Motorola One im Test: Das bessere Moto G6?

Mit Notch und regelmäßigen Updates

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von Jan Kluczniok
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Motorola One in Bildern 1

Mit der Moto G-Serie feiert Motorola im Budget-Bereich große Erfolge. Nun bekommt das Moto G6 Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Mit dem Motorola One will der Hersteller den hauseigenen Preis-Leistungs-Champion übertrumpfen. Kann das gelingen? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Software
  3. Ausstattung und Performance
  4. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen

 - Für das Motorola One ist ein neue Betriebssystemversion geplant

Sowohl das Motorola One Power als auch das in Deutschland erhältliche Motorola One könnten schon bald ein Update auf Android 9 Pie erhalten. Entsprechende Anzeichen lassen sich nun im Netz finden.

Zum ArtikelVerfügbare Version: Android 8.1Geplante Version: Android 9

Motorola war einst einer der angesagtesten Handyhersteller der Welt. Inzwischen ist das Unternehmen hierzulande vor allem für seine günstigen Moto G-Handys bekannt. Diese kosten unter 300 Euro und bieten dafür aber ein ordentliches Nutzungserlebnis. Mit dem Motorola One bringt der Hersteller nun ein weiteres 300-Euro-Smartphone in den Handel.

Was dieses zu bieten hat, erfahrt ihr im folgenden Video. In den nachfolgenden Zeilen verraten wir euch zudem, wie sich das Motorola One im Alltag schlägt.

Motorola One im Video

Egal ob Moto G, X oder Z, die Geräte des traditionsreichen Handyherstellers Motorola waren in den vergangenen Jahren nichts für Nutzer mit kleinen Händen. Das inzwischen zu Lenovo gehörende Unternehmen hat ein Faible für große Bilddiagonalen. In dieser Hinsicht stellt das Motorola One mit seinem 5,9-Zoll-Display keine Ausnahme dar. Jedoch ist der Screen weitaus kompakter verbaut als etwa im ebenfalls 5,9 Zoll großen Moto G6 Plus. Das Motorola One ist satte zehn Millimeter kürzer und drei Millimeter schmaler als das G6 Plus.

Design und Verarbeitung

Möglich wird dies durch einen bereits vom iPhone X bekannten Designkniff. Der Bildschirm des Motorola One weist eine Einkerbung auf, in der die Frontkamera Platz findet. So kann der Screen eine größere Fläche belegen, ohne dass das Gerät mitwachsen muss. In der Hand ist das Motorola One nicht viel größer als das Galaxy S7 Edge. Der inzwischen zu Lenovo gehörende US-Hersteller verzichtet aber auf den Einsatz abgeschrägter Bildschirmkanten. Dadurch liegt das Gerät deutlich sicherer in der Hand.

Motorola One in Bilder

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Während die Abmessungen des Smartphones gefallen, lässt sich über das Design streiten. Ein Hingucker ist das Motorola One aber nicht unbedingt. Die Einkerbung im Display ist satte drei Zentimeter breit und übertrifft damit die ebenfalls breite Notch des Pixel 3 um Längen und das obwohl Motorola hier weder eine zweite Frontkamera noch Sensoren für eine 3D-Gesichtserkennung verbaut. Warum der Hersteller hier nicht auf eine Notch in Form eines Regentropfens wie Wiko beim View 2 setzt, bleibt Motorolas Geheimnis. So hätte man das Gerät noch kompakter gestalten können.

Die Rückseite ist aus Glas gefertigt, entpuppt sich im Test aber als Magnet für Staub und Fingerabdrücke. Gut, dass Motorola dem Handy ein transparentes Case als Schutz beilegt. Eine IP-Zertifizierung besitzt das Motorola One übrigens nicht. Das Gehäuse ist laut Hersteller aber dank einer Nanobeschichtung gegen Spritzwassser geschützt. Das Telefonieren im Regen sollte also kein Problem sein.

Erhältlich ist das Motorola One in den Farben Schwarz und Weiß. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die schwarze Farbvariante.

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass das Motorola One nur in Schwarz erhältlich ist. Dies ist falsch. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Software

Käufer des Motorola-Handys dürfen sich übrigens über regelmäßige Software-Updates freuen. Denn der Name ist beim Motorola One Programm. Als zertifiziertes Android One-Gerät garantiert euch Motorola drei Jahre lang Sicherheitspatches und zwei größere System-Updates. Das Moto G6 erhält dagegen nur ein System-Update.

