Intel 535 Series im Test: Teurer Speicher mit Anspruch

Flash-Speicher im Praxiseinsatz

Intel 535 Series 120 GB - Titelbild

120 Gigabyte Solid-State-Drive-Speicher von Intel - das verspricht eine solide Angelegenheit zu sein. Die Consumer-SSD aus der 535-Serie punktet auch gleich mit besonders langer Garantiezeit und ordentlicher Verarbeitung. Bei der Performance hakt es im Test jedoch ein wenig.

Inhaltsverzeichnis

  1. Software und Leistung
  2. Besonderheiten
  3. Fazit

Intel zielt mit den Solid State Drives (SSD) der 535-Serie auf den privaten Endanwender ab und wir haben uns die Platte mal näher angesehen. Testkandidat ist die 120-Gigabye-Variante. Intel steht nicht unbedingt für besonders preiswerte Produkte und so verwundert der Tagespreis (Stand: 3. Juli 2016) von 54,11 Euro nicht. Das macht immerhin 45 Cent pro Megabyte - zum Vergleich: Die 120-Gigabyte-SSDs der Mitbewerber Intenso und OCZ liegen bei rund 29 beziehungsweise 35 Cent. Aber der Preis ist ja nicht alles.

Bei der Handhabung kann sich die 535er allerdings noch nicht besonders hervortun: Die Verarbeitung ist so gut wie bei fast allen SSDs, Anschluss und Inbetriebnahme klappten wie zu erwarten einwandfrei und auch das Zurücksetzen in den Werkszustand zum Löschen aller Daten (Secure Erase) lief im Test sauber durch - was bei der Samsung-SSD Evo 850 etwa nicht der Fall war. Auch die Verarbeitung ist einwandfrei, das stabile Gehäuse ließe sich sogar aufschrauben.

Der niedrige AS-SSD-Wert wird vor allem durch die Schreib-Raten verursacht, wie auch CrystalDiskMark bestätigt.
Der niedrige AS-SSD-Wert wird vor allem durch die Schreib-Raten verursacht, wie auch CrystalDiskMark bestätigt. (Quelle: netzwelt)

Software und Leistung

Die Benchmarks des Testobjekts sind aber erstaunlich. Mit einem AS-SSD-Wert von gerade einmal 604, liegt der Intel-Speicher hinter den günstigeren OCZ und Intenso, die auf 703 und 657 kommen. Ein Blick auf die Kontrollwerte zeigt, dass die SSD zwar schnell genug liest, aber offenbar Probleme mit dem Schreiben hat, was den Gesamtwert herunter zieht. Insgesamt sind diese Performance-Werte für den Preis nicht wirklich angemessen. Zum direkten Vergleich: Die OCZ-Platte kommt bei CrystalDiskMark beim sequentiellen Schreiben auf 490 Megabyte pro Sekunde (MB/s), der Intel-Speicher nur auf 229 MB/s.

Der niedrige AS-SSD-Wert wird vor allem durch die Schreib-Raten verursacht, wie auch CrystalDiskMark bestätigt.
Der niedrige AS-SSD-Wert wird vor allem durch die Schreib-Raten verursacht, wie auch CrystalDiskMark bestätigt. (Quelle: netzwelt)

Intels Solid-State-Laufwerk-Toolbox beherrscht Updates und Secure Erase und liefert zudem einige ganz nützliche, aber auch nicht wirklich weltbewegende Utilities, etwa zum Defragmentieren oder das Vorausladen von Daten (prefetching). Ihr findet auch Informationen darüber, ob die Platte korrekt angeschlossen ist, allerdings nicht so gut und eindeutig gelöst wie beim Samsung Magician. Ob eine SSD korrekt an einem Serial-Advanced-Technology-Attachement-6G-Anschluss (SATA) im Advanced-Host-Controller-Interface-Modus (AHCI) hängt, sollte eine Software möglichst einfach und prominent anzeigen.

Schade: Viele Tools von SSD-Herstellern bieten die Option, einen Live-Universal-Serial-Bus-Stick (USB) zu erstellen, um das Zurücksetzen auf den Werkszustand zu ermöglichen, sollte dies im normalen Betrieb nicht möglich sein - Intel tut dies nicht. Andererseits war das im Test auch gar nicht notwendig. Letztlich fehlt auch die Option Over Provisioning. Alles in allem bietet die Software aber die wichtigsten Funktionen und ist einfach und übersichtlich gehalten. Außen vor bleibt die Funktion "Intel SSD Optimizer", die lediglich im Zusammenspiel mit weiteren Intel-SSDs als Redundant Array of Independent Disks (RAID) und Intel Rapid Storage Technology (RST) funktioniert.

Besonderheiten

Zu guter Letzt investiert Intel aber doch noch etwas in den guten Namen: Mit einer Garantiezeit von immerhin fünf Jahren, und damit zwei mehr als üblich, zeigt Intel Vertrauen in die eigene Verarbeitungsqualität. Und je nach Einsatzzweck könnten zwei Jahre zusätzliche Garantiezeit durchaus interessanter sein als bessere Performance - allerdings sind die Schreib-Werte doch arg schlecht ausgefallen. Daher ein Tipp: Wenn ihr fünf Jahre Garantie wollt, könnt ihr alternativ eine Samsung EVO erwerben. Falls ihr es mit Intel versuchen wollt, testet die SSD auf dem System, auf dem sie laufen soll - Messwerte wanken immer von System zu System und vielleicht könnt ihr mit eurem Ergebnis leben.

Intel SSD 535 Series: Fazit

Lange Garantie und mäßige Leistung bei zu hohem Peis. 7.6/10

Die schlechten Benchmark-Ergebnisse im Test gepaart mit dem hohen Preis sprechen nicht unbedingt für einen Kauf. Auch die ordentliche Software kann da nicht viel helfen, zumal es auch da besseres gibt, etwa von OCZ oder Samsung. Lediglich die Garantiezeit von fünf Jahren spricht wirklich für Intels Solid-State-Speicher. Wer spezielle Systeme mit Intel-SSD-RAIDs und RST betreibt, mag natürlich von derlei Techniken profitieren, aber als normale Privatnutzer findet ihr bessere Möglichkeiten, euren Speicherhunger zu stillen.

Das hat uns gefallen

  • lange Garantiezeit
  • problemloses Secure Erase

Das hat uns nicht gefallen

  • hoher Preis
  • niedrige Benchmark-Ergebnisse beim Schreiben
Testnote 7,6 von 10
Bewertet von Mirco Lang
6,0 / 10
Performance

Performance Wie schnell kann auf den Speicher geschrieben beziehungsweise von ihm gelesen werden? Dies testen wir mit diversen Benchmark-Tools.

8,0 / 10
Software

Software Welche Software legt der Hersteller der SSD bei? Welche Funktionen bietet diese.

9,0 / 10
Verarbeitung/Handhabung

Verarbeitung/Handhabung Wie steht es um die Qualität von Gehäuse und Steckern? Gibt es beim Einbau Probleme?

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