Medion Life S47015 im Test: Actioncam mit Full HD für 120 Euro

Günstige GoPro?

von Dennis Imhäuser

Medion bietet mit der S47015 eine Actioncam an, die mit viel Zubehör und Full HD-Videos zum günstigen Preis punkten soll. Was Sie von dem Camcorder à la GoPro erwarten können und wofür sich die S47015 eignet, lesen Sie im Test auf netzwelt.

S47015 (MD87005) lautet die Produktbezeichnung von Medions Actioncam, die für 120 Euro im Handel erhältlich ist. Damit ist Medion deutlich günstiger als der Marktführer GoPro oder Konkurrent Rollei. Ob die Medion tatsächlich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, lesen Sie im Test auf netzwelt.

Mit 120 Euro ist die Medion Life S47015 (MD87005) im Vergleich zur Konkurrenz günstig. Was die Actioncam leistet, lesen Sie im Test.
Mit 120 Euro ist die Medion Life S47015 (MD87005) im Vergleich zur Konkurrenz günstig. Was die Actioncam leistet, lesen Sie im Test.

Update vom 22.07: Die iPhone App funktioniert nun doch. Das Update finden Sie am Ende des Testberichts!

Einrichtung

Die Konfiguration der Medion Life S47015 ist einfach. Sie müssen den beigefügten Akku auf der Rückseite der Actioncam einlegen. Medion hat ein Stoffband in das Gehäuse integriert, welches das Herausnehmen des Akkus vereinfacht. Der Videographer sollte sicherstellen, dass dieses Band am hinteren Ende - gegenüber der Akkukontakte - hervorragt. Dann kann der Akku mit einem leichten Ruck am Band einfach entfernt werden. Eine simple, aber äußerst effektive Lösung, die sich bis heute bewährt hat.

Auf der rechten Seite befinden sich Mini-HDMI-Ausgang und microSD-Speicherkarten-Slot. Die Medion Life S47015 (MD87005) unterstützt SDHC-Speicherkarten mit einer maximalen Kapazität von 32 Gigabyte. Im Test hat netzwelt es auch mit einer SDXC-Speicherkarte mit 64 Gigabyte probiert, um festzustellen, ob die Actioncam nur den Speicherplatz limitiert oder dann nicht aufzeichnen kann - Letzteres war der Fall. Bei einer SDXC-Karte verweigert die Medion Life die Video- oder Fotoaufzeichnung.

Bevor die Actioncam in das bis zu 60 Meter wasserdichte Gehäuse wandert, muss sie noch über microUSB-Anschluss geladen werden. Im Lieferzustand hatte der Akku eine Kapazität von 80 Prozent und war innerhalb von circa 30 Minuten gefüllt.

Medion Life Actioncam S47015 (MD87005) Unboxing

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Die Actioncam lies sich im zweiten Anlauf (siehe Update) auch mit der iOS-App und dem iPhone 5s koppeln. Was zunächst Probleme bereitete ist mit dem zweiten Testsample und der Neuinstallation der App kein Problem mehr. Es bleibt offen, warum bei einem ersten Test die App nicht mit der Actioncam arbeiten wollte. Bei Android-Geräten wie dem Samsung Galaxy S3 oder dem Sony Xperia Z1 funktionierte die Verbindung zur Actioncam im Test jederzeit problemlos.

Technische Eigenschaften

Die Auflösung des CMOS-Sensors beträgt fünf Megapixel, was einer Auflösung von circa 2.560 x 1.920 Pixeln entspricht. Genug um Videos mit einer Full HD-Auflösung zu drehen, die eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln aufweisen. Die maximale Bildrate beträgt 30 Bilder pro Sekunde bei Full HD. Das Gehäuse misst 43 x 59 x 43 Millimeter und wiegt 80 Gramm. Mit dem bis 60 Meter wasserdichten Gehäuse bringt die Kamera 179 Gramm auf die geeichte Redaktionswaage.

Das Objektiv verfügt über einen Bildwinkel von bis zu 110 Grad. Die Verzeichnung an den Rändern ist deutlich zu erkennen, aber der große Bildwinkel verleiht den Videos zusätzliche Dynamik. Neben dem Videomodus in Full HD weist die Medion S47015 (MD87005) noch weitere Aufnahmemodi auf. So lassen sich auch fünf Megapixel große Fotos mit der Actioncam schießen und Zeitrafferaufnahmen erstellen. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit liegt bei zehn Bildern pro Sekunde. Das OLED auf der Oberseite der Kamera informiert den Sportler über den aktuellen Akkustand, den restlichen Platz auf der Speicherkarte sowie den aktuellen Aufnahmemodus.

Auf der Oberseite ist ein OLED eingebaut, das die wichtigsten Kameraparameter anzeigt. Die Einstellung ist mir dem Smartphone allerdings wesentlich komfortabler.
Auf der Oberseite ist ein OLED eingebaut, das die wichtigsten Kameraparameter anzeigt. Die Einstellung ist mir dem Smartphone allerdings wesentlich komfortabler.

Praxistest Unterwasseraufnahmen

Die kleinen und leichten Actioncams sind für das sportliche Hobby ausgelegt und sollen spektakuläre Aufnahmen liefern, wenn andere Kameras aufgrund ihrer Konstruktion nicht mehr mitgenommen werden können. Netzwelt ist mit der Medion S47015 auf den Malediven im Indischen Ozean tauchen gegangen. Der Tauchausflug führte in eine Tiefe von circa 25 Metern bis 30 Metern, doch schnell wurde deutlich, dass die Medion hier überfordert ist. Das Positive zuerst: Das Gehäuse hält dicht. Wir testeten die Actioncam im besonderen Unterwassermodus. Diesen stellt der Nutzer am besten an Land ein. Die Bedienung der Medion mit fünf Millimeter dicken Neoprenhandschuhen ist nahezu unmöglich.

