Jabra Vega im Test: Kopfhörer mit sehr guter Geräuschfilterung (ANC)

Preis-Leistungs-Geräuschskiller

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Mit dem Jabra Vega schickt der dänische Hersteller seinen ersten Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) ins Rennen. Im Test hinterlässt der bequeme Kopfhörer einen guten Eindruck und kann bei der Geräuschfilterung sogar mit dem Bose QuietComfort 15 mithalten. Und der Preis ist derzeit mehr als fair.

Von Jabra kennen wir bereits den Bluetooth-Kopfhörer Revo Wireless, der uns im Test überzeugen konnte. Nun setzen wir uns mit dem Modell Jabra Vega ein ohrumschließendes Modell auf den Kopf, das auf dem Papier neugierig macht. Die technischen Daten und Kernfunktionen im Überblick.

Technische Daten Jabra Vega

  • Typ: Kabelgebundener Over-Ear-Kopfhörer
  • Gewicht: 307 Gramm
  • Geräuschunterdrückung (ANC)
  • Kabelgebundene Fernbedienung mit einer Taste
  • Treibergröße: 40 Millimeter
  • Impedanz: 32 Ohm
  • Frequenzbereich: 20 Hertz bis 20 Kilohertz
  • Kabellänge: 1,20 Meter (Kabel abnehmbar, beidseitig einsteckbar)
  • Besonderheiten: Ohrmuscheln klappbar, spezielle „Lauschtaste“, Dolby-fähig
  • Lieferumfang: Stofftasche, Kabel, Flugzeugadapter, Schnellstartanleitung
  • (Online)-Preis: etwa 170 Euro

Design, Verarbeitung, Preis

Nach dem Entblättern des Kopfhörers aus der schicken Verpackung finden wir den Vega fein säuberlich an oberster Stelle vor. Kurzer Blick auf das enthalte Zubehör: Von einer Transporttasche aus Stoff bis zum Flugzeug-Adapter ist alles enthalten, was man von einem Kopfhörer dieser Preisklasse erwarten darf. Apropos Preis: Der unverbindlichen Preisempfehlung von Jabra von 299 Euro könnt ihr mit einem Lächeln begegnen. Online gibt es den Vega bereits viel, viel günstiger, sogar schon ab 170 Euro.

Die Ohrmuscheln sind mit Kunstleder gepolstert, der Metallbügel ist mit einem Gummiüberzug ummantelt. Die Verarbeitung ist hochwertig und auf ähnlich hohem Niveau wie auch schon der Revo Wireless. Auch an sensiblen Stellen wie den Drehgelenken der Ohrmuscheln lässt der Hersteller gebührend Sorgfalt walten. Das haben wir auch schon anders erlebt.

Die linke Gehäuseschale könnt ihr abnehmen - darunter verbirgt sich das Batteriefach für eine AAA-Batterie. Den Energieträger benötigt der Vega nur zum Betrieb der ANC-Funktionen. Laut Hersteller reicht eine Batterie für einen 35-Stunden-Dauerbetrieb. Das haben wir nicht überprüft. Das Gute: Sollte die Batterie unterwegs leer sein, funktioniert lediglich das ANC-System nicht mehr. Musik könnt ihr dennoch hören.

Tragekomfort und Passform

Laut Jabra wiegt der Vega 278 Gramm. Offenbar gehen die Waagen in Dänemark ein wenig anders, wir haben 296 Gramm gemessen, mit eingelegter Batterie sind es 307 Gramm. Dem Tragekomfort steht das Gewicht nicht im Wege. Im Gegenteil: Der Over-Ear-Kopfhörer kommt zwar nicht ganz an die hervorragende Passform des Samsung Level Over heran, ordnet sich aber mühelos im oberen Testumfeld ein.

Selbst nach mehreren Stunden Tragezeit konnten wir keine Druckstellen beklagen und es entsteht kein Gefühl der Enge, da der Anpressdruck in unseren Augen genau richtig ist. Dazu trägt auch der stufenlos verstellbare Bügel bei, der den Vega sowohl auf kleinen als auch großen Köpfen sicher platziert. Für den Transport lässt sich das Testgerät auf Grund des starren Bügels zwar nicht komplett zusammenfalten, jedoch könnt ihr die Ohrmuscheln eindrehen, sodass der Vega besser in die mitgelieferte Transporttasche passt. Praktisch: Beim Eindrehen der Ohrmuscheln wird das ANC automatisch deaktiviert, sodass sich die Batterie nicht unnötig entlädt. Ein durchdachtes Detail.

Active Noise Cancellation (ANC)

ANC - die drei Zauberbuchstaben für gestresste Großraumbüro-Arbeiter oder Flugreisende. Mit Hilfe von im Kopfhörer verbauten Mikrofonen fängt das System Außengeräusche ein und eliminiert sie mittels Gegenschall. So viel zur Theorie. Doch bereits bei deaktiviertem ANC schirmen die Polster viele störende Außengeräusche ab.

