NAS als Überwachungsstation: USB-Webcams mit QNAP-NAS nutzen

Sicherheitssystem im Eigenbau

von Mirco Lang
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Leistungsfähige NAS können auch mit Kameras umgehen und so als Überwachungssystem dienen. Mit dem QNAP 251+ lassen sich beispielsweise zeitgesteuerte Aufnahmen machen, mehrere Kameras gleichzeitig einblenden und super einfach auf dem Windows-Desktop abspielen. Mit einem kleinen Trick funktioniert das sogar mit handelsüblichen Webcams.

Mit einem leistungsfähigen NAS und einer USB-Kamera baut ihr euch ein Überwachungssystem.
Mit einem leistungsfähigen NAS und einer USB-Kamera baut ihr euch ein Überwachungssystem. (Quelle: AndreyPopov/depositphotos.com)

Ein Network-Attached-Storage-Server (NAS) läuft in der Regel rund um die Uhr - die perfekte Voraussetzung für ein Überwachungssystem. Leistungsfähige Geräte wie das QNAP 251+, das hier zum Einsatz kommt, aber auch die direkten Konkurrenten von Synology, Asustor und Co bieten entsprechende Apps. Bei QNAP hört das Tool auf den Namen Surveillance Station und kann mit der mitgelieferten Lizenz zwei Kameras ansprechen.

Das braucht ihr

Dank zeitgesteuerter Aufnahmen und automatischer Verwaltung von Aufnahmedateien könnt ihr das Tool durchaus semi-professionell einsetzen, beispielsweise, um euer Büro zu überwachen oder als Nanny-Cam. Die Surveillance Station ist eigentlich auf Netzwerk-Kameras ausgelegt, aber mit einem kleinen Umweg funktioniert es auch mit ganz normalen USB-Webcams.

USB-Webcams müssen zunächst mit QUSBCam eingerichtet werden.
USB-Webcams müssen zunächst mit QUSBCam eingerichtet werden. (Quelle: Screenshot)

Ihr benötigt zwei Apps: Die Surveillance Station und das Webcam-Tool QUSBCam, installiert beide aus dem AppCenter und steckt die USB-Webcam an einen beliebigen USB-Port. Jetzt müsst ihr zunächst QUSBCam aufrufen. Die App öffnet sich in einem eigenen Tab, wo ihr euch mit dem normalen NAS-Konto anmeldet. Hier könnt ihr die Kamera konfigurieren und über den Snapshot-Link auch testen - ein bewegtes Bild gibt es hier nicht. Durch QUSBCam lässt sich die Kamera aber in der Surveillance Station wie eine IP-Kamera ansprechen; daher seht ihr hier auch eine generierte URL. Speichert die Einstellungen, aber schließt das Fenster noch nicht.

Surveillance Station einrichten

Die Werte von QUSBCam müssen in die Surveillance Station eingetragen werden.
Die Werte von QUSBCam müssen in die Surveillance Station eingetragen werden. (Quelle: Screenshot)

Startet nun die eigentliche Überwachungs-App und klickt in der Navigation auf "Kamerakonfiguration". Es startet ein Assistent, der Kameras automatisch erkennt - allerdings nur die besagten IP-Kameras. Entfernt also das Häkchen für die automatische Suche und gebt eure Daten manuell ein - welche das sind, seht ihr im QUSBCam-Fenster.

Als Kameramarke wählt ihr den Eintrag "Generic Model". In das Feld "HTTP URL" kommt der Wert, der hinten an der von QUSBCam generierten URL hängt, standardmäßig "/video0.cgi". Die IP-Adresse ist "localhost" und als Port setzt ihr 8168 fest - auch diese Informationen stehen in der URL. Zum Schluss gebt noch einen beliebigen Nutzernamen ohne Kennwort ein, schließlich hat die USB-Kamera solche Funktionen nicht.

Die Überwachungsaufnahmen werden direkt auf dem Windows-Desktop wiedergegeben.
Die Überwachungsaufnahmen werden direkt auf dem Windows-Desktop wiedergegeben. (Quelle: Screenshot)

In den folgenden Schritten des Assistenten dürft ihr die Betriebszeiten, die Speicherdauer für Aufnahmen und noch ein paar Kleinigkeiten einstellen. Anschließend findet ihr die Kamera unter "Kameraübersicht" aufgelistet und sofern alles funktioniert, wird als Status "Aufnahme" angezeigt. Klickt nun auf den "Wiedergabe"-Button: Es folgt die Aufforderung, eine Software unter Windows zu installieren - den Player für Aufnahmen.

Die Installation dauert eine Zeit und wollte sich im Test auch nicht von alleine beenden - wenn der Prozess irgendwann hängt, scheut euch nicht, ihn per Task-Manager abzuwürgen. Wenn er startet, meldet sich vermutlich eure Firewall - überprüft kurz, ob es die beiden korrekten Geräte sind und erlaubt den Datenverkehr. Der Player selbst ist ziemlich selbsterklärend, ungewohnt ist lediglich, dass man nicht mit Dateien arbeitet, sondern schlicht per Kalender durch die Aufnahmen navigiert.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Webcam-Tools und NAS versehen.

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