Medion Life S43044: Outdoor-Digitalkamera von Aldi im Test

Vermeintliches Schnäppchen

Aldi hat aktuell mit der Medion Life S43044 eine vergleichsweise günstige Outdoor-Digitalkamera im Angebot. Das Modell kosten nur einen Bruchteil des sonst für solche Kameras üblichen Preises - aber kann es auch sonst überzeugen?

Sand und Wasser sind Gift für jede Digitalkamera. Dabei erlebt man aber gerade am Strand oder beim Planschen im Meer die Momente, die man festhalten möchte. Hierfür eignen sich Outdoor-Digitalkameras mit wasserdichten und staubgeschützten Gehäusen. Entsprechende Modelle kosten mindestens 300 Euro. Aldi Nord bietet nun mit der Medion Life S43044 (MD 86544) eine Outdoor-Digitalkamera zum Bruchteil des Preises. Ein echtes Schnäppchen?

Sand und Wasser setzen der Medion Life S43044 nicht so schnell zu.
Sand und Wasser setzen der Medion Life S43044 nicht so schnell zu.

Kompakt und Wasserdicht

Wasserdicht, schlag- und staubgeschützt soll sie sein, die Life S43044. Zumindest wirbt damit der Hersteller Medion. Gegen das Eindringen von Wasser ist das Modell jedoch nur eine halbe Stunde lang bis zu einer Tiefe von drei Metern geschützt. Im Vergleich ist das wenig: Mit der Konkurrenz von Panasonic beispielsweise kann man bis zu 12 Meter tief tauchen, ohne dass die Kamera Schaden nimmt.

Zum Tieftauchen eignet sich die Outdoor-Kamera von Aldi also nicht. Beim Schnorcheln oder Planschen im Pool kann sie aber bedenkenlos mitgenommen werden. Auch den Stoß- und Schlagschutz schränkt Medion ein: Er gilt für eine Fallhöhe von bis zu 1,5 Metern. Einen Schutz gegen extreme Temperaturen gibt es nicht.

Der beworbene Staubschutz entpuppte sich im Test als wenig effektiv. Zwar verrichtete die Medion Life nach dem Verbuddeln im Sand und einer anschließenden säubernden Wasserdusche tadellos ihren Dienst. Nach der Rückkehr vom Strand ins Hotel sollten Nutzer sie aber einmal gründlich reinigen. Denn die Verarbeitung der Medion-Digitalkamera weist einige Schönheitsfehler auf, die ihre Lebensdauer verkürzen könnten.

An der rechten Seite des Displays befindet sich etwa ein kleiner Spalt, in dem sich Sand festsetzt und im Laufe der Zeit ins Innere des Gehäuses gelangen kann. Zudem bemerkten wir im Test, dass es unter der Abdeckung des USB-Anschlusses hörbar knarzte. Diese ist nicht wie sonst üblich aus Gummi, sondern aus Kunststoff. Sand im Gehäuse sorgt auch für Probleme beim Wechseln des Akkus. Positiv anzumerken ist, dass die Medion Life S43044 vergleichsweise kompakt gebaut ist. So verschwindet sie bequem in Hemd-, und Hosentasche oder Badeshorts.

14-Megapixel-Sensor und Weitwinkelobjekiv

Medion verbaut in der Life S43044 einen CCD-Sensor mit einer Auflösung von 14 Megapixeln, Videos zeichnet sie mit 1.280 x 720 Pixeln (HD) auf. Als Objektiv dient ein 25-Millimeter-Weitwinkel. Nähere Angaben zum Hersteller des Objektivs macht Medion nicht. Wie bei Outdoor-Digitalkameras üblich, liegt das Objektiv innen und ragt nicht aus dem Gehäuse hervor. Eine Zoomlinse ermöglicht aber dennoch einen vierfachen optischen Zoom. Umgerechnet ins Kleinbildformat bietet das Objektiv der Medion Life S43044 damit eine Brennweite von 25 bis 100 Millimeter.

In den Einstellungen kann der Nutzer auf Wunsch noch einen fünffachen Digitalzoom hinzuschalten. Eine Trennlinie im Zoombalken markiert dann den Wechsel zwischen optischem und digitalem Zoombereich. Ab Werk ist der digitale Zoom aber ebenso wie der digitale Bildstabilisator deaktiviert. Einen optischen oder elektrischen Bildstabilisator bietet die Kamera nicht.

Speicher, Anschlüsse und Akku

Der interne Speicher der Life S43044 ist 32 Megabyte groß und bietet Platz für acht Fotos mit einer maximalen Auflösung von 14 Megapixeln. Die beiliegende SD-Karte fasst vier Gigabyte, was für knapp 600 Aufnahmen mit 14 Megapixeln reicht. An Anschlüssen bietet die Medion-Kamera neben dem Stativgewinde nur einen Mini-USB-Port. Er dient gleichzeitig zum Laden sowie zur Übertragung der Daten auf einen Rechner bzw. einen Fernseher. Die dafür benötigten Kabel liegen dem Gerät allesamt bei. Für die Verbindung mit dem Fernseher muss das TV-Gerät aber über einen Cinch-Anschluss verfügen. Andernfalls müssen Sie ein Mini-USB- auf HDMI-Kabel für knapp 5 Euro separat erwerben.

