EOS 1200D im Kurztest: Neue Einsteiger-DSLR von Canon angefasst

Kamera mit App-Fotokurs

von Dennis Imhäuser

Die EOS 1200D löst die EOS 1100D nach drei Jahren ab. Der japanische Hersteller erhöht die Megapixelzahl des APS-C-Sensors auf nunmehr 18 und spendiert dem neuen Einsteigermodell ein drei Zoll großes Display. Zudem können nun auch in Canons Einsteigerklasse Full HD-Videos aufgezeichnet werden. Was die EOS 1200D samt App leistet und wo der Hersteller Produktionskosten spart, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Fotoeigenschaften
  2. Videofunktion
  3. Sucher und Display
  4. Besonderheit: Canon Begleiter App
  5. Fazit

Die EOS 1200D ist das neue Einsteigermodell von Canon. Nach drei Jahren löst die DSLR die EOS 1100D ab. Der 18-Megapixel-Sensor im APS-C-Format zeichnet nun Full HD-Videos auf, und das Display ist von 2,7 auf drei Zoll gewachsen. Zudem hat Canon passend zur Digitalkamera eine App veröffentlicht, die Fotoneulinge zu einem neuen und faszinierenden Hobby verhelfen soll. Was Canons Leichtgewicht leistet, lesen Sie im ausführlichen Test auf netzwelt.

Nur 480 Gramm wiegt das 130 x 100 x 78 Millimeter große Kameragehäuse inklusive Akku. Dieser hält circa 480 Aufnahmen durch. Es ist gut verarbeitet, allerdings wirkt der Kunststoff günstig, was bei jedem Anfassen der Kamera dem Fotoredakteur immer wieder aufs neue auffiel. Dafür ist das Gehäuse angenehm leicht. Ein nicht zu verachtender Punkt, soll die EOS 1200D doch den Beginn eines neuen Hobbys darstellen und schwere Kameras fristen häufig ein Leben in einer Fototasche, die die Wohnräume nur selten verlässt. Hinzu kommt: Systemkameras verfügen ebenfalls über die Bildqualität einer DSLR, fallen jedoch meist kleiner und leichter aus. Um den Kunden also von einer DSLR zu überzeugen, hat Canon hier in die richtige Richtung gedacht.

Fotoeigenschaften

Der Sensor der EOS 1200D leistet eine gute Performance ab. Die ISO Empfindlichkeit bis 12.800 sollte nicht ausgereizt werden, aber bis ISO 1.600 ist die Bildqualität auf einem hohen Niveau und muss sich nicht vor der Konkurrenz oder höherwertigen DSLRs wie der EOS 70D verstecken. Zugegeben: Der Digic 4-Bildprozessor gehört nicht zur neusten Generation aus dem Hause Canon, arbeitet in der EOS 1200D aber tadellos und sorgt dafür, dass die Bilder bis ISO 1.600 rauschfrei entwickelt werden. Darüber hinaus unterdrückt die EOS das Bildrauschen aggressiver, was zu Detailverlusten in den Aufnahmen führt. Die Farbabstimmung in den Grundeinstellungen ist neutral.

Canon EOS 1200D im Test

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Der Bildsensor im APS-C-Format besitzt eine Auflösung von 18 Megapixeln und ein natives Seitenverhältnis von 3:2. Die Sensorfläche ist geringfügig kleiner (22,3 x 14,9 Millimeter) als bei der Konkurrenz von Nikon, Pentax oder Sony (23,5 x 15,6 Millimeter). Dies hat keine Auswirkungen auf die Bildqualität. Der Verschluss bietet dem Fotografen eine kurze Verschlusszeit von 1/4.000 Sekunden und die maximale Serienbildgeschwindigkeit beträgt drei Bilder pro Sekunde. Damit wird die EOS 1200D keinen Geschwindigkeitsrekord brechen und Sportfotografie ist sicherlich nicht die Paradedisziplin. Vielmehr sollte eine Einsteigerkamera eher ein Allrounder sein und für ein solches Konzept gehen die Werte in Ordnung.

