Artikel 13: YouTube könnte bestimmte Inhalte für EU-Nutzer blockieren

Nach Löschungs-Panik

Alexander Kant - Profilbild
von Alexander Kant
Teilen

Nach der "YouTube wird gelöscht"- oder "Mein Kanal wird gelöscht!"-Panik Anfang November 2018 auf YouTube, meldet sich die YouTube-Chefin Susan Wojcicki erneut zum Artikel 13 und Uploadfilter zu Wort. Die Video-Plattform zieht es nämlich in Betracht, künftig bestimmte Inhalte für EU-Nutzer zu blockieren - etwa das Musikvideo "Despacito".

Könnten wir diese Sperrgrafik bald öfter sehen?
Könnten wir diese Sperrgrafik bald öfter sehen? (Quelle: Screenshot/netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. Das ist Artikel 13
  2. #SaveYourInternet - Der Brief der YouTube-Geschäftsführung
  3. Panikmache im Kinderzimmer
  4. Das passiert nun

Die EU plant eine Reform des Urheberrechtes. Diese sieht in Artikel 13 unter anderem vor, dass Online-Plattformen für die Urheberrechtsverletzungen von Nutzern haften. Dies könnte Kritikern zufolge EU-weite Upload-Filter mit sich bringen und die Freiheit der Internetnutzer einschränken. Dementsprechend laut war vor einigen Wochen der Aufschrei im Netz. Nutzer befürchteten sogar, dass YouTube geschlossen werde (mehr dazu erfahrt ihr auf Seite 2 dieses Artikels).

Mittlerweile ist die Panik wieder etwas abgeklungen. Doch nun hat YouTube-Chefin Susan Wojcicki einen neuen Blogbeitrag zum Thema veröffentlicht und der dürfte die Diskussionen um Artikel 13 weiter anheizen.

Was haltet ihr von Artikel 13?

Umfrage

Laut Wojcicki "gehen die Folgen von Artikel 13 über finanzielle Verluste hinaus. Die EU-Bürger laufen Gefahr, von Videos abgeschnitten zu werden, die sie erst im letzten Monat mehr als 90 Milliarden Mal gesehen haben." Denn um sich vor Klagen zu schützen, erwägt YouTube offenbar anstelle strittiger Videos eine Sperrgrafik für EU-Nutzer einzublenden, würde der Artikel 13 so durchkommen, wie er jetzt formuliert ist.

Betroffen davon wäre laut Wojcicki unter anderem das Musikstück "Despacito". Hieran halten laut YouTube mehrere Personen Rechte. Auch wenn YouTube viele Lizenzen bereits erworben hat, würden immer noch viele fehlen, weil einige Rechteinhaber unbekannt sind. Somit würde das Video für EU-Bürger sicherheitshalber gesperrt werden.

Eine Lösung soll her

Auch das sich aktuell im Einsatz befindende "Content ID"-System von YouTube wird von Wojcicki angesprochen. Demnach wird 98 Prozent der Urheberrechtsverwaltung über dieses System abgewickelt. Bisher wurden daher 2,5 Milliarden Euro an Rechteinhaber gezahlt, deren Content verwendet worden ist. YouTube selber sieht das System daher als eines der erfolgreichsten Lösungen für die Urheberrechtsverwaltung.

Trotzdem begrüßt YouTube die Bemühungen der EU, die Rechte von Urhebern zu stärken. Daher möchte die Plattform die Möglichkeit nutzen mit Politikern und der Industrie zusammenzuarbeiten, um eine Lösung im Rahmen von Artikel 13 zu entwickeln. Als Lösungen zum Schutze von Rechteinhabern und zur Forderung von Kreativen schlägt Wojcicki unter anderem umfassendere Lizenzvereinbarungen, weitere intelligente Rechteverwaltungstechnologien oder die Zusammenarbeit mit Rechteinhabern vor.

Zurück
Seite 1/2

Inhaltsverzeichnis

Bei neuen Artikeln zu YouTube benachrichtigen? Nein, Danke

Das könnte dich auch interessieren

  1. Gastkommentar · 

    Hoffentlich wird der Laden dicht gemacht. Ich kann diese ganzen verschissenen Selbstdarsteller Spastis mit ihrem Egoproblem nicht mehr ertragen.

  2. Gastkommentar · 

    JETZT wird angefangen zu jammern? Hätten sich mal alle angeschlossen als die Initiativen VOR der Abstimmung aktiv waren.

    1. Gastkommentar · 

      Haben sie. Die Sache war im Juni schon ein großes Thema, nur interessiert das die Leute im Parlament recht wenig.

  3. Gastkommentar · 

    Ich denke das die Auswirkung von Artikel 13 auf die Social Media vielleicht nicht so tragisch werden, aber diese Einschränkung von der EU darf man nicht zulassen! Wir wollen alles so wie es jetzt ist. Was ich eher verbieten würde sind Werbungen auf YouTube!

    1. Gastkommentar · 

      ohne werbung können sie sich nicht finanzieren

  4. Gastkommentar · 

    Die sollen mit ihrem Artikel 13 ihr Maul halten. Ich hab gerade 100 Abbos geknackt!

  5. Gastkommentar · 

    Wir, also Millionen Nutzer des Internets dürfen nicht zulassen, dass wenige Lobbyisten uns vorschreiben was wir tun dürfen und was nicht, z.B. ungefilterte die Meinung sagen zu dürfen. Es geht um unsere Freiheit. Im Grunde wird hier versucht dem dem Internet eine Verlags- und Sender-Zwangsjacke zu verpassen - also die Einführung der TV- und Zeitungskultur vergangener Tage.

Informationen zum Artikel

Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Internet, Internet & Netzwelt, YouTube und Streaming-Portale versehen.

Links zum Artikel

zur
Startseite

zur
Startseite