auf der Rückseite löst mit guten acht Megapixeln auf. Unter ungünstigen Lichtverhältnissen assistiert eine kleine Foto-LED, die es jedoch nicht vermag, Objekte, die mehr als 1,5 Meter vom zu fotografierenden Objekt entfernt liegen, ausreichend aufzuhellen.

Für Schnappschüsse ausreichend: Die Hauptkamera des MediaPad liefert eine Auflösung von acht Megapixeln.
Für Schnappschüsse ausreichend: Die Hauptkamera des MediaPad liefert eine Auflösung von acht Megapixeln.

Die Bildqualität ist auf jeden Fall schnappschusstauglich. Dabei hilft der gut und fix arbeitende Autofokus. Die Kamera auf der Vorderseite dient vor allem der Videotelefonie und löst mit 1,3 Megapixeln auf. Die Darstellung auf dem Tablet ist jedoch ein wenig grobkörnig.

Dolby Mobile und Dolby Digital Plus steht drauf, doch was die kleinen Lautsprecher ins Freie abgeben ist natürlich alles andere als High Fidelity. Dennoch: Für kleine Tablet-Speaker erledigen sie ihre Aufgabe gut, übersteuern selbst auf Maixmal-Level nicht. Besser wird der Klang natürlich, wenn man ordentliche Kopfhörer an das MediaPad anschließt. Dann kann es auch locker einen MP3-Player ersetzen. Für eine üppige Musiksammlung muss der Nutzer jedoch definitiv in eine aufpreispflichtige Speicherkarte investieren, da die acht Gigabyte interner Flash-Speicher ansonsten zu schnell belegt sind.

Auf dem Mobile World Congress 2013 hat Huawei mit dem MediaPad 10 Link ein weiteres Tablet mit 10-Zoll-Display präsentiert. Dieses erscheint jedoch erst Mitte des Jahres.

Huawei MediaPad 10 FHD: Fazit

Weder Underdog noch Supertalent 6.4/10

Formulieren wir dieses Fazit doch einmal bildlich: Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Leider hat es Huawei verschlafen, die Gunst der Stunde frühzeitig zu nutzen. Im Sommer 2012 wäre das MediaPad mit seinem Full-HD-Display noch weit mehr Hahn im Korb gewesen. Nun muss es sich diesen vor allem mit dem Google Nexus 10 teilen. Und Google hat das größere Gefieder, rührt kräftig die Werbetrommel für sein Nexus-Gerät. Da kann das Huawei-Tablet schnell vom Radar potentieller Käufer verschwinden. Dennoch ist der Zug für das MediaPad noch nicht abgefahren: Als bezahlbares (Zweit)-Tablet nimmt es einem nicht die Butter vom Brot und sammelt dank erweiterbarem Speicher und Full-HD-Auflösung Sympathiepunkte. Unterm Strich also weder Underdog noch Supertalent - auf jeden Fall aber eine Alternative zum Google Nexus 10, denn dieses bietet keinen Speicherkartenschacht.

Das hat uns gefallen

  • Display
  • Speicher erweiterbar

Das hat uns nicht gefallen

  • knapper Speicher
  • Kratzfestigkeit
Testnote 6,4 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

7,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

6,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

6,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Huawei zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Huawei MediaPad 10 FHD selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 3 abgegebenen Stimmen.
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Huawei MediaPad 10 FHD Benchmarks
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 1992
Prozessor (CPU Mark) 8,394
Speicher (Mem Mark) 1,118
Festplatte (Disk Mark) 3,774
2D (2D Mark) 1,564
2D (3D Mark) 878

Das für die Passmark-Benchmarks genutzte Huawei MediaPad 10 FHD hat ein ARMv7 Prozessor rev 0 (v7l) mit 4 Kernen und 1049.4 MB RAM.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Android, Mobile World Congress (MWC), Tablet-PC, Huawei, Huawei MediaPad und Huawei MediaPad 10 FHD.

Huawei MediaPad 10 FHD im Zeitverlauf
1 von 3
  • Huawei MediaPad 10 FHD: Full-HD-Tablet im Unibody-Gehäuse

    07.11.2012 Huawei gibt die Verfügbarkeit seines Android-Tablets MediaPad 10 FHD bekannt. Der Tablet-Computer ist ab sofort erhältlich und kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 429 Euro. Dafür bekommen Nutzer ein gut ausgestattetes Tablet mit einer Bildschirmauflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln.

    Huawei stellte sein MediaPad 10 FHD bereits Anfang des Jahres auf dem Mobile World Congress in Barcelona der Öffentlichkeit vor. Auf der vergangenen Funkausstellung in Berlin konnte netzwelt das Gerät bereits einem Kurztest unterziehen. Damals attestierte die Redaktion dem vergleichsweise günstigen 10-Zöller vor allem gute Display-Qualitäten.

    Das multitouch-fähige IPS-Panel bietet eine vergleichsweise hohe Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten. Für die Grafikausgabe ist ein Grafikprozessor mit 16 Kernen verantwortlich, die übrige Rechenleistung stellt ein Quadcore-Prozessor mit einer Taktrate von 1,2 Gigahertz zu Verfügung. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt ein Gigabyte. Der interne Speicher ist mit acht Gigabyte äußerst knapp bemessen, sodass Käufer mithilfe optionaler SD-Speicherkarten für Nachschub sorgen müssen. Maximal 32 zusätzliche Gigabyte Kapazität sind so möglich.

    Für die Sound-Ausgabe stehen Dolby-fähige Stereolautsprecher zur Verfügung, die Huawei leider auf der Rückseite anbringt, sodass diese häufig verdeckt sind. Zwei Kameras verbaut der chinesische Hersteller im MediaPad 10. Die für Videochats konzipierte Frontkamera löst dabei mit 1,3 Megapixeln auf. Die Hauptkamera auf der Rückseite nimmt Schnappschüsse mit einer Auflösung von bis zu acht Megapixeln auf. Als Betriebssystem ist Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) vorinstalliert. Als einzige Gehäusefarbe steht Silber zu Verfügung. Optional lässt sich das MediaPad auch mit einer Tastatur erweitern.

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