Hinzu kommt, dass Canon den Beginner mit Zahlreichen Automatiken an die Hand nimmt, um fotografisches Erleben mit der EOS 1200D facettenreich zu gestalten. Neben dem "grünen Modus" (Automatik) besitzt die DSLR Szenenautomatik, Programmautomatik sowie Blenden- und Zeitprogramm nebst manuellem Modus. Für weiteren kreativen Spielraum sollen die Kreativfilter der Kamera sorgen. Die DSLR ist mit einer

Im Gegensatz zur EOS 700D verzichtet der japanischer Hersteller darauf, der kleinen 1200D das neuste Kit-Objektiv mit Steppermotor-Technik (STM) beizulegen. Das neue 18-55mm-Objektiv fokussiert dank neuem Motor wesentlich leiser als das 18-55mm-Objektiv, das der EOS 1200D beiliegt. Zudem besitzt es einen geringfügig besser zu bedienenden Fokusring.

Der Phasenautofokus arbeitet sehr schnell und das bei guten und schlechten Lichtbedingungen. Sobald die EOS 1200D allerdings in den Liveview-Modus geschaltet wird, verändert sich die Geschwindigkeit der DSLR merklich. Dies liegt daran, dass die EOS mit hochgeklapptem Spiegel auf den eingebauten Kontrastautofokus zurückgreifen muss. Dieser ist leider weniger überzeugend als der Kontrastautofokus einer Panasonic GX7 oder GM1.

Videofunktion

Jetzt kann auch eine vierstellig nummerierte DSLR von Canon Full HD-Clips aufzeichnen. Bislang sparte der japanische Hersteller an dieser Funktion, die heute sogar viele Smartphones und Kompaktkameras bieten. Mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde zeichnet die EOS 1200D ein Video in der Größe von 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Über den Mini-HDMI-Ausgang auf der rechten Seite kann der Videoclip anschließend auf einem Fernseher abgespielt werden. Die Aufzeichnung legt die EOS 1200D als MOV-Datei auf der SD-Speicherkarte ab.

Nach vier Gigabyte stoppt die EOS die Aufzeichnung automatisch. Der Videographer muss nun erneut eine Aufnahme starten, die in einem neuen Clip abgelegt wird. Doch dies ist nicht die einzige Beschränkung der 1200D. Nach einer maximalen Videolänge von 29 Minuten und 59 Sekunden ist Schluss. Danach muss die Aufnahme manuell neu gestartet werden. Damit will Canon verhindern, dass der Sensor oder der Bildprozessor der DSLR überhitzt.

Bis auf die höhere Auflösung hat sich allerdings nicht viel verändert. Weiterhin sucht der Videographer einen Mikrofonanschluss oder einen Kopfhörerausgang vergebens. Wäre für ein günstiges Modell vielleicht auch ein wenig zu viel des Guten gewesen, auch beim Mittelklassemodell EOS 70D muss man auf einen Kopfhörerausgang verzichten.

Der Ton und Fokus können im Videomodus manuell eingestellt oder der Automatik überlassen werden. Bei Videoaufnahmen kommt ein Kontrastautofokus zum Einsatz, der jedoch nicht wirklich schnell arbeitet, was zu einem ungewünschten "Punp-Effekt" bei beweglichen Motiven führt. Eine wahre Enttäuschung vergleicht man den Autofokus der EOS 1200D mit dem Dual Pixel AF der EOS 70D aus dem gleichen Hause. Im Sommer 2013 brachte Canon mit der 70D einen Hybrid-AF in eine DSLR. Dieser funktioniert gerade im Videomodus deutlich schneller und hat kaum Probleme mit sich bewegenden Objekten im Bild.

Sucher und Display

Im Gegensatz zur EOS 1100D ist das Display nun auf drei Zoll angewachsen. Die Auflösung ist mit 460.000 Pixeln in Ordnung, mehr aber auch nicht. Dafür ist das Bild neutral abgestimmt. Auf einen klapp- oder schwenkbaren Bildschirm müssen Fotografen bei der 1200D verzichten. Der Betrachtungswinkel des Displays kann im Test ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Daher sind vor allem Überkopfaufnahmen mit der EOS eher schwierig.

Nikon und Canon sparen bei den günstigen Einsteigermodellen gern am Sucher. So auch bei der kleinen EOS. Es ist lediglich ein Spiegelsucher verbaut, der nur 95 Prozent des Bildfelds anzeigt und eine Vergrößerung von 0,8 bietet. Solche Sucher wirken eher wie dunkle "Gucklöcher" und machen es eher gerade so möglich das Motiv zu erfassen.

