Entware-ng auf NAS einrichten: das App-Center aus dem Terminal

Extra-Software für euren Netzwerkspeicher

von Mirco Lang
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Viele NAS sind ausgewachsene Server und können etliche Programme über ihre App-Stores per Klick installieren. Neben den vom Hersteller direkt angebotenen Apps gibt es jedoch noch massenhaft weitere Tools, die ihr per Paketmanager im Terminal installieren könnt. Dafür braucht ihr jedoch die Software Entware-ng.

Mit Entware-ng holt ihr euch zusätzliche Software auf euer NAS.
Mit Entware-ng holt ihr euch zusätzliche Software auf euer NAS. (Quelle: Screenshot)

Komplexe Network-Attached-Storage-Server (NAS) bieten über eigene App-Stores Dutzende zusätzliche Programme, die sich einfach über die Web-Oberfläche installieren lassen. Aber es gibt noch etliche weitere Tools, die den meisten NAS-Besitzern verborgen bleiben dürften.

Letztlich ist ein NAS ein ganz normaler Linux-Rechner, nur eben mit speziell für typische Heim-Server-Aufgaben wie Backups, Multimedia-Streaming oder natürlich Cloud-Speicher optimiert. Und statt eines angeschlossenes Monitors, gibt es die Web-Oberfläche. Und wie das bei Linuxen so üblich ist, gibt es mehr als nur die offiziellen Features der Hersteller. So lassen sich per Entware-ng hunderte weitere Programme installieren, die ihr nicht im App Store findet. Wir erklären euch nachfolgend wie das geht.

Generell gibt es das hier beschriebene System für allerlei Hersteller, etwa Buffalo, Synology und QNAP. Konkret nutzen wir hier ein QNAP 251+. Das Geheimnis hinter rund 1.800 zusätzlichen kostenlosen Programmpaketen heißt Entware-ng, das als Alternative zum veralteten Optware entstand. Kurz gesagt handelt es sich dabei um einen Paketmanager für eingebettete Systeme, der eine ganze Menge fertig kompilierter Pakete mit sich bringt. Oder anders ausgedrückt: Entware-ng ist im Grunde dasselbe wie QNAPs App Center, nur eben im Terminal und mit einer völlig anderen Programmauswahl.

Entware-ng wird manuell über QNAPs App Center installiert.
Entware-ng wird manuell über QNAPs App Center installiert. (Quelle: netzwelt)

Entware-ng auf dem NAS installieren

Zunächst muss Entware-ng über die Web-Oberfläche auf dem NAS installiert werden. Dazu benötigt ihr die passende Programmdatei, die ihr hier bekommt; folgt einfach dem "this package"-Link im Text. Anschließend ruft ihr das App Center auf und klickt oben rechts auf den Einstellungs-Button, wählt die manuelle Installation und dann die soeben heruntergeladene Datei.

Nun ist es an der Zeit, euch per Secure Shell (SSH) mit dem NAS zu verbinden. Zunächst macht ihr ein Update, damit Entware-ng eine aktuelle Liste der Programme zur Verfügung hat, dafür genügt ein simples "opkg update"; opkg steht für Optware Package Manager.

Terminals wirken nicht sehr einladend auf Einsteiger, aber die Nutzung ist simpel und tolle Software wie htop lohnt den Aufwand.
Terminals wirken nicht sehr einladend auf Einsteiger, aber die Nutzung ist simpel und tolle Software wie htop lohnt den Aufwand. (Quelle: netzwelt)

Pakete auflisten und installieren

Das System ist jetzt fertig eingerichtet und ihr könnt loslegen. Zunächst solltet ihr schauen, was es denn bei Entware-ng überhaupt alles gibt. Das könnt ihr wahlweise im Web erledigen oder direkt im Terminal mit dem Befehl "opkg list". Allerdings ist diese Liste wahnwitzig lang - bei den über 1.800 Paketen sind natürlich auch viele Bibliotheken, Treiber und dergleichen bei. Wenn ihr etwas Konkretes sucht, zum Beispiel Software rund um MP3, hilft euch das Werkzeug grep: "opkg list | grep mp3". Grep filtert schlicht alle Einträge mit "mp3" heraus.

Und auch das Installieren ist supereinfach - wie wäre es beispielsweise mit dem sehr guten Prozessmanager htop? Ihr könnt es euch fast denken: "opkg install htop" - also genau so, wie ihr es vielleicht von "normalen" Linuxen und dem Paketmanager apt kennt. Einmal installiert, ruft ihr htop über den Befehl "htop" auf, ein Druck auf die Q-Taste schliesst das Programm wieder. Zu guter letzt ein Tipp zur Struktur: Die per opkg installierten Programme landen alle unter "/opt/".

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