Casio EX-Z1000 - Der Megapixelbolide

Die Neue aus der Exelim-Serie

von Tobias Heinze

Neue Rekorde braucht das Land, dachte sich Casio und schickt mit der EX-Z1000 die erste 10-Megapixel-Kompakte an den Start. Ein Meilenstein in der Digitalfotografie oder doch nur Effekthascherei? Netzwelt nahm die neuste Exilim einmal genauer unter die Lupe.

Inhaltsverzeichnis

  1. Technik
  2. Einstellungen
  3. Fotografieren
  4. Fazit

Glänzendes Metall auf der Vorderseite, ein imposantes 2,8 Zoll Display auf der Rückseite. Das macht Lust auf mehr. Ein näherer Blick verrät viel über die perfekte Verarbeitungsqualität der Z-1000. Sanfte Rundungen lassen das Gerät angenehm in der Hand liegen und das Gewicht ist überraschend niedriger, als das metallene Gehäuse vermuten lässt. Für einen festen einhändigen Halt fehlt der Kamera ein wenig Platz auf der Rückseite. Der Daumen findet erschwert Halt an der dafür vorgesehenen Stelle. Diesen Tribut fordert das große Display in Kombination mit der gesamten Kompaktheit der Exilim. Die Bedienelemente sind sinnvoll angeordnet, ebenfalls aus Metall gefertigt und fügen sich stilvoll in das Kamerakonzept ein.

Technik

Die Bilder macht bei der Casio EX-Z 1000 ein Dreifach-Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 38 bis 114 Millimetern in Kombination mit einem 10,1 Megapixel-CCD-Sensor. Das Objektiv bietet im Weitwinkelbereich mit Blende 2,8 viel Lichtstärke und im Telebereich mit Blende 5,4 einen Standardwert. Die Naheinstellgrenze beträgt sechs Zentimeter im Makromodus. Der Blitz reicht im Weitwinkel bis zu 3,60 Meter weit. Die Exilim besitzt einen internen Speicher von 8,3 Megabyte, der bei einer Zehn-Megapixel-Kamera aber gerade einmal für einen einzigen Schnappschuss ausreicht. Über SD-Karten kann der Speicherhunger der Z-1000 gestillt werden.

Ein kräftiger Lithiumionen-Akku soll laut Hersteller bis zu 360 Aufnahmen ermöglichen. Dieser Wert ist durchaus realistisch, da wir es in unserem Test auf etwa 250 Testaufnahmen, viele davon mit Blitz, brachten, und die Batterieanzeige noch nicht einmal den ersten von drei Strichen verloren hatte. Geladen wird der Akku über die mitgelieferte Dockingstation. Über diese Station werden auch die Fotos an den PC übertragen und das Gerät kann mit dem TV verbunden werden. Das Display der Kamera misst 2,8 Zoll in der Diagonalen und löst mit 230.400 Bildpunkten auf.

Einstellungen

Beim Durchforsten der Menüs und Einstellungen gibt es bei der EX-Z1000 viel zu entdecken. Casio-typisch finden sich eine große Anzahl an Bestshot-Motivprogrammen, die für die gängisten Motivsituationen ein Lösung bereit halten. Von Porträt- bis Nachtaufnahme findet der interessierte Anwender viele nützliche, aber auch einige übertriebene Programme. So hätte zum Beispiel ein Programm mit kurzer Verschlusszeit gereicht, stattdessen gibt es gleich vier. Dem unerfahrenem Nutzer helfen die vielen Programme aber weiter, da er so für nahezu jede Situation das passende Programm wählen kann.

