Medion Akoya P2211T (MD98706) im Test: Convertible mit Windows 8

Zwei Akkus, zwei Speicherlösungen

Ganz schön viel Ausstattung bietet der Convertible Medion Akoya P2211T. Dazu zählt etwa eine ein Terabyte fassende HDD in der Tastatur, eine 64-Gigabyte-SSD im Tablet und gleich zwei Akkus. Im Test missfällt die Verarbeitung. Punkten kann das Hybridgerät aber in einigen anderen Disziplinen.

Medion steuert mit dem Modell Akoya P2211T einen eigenen Beitrag zum Thema Hybrid-PC bei. Besonderheit: Der abnehmbare 11,6-Zoll-Touchscreen fungiert als Windows 8.1-Tablet und verfügt über 64 Gigabyte Flashspeicher. Die Tastatureinheit steuert weitere 1.000 Gigabyte bei. Das alles gibt es im Medion-Shop zum Preis von 480 Euro. An welchen Stellen Interessierte Kompromisse bei diesem Convertible eingehen müssen, zeigt der Test.

Frankensteins Convertible-Monster? Dafür gibt es viele Schnittstellen, zwei Massenspeicher (ein Terabyte plus 64 Gigabyte) sowie zwei Akkus.
Frankensteins Convertible-Monster? Dafür gibt es viele Schnittstellen, zwei Massenspeicher (ein Terabyte plus 64 Gigabyte) sowie zwei Akkus.

Den Schieber unterhalb des Displays nach links schieben - und schon verwandelt sich das Medion Akoya P2211T vom Notebook in ein Tablet. Für solche Hybridgeräte finden sich immer mehr Käufer, fast jeder Hersteller hat ein passendes Angebot im Programm. Eine Besonderheit am Testgerät: Sowohl das Tablet als auch die Tastatureinheit verfügen über einen eigenen Akku und über eigenen Speicher.

Technische Daten Medion Akoya P2211T (MD98706)

  • CPU: Intel Celeron N2920 (1,8 Gigahertz)
  • Grafik: Intel HD Graphics
  • RAM: vier Gigabyte
  • SSD (Tablet): 64 Gigabyte
  • HDD (Base): ein Terabyte
  • Display: 11,6 Zoll AHVA (29,5 Zentimeter)
  • Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel
  • Betriebssystem: Windows 8.1 (64 Bit)
  • Anschlüsse Tablet: USB 2.0, USB 3.0, microHDMI, Kartenleser, Mikrofon/Kopfhörer
  • Anschlüsse Base: zweimal USB 2.0
  • Kamera: Frontkamera mit 0,3 Megapixel
  • Drahtlos: Intel Wireless AC WLAN, Bluetooth 4.0
  • Gewicht Tablet: 825 Gramm
  • Gewicht Base: 871 Gramm
  • Gesamtgewicht: 1.696 Gramm 
  • Preis: 480 Euro

Verarbeitung: So fühlt es sich an

Der Blick auf das Datenblatt ist vielversprechend. Allenfalls am Intel Celeron-Prozessor lässt sich erkennen, dass es sich beim Medion-Gerät nicht um einen mobilen High-End-PC handelt. Leider fallen direkt nach dem Auspacken kritikwürdige Details ins Auge, die ebenfalls auf den vergleichsweise günstigen Preis schließen lassen:

  • Das gesamte Gehäuse besteht aus weichem Kunststoff.
  • Der Tablet-Deckel lässt sich mit wenig Kraft bis auf die darunterliegende Elektronik durchdrücken.
  • Der Schieber zur Tablet-Entriegelung ist schwergängig und rutschig.
  • Das Verstellen des Displaywinkels geht mit Geräuschen einher.

Ein Verarbeitungswunder ist das Medion-Testgerät nicht. Besonders die Tablet-Aufnahme im Tastatur-Dock bereitet Sorgen - sie ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Steckt die Tablet-Einheit im Dock, lässt sie sich mit deutlichem Spiel bewegen. Jede Berührung mit dem Finger auf dem Touchscreen hat ein langes, nerviges Nachwippen der Anzeige zur Folge. Zudem ist der maximale Aufklappwinkel stark begrenzt. Um mehr als 100 Grad lässt sich das Display nicht nach hinten klappen - zu wenig.

