Huawei MediaPad M3 Lite im Test: Gehobene Tablet-Mittelklasse

Gut verarbeitet, mit Fingerabdruckscanner

Huawei MediaPad M3 Lite 12

Für knapp 300 Euro gibt es vollwertige Android-Tablets, die länger als ein Jahr halten. Das Huawei MediaPad M3 Lite gehört dazu. Im Test muss sich die knapp 330 Euro teurere LTE-Variante behaupten. Auf den ersten Blick sieht das zehn Zoll große M3 Lite jedenfalls vielversprechend aus. Mit seinen vier Lautsprechern erinnert es an das iPad Pro - Zufall?

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Display
  3. Leistung und Akkulaufzeit
  4. Multimedia
  5. Technische Daten Huawei MediaPad M3 Lite
  6. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  7. Fazit & Alternativen

LTE-Modem, Octa-Core-Prozessor, drei Gigabyte RAM: Bei Apple kostet ein solch ausgestattetes iPad mindestens 560 Euro. Da ist das Huawei MediaPad M3 Lite mit einem Straßenpreis von etwa 330 Euro für die Variante mit eingebautem LTE-Modem deutlich günstiger. Und im Gegensatz zum günstigen Einsteiger-iPad bietet das Testgerät von Huawei vier rund um das Gehäuse verteilte Lautsprecher, fast so wie die iPad Pro-Reihe.

Design und Verarbeitung

Mit einem Gewicht von 458 Gramm (LTE-Version) geht das Huawei MediaPad M3 Lite tatsächlich schon fast als Leichtgewicht durch. Zum Vergleich: Das günstige Einsteiger-iPad wiegt 471 Gramm, bietet aber mit 9,7 Zoll den kleineren Bildschirm. Das Huawei-Tablet lässt sich daher locker für eine Weile in einer Hand halten, die seitlichen Display-Ränder fallen dafür groß genug aus.

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Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und auf Augenhöhe mit den iPads. Wir konnten zu Testbeginn lediglich ein verdächtiges Knacken hören als wir versucht haben, das Tablet gegen seinen Willen zu verwinden. Dies lässt sich jedoch kaum reproduzieren und trat im weiteren Testverlauf nicht wieder auf.

Auffällige Spaltmaße können wir auch mit Adleraugen nicht entdecken. Schütteln wir das MediaPad kräftig hin und her, gibt es keinen Mucks von sich. Die beiden Gehäusehälften werden von einem polierten Metallrahmen zusammengehalten.

Huawei verbaut einen Fingerabdruckscanner, ihr findet ihn am unteren Bildschirmrand. Zunächst vielleicht ein wenig ungewöhnlich ist die Tatsache, dass ihr ihn nicht physikalisch herunterdrücken könnt. Stattdessen legt ihr euren registrierten Finger einfach kurz auf die Fläche, um das Tablet zu entsperren. Die Erkennung des Fingerabdruckes geht sehr schnell und funktioniert im Test zuverlässig. Zum Aufrufen des Starbildschirms sind jedoch stets die eingeblendeten Software-Tasten zu nutzen.

Display

Im Vergleich zum vom uns zuletzt getesteten Medion X10311 Tablet bietet das Huawei MediaPad M3 Lite einen Bildschirm im 16:10-Format. Man könnte daraus ableiten, dass der chinesische Hersteller sein Tablet offenbar eher als Surf- und Dokumenten-Maschine denn als mobilen Kinosaal sieht. Denn für letzteren Einsatzzweck eignen sich 16:9-Anzeigen besser.

An der Full HD-Auflösung gibt es nichts zu kritisieren, auch wenn andere, vor allem höherpreisige Tablet-PCs teilweise deutlich höhere Pixeldichten bieten. Wir erkennen beim Testgerät weder eine Treppenbildung noch isolierte Pixel. Die Ausleuchtung per LED erfolgt sehr gleichmäßig, die Strahlkraft könnte unserem Geschmack nach jedoch ein wenig kräftiger ausfallen. Vor allem bei direktem Sonnenlichteinfall wird es mitunter schwer, den Inhalt des Touchscreens zu erkennen.

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Der Bildeindruck und die Darstellung von Farben gelingt dem Testgerät gut. Wem die Farben nicht zusagen, kann in den Einstellungen selbst Hand anlegen. Auch einen Menüpunkt für den Blaulichtfilter, der ein besseres Einschlafen ermöglichen soll, gibt es. Huawei verbaut ein IPS-Panel im MediaPad M3 Lite. Selbst aus ganz spitzem Winkel kommt es nicht zu nervigen Farbumkehrungen.

Leistung und Akkulaufzeit

Drei Gigabyte Arbeitsspeicher kombiniert mit den acht Kernen des Qualcomm Snapdragon 435 versprechen eine ordentliche Leistungsausbeute. Wir nehmen im Alltag eine durchweg zügige Performance zur Kenntnis, zu längeren Wartezeiten beim Öffnen von Apps oder im Multitasking kommt es während des Testzeitraumes nicht.

