Inline AmpUSB im Kurztest: HiRes-Röhrenverstärker für den Rechner

Retro-Charme für den Schreibtisch

inline Kopfhörerverstärker 1

Einen gewaltigen Qualitätssprung für Musik, die aus dem Rechner kommt verspricht Hersteller Inline, wenn ihr euch diesen Mini-Kopfhörerverstärker mit USB-Anschluss zulegt. Wir haben "die Röhre" ausprobiert und sagen euch, ob sich die Investition lohnt. Für das Design gibt es auf jeden Fall schon einmal den ersten Pluspunkt.

Der Klang eines Röhrenverstärkers lässt Musikliebhaber auch heute noch aufhorchen. In digitalen Zeiten schätzen sie die Röhre vor allem wegen ihres warmen Klangbildes. Das verspricht auch das Testgerät. Für knapp 230 Euro gibt es den Inline AmpUSB derzeit bei Online-Händlern wie Amazon. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers lautet 269 Euro.

Das ist das Versprechen

"Als neuer Zugang präsentiert sich der Kopfhörer-Röhrenverstärker InLine AmpUSB. Sein weicher, detailreicher und röhrentypisch satter Klang schmeichelt auch strengen Ohren passionierter Hi-Fi-Fans" - sagt InLine. Wir hatten bereits den günstigeren Kopfhörer-Verstärker AmpEQ sowie den Bluetooth-Kopfhörer Pure 1 im Test. Beide Produkte schnitten gut ab. Für das aktuelle Testgerät gibt InLine folgende technische Daten (Auszug) an.

  • DAC-Chip: Cirrus Logic CS4392
  • Integrierter Popfilter
  • LED-Anzeige (DSD / PCM-Wiedergabe)
  • Unterstützt ASIO und WASAPI
  • Unterstützt DSD nativ oder DSD über PCM (DoP)
  • Maximale Leistung Kopfhörerausgang: 210 mW bei 16 Ohm // 190 mW bei 32 Ohm
  • Kompatibel zu Mac und PC

Design und Verarbeitung

Der Kopfhörer-Verstärker passt locker auf die Handfläche und wiegt 284 Gramm. Das silberfarbene Gehäuse besteht vollständig aus Metall. Die Machart ist eher robust, wie beim Werkzeugbau - an der generellen Verarbeitungsqualität haben wir aber nichts auszusetzen. Optisches und technisches Highlight ist natürlich die Röhre, die im Betrieb ein beruhigend bernsteinfarbenes Licht abgibt. Vor Beschädigungen ist sie durch zwei stabile Metallrohre geschützt.

Auf der Vorderseite finden sich neben einer LED-Matrix, die Auskunft über die Betriebsart gibt, ein 6,3-Millimeter- und ein 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss. Außerdem gibt es hier noch den analogen Lautstärkeregler, der bei unserem Testgerät ein leichtes Horizontalspiel aufwies. Auf der Rückseite gibt es einen USB-Anschluss, einen 12-Volt-Stromanschluss sowie einen digitalen Ausgang zum Befeuern von angeschlossenen Lautsprechern.

Aufbau und Setup

Um den Verstärker in Betrieb zu nehmen, braucht es nicht viel. Schließt den Röhrenverstärker einfach mit Hilfe des mitgelieferten USB-Kabels an einen freien USB 2.0-Port des Rechners (Mac oder PC) an, dreht am Rad, sodass sich das Gerät einschaltet und wartet, bis das System den Verstärker registriert hat. Die notwendigen Treiber liefert der Hersteller etwas antiquiert auf CD mit. Ist dieser installiert, kann es mit dem Hörtest schon losgehen.

Optional könnt ihr noch die Software JRiver Media Center installieren, eine Trial-Version gehört zum Lieferumfang. Das Programm ist nicht unwichtig, wenn ihr alles aus dem Verstärker herausholen möchtet. So könnt ihr etwa auswählen, ob DSD (Direct Stream Digital) nativ "durchgeschliffen" wird oder der Modus DoP (DSP over PCM) aktiv sein soll. Zudem sind viele weitere Tuning-Maßnahmen möglich, um digitaler Musik wieder einen leicht nostalgischen Röhrenhauch zu verpassen.

Mit einem Trick könnt ihr den Verstärker übrigens auch an eure Apple-Geräte anschließen. Dazu ist der derzeit etwa 35 Euro teure Apple Lightning auf USB Camera Adapter notwendig, der über einen USB-Anschluss verfügt.

Hörtest: Zurück in analoge Zeiten

Die Röhre sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der kleine Verstärker über aktuelle Wandlertechnik verfügt. Aber wie klingt das etwa 230 Euro teure Zubehör? Wir nehmen unsere hoch auflösende Wiedergabeliste von unseren Kopfhörertests und starten ein paar Probedurchläufe. Als Test-Setup dient ein gut ausgestatteter Windows-PC sowie der Shure SRH1540, ein geschlossener Studio-Kopfhörer der 500-Euro-Klasse (Testbericht folgt).

Zunächst der Test ohne Kopfhörerverstärker, allein über den Onboad-Sound des Rechners. Björks Remix von "All is full of love" klingt schon recht ausgewogen. Wir schreiben dies vor allem dem hochwertigen Shure-Kopfhörer zu. Kurz ein paar Kabel umgesteckt und den Kopfhörer am AmpUSB angeschlossen. Der Klang wird tatsächlich deutlich wärmer - genau diesen Effekt hatten wir uns vom Röhrenverstärker erhofft.

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Nicht untypisch: Wer den Verstärker erst einschaltet, wenn die Kopfhörer bereits auf den Ohren ruhen muss sich eine kurze Weile gedulden, bis die Musik ankommt. Zuerst wird nur eine Kopfhörerseite bespielt, dann erst setzt der Stereo-Effekt ein. Zudem ist mit dem InLine-Verstärker natürlich ein deutlich höheres Lautstärke-Niveau möglich - bis deutlich in den gesundheitsgefährdenden Bereich hinein. Die hohen Pegel benötigt ihr im Kopfhörerbetrieb wohl kaum, sie sind aber dann praktisch, wenn ihr den Verstärker im Zusammenspiel mit Lautsprechern betreiben wollt.

Fazit: Die gute, alte Neuzeit

Der InLine-Verstärker bietet mit passenden Treibern ausreichend Möglichkeiten, lange am gewünschten Lieblingsklang zu tüfteln. Sehr lange. Und hat man ihn gefunden - wir sprechen hier aus Erfahrung - findet man sich umgehend erneut in den Menü-Tiefen wieder. Frei nach dem Motto: Geht da vielleicht noch mehr? Unterm Strich verdient sich der InLine AmpUSB eine Empfehlung. Diejenigen unter euch, die sich bei modernen High Resolution-Files bei der Suche nach der Seele der Musik verlaufen haben und im Herzen ein wenig nostalgisch geblieben sind, dürften mit ihm glücklich werden. Sollte die filigrane Röhre einmal zu Bruch gehen: Ersatz kostet aktuell etwa 25 Euro.

Inline Amp USB Kopfhörerverstärker
8
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