Dass es besser geht, zeigt Ricoh mit dem Modell Pentax K-50. Die Kamera ist circa 100 Euro teurer als die EOS 1200D oder 30 Euro teurer als eine Nikon D3300, bietet aber einen Pentaprisma-Sucher mit 100 Prozent Bildfeldabdeckung.

Besonderheit: Canon Begleiter App

Kostenlos im App Store von Apple oder in Googles Play Store kann die Canon EOS 1200D-Begleiter App für Android und iOS von jedem heruntergeladen werden. Die App ist eine Ergänzung zum Kamerahandbuch und bietet dem Anfänger eine 360-Grad-Ansicht, in der alle Knöpfe, Tester und Räder der DSLR erklärt werden. Zudem können Tutorial-Videos heruntergeladen werden und fotografische Begriffe werden mittels passender Übung erklärt. Auch das Kamerahandbuch kann als PDF ausgeführt werden. Das ist praktisch, wenn der Fotograf mit der neuen Kamera unterwegs ist und nach einer bestimmten Funktion sucht.

Canon EOS 1200D Begleiter-App

Ein besonderer Clou verbirgt sich hinter dem Untermenü "Inspirieren". In einer Art Memory versucht der Hersteller, die Kreativität von Fotoneulingen zu wecken. Aber auch Hobbyfotografen mit mehr Erfahrung hinter der Kamera könnten ihre Freude daran haben.

Nutzer, die sich erhofft haben die EOS über das WLAN per App fernzusteuern, sollten sich lieber nach einem anderen Modell umschauen. Die EOS 1200D ist weder mit einem WLAN-Modul noch mit NFC ausgestattet. Bilder können nur direkt aus der Kamera über einen USB 2.0-Anschluss an den PC geschickt werden. Wesentlich schneller dürfte es allerdings mit einem USB 3.0-Kartenleser gehen.

Fazit

Die EOS 1200D ist eine gelungene Einsteigerkamera in Sachen Bildqualität. Auf einen großen und hellen Sucher, einen schnellen Kontrastautofokus, ein hochauflösendes Display sowie WLAN und NFC müssen Fotografen bei der 1200D verzichten. Der Phasenautofokus arbeitet sehr schnell und die zahlreichen Automatiken sowie Kreativfilter erleichtern den Einstieg.

Canon EOS 1200D im Test

Die EOS 1200D ist nicht die richtige Kamera für Sie? Alternative Einsteigermodelle finden Sie in unseren Kaufberatung Einsteiger-DSLRs und Einsteiger-Systemkamera.

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Canon EOS 1200D
Canon EOS 1200D Alternativen

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    16.11.2015 Die Canon EOS 1200D ist eine Spiegelreflex-Kamera des Einsteiger-Segments. Der APS-C-Bildsensor liefert Fotos mit einer Auflösung 18 Megapixeln. Videos gelingen in Full HD-Qualität. Der Akku liefert mit einer Ladung etwa 480 Aufnahmen und das rückseitige Display misst 3 Zoll. Zum EOS 1200D-Body erhaltet ihr das 18-55 Millimeter-Objektiv. Als Alltagsobjektiv für den Einstieg reicht dieses aus.

    Wer deutlich mehr Bildqualität aus der Kamera herauskitzeln will, findet im reichhaltigen Angebot an Canon-Objektiven viele passende Alternativen. Abstriche habt ihr bei der EOS 1200D allerdings beim Autofokus und beim optischen Sucher zu machen.

    Daneben zählt eine 16 Gigabyte fassende Speicherkarte von Eye-fi zum Lieferumfang des Angebotes. Diese ermöglicht es Bilder via eingebauter WLAN-Schnittstelle direkt an Smartphones, Tablets, PCs oder Macs zu übertragen, ohne sie aus der Kamera entnehmen zu müssen.

    Für alle, die auf der Suche nach einer gelungenen Einsteiger-Spiegelreflex-Kamera sind, die überzeugende Bildqualität liefert, heißt es beim Media Markt-Angebot schlicht und ergreifend: zuschlagen! Inklusive des Objektivs sowie der WLAN-Speicherkarte ist das ein echtes Schnäppchen - so spart ihr im Vergleich zu anderen Händlern derzeit durchschnittlich über 100 Euro.

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