Galaxy S8-In-Ears (AKG) gegen Apple EarPods: Welche Gratis-Kopfhörer sind besser?

Smartphone-Kopfhörer im Vergleichstest

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von Michael Knott
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Die AKG-Kopfhörer (Samsung Galaxy S8) und Apples EarPods (iPhone) findet ihr als kostenlose Zugabe. Separat kosten Apples EarPods 35 Euro. Samsungs namenslose AKG-Kopfhörer sollen für 99 US-Dollar in den Einzelverkauf gehen.

AKG-Kopfhörer im Wert von 100 Euro legt Samsung dem Galaxy S8 (Plus) kostenlos bei. Auch Apple zeigt sich spendabel und stattet neue iPhones mit den kabelgebundenen EarPods aus. Doch welche Gratis-Kopfhörer sind besser? Finden wir es in diesem Vergleich heraus.

Der südkoreanische Konzern Samsung hat den Elektronikriesen Harman im März diesen Jahres übernommen. Zu Harman gehört auch die Marke AKG. Erste Früchte dieser Übernahme zeigten sich bereits beim von uns getesteten Samsung-Tablet Galaxy Tab S3. Der Schriftzug "Tuned by AKG" findet sich hier auf der Gehäuserückseite.

Dem brandneuen Smartphone-Modell Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus legt Samsung sogar In-Ear-Kopfhörer von AKG bei. Bei verschiedenen Gelegenheiten betonte Samsung gerne, dass die Kopfhörer im freien Verkauf nicht unter 100 Euro über die Ladentheke gehen würden. Zu einem späteren Zeitpunkt will Samsung diese In-Ears auch separat anbieten.

Das Problem: Samsung macht keinerlei Angaben zur verbauten Technik. Auch existiert keine exakte Modellnummer für die speziellen Gratis-AKG-Kopfhörer. Also vergleichen wir sie mit den altbekannten EarPods von Apple, die zum Lieferumfang des iPhones gehören. Die kabellosen Bluetooth-Kopfhörer AirPods sind vergleichbar, klingen fast genauso und auch bei der Passform gibt es kaum Unterschiede.

Design und Verarbeitung

Apples EarPods kosten 35 Euro und sind ausschließlich in Weiß erhältlich. Samsungs namenlose AKG-Ohrstecker kommen mit schwarzem Anstrich ins Haus. 120 Zentimeter ist das stoffummantelte Kabel der AKG-Kopfhörer lang. Die "nackte" Strippe an Apples EarPods ist knapp zehn Zentimeter kürzer. Bei beiden Kopfhörermodellen findet ihr eine in das Kabel eingearbeitete Fernbedienung mit vergleichbaren Funktionen. Die Druckpunkte sind bei beiden Modellen gut, gefallen uns bei den EarPods jedoch etwas besser.

Apple verzichtet konzeptbedingt auf Silikonaufsätze, die Samsung seinen AKG-Kopfhörern in verschiedenen Größen beilegt. Das hat Auswirkungen auf die Passform, dazu jedoch später mehr. Aus reinen Designgesichtspunkten wirken die EarPods stimmiger und sind aufgrund der fehlenden Aufsätze weniger anfällig für Verschmutzungen. Mit einem Gewicht von 15 Gramm sind die AKG-Kopfhörer vergleichbar schwer wie die EarPods (12 Gramm).

Die zugehörigen, nicht abnehmbaren Fernbedienungen ähneln sich auffallend und bieten nahezu identische Funktionen.
Die zugehörigen, nicht abnehmbaren Fernbedienungen ähneln sich auffallend und bieten nahezu identische Funktionen. (Quelle: netzwelt)

Mit den ikonisch weißen Apple-Kopfhörern im Ohr gebt ihr aber immer auch ein Statement ab - nicht umsonst gab es vor langer Zeit mal den offiziellen Hinweis von US-Behörden, es Dieben nicht allzu leicht zu machen. Die konnten nämlich schon aus der Ferne erkennen, ob sich der Griff in die Tasche nach dem iPod oder iPhone lohnt. Mit den AKG-Kopfhörern im Ohr seid ihr jedenfalls definitiv unauffälliger im Stadtbild unterwegs.