38 Motivprogramme laden zum Experimentieren ein. So wandelt zum Beispiel eine Einstellung das Foto in eine Illustration um (siehe <a href="/news/74347-casio-ex-z1000-megapixelbolide.html#a5" title="Testbilder">Testbilder</a>), ein Motivprogramm frischt alte abfotografierte Bilder in den Farben auf und ein weiteres korrigiert beim Abfotografieren von Whiteboards oder Visitenkarten das Bild so, als wäre genau senkrecht über dem Motiv fotografiert worden.
38 Motivprogramme laden zum Experimentieren ein. So wandelt zum Beispiel eine Einstellung das Foto in eine Illustration um (siehe Testbilder), ein Motivprogramm frischt alte abfotografierte Bilder in den Farben auf und ein weiteres korrigiert beim Abfotografieren von Whiteboards oder Visitenkarten das Bild so, als wäre genau senkrecht über dem Motiv fotografiert worden.

Die Bestshotprogramme sind über die BS-Taste der Kamera erreichbar. Für alle anderen Einstellungen gibt es zwei Möglichkeiten, diese zu tätigen. Neben der übliche Einstellungswahl über das Kameramenü bietet Casio bei der Z-1000 eine weitere wesentlich praktischere Lösung an. Ist der Displaymodus von Normal auf Panel gestellt, dann ist auf der rechten Seite des Displays eine Menüleiste zu sehen. Ein einfaches Betätigen der Set-Taste öffnet die Bedienung und der Nutzer kann nun die wichtigsten Parameter schnell und unkompliziert verändern.

Die Panel-Ansicht erlaubt ein schnelles Konfigurieren der Kamera. Der Anwender kann hier Auflösung, Blitz- und Autofokusmodus, Selbstauslöser, Verwacklungsschutz, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich und Belichtungskorrektur anpassen.
Die Panel-Ansicht erlaubt ein schnelles Konfigurieren der Kamera. Der Anwender kann hier Auflösung, Blitz- und Autofokusmodus, Selbstauslöser, Verwacklungsschutz, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich und Belichtungskorrektur anpassen.

Für verwacklungsfreie Bilder ist die Z-1000 mit Casio Anti-Shake-DSP ausgestattet. Anders als bei optischen Bildstabilisatoren wird der Effekt der Stabilisierung nicht mechanisch, sondern elektronisch erreicht. Stabilisiert wird hier aber eigentlich nichts, denn das System arbeitet sehr simpel nach dem fotografischen Grundprinzip, dass kurze Verschlusszeiten weniger schnell verwackeln als langsamere. So versucht die Kamera bei eingeschalteten Anti-Shake-DSP stets die Verschlusszeit so kurz wie möglich zu halten. Dafür wird die Blende maximal geöffnet und die ISO-Empfindlichkeit kurzzeitig auf zum Beispiel ISO 800 hoch gesetzt. Eine höhere ISO-Empfindlichkeit ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit und schon ist die Gefahr des Verwackelns zumindest reduziert.

Eine manuelle Anwahl der ISO-Empfindlichkeit ist bis ISO 400 möglich. Die Kamera kann aber auch in ISO 800 aufnehmen, diese Empfindlichkeit wählt die Automatik jedoch selbstständig in einigen Motivprogrammen und bei Verwendung des elektronischen Verwacklungsschutzes.
Eine manuelle Anwahl der ISO-Empfindlichkeit ist bis ISO 400 möglich. Die Kamera kann aber auch in ISO 800 aufnehmen, diese Empfindlichkeit wählt die Automatik jedoch selbstständig in einigen Motivprogrammen und bei Verwendung des elektronischen Verwacklungsschutzes.

Anti-Shake auto oder aus, so die Auswahlmöglichkeiten beim Verwacklungsschutz. Casio Anti-Shake-DSP verzichtet auf aufwändige, mechanische Stabilisierung und setzt auf den elektronischen Weg. Wenn Bildsensoren in Zukunft noch rauschfreier bei hohen ISO-Werte werden, dann könnte dieses System noch populärer werden.

