Dimage X1 Test: Königin unter den Kompakten zeigt Schwächen

Konica Minoltas Acht-Megapixel-Kamera im Test

von Sebastian Griesbach

Man könnte sagen, sie sei der Mercedes unter den Kompakten. Sie wirkt sowohl robust und stark als auch edel und grazil. Wir sprechen von der Dimage X1 aus dem Hause Konica Minolta. Der netzwelt-Test verrät Stärken und Schwächen des Acht-Megapixel-Boliden.

Acht Megapixel verpackt in einem schicken Alu-Designer-Panzer. Die Dimage X1 demonstriert ihre Stärke und will die Konkurrenz in der Kompakt-Klasse einschüchtern. Ob ihr das gelingt, wird sich in unserem Test noch herausstellen.

Die Dimage X1 kommt mit einem CCD-Chip mit einer effektiven Auflösung von acht Megapixel und dreifach optischem Zoom daher. Damit ist sie in der Klasse der Schnappschusskameras zumindest im Pixel-Sektor schon einmal ganz vorne anzusiedeln. Zudem ist die X1 die erste Kamera der X-Serie, die mit einem Anti-Shake-Stabilisator ausgestattet wurde. Das Anti-Shake-Prinzip ist schon von Casio bekannt und soll Unschärfen durch Zittern der Hände oder Bewegungen der Motive verhindern. Das 2,5 Zoll große TFT-Display mit einer Auflösung von 118.000 Pixel wird durch ein spezielles Acrylglas geschützt, welches die komplette Rückseite ziert.

Lieferumfang

Zum Standardzubehör gehört auch bei dieser Kamera eine USB-Ladestation, USB-Kabel sowie Akku, AV-Kabel, Software und Trageschlaufe. Da die Dimage X1 keinen internen Speicher besitzt, wird zudem eine 32 Megabyte-SD-Card mitgeliefert. Viel Knipsen ist damit allerdings nicht möglich, nach ein paar Fotos in höchster Auflösung ist der Speicher voll. Es empfiehlt sich, gleich eine Karte mit größerem Speichervolumen hinzuzukaufen.

Funktionen/Menü

Die Dimage X1 bietet dem Fotografen eine recht verständliche Menüführung. Über die Menütaste können die jeweiligen Einstellungen in den Bereichen "Aufnahme" und "Wiedergabe" vorgenommen werden. Hierzu wird einfach der Cursor als Bedienelement genutzt. Über die entsprechenden Menüpunkte sind nach dem bekannten Unterpunktverfahren Weißabgleich, Auflösung, Schärfe, Kontrast und alle anderen standardmäßigen Einstellungen wählbar. Die Grafik, in der das Menü dargestellt wird, wirkt leider etwas bieder und blass. Da hätte man mehr erwarten können.

Die Tasten hingegen sind relativ groß und praktisch angeordnet. Auf der Oberseite der Kamera befindet sich neben Ein-und Ausschaltknopf sowie Auslöser noch eine Funktionsleiste. An dieser lässt sich zwischen Aufnahme- und Videofunktion wechseln. Zudem bietet die Dimage sieben verschiedene Motivprogramme an. Ähnlich wie bei Casios "Best Shot"-Funktion optimiert die Kamera das Bild automatisch je nach gewählter Einstellung, beispielsweise "Porträt" oder "Landschaft".

Anti-Shake

Wie bereits zu Anfang erwähnt, ist die Dimage X1 erstmals mit einer Anti-Shake-Bildstabilisierung ausgestattet. Diese Technologie ermöglicht es verwacklungsfreie und scharfe Bilder auch ohne Stativ zu schießen. Anti-Shake liefert Verbesserungen im Tele- und Makrobereich, erweist sich aber auch im Weitwinkelbereich als überaus hilfreich, sobald das Umgebungslicht längere Verschlusszeiten erfordert. Das System funktioniert schlicht und einfach dadurch, dass durch eine gegenläufige ausgleichende Bewegung der Aufnahmeeinheit Verwacklungen ausgeglichen werden. Die Unterbringung dieser Anti-Shake-Technologie in einem solch kompakten Gehäuse ist eine wahre technische Meisterleistung.

Fotografieren

In gerade einmal 0,9 Sekunden ist die Dimage X1 bereit zur Aufnahme. Die Auslöseverzögerung ist mit 0,008 Sekunden nicht erwähnenswert. Um die hohe Auflösung des CCD voll ausnutzen zu können, wurde das vertikal eingebaute Dreifach-Zoom-Objektiv vollkommen neu entwickelt. Das Objektiv bleibt genau wie das der vorherigen Modelle der X-Serie auch während des Zoomvorgangs vollständig im Gehäuse der X1 integriert. Der Brennweitenbereich liegt bei standardmäßigen 37-111 Millimeter.