Wackelt, hat Luft und macht aus diesem Grund keinen stabilen Eindruck: Die Kunststoffaufnahme für das Tablet ist nicht für die Ewigkeit gemacht.
Wackelt, hat Luft und macht aus diesem Grund keinen stabilen Eindruck: Die Kunststoffaufnahme für das Tablet ist nicht für die Ewigkeit gemacht.

Kleben Tablet und Dock aneinander, wirkt die zerklüftete Optik auf uns wie das Werk Frankensteins. Auf der anderen Seite: Bedenkt man den Preis von unter 500 Euro, lässt es sich damit und mit der Verarbeitung leben. Und solo sieht die Tablet-Einheit deutlich besser aus. Dazu bietet der Medion-Convertible in Summe überaus viele Schnittstellen.

Display: hell und blickwinkelstabil

Ein Full HD-Display mit gemäß Produktbeschreibung größtmöglichen Blickwinkeln - in diesem Paket und zu diesem Preis klingt das verlockend. Dazu bietet die Anzeige des Medion-Testgeräts fast die gleiche Anzeigefläche wie ein kleines MacBook Air. Dank des verbauten Panels kommt es in der Tat auch dann nicht zu Farbverfälschungen, wenn der Nutzer aus spitzem Winkel auf das Tablet-Display schaut - gut so.

Die hohe Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten führt zu einer knackig scharfen Darstellung - auch von kleiner Schrift. Manche Symbole auf dem klassischen Windows-Desktop sind mit dem Finger schwer zu treffen. Ein aktiver Digitizer wird leider nicht unterstützt. Die Ausleuchtung erfolgt per stromsparenden LEDs und gleichmäßig. Störende Lichthöfe konnte netzwelt nicht ausmachen. Anlass für negative Kritik liefern auch Farbtreue und Kontrast nicht.

Medion Akoya P2211T im Test

9 Bilder
Zur Galerie

Die maximale Helligkeit ist gut. Bei ungünstigem Lichteinfall, im Freien oder an einem Fensterplatz kommt es jedoch zu störenden Spiegelungen, was die Ablesbarkeit erschwert oder unmöglich macht. Im Testzeitraum reagierte der Touchscreen zuverlässig auf Eingaben, auch von mehreren Fingern gleichzeitig. Probleme gab es bei der automatischen Bildschirmausrichtung. Dreimal kam es vor, dass die Ausrichtung "einfror". Anschließend half nur ein Neustart weiter. Insgesamt hinterlässt die Anzeige des Medion-Tablets einen guten Eindruck.

Eingabegeräte: gute Tastatur ohne Beleuchtung

Auf der Tastatur lassen sich auch lange Texte wie dieser problemlos schreiben. Die separierten Tasten bieten einen knackigen Druckpunkt und angenehmen Hub, sind aber etwas rutschig. Gelegenheitsspieler wird stören, dass die Pfeiltasten klein ausfallen und ungewohnt dicht beieinander liegen. Die als Sensorschaltfläche ausgelegte Windows-Taste auf dem Touchscreen reagiert ähnlich unzuverlässig, wie es beim kürzlich getesteten Acer Aspire Switch 10 der Fall war. Leider fehlt der Tastatur die Beleuchtung, was das Arbeiten im Dunklen erschwert.

Nicht herausragend, aber noch befriedigend ist der alltägliche Umgang mit dem eingebauten Trackpad. Es bietet eine Diagonale von gut zehn Zentimetern und damit ausreichend Platz, um auch die unterstützten Multitouchgesten auszuführen. Als verbesserungswürdig stufen wir den Trackpad-Hub ein. Während sich der Mausersatz im vorderen Bereich tief eindrücken lässt, wird der Widerstand im hinteren Drittel zunehmend stärker. An diesen Umstand hat man sich aber relativ schnell gewöhnt.

Leistung und Akkulaufzeit: ausreichend für den Alltag

Medion hatte diesen Convertible schon einmal mit leicht schwächerer Hardware im Programm. Statt eines Intel Celeron N2920 wie im Testgerät von netzwelt werkelte hier ein Celeron N2910 mit 1,6 Gigahertz. Zudem gab es ihn im März über die Aldi-Filialen zum Preis von 400 Euro zu kaufen - allerdings nur mit einer Festplattenkapazität von 500 Gigabyte. Grafikhungrigen Spielen macht jedoch bei allen Modellversionen die interne Intel HD-Grafik zu schaffen. Beim eingebauten Arbeitsspeicher von vier Gigabyte handelt es sich um das Maximum.