Das System hat leider den unschönen Nebeneffekt, dass hohe ISO-Werte ein stärkeres Bildrauschen im Foto zur Folge haben. Daher liefert Anti-Shake-DSP zwar schärfere Fotos, die Bildqualität wird aber durch deutlicheres Bildrauschen etwas getrübt. Die Aufnahme von Filmsequenzen ist in Auflösungen von 640 x 480 oder in 320 x 240 Pixel möglich. Bis zu 25 Bilder pro Sekunde Bildrate leistet die Casio und ist damit für die meisten Situationen gut ausgestattet. Im Wiedergabemenü findet sich die Funktion Motionprint, hinter der sich die Möglichkeit Bilder aus einer Filmsequenz zu extrahieren, verbirgt. Der Kalender ordnet Bilder einfach nach Datum und ermöglicht schnellen Zugriff auf die Bilddateien. Die Filmbearbeitung ermöglicht, wie der Name ja schon sagt, das Schneiden von Filmsequenzen. Natürlich kann die Kamera auch die aufgenommenen Bilder in einer selbstlaufenden Diashow präsentieren. Leider steht keine Musik und nur wenige Überblendmodi zur Auswahl.

Im Wiedergabemenü gibt es Möglichkeiten, um Fotos zu bearbeiten: Der Trapezfehler, der bei schräg fotografierten, rechteckigen Motiven entsteht, kann nachträglich korrigiert werden. Dazu können Farbfehler automatisch entfernt werden, das Bild kann nachträglich beschnitten werden und die Auflösung für effizienteres Speichermanagement heruntergerechnet werden.
Im Wiedergabemenü gibt es Möglichkeiten, um Fotos zu bearbeiten: Der Trapezfehler, der bei schräg fotografierten, rechteckigen Motiven entsteht, kann nachträglich korrigiert werden. Dazu können Farbfehler automatisch entfernt werden, das Bild kann nachträglich beschnitten werden und die Auflösung für effizienteres Speichermanagement heruntergerechnet werden.

Fotografieren

Flink, Flinker, Casio - so kann der Praxistest mit der Casio Z-1000 knapp beschrieben werden. Einschalten und direktes Fotografieren definiert die Kamera neu. Es entgeht einem kaum noch ein Schnappschuss, denn die Z-1000 kann nach unter zwei Sekunden nach dem Einschalten das erste Foto aufnehmen. Der Autofokus ist äußerst schnell und präzise. Die Serienbildgeschwindigkeit und die Bildfolgezeit sind im Betrieb mit der fünf Megapixelauflösung angenehm. Etwa eine Sekunde vergeht zwischen jeder Aufnahme. Verwendet man die volle Auflösung von zehn Megapixel, dann dauert es etwa 2,5 Sekunden, bis das nächste Foto gemacht werden kann. Ausnahme ist hier der Highspeed-Serienbildmodus: In diesem Modus werden drei Fotos sehr kurz hintereinander gemacht, dies ist auch mit der hohen Auflösung möglich.

Die Casio EX-Z1000 in der mitgelieferten Dockingstation. Hier wird der Akku geladen und die Verbindung zum PC und TV hergestellt.
Die Casio EX-Z1000 in der mitgelieferten Dockingstation. Hier wird der Akku geladen und die Verbindung zum PC und TV hergestellt.

Auch für den Blitzbetrieb gibt es einen Serienbildmodus. Hier werden drei Fotos mit Blitz kurz hintereinander gemacht, wobei beachtet werden muss, dass die Leistung des Blitzes verringert wird und somit die Blitzreichweite verkürzt ist. Ansonsten fällt im Blitzbetrieb noch der Soft-Blitz auf. Diese Funktion zündet einen Aufhellblitz, der nicht so stark ist, wie der normale Blitz. Sanft werden Schatten im Bild aufgehellt und zu starke Kontraste ein wenig gemildert. Der Soft-Blitz empfiehlt sich besonders für Porträts im Innenraum, aber auch und gerade unter freiem Himmel. Das Bedienkonzept der Zehn-Megapixel Casio ist rundum gelungen. Gerade Einsteiger freuen sich darüber, dass entweder im Automatikmodus oder im Bestshot-Motivprogramm fotografiert wird. Hier ist nicht viel einzustellen, die Kamera ist eine einfach zu handhabende Schnappschusskamera. Der Betrieb im Panelmodus lässt kleinere Einstellungen, wie etwa die Änderung der ISO-Empfindlichkeit oder des Blitzmodus, einfach von der Hand gehen.