Der Akku bietet eine Kapazität von nur 700 Milliamperestunden. Laut Hersteller sollen mit einer Akkuladung knapp 150 Fotos möglich sein. Schön: Medion legt der Life S43044 gleich einen zweiten Akku bei. Leider aber können die Akkus nur in der Kamera geladen werden, denn ein separates Ladegerät gibt es nicht. Daher kann der Nutzer nicht den einen Akku aufladen und gleichzeitig mit dem anderen fotografieren.

Bedienung

Bedient wird die Medion Life S43044 mit der rechten Hand. An der Oberseite des Gehäuses befinden sich der Powerknopf und der Auslöser. Dieser reagiert, wie bei Digitalkameras üblich, zweistufig. Ein sanfter Druck stellt den gewählten Bildausschnitt scharf, drückt man ihn ganz durch, löst er aus. Allerdings ist der Hub des Auslösers sehr gering und der Druckpunkt schwammig. Daher löst die Kamera nicht immer beim ersten Versuch aus. Ein separater Auslöser für Videoaufnahmen fehlt. Stattdessen muss der Nutzer den Aufnahmemodus erst auf Video umstellen, wofür mindestens drei Klicks erforderlich sind.

Die Brennweite des innenliegenden Objektives wird mit einer Zoom-Wippe verändert. Diese arbeitet ausreichend schnell, jedoch nicht geräuschlos. Das Zoomen wird von einem leisen Surren begleitet. Nimmt der Nutzer ein Video auf, sollte er deshalb tunlichst die Finger von der Wippe lassen. Im Video kommt es sonst zu Tonaussetzern und einem Knacksen. Ungewolltes akustisches Feedback liefern auch das verbaute Fünf-Wege-Steuerkreuz sowie die FN-Schnelleinstellungen, die Menü- und die Playback-Taste. Der Autofokus und Auslöser arbeiten behäbig und auch zwischen zwei Aufnahmen genehmigt sich die Kamera einen Augenblick Bedenkzeit.

Testbilder Medion Life S43044

4 Bilder
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Das gewünschte Motiv wählt der Nutzer über den verbauten 2,7 Zoll großen LC-Bildschirm. Er dient auch zur anschließenden Beurteilung der Aufnahmen. Bei direkter Sonneneinstrahlung lässt er sich jedoch nur schwer ablesen, zudem bietet er nur einen kleinen Blickwinkel. Daher ließ sich im Test nicht immer gleich beurteilen, ob ein Bild gut geworden ist oder nicht.

Beim Fotografieren hat der Nutzer die Wahl zwischen insgesamt 30 Motivprogrammen - darunter auch speziell für Outdoor-Fotografie gedachte Programme wie Tauchen, Panorama, Fließendes Waser, Schnee oder Fischauge. Profis dürften sich vor allem über die Möglichkeit freuen, auf alle wichtigen Parameter wie Weißabgleich, Blende, Verschlusszeit oder ISO-Wert Einfluss zu haben.

Bildqualität

Die Bildqualität der Medion Life S43044 ist unterdurchschnittlich. Bereits bei ISO 100 ist bei den Aufnahmen in Originalgröße ein leichtes Rauschen zu sehen. Ab ISO 800 sind die Störungen so stark, dass sie auch bei einer Verkleinerung auf 23 Prozent der Originalgröße mit bloßem Auge sichtbar sind. Ab ISO 1600 sind die Aufnahmen unbrauchbar. Maximal kann die Medion-Kamera Fotos mit dem ISO-Wert 6400 aufnehmen. Ab ISO 3200 beträgt die maximale Auflösung dann aber nur noch drei Megapixel. Auch die Qualität der aufgezeichneten HD-Videos ist nur mittelmäßig. In den Clips ist ein deutliches Rauschen zu erkennen.

MEDION LIFE S43044: Fazit

Günstig mit HD-Video 2.8/10

Eine Outdoor-Digitalkamera für rund 80 Euro? Klar, dass man bei diesem Preis Abstriche machen muss. Der Test bestätigt dies. Die Medion Life S43044 ist nur ein vermeintliches Schnäppchen. Staub- und Wasserschutz können mit höherpreisigen Outdoor-Kameras nicht mithalten. Die Medion Life S43044 ist vielmehr eine robustere Kompaktkamera. Das macht sie zu einer idealen Zweitkamera für Strand und Pool. Aufgrund der schlechten Bildqualität rät netzwelt aber davon ab, den Traumurlaub nur mit der Aldi-Kamera festzuhalten. Aldi Nord bietet die Medion Life S43044 seit dem 8. April für 79,99 Euro an. Alternativen zum Modell sind die Panasonic Lumix FT4, die Canon Powershot D20 oder die Nikon Coolpix AW110.

Das hat uns gefallen

  • Robust
  • Günstig

Das hat uns nicht gefallen

  • Bildqualität
  • Tauchtiefe nur drei Meter
Testnote 2,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
3,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

3,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

4,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

3,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

1,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

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