Marshall Monitor Bluetooth im Test: Stylisher Over-Ear-Kopfhörer

.. mit kleineren, aber nervigen Macken

Marshall Monitor Bluetooth 6

Das Modell "Monitor Bluetooth" ist der erste kabellose Bügelkopfhörer von Marshall und will direkt ganz groß einsteigen: Über 30 Stunden Akkulaufzeit, AptX-Technologie und "Hörgenuss in überragender Studioqualität" soll er bieten. Ob das stimmt, klärt der ausführliche Test des 250 Euro teuren Bluetooth-Kopfhörers.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Passform: On-Ear? Over-Ear? Was dazwischen?
  3. Hörtest: Neutral abgestimmt
  4. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  5. Fazit & Alternativen

Marshall bringen wohl die meisten Musikfans immer noch mit den legendären Verstärkern des Unternehmens in Zusammenhang. Dabei gibt es mittlerweile schon diverse Bluetooth-Lautsprecher wie den Stockwell, Smartphones wie das London oder eben Kopfhörer wie den Major II mit geschwungenem Marshall-Schriftzug. Allen Produkten ist eine hübsche Retro-Optik gemeinsam, die leider beim Anfassen nicht immer das hält, was Fotos versprechen. Schauen wir uns daher den 250 Euro teuren Monitor Bluetooth zunächst genauer an.

Design und Verarbeitung

263 Gramm bringt das Testgerät auf die Waage - unter den Over-Ear-Kopfhörern ist das Testmodell damit zwar noch kein Schwergewicht. Das relativ hohe Gewicht trägt jedoch auch zum guten Gefühl bei, wenn ihr den Marshall-Kopfhörer das erste mal in den Händen haltet. Das Gesamtkonstrukt wirkt nicht nur stabil, es ist auch sehr solide. Beide Ohrmuscheln sind flexibel an Metallbügeln aufgehangen.

Wir haben es mit dem Testgerät nicht ausprobiert, können uns aber gut vorstellen, dass euch der Monitor Bluetooth ein versehentliches Draufsetzen verzeiht, ohne dauerhafte Schäden davonzutragen.

Marshall Monitor Bluetooth

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Feine Details müssen wir nicht lange suchen. Die Buchstaben "L" und "R" sind etwa auf kleinen messingfarbenen Tafeln verewigt. Und ein auffälliger, goldfarbener Steuerungsknopf an der linken Ohrmuschel buhlt schon die ganze Zeit um unsere Aufmerksamkeit. Wäre er doch still geblieben - denn die gesamte Aufmerksamkeit der Marshall-Ingenieure gilt wohl allein den Reglern der legendären Verstärker-Reihen, nicht aber den Knöpfen an anderen Produkten.

Schon beim Marshall London und dem Marshall Stockwell ist uns die streckenweise lieblose Verarbeitung der Knöpfe und Tasten aufgefallen. Beim Marshall Monitor Bluetooth ist es jetzt der Steuerknopf. In der Theorie soll er unter anderem die Lautstärke-Reglung und den Titelsprung ermöglichen. Dies funktioniert auf Grund einer ungenauen Lagerung des 5-Wege-Joysticks jedoch eher schlecht als recht.

Passform: On-Ear? Over-Ear? Was dazwischen?

Marshall selbst bezeichnet den Monitor Bluetooth als Over-Ear-Kopfhörer. So ganz umschließt die innere Polsterung jedoch unsere Ohren nicht. Die Passform liegt daher eher zwischen Over-Ear- und On-Ear-Kopfhörer. So oder so: Den Anpressdruck empfinden wir als angenehm. Erst beim dauerhaften Tragen über mehrere Stunden hinweg beobachteten wir leichte Druckstellen und ein Gefühl der Enge.

Der Bügel lässt sich in mehreren Stufen verstellen, sodass er sich mühelos an verschiedene Kopfgrößen anpassen lässt. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Passform. Praktisch: Für den einfachen Transport lässt sich der Kopfhörer platzsparend zusammenfalten. Eine einfache Stofftasche gehört zum Lieferumfang.

