Huawei MediaPad im Test: Starker 7-Zöller ohne Ausdauer

Mäßige Akku-Leistung schmälert Rechenpower

Huawei sorgt nun auch im Tablet-Markt für Furore. Das 7-Zoll-Tablet MediaPad ist technisch auf dem neusten Stand und kostet in der 3G-Variante weniger als die günstigste iPad WiFi -Variante. Lediglich der Akku entpuppte sich im Test als Schwachstelle.

Mit dem Mobiltelefon Ideos X3 hat der chinesische Hersteller Huawei bereits bewiesen, dass sich Qualität und niedrige Preise bei Smartphones nicht ausschließen müssen. Mit dem sieben Zoll großen Tablet-PC MediaPad präsentiert der Hersteller nun auch eine preisgünstige Alternative zu Apples iPad 2 und Co.

Huawei MediaPad

An Verarbeitung oder Ausstattung hat Huawei bei seinem Tablet nicht gespart. Das MediaPad wird angetrieben von einem 1,2 Gigahertz schnellen Dual-Core-Prozessor. Das Display löst in HD-Qualität auf, die maximale Auflösung beträgt 1.280 x 800 Pixel. Der Nutzer kann zwischen zwei Auflösungen wählen, auch eine Bildschirmauflösung von 1.076 x 600 ist möglich, um etwa Symbole dauerhaft vergrößert darzustellen. Zum Wechsel ist aber ein Neustart erforderlich. Der Arbeitsspeicher ist ein Gigabyte groß. Auf der Rückseite befindet sich eine 5-Megapixel-Kamera und auf der Vorderseite eine Frontkamera für Videotelefonate. Lediglich der Hauptspeicher ist mit acht Gigabyte knapp bemessen, dem Nutzer stehen davon sogar nur sechs Gigabyte zur Verfügung. Per Speicherkarte lässt sich das Gerät aber um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Unterstützt werden Micro-SD-Karten und Micro-SDHC-Karten.

Umgeben ist die ganze Technik von einem schicken Metallgehäuse, das im Test an den HTC Flyer erinnerte. Die Verarbeitung ist hochwertig, allerdings hat auch Huawei nicht das Hauptproblem von Touchscreens gelöst: Schon nach kurzer Zeit ist das MediaPad mit Fingerabdrücken übersäht. Dafür hat der Hersteller sich der Probleme einiger anderer Android-Tablets angenommen: So passt sich nun etwa die Belegung der Lautstärke-Tasten automatisch an die Bildschirmausrichtung an. Kritik hagelt es dagegen für die Positionierung der Lautsprecher am linken Gehäuserand. Hier verdeckt der Nutzer diese sehr schnell beim Halten des Tablets mit seinen Händen, was Lautstärke und Tonqualität deutlich mindert.

Leistungsstarker Dual-Core-Prozessor

Im netzwelt-Test präsentierte sich das Huawei MediaPad leistungsstark. Die Wiedergabe von Avi-Dateien im Full-HD-Format war kein Problem. Der Clip lief vollkommen ruckelfrei. Bei der Wiedergabe des gleichen Films im Format H.264 hatte das MediaPad dagegen stark zu kämpfen. Aufwendige 3D-Spiele wie das Rennspiel Asphalt 6 waren wiederum kein Problem für das MediaPad - auch nicht, wenn im Hintergrund zahlreiche Apps geöffnet waren.

Enttäuschend ist dagegen die Qualität der hinteren Haupt-Kamera. Bei Fotos zeigte sie einen Blaustich, bei Videoaufnahmen zog sie deutlich nach. Die Klangqualität des Gerätes ist befriedigend, Musik hören ist über das Tablet aber kein Genuss. Bei hohen Lautstärken übersteuert der Lautsprecher viel zu schnell.

Knapp vier Stunden Full-HD-Videowiedergabe

Der Akku des Huawei MediaPad bietet eine Kapazität von 4.100 Milliamperestunden. Er fällt damit etwas größer aus als bei der Konkurrenz von Samsung und HTC, die in ihren 7-Zoll-Tablets Galaxy Tab und Flyer jeweils einen Akku mit einer Kapazität von 4.000 Milliamperestunden verbaut. Laut Huawei soll das MediaPad damit bis zu sechs Stunden Videowiedergabe in Full-HD leisten. Im Test schaffte das Gerät mit eingeschalteten WLAN aber nur circa vier Stunden. Ein eher mäßiger Wert.

Schaltet der Nutzer beim Film gucken das WLAN aus, hält das MediaPad etwas länger ohne Stromzufuhr durch - in iPad-Sphären wandelt das MediaPad aber auch dann nicht. Zum Aufladen benötigt das Huawei MediaPad nach einer vollständigen Entladung circa zweieinhalb bis drei Stunden. Das Laden ist nicht über die USB-Schnittstelle möglich, sondern nur mit dem beiliegenden Schnellladekabel.

Anschlussfreudig

Musik, Fotos und Co. gelangen auf das Gerät via USB-Verbindung mit dem Computer oder Mac. Alternativ kann der Nutzer auch eine Micro-SD-Speicherkarte bespielen und sie in das Gerät einlegen.

Fotos und Videos sowie der gesamte Bildschirminhalt können auch über eine HDMI-Schnittstelle auf einen Fernseher oder Monitor übertragen werden. Ein entsprechendes Kabel legt Huawei dem Gerät aber nicht bei. Im Lieferumfang befindet sich nur ein USB-Kabel zur Datenübertragung.