Das Update-Versprechen von Motorola klingt gut. Einen noch längeren Software-Support erhaltet ihr lediglich beim Google Pixel 3 oder bei Apple. Allerdings sei gesagt, dass die Bereitstellung der Updates nicht immer zeitgleich mit der Veröffentlichung durch Google erfolgt. Ab Werk läuft das Motorola One aktuell nämlich noch mit Android 8.1. Ein Update auf Android 9.0 soll jedoch bereits kurz nach dem Marktstart folgen. Auf unserem Testgerät stammte der letzte Sicherheitspatch zudem aus dem August 2018.

Als Android One-Gerät bietet das Motorola One ein nahezu unverändertes Android-System ohne Bloatware. Ein paar Features hat Motorola dem Google-OS aber dann doch hinzugefügt. Neben einer eigenen Kamera-App gehören dazu etwa die Gestensteuerung Moto Action. Diese erlaubt es euch, unter anderem, mit einer Handbewegung die Kamera zu öffnen oder die Taschenlampe zu aktivieren.

Ausstattung und Performance

Während die Software also auch in den kommenden Jahren auf den neusten Stand ist, darf die Hardware des Motorola One durchaus als betagt bezeichnet werden. So fungiert etwa der Qualcomm-Chipsatz Snapdragon 625 als Prozessor. Der Octa-Core-Chip feierte bereits vor rund zwei Jahren seine Premiere und kam unter anderem im Moto Z Play zum Einsatz.

Trotz seines Alters liefert er im Alltag aber immer noch eine solide Performance - wie der folgende Benchmark-Vergleich zeigt. Zum Spielen eignet sich das Motorola One aber nur bedingt. PUBG Mobile war etwa nur mit den niedrigsten Grafikeinstellungen spielbar, lief dann aber flüssig. Für Fortnite ist das Motorola One dagegen zu schwach.

Benchmark Motorola One Motorola Moto G6 Honor Play Samsung Galaxy A6
Geekbench (Single-Core) 864 Punkte 755 Punkte 1.883 Punkte 730 Punkte
Geekbench (Multi-Core) 4.272 Punkte 3.948 Punkte 6.592 Punkte 3.687 Punkte
AnTuTu 81.564 Punkte 63.000 Punkte 206.902 Punkte 62.880 Punkte

Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Smartphones nutzen wir die Tools Geekbench und AnTuTu. AnTuTu ist wohl das populärste Tool zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Die App prüft nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), auch andere Smartphone-Komponenten, wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher, werden getestet. Geekbench fokussiert sich dagegen vor allem auf die Leistungsfähigkeit der CPU. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist bei beiden Programmen das Ergebnis. Wollt ihr die Leistungsfähigkeit eures eigenen Smartphones testen, könnt ihr euch AnTuTu und Geekbench bei uns im Download-Archiv kostenlos herunterladen.

Auf aktuelle Funkstandards wie Bluetooth 5.0 oder WLAN ac müsst ihr aufgrund des älteren Prozessors verzichten. Dank NFC-Chip ist das Motorola One aber immerhin für das Bezahlen mit dem Smartphone gerüstet. Auch beim Display müsst ihr Einschnitte hinnehmen. Es bietet zwar eine große Bilddiagonale, die Auflösung ist mit 1.520 x 720 Pixeln aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Bei einem Preis von rund 300 Euro darf man ruhig einen Full HD-Screen erwarten.

Die restliche Ausstattung kann sich aber durchaus sehen lassen: Der Arbeitsspeicher misst 4 Gigabyte und auch der Gerätespeicher fällt mit 64 Gigabyte standesgemäß aus, zumal er sich noch per microSD-Karte erweitern lässt. Zum Entsperren ist ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite vorhanden. Abseits des Entsperrens erlaubt er es noch, Zahlungen zu authentifizieren, Wischgesten unterstützt der Sensor aber nicht.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Motorola One besitzt zwei Mikrofone. Jedoch gelingt es dem Smartphone im Test nicht, alle Nebengeräusche an einer befahrenen Straße vollständig herauszufiltern. Dennoch wirkt sich die Filterung hörbar auf die Sprachqualität aus. Die eigene Stimme und die des Gesprächspartners wirken leicht gedämpft. Bei kurzen Telefonaten fällt dies sicher nicht ins Gewicht, wer längere Gespräche mit dem Handy führen will, sollte sich aber besser nach einem anderen Gerät umschauen.

