Samsung NV3: Multimedia-Kamera mit MP3-Player im Test

Multimedialer Alleskönner

von Sebastian Griesbach

Die Samsung NV3 ist das, was man als einen multimedialen Alleskönner bezeichnet. Sage und schreibe sieben Funktionen vereint die 7,2-Megapixel-Kamera in einem. Neben Foto- und Videoaufnahmen fungiert die stilistische Kompakte ebenso als portabler Media- und MP3-Player, Diktiergerät, eBook-Reader und USB-Stick. Ob sich die Vielfalt an Multimedia-Funktionen negativ auf die Fotoeigenschaften ausschlägt, erfahren Sie im ausführlichen netzwelt-Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Technik - Mehr als nur Megapixel
  2. Einstellungen - Vielfältig aber umständlich
  3. Praxis - Multimedia-Komponenten überzeugen
  4. Fotografieren - Schnell, schneller, NV3
  5. Fazit

Klein, flach und ganz in edles Schwarz gehüllt, so erscheint die Samsung NV3 auf den ersten Blick. Bekommt man das Gerät in die Hand, möchte man es am liebsten gar nicht mehr loslassen. Ein robustes, schickes Designerstück halten wir da in unseren Fingern. Kaum zu glauben, dass bei den Minimaßen von 94,5 x 57 x 17,7 Millimetern gleich sieben Hightech-Features unter der Haube Platz finden. Einmal angefangen, stehen die ersten Spielereien an, schließlich warten die zahlreichen Multimedia-Komponenten darauf, ausprobiert zu werden.

Eine Kamera mit MP3-Player? So was kannten wir von Samsung bisher nur von der Digimax i3. Also erst einmal Ohrstöpsel rein und ab dafür. Ein netter Dancesong erklingt in den Ohren. Hört sich fürs Erste gut an, doch dazu später im Test mehr. Im Praxisteil lesen Sie, wie netzwelt-Redakteur und MP3-Experte Michael Knott den Player bewertet.

Weiter mit den Äußerlichkeiten: Über das gut einrastende Moduswählrad auf der in Aluminium eingefassten Oberseite werden die acht unterschiedlichen Betriebsmodi angewählt. Die Menüoberfläche, in sachlichem Blau-Grau gehalten, wird durch ein praktisches Drehkreuz angewählt. Die verschiedenen Register lassen sich so leicht ansteuern. Darüber hinaus wurden weitere drei kleine Tasten für den Schnellzugriff auf Wiedergabe, Effekte und Löschen in einer Reihe untereinander angeordnet.

Das dreifache optische Zoom wird über eine Wippe aktiviert. Die Zoomwippe, anders als bei den meisten Herstellern, wird nicht durch eine Rechts-Links Bewegung betätigt, sondern mit einem Druck nach oben (Tele) oder unten (Weitwinkel). Des Weiteren finden wir, jeweils auf den äußeren Enden der Oberseite, zwei etwas herausstehende Aluminiumplättchen. Darunter verbergen sich die Lautsprecher der Kamera.

Positiv überrascht hat uns der Lieferumfang der NV3: Darin befindet sich eine edle Kameratasche aus Leder, ein USB- und Audio/AV-Kabel, Software sowie eine Trageschlaufe und eine zum Nutzer ausgerichtete Dockingstation. Display und Bedienelemente lassen sich so auch beim Ladevorgang komfortabel nutzen.

Technik - Mehr als nur Megapixel

Ein blauer Ring rund um das Objektiv ist das Markenzeichen der NV (New View)-Serie. Die NV-Objektive wurden speziell für die neue Serie von Samsung entwickelt und sollen sich durch ihre scharfen Aufnahmen und eine Farbfehlereliminierung auszeichnen. Die NV3 beherbergt eine nach innen verbaute 3-fach-Zoomoptik (38-114mm / F3,5 - 4,5 entsprechend Kleinbild) und einen 7,2 Megapixel-CCD im 1/2,5"-Format, der Fotos in einer maximalen Bildgröße von 3.072 x 2.304 Pixel aufnimmt. Betrachtet werden die Bilder über das 2,5 Zoll große TFT mit einer Auflösung von 230.000 Pixeln.

Ein zusätzliches digitales fünffaches Zoom erweitert den Zoombereich, der ab Blende 4,5 im Telebereich das Motiv noch näher heranholt. Der Super-Makromodus der NV3 ermöglicht eine zielsichere Fokussierung bei Nahaufnahmen ab einem Zentimeter. Egal bei welcher Brennweite oder Distanz zum Motiv sorgt der Auto-Makro-Modus für Schärfe bei Weitwinkelstellung zwischen vier cm und unendlich. Die Blitzreichweite beträgt im Weitwinkel 0,30 bis 3,40 Meter, im Telebereich sind es 0,50 bis 2,70 Meter.

