Kameratest: Pentax K100D

Bildstabilisierte DSLR zum günstigen Preis

von Tamar Z. Stern

Mit der Einsteigerkamera K100D steigt Pentax wieder in den Ring um den Markt der Amateurfotografen und bietet eine digitale Spiegelreflexkamera mit hoher Flexibilität und einem guten Preis/Leistungsverhältnis an. Ausgestattet hat Pentax die K100D mit einem bildstabilisierten Sensor, der eine Auflösung von 6,1 Megapixeln bietet. Die kompakte DSLR hat ein magnesiumverstärktes Kunststoffgehäuse, im Inneren schützt ein Stahlchassis die Komponenten. Trotzdem wiegt die kleine Pentax lediglich 560 Gramm.

Neben der Stabilisierung des 6,1-Megapixel-Sensors im APS-C Format, dessen Auflösung im Vergleich zu den *istD-Modellen unverändert ist, wartet Pentax beim Autofokussystem in den K-Modellen mit einer weiteren Neuerung auf: Erstmals stehen in digitalen Spiegelreflexmodellen von Pentax elf Autofokus-Messfelder zur Verfügung, neun davon als Kreuzsensoren. Der Vorgang des Scharfstellens ist so deutlich schneller und präziser als bei den *istD-Modellen.

Im Menü wählt der Fotograf zwischen einer kontinuierlichen oder einer statischen Arbeitsweise des Autofokus, an der Vorderseite der Kamera, links neben dem Objektiv, schaltet er den Fokus auf automatisch oder manuell. Der interne Blitz dient zusätzlich auch als Autofokus-Hilfslicht. Der Sensor der Kamera ist beweglich gelagert und wird bei eingeschalteter Bildstabilisierung stets entgegengesetzt zur Verwacklungsrichtung bewegt, sodass das Fotografieren aus der Hand um gut zwei Blendenstufen erweitert wird. Da die Stabilisierung im Gehäuse der Kamera realisiert wird, profitiert jede eingesetzte Optik davon und es müssen nicht, wie etwa bei Canon oder Nikon, wesentlich teurere bildstabilisierte Objektive angeschafft werden.

Günstige DSLR für Einsteiger mit einem gesunden Preis/Leistungsverhältnis: Pentax K100D
Günstige DSLR für Einsteiger mit einem gesunden Preis/Leistungsverhältnis: Pentax K100D

An den Objektivanschluss der Einsteiger DSLR können Pentax Fotografen problemlos auch ältere Objektive ansetzen. Der volle Funktionsumfang (inkl. Autofokus) wird allerdings nur für Linsensysteme der Serien DA und DFA garantiert. Der kameraseitige Anschluss ist aus Metall, sodass auch gewichtige Objektive verwendet werden können, ohne dass das Bajonett ausbricht.

Eine 1,55-fache Brennweitenverlängerung schränkt die Nutzung älterer Objektive vor allem im Weitwinkelbereich ein und sollte nicht vergessen werden. Zum Beispiel arbeitet ein 28 bis 90 Millimeter-Objektiv durch die Umrechnung wie ein 44 bis 140 Millimeter Objektiv. Telefreunde freut das natürlich, im Weitwinkelbereich sind Neuanschaffungen in der Regel aber unumgänglich.

Das Licht misst die K100D bei offener Blende, der Fotograf kann dabei zwischen einer Mehrfeldmessung mit 16 Feldern, mittenbetonter Integral- oder Spotmessung wählen. Der Sensor liefert eine Mindest-Empfindlichkeit von ISO 200 und kann auf bis zu ISO 3200 angehoben werden. Das Rauschverhalten der Einsteiger-Pentax ist angenehm, doch ist in den hohen Empfindlichkeiten verstärkt Farbrauschen zu erkennen. In Bereichen bis ISO 800 liefert die Pentax voll brauchbare Aufnahmen, darüber werden Fotos deutlich gröber.