Mangelhaftes Display

Wie die meisten kompakten Kameras hat auch die X1 keinen Sucher. In der Regel sollte in diesem Fall das TFT-Display den Sucher ersetzen. Das Display der X1 ist aber eine reine Katastrophe. Auch bei heller Displayeinstellung werden die Farben viel zu dunkel dargestellt und das Bild ist sehr grob-pixelig. Dem Fotografen wird hier ein wahrer Pixelsalat geboten. Die Motive wirken auf dem Display verschwommen und verwackelt. Bewegt man die Kamera in eine Richtung, braucht das Display mehrere Augenblicke um sich an neue Lichtverhältnisse anzupassen.

Ein weiterer optischer Nachteil ist das Acrylglas auf der Rückseite. Zwar sieht es hübsch aus, doch mit der Zeit ist das ganze Display mit Fingerabdrücken übersät. Mancher wird dies vom heimischen Wohnzimmertisch kennen. Bei falscher Sonneneinstrahlung kann es auch passieren, dass man vor lauter Flecken das Motiv auf dem Display nicht erkennen kann. Zudem sieht so eine verschmierte Rückseite einfach nicht gut aus und es wäre hier hilfreich immer ein weiches Tuch mit sich zu führen.

Der Autofocus der Dimage X1 arbeitet sehr langsam. Bis das gewünschte Motiv scharf gestellt wird, vergehen leider mehrere Sekunden. Ähnlich im Makro-Modus der Kamera. Der Fotograf hat zwar die Möglichkeit im Weitwinkelbereich bis zu fünf Zentimeter an das Objekt heranzugehen, jedoch vergehen auch hier wieder elend lange Sekunden, bis das Motiv scharf gestellt wird. Bei sich bewegenden Motiven ist das schnelle Fotografieren nicht möglich.

Bildqualität

Nach den Schwächen bei der Foto-Funktion einmal kurz durchpusten und hoffen, dass nun wenigstens die Bildqualität der einer Acht-Megapixelkamera entspricht. Aber auch hier kann die Dimage X1 nicht richtig überzeugen. Bei genauerem Betrachten der Bilder werden Bildrauschen und Farbsäume sichtbar. Diese entstehen durch die hohe Pixelzahl und den dabei relativ kleinen Sensor der Dimage X1.

Ein weiteres Manko ist die Belichtungssteuerung der X1. Fast bei allen Aufnahmen belichtet die Kamera deutlich über und man muss über die Korrektur arbeiten. Bei dem enormen Datenaufkommen verbraucht die Kamera natürlich auch mehr Strom und der Akku schafft nur 150 Bilder in höchster Auflösung.

Die Bilder wirken dank der acht Megapixel natürlich sehr detailreich, aber die Qualität anderer Kompakter bei weniger Megapixel ist deutlich besser. Und für den Schnappschuss-Sektor sind acht Megapixel einfach nicht notwendig. Es sei denn, man möchte die Bilder einer verrauchten Geburtstagsfete auf A3 ausdrucken.

Videofunktion

Zur Videofunktion bleibt nicht viel zu sagen. Eine standardmäßige VGA-Auflösung von 640 x 480 Pixel mit einer Bildrate von 20 Bildern pro Sekunde stellt die Dimage X1 vor keinerlei Probleme. Auch bei der Videofunktion profitiert die Dimage von der Anti-Shake Funktion. Somit entstehen ruckelfreie und scharfe Filmaufnahmen, die über das AV-Kabel auf dem Fernseher gezeigt werden können.

Ladestation und Software

Die USB-Ladestation hat passend zur Kamera ein graues Alu-Design und dient zum Aufladen des Akkus und zur Verbindung zu PC oder TV-Fernsehgerät. Der Lithium-Ionen-Akku kann separat in der Station oder in der Kamera integriert aufgeladen werden. Im weiteren Lieferumfang der Kamera sind verschiedene Softwareanwendungen enthalten. Die Konica Minolta Dimage Master Lite ist eine spezielle Software zur Betrachtung und Bearbeitung der Bilder. Die Kodak Easy Share Software ist wegen ihrer einfachen Bedienung besonders für Einsteiger geeignet.

Fazit

Die Dimage X1 konnte trotz ihrer stabilen Bauweise und der hohen Pixelzahl nicht überzeugen. Vor allem das mangelhafte, grob-pixelige Display und der langsame Autofocus sind in der Preisklasse zwischen 300 und 400 Euro enttäuschend. Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Dimage X1 aufgrund ihrer Schwächen besonders als Schnappschusskamera nicht die beste Wahl ist.

Die Daten der Konica Minolta Dimage X1 im Überblick

Konica Minolta Dimage X1
Auflösungen:8 Megapixel (3.264 x 2.448 Pixel)
Zoom:3x optisch/4x digital
Brennweite (Kleinbild):37 - 111 mm
Display:2,5" , 6,3 cm TFT-Farbdisplay (118.000 Pixel)
Speicher intern:Nein
Speicherkarte/mitgeliefert:32 Megabyte
Auslöseverzögerung:0,008 s
Betriebsbereitschaft:0,9 s
Maße / Gewicht:95 mm x 68 mm x 19 mm / ca. 135g (ohne Akku und Speicherkarte)
Redaktionsbewertung:60%
Konica Minolta Dimage X1
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