Der Alleskönner von Samsung bietet dem Fotografen mit den serienmäßigen NV-Funktionen reichlich technische Hilfsmöglichkeiten. Da wäre unter anderem die Anti Shake Reduction (ASR): Mit der von Samsung entwickelten Technologie sollen nun selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen Aufnahmen auch ohne Blitz möglich sein. Mit einer Art Doppelbelichtung will man verwackelten Aufnahmen entgegentreten. So werden zwei Fotos mit gleicher ISO- und Blendenwahl angefertigt, wobei die verwackelte Aufnahme mit einer scharfen kombiniert wird, um somit zu einem guten Endergebnis zu gelangen.

Die Stromversorgung erhält die NV3 über einen leistungsstarken SLB-0837 Lithium-Ionen-Akku, der im Test trotz intensiver Beanspruchung erstaunlich lange durchhielt. Bilddateien im Format JPEG, AVI-Video und WAV werden auf dem internen Speicher von 15 Megabyte oder auf SD/MMC gespeichert.

Einstellungen - Vielfältig aber umständlich

Die Menüfunktionen der Samsung NV3 werden hauptsächlich über das Steuerkreuz, in deren Mitte sich die Menütaste befindet, angewählt. Leider werden aber nicht alle Funktionen über das Hauptbedienelement aufgerufen. Um beispielsweise die manuellen Einstellungen im Programm-Modus vorzunehmen, muss die kleine +/- Taste gedrückt werden. Die Anwendungen werden daraufhin in einer Leiste auf dem Display angezeigt. Erst jetzt lassen sich Belichtungskorrektur (+/-2 LW), ISO-Werte (Automatik, 80, 100, 200, 400, 800, 1000) Weißabgleich (Automatik, Tageslicht, Bewölkt, Glühlampe) und das RGB-Farbfeld manuell bearbeiten.

Genauso verhält es sich mit den Effekt-Tools der NV3. Auch diese sind nur über eine separate Taste anzuwählen und nicht über das Hauptmenü. Ein Druck auf die Taste "E" öffnet das entsprechende Menüfenster. Mit verschiedenen Farbfiltern (Schwarz-Weiß, Sepia, Negativ, RGB), Fotorahmen, Montagetools und speziellen Highlightfeldern für gezielte Fokussierung von Personen wird im Effekt-Menü gespielt. Man fragt sich, warum nicht sämtliche Menüeinstellungen im Hauptmenü untergebracht wurden. Die Verteilung auf mehrere Tasten ist zu Beginn umständlich und irreführend.

Unterdessen finden sich im Hauptmenü die gängigen Einstellwerte. Die Auflösung im Kamerabetrieb reicht von 640 x 480 Pixeln in VGA-Auflösung bis hin zu 3072 x 2304 Pixeln in höchster Auflösung. In der Fünf-Megapixel-Auflösung schießt die NV3 auch Fotos im 16:9-Format. Weitere Einstellwerte: Qualität (Superfein, Fein, Normal), Belichtung (Multi, Spot), Aufnahme (Einzelbild, Serienbild, Belichtungsserie-AEB), Schärfe (weich, normal, scharf) und Autofokus (Mitte, Multibereich).

Der Automatik-Modus der NV3 ist insbesondere für Anfänger vorgesehen. Nahezu sämtliche manuellen Einstellungen sind in diesem Betrieb eingeschränkt, sodass Anwenderfehler durch eine falsche Menübenutzung vermieden werden. Weitere Kameraunterstützung erhalten Fotografen mit den Motivprogrammen. Insgesamt elf voreingestellte Aufnahmesituationen finden sich im Scenemodus der Kamera.

Praxis - Multimedia-Komponenten überzeugen

Selten landete eine Digitalkamera auf dem netzwelt-Schreibtisch, die mit so vielen multimedialen Highlights bestückt war. Die NV3 darf sich eben nicht nur als Digicam bezeichnen: Nein, sie ist ebenso ein portabler Media-Player, Speicherstick, Diktiergerät, Camcorder, Lesegerät für eBooks sowie ein ausgereifter MP3-Player.

Die NV3 gilt im Bereich der Lifestyle-Kameras sozusagen als Vorreiter. Im Gespräch mit netzwelt erklärte Samsung, dass "insbesondere eine junge Zielgruppe" mit Multimediageräten à la NV3 angesprochen wird. Auch in Zukunft wolle man "verstärkt auf die Lifestyle gerichtete Generation setzen" und die Produktlinie mit Multimedia-Kameras weiter ausbauen.