Trojaner-Alarm 

Das Anschließen des Huawei MediaPads sorgte im Test für eine Warnmeldung von Avira Antivir. In der Datei Autorun.exe, die sich in einem zusätzlich vom MediaPad erstellten virtuellen CD-Laufwerk verbirgt, soll sich dem Anti-Virus-Programm zufolge der Trojaner Crypt.CFI.Gen verstecken. Ersten Nutzerberichten zufolge sollen auch regulär im Handel erworbene Geräte von dem Problem betroffen sein.

Beim Anschluss des Huawei MediaPads an den Rechner kam es im Test zu einer Virenwarnung.
Beim Anschluss des Huawei MediaPads an den Rechner kam es im Test zu einer Virenwarnung. (Quelle: Screenshot)

Hinter der Meldung verbirgt sich aber nicht, wie viele Nutzer sicherlich fürchten, ein Spionage-Versuch der chinesischen Regierung, sondern offenbar schlicht und einfach ein Fehlalarm, wie ein Online-Scan der Datei ergab. Eine entsprechende Entwarnung von Huawei steht aber noch aus. Bis dahin sollten Nutzer die Datei Autorun.exe nicht öffnen.

Android pur 

Als Betriebssystem kommt auf dem Huawei MediaPad Android 3.2 zum Einsatz. Googles Honeycomb hat Huawei nahezu unverändert gelassen. Lediglich die Office Suite Huawei Office hat der Hersteller mit einigen weiteren Apps auf dem Tablet-PC vorinstalliert.

Huawei Office erlaubt das Bearbeiten von Microsoft Office-Dateien auf dem Tablet-PC. Am bequemsten geht dies mit einer Blutooth-Tastatur, die mit dem Tablet verbunden ist. Open-Office-Dokumente kann das Programm nicht öffnen.

Modelle und Varianten

Als Testgerät stand netzwelt die WLAN-Variante des Huawei MediaPad zur Verfügung. Im deutschen Handel wird aber laut Hersteller nur das 3G- und WLAN-fähige Modell erhältlich sein. Verschiedene Speicherausführungen gibt es anders als bei anderen Tablet-PCs nicht.

Zum Lieferumfang des MediaPads gehören ein Ladegerät, ein USB-Kabel und eine Kurzanleitung. An Zubehör bietet Huawei aktuell eine Schutzhülle sowie eine matte Display-Folie an, mit der sich Spiegelungen reduzieren lassen.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für das Huawei MediaPad lautet 399 Euro. Im Versandhandel ist das Gerät bereits ab 380 Euro erhältlich. Mobilfunkbetreiber haben das MediaPad aktuell nicht in ihrem Angebot.

Eine Alternative ist das technisch ähnlich ausgestattete Dell Streak 7, das mittlerweile für rund 240 Euro erhältlich ist. Ursprünglich wurde es noch mit Android 2.3 ausgeliefert, nun steht ein Update auf Android 3.2 für das Gerät bereit.

Huawei MediaPad: Fazit

Schwächen bei der Laufzeit 4.8/10

Das Huawei MediaPad bietet eine technisch hervorragende Ausstattung und eine hochwertige Verarbeitung. Der größte Schwachpunkt des Gerätes ist die mäßige Akkulaufzeit. Dennoch bleibt das Huawei MediaPad angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses ein echter Geheimtipp für preisbewusste Tablet-Käufer.

Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung
  • Ausstattung

Das hat uns nicht gefallen

  • Leistung
  • Akkulaufzeit
Testnote 4,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
6,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

5,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

5,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

4,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

4,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde von Huawei zu Verfügung gestellt und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Huawei MediaPad im Zeitverlauf
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  • Huawei MediaPad: 7-Zoll-Tablet ab Ende November erhältlich

    25.10.2011 Huawei bringt seinen sieben Zoll großen Tablet-PC Huawei MediaPad nun auch nach Deutschland. Ab Ende November ist das Android 3.2-Tablet für 399 Euro im Handel erhältlich. Zu den Highlights des Gerätes zählen das robuste Alu-Gehäuse und die vergleichsweise hohe Auflösung.

    Das 7-Zoll-Display bietet eine maximale Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln und übertrifft damit die meisten Konkurrenten, der gleichgroße HTC Flyer bietet beispielsweise nur eine Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln. Dank eines HDMI-Ausganges lässt sich das Huawei MediaPad auch bequem an einen Fernseher oder einen HDMI-Monitor anschließen. Angetrieben wird das Huawei MediaPad von einem 1,2 Gigahertz starken Dual-Core-Prozessor. Auf der Rückseite verbaut der Hersteller eine 5-Megapixel-Kamera, die auch Videos in HD aufzeichnen kann. Auf der Vorderseite steht eine Frontkamera für Videotelefonate bereit. Der interne Speicher lässt sich per microSD-Karte erweitern.

    Dank SIM-Kartenschacht kann der Nutzer mit dem Huawei MediaPad nicht nur über das heimische WLAN ins Netz gehen, sondern unterwegs auch über das Mobilfunknetz. Eine Telefonfunktion bietet das Huawei MediaPad aber nicht. Der Akku bietet eine Kapazität von 4.100 Milliamperestunden, damit sollen unter anderem sechs Stunden Videowiedergabe in HD möglich sein.

    Erhältlich ist das Huawei MediaPad ab Ende November. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers lautet 399 Euro. Eine Kooperation mit Netzbetreibern ist derzeit nicht geplant, ebenso wenig eine reine WiFi-Variante. Bereits Anfang November will Huawei mit dem Huawei Vision ein weiteres Smartphone auf den deutschen Markt bringen, zu Weihnachten soll dann das Einsteiger-Smartphone Huawei Sonic folgen.

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