Weiter als abgebildet lässt sich die Anzeige nicht nach hinten klappen.
Weiter als abgebildet lässt sich die Anzeige nicht nach hinten klappen.

Dennoch öffnen Apps zügig, das Abspielen von hochauflösendem Videomaterial bereitet ebenso wenig Probleme wie das Öffnen umfangreicher Tabellen unter Microsoft Excel in erträglicher Zeit.

Testweise installierten wir die Benchmark-Programme Cinebench R15 und Cinebench 11.5 auf dem Medion Akoya P2211T. Unter dem neueren Cinebench R15 erzielte das Testgerät 119 Punkte im CPU-Multi-Test. Der OpenGL-Test ergibt 3,18 Bildwiederholungen in der Sekunde. Unter Cinebench 11.5 sind es 7,21 Bildwiederholungen in der Sekunde sowie 1,42 Punkte im CPU-Test. Unterm Strich ist das Akoya damit gut für Alltagsaufgaben gerüstet, stellt aber keine Benchmark-Rekorde auf.

Sowohl im Tastatur-Dock als auch im Tablet ist ein Akku verbaut. Ist das Medion-Gerät damit automatisch ein Dauerläufer bei der Akkulaufzeit? Nicht ganz. Bei kontinuierlicher Wiedergabe eines auf der Festplatte gespeicherten HD-Films und deaktivierten Funkverbindungen (Displayhelligkeit 75 Prozent) gingen nach knapp acht Stunden die Lichter aus und beide Akkus waren erschöpft. In einem typischen Mix aus Schreibarbeit und Surfen im Netz sind längere Laufzeiten von bis zu knapp elf Stunden möglich. Medion gibt die Akkulaufzeit mit bis zu zehn Stunden an.

Multimedia und Umwelt

Rechts und links an der Tablet-Einheit finden sich Mini-Lautsprecher. Die gute Nachricht: Sie übersteuern nicht. Die schlechte Nachricht: Sie sind viel zu leise. Die Maximallautstärke reicht bei Weitem nicht aus, um einen normal großen Raum zu beschallen. Das Tastatur-Dock bietet leider keine eigenen Lautsprecher. Also besser Kopfhörer anschließen.

Weder im Dock noch am Tablet sind Lüfter verbaut, sodass das Medion-Gerät fast lautlos arbeitet. Auswirkungen auf die Temperaturentwicklung hat dies nicht - während des Testzeitraums konnten wir keine kritische Wärmeentwicklung feststellen. Ab und an meldet sich die im Tastatur-Dock verbaute HDD mit einem leichten Surren zu Wort.

Als Alternative zum Testgerät empfiehlt sich etwa das ähnlich günstige und besser verarbeitete Asus Transformer Book T100 oder das größere, teurere Toshiba W30DT-A-100. Noch günstiger wird das Acer Aspire Switch 10 angeboten.

Viele weitere Alternativen liefert der Vergleichstest Windows 8-Tablets mit Tastatur auf netzwelt.

Medion Akoya P2211t: Fazit

Frankensteins Hybrid 6.6/10

Waren wir beim Auspacken des Akoya P2211T ob der schrägen Optik und der Verarbeitung zunächst noch kritisch, gefiel uns der Medion-Convertible mit der Zeit immer besser. Immer im Hinterkopf: der günstige Preis. Weitere Pluspunkte am Testgerät sind die vielen Anschlüsse und die brauchbare, wenn auch unbeleuchtete Tastatur. Für Alltagsaufgaben ist auch die CPU-Kraft ausreichend.

Das hat uns gefallen

  • Preis/Leistung
  • Anschlüsse

Das hat uns nicht gefallen

  • grobschlächtig
  • Verarbeitungsdetails
  • keine Tastaturbeleuchtung
Testnote 6,6 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
4,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

8,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

7,0 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

6,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde zur Verfügung gestellt von Medion Deutschland und wird nach Testende wieder an den Hersteller zurückgeschickt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Medion Akoya P2211t selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 14 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Mobile Computing, Notebook, Aldi, Medion, Mobile World Congress (MWC), Tablet, Convertible: Die besten Transformer-Notebooks im Test und Windows 8.

zur
Startseite

zur
Startseite