Zudem machte uns die Befestigung zu schaffen. Schließlich fanden wir eine Möglichkeit, mit dem Befestigungsband die Kamera zu befestigen, ohne sie ständig in der Hand halten zu müssen. Es empfiehlt sich jedem Hobbytaucher, eine Taucherbrille mit Actioncam-Halterung zu kaufen. Auf diese kann auch die Medion mit einem im Lieferumfang enthaltenen Adapter montiert werden. Die Brillen verfügen meist über den nativen Anschluss des Marktführers GoPro und sind im Handel zwischen 70 und 120 Euro erhältlich.

Unterwasser mit der Medion Life S47015 (MD87005)

Die Unterwasseraufnahmen mit der Medion S47015 enttäuschten, als wir schließlich wieder im Hotel ankamen. Trotz des besonderen Unterwassermodus' sind die Videoaufnahmen grünstichig und wenig scharf gezeichnet. Salopp gesprochen: Man kann nur an der Korallenart erkennen, dass wir uns im Indischen Ozean befinden und nicht in der Elbe tauchen gegangen sind. Die Aufnahmen sind in einer Wassertiefe zwischen 25 und 30 Metern entstanden. Es war ein wolkenklarer Tag und um die Mittagszeit, also bestmögliche Lichtbedingungen. Trotzdem ist der kleine Bildsensor der Medion überfordert und die Bildentwicklung schlecht abgestimmt.

Praxistest Tagesaufnahmen

Unter guten Lichtbedingungen sind die Aufnahmen der Medion Life S47015 gut. Die Videos werden flüssig aufgezeichnet, und die Kamera lässt sich problemlos bedienen. In der Dämmerung fängt der Sensor wieder stärker an zu rauschen, was sich in unruhigen Aufnahmen widerspiegelt. Bei einer Radtour oder einer Spritztour mit dem Motorrad kann die Medion bedenkenlos eingesetzt werden. Dank der im Lieferumfang enthaltenen Lenkerbefestigung spart der Käufer Geld, denn beim Konkurrenten GoPro muss diese zusätzlich zur Kamera erworben werden.

Medion Life S47015 (MD87005) im Test

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Update vom 22. Juli: Die iPhone-App funktioniert

Nach einem Telefonat mit Medion wurde netzwelt zugesichert, dass die iPhone-App doch mit der S47015 (MD87005) funktioniert. Um die Funktionsfähigkeit zu untermauern, schickte uns der Hesteller ein Video, indem die Actioncam mit der iOS-App anstandslos funktioniert.

Im zweiten Anlauf funktioniert nun auch das Testsample mit dem iPhone 5s. Warum dies zunächst nicht der Fall war bleibt ein Geheimnis. Vielleicht reichte auch die erneute Installation der App auf dem iPhone, um den Fehler zu beheben. Netzwelt hat das Fazit angepasst und die Kritik an der iPhone-App entfernt.

Medion Life S47015 mit dem iPhone Verbinden

Medion Life S47015: Fazit

Tageslichttauglich 4/10

Mit gemischten Gefühlen verlässt die Medion die Redaktion. Die Einrichtung ist gut, wenn die richtige Speicherkartengröße beachtet wird. Die Funktion mit dem iPhone und Android funktioniert und die Steuerung der Actioncam über die App ist komfortabel.  Unter schwierigen Lichtbedingungen sind die Aufnahmen in Schulnoten ausgedrückt ausreichend bis mangelhaft. Unter guten Lichtbedingungen jedoch gut. Die Medion empfiehlt sich nicht für extreme Sportarten unter schlechten Lichtbedingungen, sondern ausschließlich für Aktivitäten an sonnenverwöhnten Tagen. Ist vor allem dieser Einsatzzweck vorgesehen, kann der Interessent beim Kauf der Medion Life S47015 (MD87005) bares Geld sparen. Wesenstlich teuer aber auch besser ist die GoPro Hero 3+. Den Testbericht zum Spitzenprodukt aus dem Hause GoPro lesen Sie in diesem Artikel auf netzwelt.

Das hat uns gefallen

  • Günstig
  • Full HD
  • Robust
  • Lieferumfang

Das hat uns nicht gefallen

  • Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen
  • hohes Bildrauschen
Testnote 4,0 von 10
Dennis Imhäuser
Bewertet von Dennis Imhäuser
4,0 / 10
Handhabung

Handhabung Verarbeitung, Haptik, Bedienkomfort, Einstellräder, Tastenbelegung

2,0 / 10
Foto

Foto Objektiv, Verschlusszeit, Blitzsynchronisationszeit, Blende, Sensor, Lichtempfindlichkeit

7,0 / 10
Video

Video Auflösung, Full HD, 4K, Bildrate, Containerformate, Mikrofon, Lautsprecher,

3,0 / 10
Display/Sucher

Display/Sucher Sucher, Auflösung, Größe, Dreh- und Schwenkbar, Wiedergabequalität

4,0 / 10
Bildqualität

Bildqualität Dynamikumfang, ISO-Rauschen, Bildeindruck, Schärfe, Farbwiedergabe

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

7
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