Wahlweise ist das Motorola One auch als Dual-SIM-Smartphone erhältlich. Hierbei weist das Gerät sogar zwei dezidierte SIM-Slots auf. Ihr müsst euch also nicht zwischen zweiter SIM oder microSD-Karte entscheiden. Beide Slots sind dabei gleichwertig.

Als Energiespeicher ist ein 3.000-Milliamperestunden-Akku im Gerät fest verbaut. Er zeigte sich im Test ausdauernd und erzielte beispielsweise bei PCMark eine Laufzeit von über 10 Stunden mit aktiviertem Bildschirm. Je nach Nutzungsintensität sind damit anderthalb bis zwei Tage Nutzung ohne Stromzufuhr drin. Ist der Akku einmal leer, muss das Handy an die Steckdose. Ein vollständiger Ladezyklus dauerte im Test knapp 95 Minuten. Das ist in dieser Preisklasse ein guter Wert.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen stellt das Motorola One eine 8-Megapixel-Frontkamera und eine Dual-Kamera auf der Rückseite bereit. Diese besteht aus einem 13-Megapixel-Sensor und einem 2-Megapixel-Sensor, der als Tiefenmesser fungiert. Neben Fotos mit Bokeh-Effekt ermöglicht dieses Setup weitere Funktionen, etwa ein Bild in Schwarz-Weiß umzuwandeln und nur noch eine Farbe zu behalten. Diese Gimmicks kennt ihr bereits von der Kamera des Moto X4. Videos könnt ihr maximal in 4K aufnehmen.

Motorola One: Kamera-Samples

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So viel zu den Features der Kamera, doch wie steht es um die Bildqualität? Bei guten Lichtverhältnissen liefert das Motorola One scharfe und detailreiche Fotos - wie etwa die Aufnahme vom Restaurant Rive am Hamburfer Hafen zeigt. Bei schwächeren Lichtverhältnissen sinkt die Bildqualität aber ziemlich schnell und es tritt ein Rauschen auf. Ohne den Einsatz der Foto-LED lassen sich dann kaum noch brauchbare Ergebnisse erzielen. Beim Bokeh-Effekt liefert die Kamera ebenfalls ein ordentliches Resultat. Fehlerfrei arbeitete der Algorithmus im Test aber nicht. Fehlerfrei funktionierte dafür das Spotlight-Feature. Mit dem ihr im Handumdrehen interessante Bilder für euren Instagram-Account.

Preis und Verfügbarkeit

Das Motorola One ist in Deutschland ab Anfang Oktober erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Smartphones lautet 299 Euro. Damit zählt es zu einem der günstigeren Android One-Geräte auf dem deutschen Markt.

Motorola One: Fazit

Solides Smartphone mit verschenktem Potenzial 7.2/10

Das Motorola One gefällt im Test mit seinem kompakten Formfaktor, der langen Akkulaufzeit und der Update-Garantie über zwei Jahre. Die betagte Hardware und das langweilige Design verhindert jedoch eine höhere Wertung. Hier hat Motorola eindeutig Potenzial verschenkt.

Das hat uns gefallen

  • kompakt
  • getrennte Slots für zweite SIM und Speicherkarte
  • Update-Garantie
  • lange Akkulaufzeit

Das hat uns nicht gefallen

  • betagte Hardware
  • Display löst nur in HD auf
  • Software-Updates werden nicht zeitgleich mit Google ausgerollt.
  • breite Einkerbung im Display
Testnote 7,2 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
7,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise für einige Wochen von Motorola zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Motorola One verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Motorola One kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Motorola One seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Motorola One wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

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  1. Gastkommentar · 

    Ich weiß nicht warum Motorola ,di Serie startet, die G Serie ist sehr gut, besonders das G 5 Plus und das G 6 Plus, einfach super Handys .Es kommt doch nur Verwirrung auf , das display keine gute Auflösung. Und der Preis, genau wie das G 6 Plus, und das ist viel besser

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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