Passform

Bei In-Ear-Kopfhörern ist ein exakter Sitz extrem wichtig für den Klang. Uns ist es daher unbegreiflich, warum es bei Apples Kopfhörern - egal ob bei EarPods oder AirPods - heißt: One Size fits all. Uns passen die EarPods prinzipiell. Wir kennen aber sehr viele Menschen, die mit der speziellen Form überhaupt nicht leben können, da die In-Ears von Apple stets aus den Ohren fallen. Für diese Menschen gibt es Zubehör in Form von Aufsätzen von Drittanbietern.

Vorteil Samsung: Der Hersteller legt seinen AKG-Kopfhörern Silikonaufsätze in drei unterschiedlichen Größen bei. Hier dürfte für jeden Gehörgang die passende Größe dabei sein. Folgerichtig sitzen die AKG-Kopfhörer deutlich besser im Ohr, fallen nicht so schnell heraus und filtern auch deutlich mehr Umweltgeräusche heraus. Ihr seid also deutlich besser abgeschirmt. Mit den EarPods joggen? Geht nicht bei jedem. Mit den AKG-Kopfhörern die es als Gratis-Zugabe zu jedem neuen Galaxy S8 gibt? Überhaupt kein Problem.

Klang

Ohne die Vorlage eines technischen Datenblattes sehen wir die Samsung-Aussage, die kostenlosen AKG-Kopfhörer hätten einen Wert von 100 Euro, als reinen Marketing-Gag an. Wir brauchen auch das Datenblatt nicht um eines mit Gewissheit sagen zu können: Hätten wir gerade 100 Euro für diese In-Ear-Kopfhörer überwiesen, wir wären enttäuscht. Zwar klingen die AKG-In-Ears nicht per se schlecht. Doch die 100-Euro-Klasse kann mehr.

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Die AKG-In-Ears sind (wie die EarPods) nicht die lautesten. Unsere Test-Playlist mit komprimierten und unkomprimierten Stücken spielen wir bei anderen Kopfhörertests meist in mittlerer Lautstärke ab. Beim Ausprobieren der AKG-Headphones bewegte sich der Lautstärke-Zeiger stets im oberen Viertel.

Akzeptabel bis gut gelingen den AKG die eröffnenden Bass-Schläge in "Stare" von Prince. Auf diesem Fundament aufbauend arrangieren die In-Ears vor allem die Mitten harmonisch. In den Höhen fehlt es den In-Ears an Präsenz. Die Stereo-Breite ist bei allen von uns gehörten Stücken akzeptabel. Doch die AKGs kommen bei weitem nicht an den Sound von etwa den von uns zuletzt getesteten Sennheiser Momentum-In-Ears heran. Die kosten aber auch deutlich mehr.

Wir hatten die EarPods aus verschiedenen Gründen schon länger nicht mehr im Ohr, dafür die vergleichbaren AirPods umso häufiger. Und wir wissen, dass es da draußen eine große Zahl an Kritikern, darunter auch sehr viele Apple-Fans, gibt, die den Apple-Kopfhörern kein gutes Klangzeugnis ausstellen. Das gilt für die kabelgebundene Version genauso wie für die Bluetooth-AirPods.

Im direkten Vergleich zwischen den Galaxy S8- und den iPhone-Kopfhörern stellen wir jedoch fest: Viel tut sich hier klanglich nicht. Die Tieftonabbildung beider Modelle ist genauso vergleichbar, wie Stereobreite und Maximallautstärke. Den klanglichen Qualitäten der Ear- und AirPods ist jedoch nicht ganz so leicht auf die Spur zu kommen, da sie meistens einfach nicht richtig im Gehörgang sitzen.

Fazit

Es gehört nicht viel dazu, Apples EarPods zu schlagen. Diesen Job erledigen die kostenlosen AKG-Kopfhörer des Galaxy S8 vor allem deswegen, weil sie schlicht und ergreifend besser im Gehörgang sitzen. Doch sind sie allein kein Grund auf das Samsung Galaxy S8 (Plus) zu schielen. Als kostenlose Zugabe zum neuen Galaxy S8 (Plus) sind sie natürlich dennoch höchst willkommen. Den Verkaufspreis von 99 US-Dollar / Euro vergessen wir aber schnell wieder.

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