Nervt: Der Mini-Joystick an der linken Ohrmuschel funktionierte im Test eher sporadisch.
Nervt: Der Mini-Joystick an der linken Ohrmuschel funktionierte im Test eher sporadisch. (Quelle: netzwelt)

Hörtest: Neutral abgestimmt

Klar hauen wir uns ganz dem Markenschriftzug entsprechend zunächst ein wenig Rock’n’Roll auf die Ohren. "Ratrace" von Skindread klingt so, wie es klingen sollte: rotzig frech. Die imaginäre Bühne könnte unserem Geschmack nach etwas breiter sein. Gitarrenriffs und Snare-Drums hingegen zaubern fast schon eine Live-Atmosphäre. Nächster Track, was Ruhigeres.

Noch bevor es mit Björks wunderbarer Akkustik-Version von "Stonemilker" losgeht, dringen Störgeräusche an unsere Ohren, die nach jedem Liedwechsel kurz aufflackern und uns über den gesamten Testzeitraum begleiten sollen. Spielt die Musik, bekommt ihr davon glücklicherweise nichts mit. Uns nervt es dennoch.

Nun aber, Björks Stonemilker. Ein anspruchsvoller Track, der in dieser Version ganz ohne Percussion, Schlagzeug und Bass auskommt, bei dem wir das ein oder andere Mal vor Glück fast schreien wollten und bei dem wir uns ganz auf die Abbildung der Mitten und Höhen konzentrieren. Hier wird das Testgerät seinem Beinamen "Monitor" am ehesten gerecht. Denn der Marshall-Kopfhörer spielt den Track recht neutral ab. Das erinnert an den kabelgebundenen P7 von Bowers & Wilkins. Die Emotionen bleiben dabei leider ab und an auf der Strecke.

Stichwort neutrale Abstimmung: Bei Bilderbuchs "Bungalow" ist davon plötzlich nicht mehr viel übrig. Fast schon zu wuchtig haut uns der Marshall die einleitenden Bässe um die Ohren. Wer es mag, den freut es. Uns ist es eine Nummer zu dick aufgetragen.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Der Kopfhörer ist sehr gut abgeschirmt. Nebenstehende bekommen kaum etwas von der eingelegten Musik mit, selbst wenn diese sehr laut abgespielt wird.
  • Sollte die Akkulaufzeit (Herstellerangabe: 30 Stunden) sich dem Ende entgegen neigen, keine Sorge: Über ein mitgeliefertes Spiralkabel schließt ihr den Marshall-Kopfhörer einfach ans Smartphone oder einen anderen Zuspieler an.
  • Die Buchse zum Anschließen des Kabels bleibt im Bluetooth-Modus für weitere Mithörer frei, die sich hier kabelgebunden „einklinken“ können.

Marshall Monitor Bluetooth: Fazit

Ihr zahlt (auch) für den Schriftzug 6.7/10

Wir mögen den Marshall Monitor Bluetooth prinzipiell, finden ihn aber für das Gebotene ein wenig zu teuer. Punkten kann er mit seiner eigenwilligen, unverkennbaren Optik. Abzüge gibt es für den nervigen Steuerungsjoystick und das Hintergrundrauschen. Die Wahrheit: Solide Technik, ausgeglichener Klang - und gefühlt mindestens 50 Euro für den Marshall-Schriftzug.

Das hat uns gefallen

  • Optik
  • Akkulaufzeit
  • gute Abschirmung

Das hat uns nicht gefallen

  • Steuerung per Joystick
  • Hintergrundrauschen
Testnote 6,7 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
7,0 / 10
Klang

Klang Von Elektronik über Jazz, Pop und Rock bis hin zu klassischer Musik: Unsere Playlists enthält Musikstücke der unterschiedlichsten Richtungen. Beim Hörtest achten wir nicht nur auf die lauten sondern gezielt auch auf die ganz leisen (Zwischen)-Töne.

6,0 / 10
Tragekomfort und Verarbeitung

Tragekomfort und Verarbeitung Der schönste Kopfhörer ist nutzlos, wenn er sich falsch anfühlt oder droht, binnen kurzer Zeit auseinanderzubrechen. Drücken Bügel oder Ohrmuscheln? Gibt es keine oder nur unzureichende Verstellmöglichkeiten? Fühlt es sich nach kürzester Zeit an, wie in einer Sauna? All dies führt zu Punktabzug.

7,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Wie lang ist das Kabel, gibt es eine Anbindung ans Smartphone, lässt sich die Lautstärke direkt am Kopfhörer regeln und ist vielleicht sogar der Titelsprung möglich? Solche Kriterien nehmen wir im Punkt „Ausstattung“ genau unter die Lupe.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Marshall zu Verfügung gestellt. Nach Testende wird er wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

9
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Bestenlisten

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