Die sinnvolle Anordnung der Bedienelemente macht die Casio einfach zu bedienen. Lediglich der Platz für den Daumen am rechten oberen Rand ist etwas schmal. Eine große Hand tut sich etwas schwer, das Gerät sicher in einer Hand zu halten.
Die sinnvolle Anordnung der Bedienelemente macht die Casio einfach zu bedienen. Lediglich der Platz für den Daumen am rechten oberen Rand ist etwas schmal. Eine große Hand tut sich etwas schwer, das Gerät sicher in einer Hand zu halten.

Das 2,8 Zoll-Display der Kamera bietet unter freiem Himmel ausreichend Kontrast und ist gut abzulesen. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es etwas schwieriger, den Bildausschnitt festzulegen, eine grobe Orientierung ist aber stets möglich. Den fehlenden Sucher vermisst man nicht, lediglich im Serienbildmodus ist es schwer, ein Objekt in Bewegung zu verfolgen, da das Display zwischen den Bildern schwarz bleibt. Für diesen Fall wäre ein optischer Sucher eine gute Lösung. Bei der Bildwiedergabe ist es möglich, Fotos zu beschneiden und von der Auflösung her zu verändern. Die Fotos mit einer Auflösung von bis zu zehn Megapixel bieten genügend Reserven für Ausschnittvergrößerungen.

Fazit

Die kompakte Casio Exilim Z1000 macht richtig Spaß. Sie ist sehr schnell im Bezug auf Auslöseverzögerung und Autofokus. Die Bildqualität ist sehr gut. Farbwiedergabe und Bildschärfe sind einwandfrei. Lediglich das Anti-Verwackel-System, Casio Anti-Shake-DSP, bringt in sehr lichtschwachen Situationen ein deutlich gröberes Bildergebnis, welches aber problemlos für die üblichen Anwendungen, wie Ausdrucke in kleineren Formaten bis 13 x 18 Zentimeter, ausreicht. Die hohe Auflösung lässt viel Spielraum für eine nachträgliche Ausschnittswahl, wobei ein Bild in hoher Auflösung auch sehr viel Speicher benötigt. Eine große Speicherkarte mit mindestens 512 Megabyte, besser gleich ein Gigabyte, ist Pflichtzubehör beim Kauf der Kamera.

Die lange Akkulaufzeit lässt die Z 1000 auch die längsten Nächte durchstehen und die einfache Bedienung über das Panelsystem ist gelungen. Die vielen Bestshot-Motivprogramme trösten zwar ein wenig über den fehlenden manuellen Modus hinweg, dieser wäre aber dennoch wünschenswert gewesen. Der Serienbildmodus ist leider nicht für das geeignet, für das er gedacht ist. Denn das Verfolgen eines Sportlers zum Beispiel bei gedrücktem Auslöser ist nur schwer möglich, da zwischen jedem Foto der Bildschirm schwarz wird. Ansonsten erfüllt die Z 1000 aber alle Erwartungen, die man an die kompakte Schnappschusskamera im perfekt verarbeiteten Metallgehäuse stellt, voll und ganz. Klarer Daumen nach oben für die Exilim Z 1000.

Casio EX-Z1000
8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Casio EX-Z1000 selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 1 abgegebenen Stimme.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Casio, TV-Tuner, Casio EX-Z1000, Bilderverwaltung & -Betrachtungssoftware, Monitor und Grafik- und Foto-Tools.

zur
Startseite

zur
Startseite