BQ Aquaris M10 im Kurztest: Ubuntu-Tablet ausprobiert

MWC 2016

Das BQ Aquaris M10 ist das erste Ubuntu-Tablet, das ein Arbeiten wie am PC ermöglicht.

Ein System für Desktop, Smartphone und Tablet - diesen Traum verfolgen die Ubuntu-Entwickler Canonical schon länger. Auf dem MWC 2016 zeigt das Unternehmen nun zusammen mit dem spanischen Hersteller BQ das Aquaris M10 - ein Ubuntu-Tablet, das sich in einen Linux-PC verwandeln lässt. Netzwelt hat es im Kurztest ausprobiert.

Das BQ Aquaris M10 ist das erste Ubuntu-Tablet, das ein Arbeiten wie am PC ermöglicht.
Das BQ Aquaris M10 ist das erste Ubuntu-Tablet, das ein Arbeiten wie am PC ermöglicht. (Quelle: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. Was lange währt, ...
  2. Tablet wird zum PC
  3. Das kann das BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition
  4. So fühlt sich das BQ Aquaris M10 Ubuntu Editon an
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. netzwelt meint

Ein Betriebssystem für Smartphone, Desktop und Tablet - diese Vision verfolgt Canonical, das Unternehmen hinter der Linux-Distribution Ubuntu bereits seit Längerem. So plante Canonical bereits 2013 ein Smartphone, das sich per Docking-Station in einen PC verwandeln lässt.

Die Finanzierung des Ubuntu Edge via Kickstarter scheiterte.
Die Finanzierung des Ubuntu Edge via Kickstarter scheiterte. (Quelle: Canonical)

Die Entwicklung des Ubuntu Edge genannten Handys sollte per Crowdfunding finanziert werden, rund zehn Millionen US-Dollar kamen damals auf der Plattform Kickstarter zusammen. Doch das reichte nicht. Canonical hätte ein Startkapital von 32 Millionen US-Dollar benötigt.

Was lange währt, ...

Nun fast drei Jahre später hat das Unternehmen seinen Traum doch noch umgesetzt - wenn auch in anderer Form. Der spanische Hersteller BQ präsentierte auf dem MWC 2016 das Aquaris M10 Ubuntu Edition. Ein Tablet-PC, der sich in einen Linux-Rechner verwandeln lässt.

Es ist nicht BQs erster Ausflug in die Ubuntu-Welt: Mit dem Aquaris E4.5 und E5 hat der Hersteller aus Madrid bereits zwei Smartphones mit Canonicals Ubuntu for Phones auf den Markt gebracht. Diese boten jedoch noch keine Konvergenz-Features.

BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition im Kurztest

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Tablet wird zum PC

Wie sieht diese Konvergenz aus? Über einen Schalter in der Benachrichtigungsleiste könnt ihr das Tablet in den "Desktop Mode" versetzen. Die Vollbild-Apps werden dann in Fenstern ausgeführt, die ihr, wie vom Ubuntu-Desktop gewohnt, verwalten könnt - inklusive Multitasking.

Anders als bei Microsofts Continuum könnt ihr den Desktop Mode jederzeit aufrufen, und nicht nur wenn das Gerät mit einem Monitor verbunden ist. Er wird jedoch automatisch aktiviert, wenn ihr Maus und Tastatur mit dem BQ Aquaris M10 verbindet. Der Anschluss von Maus und Tastatur an das BQ Aquaris M10 erfolgt via Bluetooth. Über einen microHDMI-Slot könnt ihr das Tablet zudem mit einem Monitor verbinden.

BQ Aquaris M10: Das Ubuntu-Tablet im Hands On

Wer kein Desktop-Erlebnis benötigt, kann übrigens im Tablet-Modus auch ein wenig Multitasking und zwei Apps im Splitscreen-Modus ausführen. Den Splitscreen aktiviert ihr über eine Drei-Finger-Geste. Die Konvergenz-Features des BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition stellen wir euch im Video noch einmal näher vor.

Das kann das BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition

Das M10 wurde nicht von Grund auf neu entwickelt. Wie die Ubuntu-Smartphones von BQ basiert das Linux-Tablet auf einem Android-Gerät. In diesem Fall der Full HD-Version des Tablet-PC BQ Aquaris M10. Dabei handelt es sich nicht um ein Highend-Gerät, sondern um solide Mittelklasse:

Als Prozessor fungiert der Quad Core-Chip MT8163A von MediaTek, der mit 1,5 Gigahertz taktet und auf Zwei-Gigabyte-Arbeitsspeicher zurückgreift. Ob er für den Konvergenzgedanken des Geräts geeignet ist, ist fraglich. Im Kurztest hakelte es ab und an bereits. Aufwendige Präsentationen oder die Bearbeitungen von Fotos mit Gimp könnten den Chip im Desktop Mode schnell an die Leistungsgrenze bringen. Das muss jedoch ein ausführlicher Test zeigen.

Darüber hinaus bietet das BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition einen 7.280-Milliamperestunden-Akku und 16-Gigabyte-Gerätespeicher. Er kann über einen microSD-Kartenslot um bis zu 64 Gigabyte erweitert werden. Für Foto- und Videoaufnahmen stehen eine Acht-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine Fünf-Megapixel-Frontkamera bereit.

So fühlt sich das BQ Aquaris M10 Ubuntu Editon an

Die Hardware hat BQ in ein schlichtes schwarzes Kunststoffgehäuse verpackt. Eine Soft-Touch-Beschichtung auf der Rückseite sorgt für ein angenehmes Haltegefühl. Leider fehlt dem Tablet ein Standfuß. wie in etwa das Microsoft Surface Pro 4 bietet, für ein bequemes Arbeiten im Desktop-Mode ohne Monitor.

Preis und Verfügbarkeit

Das BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition soll im zweiten Quartal 2016 in den Handel kommen, Interessierte können sich bereits jetzt für das Tablet vormerken lassen. Ein Preis steht noch nicht fest. Die Android-Version wird für rund 240 Euro angeboten, zu einem ähnlichen Preis kommt vermutlich auch die Ubuntu-Version in den Handel.

netzwelt meint

Canonicals Konvergenzgedanke ist spannend. Die Umsetzung im BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition wirkt jedoch etwas uninspiriert. Ein Standfuß hätte das Tablet zum Beispiel deutlich aufgewertet.

Mehr vom MWC 2016.

Hinweis: Die Reisekosten zum MWC (Hin- und Rückflug + 4 Übernachtungen) wurden von Qualcomm übernommen. Auf die Berichterstattung hat dies keinen Einfluss. Ihr wollt mehr darüber erfahren, wie netzwelt arbeitet und sich finanziert? Besucht dazu gerne unsere Transparenzseite.

BQ Aquaris M10 Ubuntu Edition
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