Auf der einen Seite gibt es an der generellen Leistungsbereitschaft des Tablets nichts auszusetzen. Surfen, das Verfassen von E-Mails - all das stellt das MediaPad M3 Lite nicht vor Probleme. Es ist jedoch auf der anderen Seite verhältnismäßig einfach, es an seine Leistungsgrenzen zu führen. Dies ist etwa beim Spielen von Asphalt 8 der Fall. Bereits in der Eröffnungssequenz bemerken wir leichte Microruckler. Das Rennen an sich ist spielbar, doch auch hier gerät das Tablet kräftig ins Schwitzen. Das gilt auch für ein paar weitere grafiklastige Titel, die wir ausprobiert haben.

Die Benchmarkergebnisse unterstreichen diese Eindrücke. Unter Geekbench erzielte das Testgerät 660 im Single-Core-Test und 2.589 Punkte im Multi-Core-Test. Zum Vergleich: Das kürzlich von uns getestete, ebenfalls 10.1 Zoll messende Medion LifeTab X10311 mit Mediatek-CPU erreichte im gleichen Test 635 beziehungsweise 2.538 Punkte und kostet mit eingebautem LTE-Modem nur 250 Euro. Beide Tablets sind leistungsmäßig in der Mittelklasse anzusiedeln. Wer plant, den Tablet-PC für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren einzusetzen, sollte besser auf stärkere Hardware zurückgreifen.

Multimedia

Gleich vier Lautsprecher verteilt Huawei rund um das Tablet-Gehäuse. Die Speaker sind für die Ausgabe im Quermodus optimiert und finden sich dementsprechend an der Ober- und Unterseite des Tablets. Softwareseitige Tricks, wie sie Apples iPad Pro-Lautsprecher beherrschen, haben sie jedoch leider nicht drauf.

Mit der Frontkamera des Huawei MediaPad M3 Lite aufgenommenes Testbild.
Mit der Frontkamera des Huawei MediaPad M3 Lite aufgenommenes Testbild. (Quelle: netzwelt)

Das macht nichts - denn die Quadrophonie klingt auch so schon ganz ordentlich. Zumindest dann, wenn wir Tablet-Maßstäbe ansetzen. Bei Bedarf tönt es ganz schön laut, ohne dabei zu übersteuern. An Bass fehlt es den Lautsprechern bauartbedingt. Wer Bass will, sollte vernünftige Kopfhörer anschließen.

Auch die Qualität der Kameras kann sich sehen lassen. Besonderes Lob gebührt Huawei für die Entscheidung, vorne und hinten die gleichen 8-Megapixel-Sensoren zu verbauen, was natürlich vor allem der oft fahrlässig vernachlässigten Frontkamera zugute kommt. Mit ihr gelinge Selfies schon recht gut - und auch Videotelefonate über Skype sind nicht nur in perfekt ausgeleuchteten Räumen möglich.

Positiv überrascht waren wir von der Akkulaufzeit des MediaPad M3 Lite. Im Schnitt (Surfen, Spielen, Verfassen von E-Mails, Textverarbeitung) gingen erst nach über zehn Stunden die Lichter aus.

Technische Daten Huawei MediaPad M3 Lite

  • Display: 10,1 Zoll, IPS
  • Auflösung: 1.920 x 1.200 Pixel (Full HD)
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 435 (1,4 Gigahertz)
  • RAM: 3 Gigabyte
  • Speicher: 32 Gigabyte
  • Anschlüsse: microUSB, microSD/SIM-Kartenschacht kombiniert, Kopfhörer
  • Gewicht: 458 Gramm
  • Frontkamera-Auflösung: 8 Megapixel
  • Hauptkamera-Auflösung: 8 Megapixel
  • Betriebssystem: Android 7.0 (Nougat)
  • Drahtlos: WLAN (a/g/n/ac), Bluetooth 4.0, GPS, LTE-Modem (optional)
  • (Basis)Preis: 300 Euro
  • Preis Testgerät: 330 Euro
  • Besonderheiten: LTE-Modem (optional), Fingerabdruckscanner, vier Lautsprecher

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Eine Status-LED oberhalb der Frontkamera informiert euch über Ereignisse und den Ladestand.
  • Bei komplett leerem Akku benötigt das Tablet vergleichsweise lang (knapp fünf Stunden), um vollständig aufgeladen zu sein.
  • Beim initialen Ladevorgang verfing sich das Gerät in einer Endlosschleife an Meldungen, Tönen und Vibrationen (Akku leer, Akku wird geladen, Akku leer, Akku wird geladen usw).
  • Über das installierte Android 7.0 (Nougat) stülpt Huawei die so genannte Emotion UI. Sie ist hauptsächlich optischer Natur, bringt aber unserer Meinung nach auch einige Verbesserungen in der Bedienung mit sich.

Huawei MediaPad M3 Lite: Fazit

Ein Tablet für die Gegenwart 7.6/10

Übermäßig viel Leistungsreserven bietet das Huawei MediaPad M3 Lite leider nicht. Doch das muss es vielleicht auch gar nicht. Wer sein Tablet vor allem zum Surfen nutzt und in den kommenden Jahren nicht andauernd grafiklastige Top-Games spielen will, findet in dem Android-Gerät einen sehr gut verarbeiteten, leichten Begleiter der mit gutem Display und langer Akkulaufzeit punkten kann.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Fingerabdruckscanner
  • Lautsprecher
  • Frontkamera

Das hat uns nicht gefallen

  • Leistungsreserven
  • Lange Akkuladezeit
Testnote 7,6 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

7,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

6,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Huawei Deutschland leihweise zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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