Preiswert: Einsteigerkamera Nikon Coolpix L4 im Test

Fotospaß für kleines Geld

von Sebastian Griesbach

Der Einstieg in die digitale Fotowelt muss nicht immer teuer sein - Dies beweist Nikon mit dem Einstiegsmodell Coolpix L4. Die zierliche Kamera mit einer effektiven Auflösung von vier Megapixel und einem Dreifach-Zoom-Nikkor-Objektiv ist im Fachhandel schon ab gut 100 Euro zu erstehen. Der netzwelt-Test offenbart Stärken und Schwächen der günstigen Kompaktkamera.

Klein, kompakt, zierlich, robust - diese Attribute beschreiben die Nikon Coolpix L4 am treffendsten. Mit 86 Millimetern besitzt die kleinste Kamera der Life (L)-Serie eine äußerst geringe Breite, die sie geradezu niedlich wirken lässt. Ihre Klassenkonkurrenten, die L2 und L3, sind in der Breite einen halben Zentimeter länger, in der Tiefe aber um knapp einen Zentimeter schmaler. Trotzdem: In der Form einer Zigarettenschachtel vergleichbar, passt die L4 in jede Hosentasche. Die robuste Kunststoffschale in Aluminium-Optik schützt die Kamera vor Beschädigungen und verleiht ihr zudem einen edlen Charakter.

Die Rückseite mit dem 2,0 Zoll kleinen LCD-Monitor, welcher von einer dunkelgrauen Plastikverzierung umrandet wird, dürfte hingegen nicht für einen Design-Award in Frage kommen. Zu sehr unterbricht der Hell-Dunkel Kontrast die ansonsten gelungene Linienführung der Coolpix. Im Gegensatz zur erst kürzlich von netzwelt getesteten Coolpix S6 ist die Tastenanordnung in der Life-Serie völlig anders. Gibt es in der Oberklasse der Styleserie mit dem Mode-Modus beispielsweise eine Art zweite Menütaste, so beschränkt man sich bei der L-Serie auf das Wesentliche.

Ein kleiner Schieberegler fungiert als Switcher zwischen den drei Betriebsmodi Aufnahme, Motivprogramme und Moviefunktion. Die Wiedergabefunktion, Menü und Löschtaste haben separate Tasten erhalten. In der Mitte findet sich der Navigationscursor, der durch die unterschiedlichen Menüfunktionen steuert. Die Zoomwippe liegt im oberen Bereich genau auf Daumenhöhe und ermöglicht so optimale Nutzung. Dank der geschwungenen, etwas herausgestellten Frontseite, liegt die L4 sehr griffig in der Hand und bietet uneingeschränkte Handlungsfähigkeit beim Fotografieren mit einer Hand. Auch die Optik ist leicht aus dem Gehäuse herausstehend, lässt die Coolpix aber nicht klobig erscheinen. Die Dreifach-Zoomoptik ist innerhalb von circa zwei Sekunden vollständig ausgefahren.

Die Aluminium-Oberseite beherbergt lediglich die Ein-und Ausschalttaste sowie den stabilen Auslöser. Alles andere als stabil wirkt die Klappvorrichtung auf der rechten Seite für den optionalen Einsatz von SD-Speicherkarten. Die Stromversorgung erhält die Nikon über zwei Mignon-Alkalibatterien, die in der Unterseite eingesetzt werden. Darüber hinaus besitzt der Coolpix-Sprössling einen Videoausgang auf der linken Außenseite sowie ein Stativgewinde auf der Unterseite.

Technik

Die L4 braucht sich ob ihrer technischen Eigenschaften weder vor ihren Mitstreitern im eigenen Hause noch vor der Konkurrenz der anderen Hersteller zu verstecken. Der Kunde bekommt für sein Geld einiges geboten, auch wenn die Coolpix L4 sicherlich kein Megapixelbolide ist. Die L2 (sechs Megapixel) sowie die L3 (5,1 Megapixel) bieten im Gegensatz zur L4 (vier Megapixel) unter anderem eine höhere Auflösung, welche sich aber auch im Preis deutlich bemerkbar macht.