Rechts wie links: Das stoffummantelte Kabel findet bei beiden Ohrmuscheln Zugang.
Rechts wie links: Das stoffummantelte Kabel findet bei beiden Ohrmuscheln Zugang. (Quelle: netzwelt)

Nach dem Umlegen eines kleinen Schalters an der Ohrmuschel wird es dann richtig still. Die aktive Geräuschunterdrückung gelingt dem Vega gut, ist vergleichbar mit der des hochgelobten Bose QuiteComfort und besser als bei der Konkurrenz von AKG (K495 NC) und Samsung (Level Over / Level On). Im Betrieb hört ihr ein leises Grundrauschen, was im Vergleich zu den genannten Konkurrenten aber sehr leise ausfällt. Im Musikbetrieb geht es vollkommen unter.

Hohe Frequenzen und Stimmen gelangen trotzt aktivem ANC an eure Ohren. Auch dieser Kopfhörer schafft es nicht, sämtliche Frequenzen auszublenden. Im Flugzeug etwa bekommt ihr vom Triebwerksgeräusch nichts mit, hört aber gedämpft das Baby-Geschrei. Die "Glocke", die der Jabra Vega erzeugt, schafft es im Büro jedoch, die Konzentration deutlich zu steigern. Clever: Ein Druck auf eine kleine Erhebung an der rechten Ohrmuschel reicht aus, und ihr könnt die verbauten Mikrofone nutzen, um leicht verstärkt in den Raum reinzuhorchen. Praktisch, etwa wenn ihr dem Fahrkartenkontrolleur in der Bahn kurz zuhören wollt ohne gleich den ganzen Kopfhörer absetzen zu wollen.

Soundcheck

Der Jabra Vega ist kein Krawallbruder, macht aber schon ein wenig auf dicke Hose. Das gilt vor allem bei aktivem ANC. Bei Instumental-Stücken erzeugt dies oft eine übertrieben düstere, leicht schwere Grundstimmung. Übertreiben wir einmal: Wo etwa der (doppelt so teure) B&W P7 sein luftig klares Sommerkleid anzieht, befreit aufspielt und jede einzelne Note scheinbar schwerelos im Kopfraum nachschwingt, steigt der Jabra Vega gerade pitschnass und ein wenig angenervt aus dem angrenzenden Fluss. Deaktiviert ihr ANC, schüttelt sich der Vega kurz und wirkt eine ganze Ecke entspannter.

Ärgerlich: Der Sound ist stark davon abhängig, wie ihr den Vega auf den Ohren positioniert. Schon kleine Veränderungen an der Position reichen aus, und das Klangerlebnis wird ein völlig anderes. Zum Glück ist die Passform so ausgelegt, dass der Kopfhörer nicht versehentlich verrutscht.

Seine etwas bassbetonte Sicht auf die Welt kommt dem Jabra natürlich bei elektronischer Musik zugute. Dann überzeugt die Grundabstimmung vom Fleck weg. Dementsprechend gut gefällt uns der Sound des Testgerätes auch bei Reggae, Dub oder Ska. Wer mit dem Sound gar nicht klar kommt, kann ihn mittels einer kostenlosen Dolby-App tunen. Dazu ist ein Entsperrcode notwendig, der jedem Vega-Kopfhörer beiliegt.

Straßenpreis von 170 Euro? Damit ist der Jabra Vega fast schon ein No-Brainer. So wie unser Glaskopf.
Straßenpreis von 170 Euro? Damit ist der Jabra Vega fast schon ein No-Brainer. So wie unser Glaskopf. (Quelle: netzwelt)

Gut zu wissen: Auch wenn euch der Vega nicht die Ohren vom Kopf pustet hören Außenstehende bei hohen Pegeln eure Musik mit. Das kann in Bus und Bahn für Unmut sorgen. Da die Klangqualität ein höchst subjektives Empfinden ist gilt wie immer auch für diesen Kopfhörer - am besten Probehören und notfalls vom Rückgaberecht Gebrauch machen.

Jabra Vega: Fazit

Viel Noise Cancelling zum geringen Preis 7.3/10

Der Jabra Vega punktet mit einem guten, bassbetonten Sound und sehr gutem ANC. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau und auch der Tragekomfort gefällt uns. Der derzeitige Online-Preis von 170 Euro ist für das Gebotene mehr als fair.

Das hat uns gefallen

  • Gutes Noise Cancelling
  • Hoher Tragekomfort
  • Automatische Abschaltung des ANC

Das hat uns nicht gefallen

  • Klang nicht ganz ausgewogen
  • Hörerlebnis stark positionsabhängig
Testnote 7,3 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

7,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns freundlicherweise von iBood zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
Leserwertung

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Bestenlisten

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