Der richtige Weißabgleich: Schritt für Schritt zum optimalen Foto

Rezepte gegen Farbstiche

Stellan Wetzig - Profilbild
von Stellan Wetzig
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Beim Fotografieren entstehen manchmal verfärbte Bilder, die alles andere als die tatsächliche Lichtstimmung zeigen. Aber warum entstehen Farbstiche und wie könnt ihr sie verhindern? Mehr über den Weißabgleich, die Farbtemperatur und die richtige Umsetzung erfahrt ihr hier.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Weißabgleich
  2. Wie ein Farbstich entsteht
  3. Der manuelle Weißabgleich
  4. Der Automatik vertrauen?

Das Licht, das wir durch das menschliche Auge wahrnehmen, setzt sich aus rotem, grünem und blauem Licht zusammen. Die Anteile dieser drei Farben können je nach Lichtquelle stark variieren. Sie werden in ihrer jeweiligen spektralen Zusammensetzung als Farbtemperatur beschrieben, die in Kelvin (K) gemessen wird. Das Licht einer Kerze etwa hat eine Farbtemperatur von 1.500K und setzt sich aus überwiegend rotem Licht zusammen. Tageslicht bei wolkenlosem Himmel hat einen Wert von 5.500K und wird als Neutralweiß bezeichnet, da es ein ausgeglichenes Farbspektrum besitzt. Stark blaulastig hingegen ist das Licht eines dicht bewölkten Himmels mit rund 7.000K.

Farbspektrum des Lichts
Farbspektrum des Lichts

Der Mensch empfindet Farben unter verschiedenen Lichtbedingungen in der Regel gleich. Das Gehirn gleicht Unterschiede im Licht aus, sodass ein weißes Blatt auch weiß erscheint, egal ob es im Kerzen- oder Sonnenlicht betrachtet wird. Fehlende Farbanteile im Lichtspektrum werden vom Gehirn recht zuverlässig ausgeglichen. Unsere Digitalkamera jedoch zeichnet das Licht so auf, wie es ist - mit den individuellen Farbanteilen der jeweiligen Lichtquelle. Folglich hätte ein bei Kerzenlicht aufgenommenes Foto durch den hohen Rotanteil im Licht einen Rotstich. Das Bild erscheint uns dann unnatürlich, da es die Situation farblich nicht so wiedergibt, wie wir sie empfunden haben.

Lichtquelle Farbtemperatur
Kerzenlicht 1.500K – 1.800K
Glühlampe 100W 2.800K
Halogenlampe 3.200K
Leuchtstoffröhrenlicht 3.800K - 4.000K
Morgen- oder Abendsonne 5.000K
Mittagssonne 5.500K
Blitzlicht 5.500K
Bedeckter Himmel 6.500K - 7.000K
Klarer blauer Himmel 9.500K
Schatten bei klarem Himmel 7.500 – 10.000K

Der Weißabgleich

Damit Farbstiche nicht entstehen, arbeiten Digitalkameras mit einem Weißabgleich. Bei einem Weißabgleich erfasst die Kamera die Farbtemperatur des Lichts und erhält so Informationen über das Farbspektrum, das unser Motiv beleuchtet. Die Kamera erfasst also, welche Farben wie stark im Licht vertreten sind. Entsprechend der Farbanteile wird das Foto angeglichen. Ein Beispiel: Wir nehmen ein Foto im Licht einer 40-Watt-Glühbirne auf, deren Farbtemperatur etwa 2.650K entspricht. Die Kamera misst das Licht und ermittelt eine Farbtemperatur von 2.650K. In der Kamera sind bestimmte Werte für die Farbverteilungen im Licht gespeichert. Entsprechend dieser gespeicherten Werte kann die Kamera nun das Foto dem menschlichen Empfinden angleichen.

Im Beispiel weiß die Kamera, dass das Farbspektrum des Lichts in Richtung Rot verschoben ist (2.650K). Dem Spektrum fehlt ein großer Anteil Blau; Rot überwiegt. Dieses Ungleichgewicht wird bei der Berechnung der Farben für das Foto berücksichtigt. Blaues Licht wird hier stark mit eingerechnet und das Foto weist so keinen Rotstich auf.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Foto, Digitalkamera, Fototipps, Hintergrundwissen und Bildbearbeitungsprogramme versehen.

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