Der sich ausfahrende Dreifach-Zoom (38 bis 114 Millimeter Brennweite, auf Kleinbild umgerechnet) bietet dafür mit Blende 2,8 im Weitwinkel und Blende 4,9 im Telebereich eine lichtstärkere Optik als seine "großen" Geschwister. Die Naheinstellgrenze im Makromodus liegt bei vier Zentimetern. Die Blitzreichweite beträgt im Weitwinkel drei Meter. Auch das 2,0 Zoll-LCD mit einer Auflösung von 115.000 Bildpunkten lässt seine Konkurrenten in der Life-Serie L2 und L3 (nur 86.000 Pixel) alt aussehen.

Nikon Coolpix L4 - Frontansicht mit ausgefahrenem Objektiv

Auch die Nikon-typischen Ausstattungsmerkmale wurden in der L4 berücksichtigt. Der Porträt-Autofokus, die Rote-Augen-Korrektur und das D-Lighting (rettet zu dunkel geratene Elemente in einer Aufnahme) sind kamerainterne Technologien, die in dieser Preiskategorie wohl selten anzutreffen sind. Darüber hinaus findet der Fotograf in über 20 Motivprogrammen einen geeigneten Helferdienst für gelungene Bilder bei nahezu jeder Aufnahmesituation. Da könnte man fast darüber hinweg sehen, dass mit der L4 nur Stummfilmaufnahmen möglich sind. Ein Mikrofon wurde, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit in das Kameragehäuse integriert.

Gespeichert werden die Movies (15 Bilder pro Sekunde) und Bilder entweder auf dem internen Speicher von zehn Megabyte oder auf SD-Karten. Ein entsprechender Slot befindet sich auf der rechten Außenseite der Kamera. Wie schon angesprochen, verfügt die komplette Life-Serie über eine konventionelle Stromversorgung. Zwei handelsübliche AA-Mignonzellen sollten für ungefähr 200 Schnappschüsse ausreichen. Die Übertragung der Fotos findet über eine USB 2.0-Verbindung statt. Das entsprechende USB-Kabel sowie ein Videokabel für den Anschluss an ein TV-Gerät befinden sich im Lieferumfang.

Einstellungen

Das Navigieren durch die unterschiedlichen Menüfunktionen bei der Nikon Coolpix L4 dürfte selbst absoluten Anfängern keine Probleme bereiten. Nahezu selbsterklärend und intuitiv ist die Menüführung aufgebaut. Über die Menütaste wird das Menüregister im jeweiligen Betriebsmodus aufgerufen. Im Aufnahmemenü lassen sich einige manuelle Einstellungen wie Weißabgleich (Automatik, Messwert, Tageslicht, Kunstlicht, Leuchtstofflampe, bewölkter Himmel, Blitzlicht), Auflösung, Belichtung, Serienaufnahme (Einzelbild, 16er-Serie) und Farbeffekte vornehmen. Leider werden die ISO-Werte automatisch angepasst und können nicht manuell eingestellt werden.

Das Wiedergabemenü enthält eine Diashow-Funktion sowie eine Kopierfunktion bereit. Zudem lassen sich ausgewählte Bilder schützen, sodass Sie keinesfalls von der Speicherkarte verschwinden. Auch die Umwandlung der Bilder in ein kleineres Bildformat (640 x 480, 320 x 240, 160 x 120), beispielsweise für den Versand per per E-Mail, ist per einfachem Tastendruck möglich. Dadurch kann die nachträgliche Bearbeitung der Bilder am PC erspart werden. Einstellungen für Blitz, Makro und Selbstauslöser werden über die Schnelltaste am Cursor angewählt.

Scene-Modus mit insgesamt 15 Motivprogrammen

Der Scene-Modus der Kamera schmückt sich mit insgesamt 15 Motivprogrammen, wobei vier davon sogar mit weiteren Motivassistenten (Beispiel Portrait: Fokussierung auf Personen rechts, links, Brustbild etc.) ausgestattet sind. Anfängern sei ans Herz gelegt, diese Funktion auch zu nutzen, denn die Ergebnisse sprechen für sich. Für jegliche Aufnahmesituation hält die Kamera die passenden Grundeinstellungen bereit.

