Lenovo Yoga Book im Kurztest: Tablet-Notebook mit Papier-Modus

Gelungenes Konzept, saubere Ausführung

Halo-Tastatur: Erst auf Knopfdruck erscheint die Tastatur des Lenovo Yoga Book. Nach einem weiteren Druck verschwindet sie wieder und die Fläche verwandelt sich in einen Stifteingabebereich.

Was Lenovo im Vorfeld der IFA in Berlin aus dem Hut zaubert, begeistert auf Anhieb. Das 10,1 Zoll große Lenovo Yoga Book, wahlweise mit Windows 10 oder Android 6.0, hat uns im ersten Test überzeugt, ja "geflasht". Warum, das erfahrt ihr im Hands-on der Mischung aus Grafiktablet, Subotebook und Tablet-PC.

Ein großes, berührungsempfindliches Display und eine Hand voll rund um das Gehäuse verteilte Anschlüsse: Nach diesem Muster sind gefühlt 80 Prozent der erhältlichen Tablets gestrickt. Der Rest besteht aus 2-in-1 oder Hybrid-Convertibles, wie etwa Microsofts Surface einer ist. Mit dem gerade einmal 690 Gramm schweren Yoga Book sprengt Lenovo diesen Rahmen.

Das ist das Besondere am Lenovo Yoga Book

Beim Yoga Book lässt sich die Tastatur nicht abnehmen, dennoch ist es eine Mischung aus Tablet und Notebook, mit eindeutiger Tendenz in Richtung Tablet. Einen 10,1 Zoll messenden Touchscreen kombiniert der Hersteller mit einem multifunktionalen, zweiten Panel. Dieser Bereich, den bei herkömmlichen Notebooks eine physikalische Tastatur in Anspruch nimmt, ist zunächst einmal eine riesige Eingabefläche für den mitgelieferten, batterielosen Bedienstift "Real Pen" mit 2.048 Druckstufen. Ihr könnt also darauf schreiben, zeichnen - im Prinzip all das machen, was ihr vielleicht von Grafiktablets her schon kennt. Je fester ihr drückt, desto dicker wird der gezeichnete Strich auf dem darüber liegenden Display.

Lenovo Yoga Book im Kurztest

Ihr könnt beim Real Pen jedoch auch schnell die Spitze wechseln und eine klassische Kugelschreibermine einsetzen, anschließend ein Blatt Papier unterhalb des Displays platzieren und ganz klassisch mit dem Stift auf Papier zeichnen. Ob ihr schreibt, kritzelt oder zeichnet - alles wird umgehend und mit einer minimalen Latenz digitalisiert. Klasse: Spezialpier ist dazu nicht notwendig.

Halo Tastatur: es werde Licht

Nach einem Druck in den rechten, oberen Bereich wechselt das untere Panel komplett sein Aussehen und es wird eine Tastatur im nahezu klassischen Layout sichtbar. Auf einen physikalischen Hub müsst ihr bauartbedingt verzichten. Lenovo versucht, den Schreibfluss per Vibrationsfeedback zu erhöhen.

Wie die meisten Yoga-Modelle von Lenovo unterstützt auch das Yoga Book verschiedene Betriebsmodi.
Wie die meisten Yoga-Modelle von Lenovo unterstützt auch das Yoga Book verschiedene Betriebsmodi. (Quelle: Lenovo)

Im kurzen Test unter Messebedingungen fällt uns ein abschließendes Urteil zum Schreibgefühl schwer. Fest steht für uns jedoch schon jetzt: Auf der Halo-Tastatur des Lenovo Yoga Book schreibt es sich schneller und sicherer, als auf einer rein virtuellen Tastatur. Und es schreibt sich auch deutlich flüssiger und fehlerfreier als auf der Klaviatur des Dell XPS 11.

Technische Daten: das steckt drin

Beim Betriebssystem habt ihr die Wahl zwischen Android 6.0 oder Windows 10, was sich sowohl auf den Preis als auch auf die Akkulaufzeit auswirkt. Die Windows 10-Variante ist mit 599 Euro exakt 100 Euro teurer als die Android-Version und muss laut Hersteller nach 13 statt nach 15 Stunden wieder an die Steckdose. Geladen wird per microUSB-Port.

In beiden Versionen ist ein Intel Atom X5-Prozessor, vier Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte SSD-Kapazität verbaut. Keine Power-Kombination, doch für Alltagsaufgaben ausreichend. Der 10,1-Zoll-Bildschirm verfügt über eine Full HD-Auflösung. Im Test hinterließ die Bildqualität einen guten Eindruck. Uns störte jedoch, dass der Touchscreen bei Berührung stark nachwippte.

Wie fast alle Yoga-Modelle lässt sich auch das Yoga Book in unterschiedliche Positionen bringen. Unterstützt wird der Stand-, Zelt-, Laptop- und Tablet-Modus. Die Verarbeitung beim uns zu Verfügung gestellten Exemplar war tadellos. Auffällige Spaltmaße konnten wir nicht entdecken.

Lenovo Yoga Book: Preis und Verfügbarkeit in Deutschland

Laut Lenovo ist sowohl die Windows- als auch die Android-Version des Yoga Books ab September in Deutschland erhältlich. Die Android-Version kostet knapp 500 Euro. Wer die Windows-Version bevorzugt, muss mit 600 Euro rechnen.

Schreiben auf echtem Papier und mit Kugelschreibermine: Alles, was ihr rechts schreibt, wird umgehend digitalisiert.
Schreiben auf echtem Papier und mit Kugelschreibermine: Alles, was ihr rechts schreibt, wird umgehend digitalisiert. (Quelle: Lenovo)

netzwelt meint: gelungenes Konzept, saubere Ausführung

Was für eine positive Überraschung! Wer geglaubt hat, der Innovationszug sei an der Gattung Tablet-PCs einfach vorbeigerauscht, den belehrt Lenovo mit dem Yoga Book eines besseren. Gelungenes Konzept, saubere Ausführung!

Auf der Halo-Tastatur schreibt es sich besser als auf einer virtuellen Tastatur, für Vielschreiber eignet sie sich jedoch nicht. Die Stärken des Yoga Book liegen daher im Mix aus Multimedia-Konsum und dem Erfassen von handschriftlichen Notizen oder Zeichnungen.

Weitere Nachrichten und Kurztests von der IFA in Berlin findet ihr an dieser Stelle auf netzwelt.

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