Dank des integrierten MP3-Players können Sie Ihre Lieblingsmusik nun also auch mit der Digitalkamera hören. Dazu werden Songs im MP3-Format über das USB-Kabel auf den internen Speicher geladen oder auf der SD-Card gespeichert. Im MP3-Modus erkennt der Player die Daten und gibt sie in einer Playlist wieder. Der Sound kommt entweder über die zwei Stereo-Lautsprecher oder über den Kopfhörer. An die Lautsprecher sollten allerdings keine zu hohen Erwartungen gestellt werden. Der Klang, der aus ihnen entweicht, ist scheppernd, vergleichbar mit dem eines Handylautsprechers. Anders verhält es sich, wenn man Songs über die mitgelieferten Ohrstöpsel hört.

Netzwelt-Redakteur und MP3-Experte Michael Knott war vom Klang des Players "durchaus positiv überrascht". Der Player überzeugte durch einen "schönen plastischen Sound". Im Vergleich zu echten Playern sei der Klang lediglich etwas zu dumpf. Zudem seien einige Equalizer-Presets zu sehr verfälschend (Rock, 3D) und neigten bei Maximal-Lautstärke zum Übersteuern. Als "nervig" bezeichnete der Kollege den 2,5 Millimeter-Kopfhöreranschluss, der quasi nur für den mitgelieferten Kopfhörer passend ist.

Wie bereits erwähnt, kann die Kamera die gespeicherten MP3-Daten nur im Modus "MP3" wiedergeben. XviD, MPEG4-Videos und MP-2 Audio Dateien hingegen werden im SDC-Format im Portable Media Player (PMP) abgespielt. Mit der mitgelieferten Software Digimax Converter müssen die genannten Dateien vorher entsprechend umgewandelt werden. Mit dem Textviewer besteht die Möglichkeit eBooks auf der Kamera zu lesen. Wenn die Textdatei (txt) allerdings größer als zehn Megabyte ist, dauert es etwas länger, bis die Schrift auf dem Display zu erkennen ist. Dank eines eingebauten Mikrofons lassen sich auch spontane Tonaufnahmen (bis zu einer Stunde) wie bei einem Diktiergerät festhalten.

Fotografieren - Schnell, schneller, NV3

Neben den wirklich netten Multimedia-Komponenten dürfen wir die eigentliche Funktion der "Kamera" - das Fotografieren - natürlich nicht in den Hintergrund stellen. Und da ist die NV3 blitzschnell unterwegs. In unter einer Sekunde ist die NV3 betriebsbereit und löst mit einer kaum wahrnehmbaren Verzögerung von 0,16 Sekunden aus. Auch der Autofokus visiert in gerade einmal 0,3 Sekunden blitzschnell jegliches Motiv an. Das Verschlusszeitenspektrum reicht von 15 Sekunden (Nachtmodus) bis hin zu 1/2000 Sekunden.

Der Auslöser der NV3 bietet einen angenehmen, sanften Druckpunkt und ermöglicht so ein punktgenaues Vorfokussieren. Die Bilder sind auf dem Display aus allen Winkeln wirklich hervorragend zu erkennen und werden durch die Auflösung von 230.000 Pixeln entsprechend scharf dargestellt. Sowohl die Rote-Augen-Retusche als auch das ASR funktionierten in unserem Test einwandfrei.

Auch auf die Videofunktion wurde bei Samsung großen Wert gelegt. Erstmals kommt in der NV3 eine erhöhte Videoauflösung von 720 x 480 Bildpunkten bei 20 Bildern pro Sekunde zum Einsatz. Eine elektronische Movie-Stabilisation verhindert Erschütterungen während der Aufnahme und ermöglicht so Sequenzen in angehender Camcorder-Qualität. Die Filme können während der Aufnahme durch Tastendruck unterbrochen und anschließend an gleicher Stelle wieder fortgesetzt werden. So wird das Anlegen einer neuen Film-Datei überflüssig.

Die NV3 bietet sehr detailreiche Aufnahmen, allerdings ist bei einigen Bildern leichtes Rauschen zu erkennen. Zum Teil wirken die Aufnahmen, auch im Makromodus, etwas verwaschen. Insgesamt ist die Qualität der Aufnahmen aber mehr als zufriedenstellend (siehe Testbilder).

Fazit

Die Samsung NV3 konnte in unserem Test als multimedialer Alleskönner ihre Stärken ausspielen. Entgegen unserer Erwartungen mussten wir feststellen, dass die Vielzahl an Multimedia-Funktionen sich keineswegs nachträglich auf die Fotoqualität auswirkte. Ganz im Gegenteil: Die NV3 ist sehr schnell, besitzt ein gutes Handling und macht darüber hinaus ansprechende Fotoaufnahmen. Für einen relativ günstigen Preis (Internetdurchschnittspreis: 300 Euro) erhalten Sie ein Multimedia-Gerät der Extraklasse.

Samsung NV3
9
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