Ein weiteres typisches Nikon-Extra ist die Bildausschneidefunktion. Bildauschnitte können über den Cursor festgelegt werden und im Nachhinein neu abgespeichert werden. Ähnlich verhält es sich mit dem praktischen D-Lighting, welches Bildkopien erstellt und die Fotos bezüglich Helligkeit und Detailzeichnung in dunklen Bildpartien verbessert. Mit Betätigung der OK-Taste im Wiedergabebetrieb wird das D-Lighting Menü aufgerufen.

Fotografieren (Praxis)

In unserem Praxis-Test zeigte die L4 sowohl Stärken als auch Schwächen. Die Einschaltzeit von gestoppten zwei Sekunden und das recht behäbige Speichern der Bilder sind deutliche Minuspunkte. Über eine Sekunde vergeht, bis Fotos gespeichert werden und weitere Aufnahmen möglich sind. Die Blitzladezeit von etwa vier Sekunden geht für diese Kameraklasse in Ordnung.

Die L4 besitzt eine Unschärfewarnmeldung, die bei verwackelten Aufnahmen auf die Unschärfe des Fotos hinweist. Es besteht die Möglichkeit diese Warnmeldung zu deaktivieren. Das LC-Display mit einer Größe von 2,0 Zoll ist klein, keine Frage, jedoch erweist es sich als gut ausgeleuchtet und bietet mit 115.000 Bildpunkten eine passable Auflösung. Der Navigationscursor bereitete das ein oder andere Mal Schwierigkeiten. So ließen sich die Druckpunkte nur sehr schwer drücken, womit ein schnelles Durchblättern im Menü zum Ärgernis wurde.

Der Navigationscursor konnte nicht vollends überzeugen.

Insgesamt machte die Nikon, immer unter Berücksichtigung der niedrigen unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, einen soliden Eindruck. In der Hosentasche oder in der Handtasche findet sie ihren Platz und ist jederzeit für Schnappschüsse bereit, wenn denn der Akku hält. In unserem Test machten die Batterien des Typs AA nach gut 50 bis 100 Testbildern und weiteren Experimenten schlapp. Hier sei die Empfehlung für wiederaufladbare Akkus ab 2000 Milli-Ampère-Stunden (mAh) ausgesprochen, mit denen die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von 200 Bildern kein Problem darstellen sollte.

Fazit

Sparfüchse und Fotoeinsteiger können mit der Nikon Coolpix L4 nicht viel falsch machen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bewegt sich in einem gesunden Rahmen. Für rund 100 Euro erhält man eine Einsteigerkamera mit vier Megapixeln, die zudem über die kamerainternen Coolpix-Technologien verfügt. Im Gegensatz zu vielen Billig-Fernost-Importen, die sich mit irrwitzigen Pixelangaben schmücken, ist die L4 eine solide Kamera von einem renommierten Hersteller zu einem fairen Preis.

Testbilder/Bildqualität

Mit der Nikon Coolpix L4 lassen sich Bilder in überzeugenden Farben und guter Bildschärfe und im Makromodus mit sehr guter Detailwiedergabe schießen. Bei Tageslicht hat die kleine Nikon keinerlei Probleme, anders sieht es in dunkler Umgebung aus. Die ISO-Werte passen sich nicht ausreichend der Licht-Situation an und es entstehen oft unscharfe Fotos, die auf eine zu lange Belichtungszeit schließen lassen. Leider hat der Fotograf keine Möglichkeit, manuell ins Geschehen einzugreifen. Das D-Lighting zum Aufhellen dunkler Bildbereiche konnte bei der L4 ebenso wie bei der Coolpix S6 punkten (siehe Testbilder). Sieht man das Preis-Leistungsverhältnis, macht die Coolpix L4 aber insgesamt eine ausgezeichnete Figur als Schnappschuss-Einsteigerkamera.

Nikon Coolpix L4 Testbilder

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