Neben einer Vollautomatik kann sich der Fotograf einer Programmautomatik mit Shift-Funktion bedienen, bei der vorher ein Spielraum festgelegt wird, in dem bestimmte Einstellungen per Einstellrad schnell variiert werden können. Außerdem stehen Zeit- und Blendenautomatik sowie eine Langzeitbelichtungs-Funktion und zahlreiche Motivprogramme zur Verfügung. Neben Programmen für Porträt, Landschafts- und Sportaufnahmen kann der Fotograf hier auch Voreinstellungen für Nachtlandschaften und -porträts, Strand/Schnee, Text, Sonnenuntergang, Kinder, Haustiere, Aufnahmen bei Kerzenlicht und im Museum wählen.

Bedienung und Ergonomie

Die kompakte Kamera liegt gut in der Hand, der Griff ist gummiert und ergonomisch geformt. Auf der Oberseite beherbergt er neben dem Auslöser die Taste zur Belichtungskorrektur. Dahinter findet der Fotograf auf der rechten Kameraoberseite die Anzeige der eingestellten Belichtungsparameter. Links oben ist das Moduswahlrad angebracht. Auf der Rückseite befindet sich - unterhalb des Suchers, der hell und klar ist - das 2,5 Zoll große LCD. Es löst mit 210.000 Pixeln gut auf, kann vom Fotografen in der Helligkeit angepasst werden und hat einen weiten Betrachtungswinkel von 140 Grad.

Links davon befinden sich die Knöpfe zur Aktivierung des Kamera-Menüs, dem Löschen von Fotos, dem Einblenden von Bildinformationen und zum Starten des Wiedergabemodus. Oben, neben dem Sucher, wird der Pop-Up Blitz aktiviert. Auf der rechten Seite kann der Fotograf über einen Funktionen-Schalter (mit "Fn" gekennzeichnet) die wichtigsten Einstellungen aufrufen und mit Hilfe der Vier-Wege-Knöpfe darüber neu festlegen.

Ebenso finden sich auf dieser Kameraseite der Schalter für die Belichtungsspeicherung (AE-L), ein Rändelrädchen zum Einstellen und ein Schieber, der den Bildstabilisator zu- oder abschaltet. Während der Aufnahme können alle Belichtungsparameter bequem mit der rechten Hand eingestellt werden. Einmal an die Lage der Knöpfe und Rädchen gewöhnt, kann der Fotograf das Auge am Sucher belassen: Dort hat er ebenfalls Anzeigen für die eingestellten Werte.

Um ein reines Weiß sowie natürlich wirkende Farben bei verschiedenen Lichtquellen zu erhalten, wird der Kamera ein Wert für Weiß vorgegeben und die Farben angepasst. Dabei stellt Pentax in der K100D neben einem automatischen Weißabgleich auch Voreinstellungen für Tageslicht, Schatten, Bewölkung, Glühlampenlicht, drei unterschiedliche Typen von Neonlicht sowie eine Einstellung für Blitzlicht zur Verfügung. Außerdem kann er den Weißpunkt selber bestimmen, indem er formatfüllend eine weiße Fläche ablichtet und diese Aufnahme der Kamera als Berechnungsgrundlage zuweist. Dies bietet sich vor allem bei Mischlichtsituationen an.

Wenn im RAW-Format aufgenommen wird, lässt sich die Einstellung für den Weißabgleich auch nachträglich noch ändern. Farben gibt die Pentax kräftig und realitätsnah wieder: Auch in schwierigen Lichtsituation, wie Gegenlicht oder partieller Beleuchtung des Motivs, sind die Spektralfarben nicht nennenswert verschoben und ähnliche Farben sind optisch gut voneinander getrennt. An starken Kontrastkanten wie auch an Rändern von überbelichteten Bildbereichen treten vereinzelt Farbsäume auf, halten sich aber in vertretbaren Grenzen.

Geschwindigkeit

Der Fotograf kann Belichtungszeiten zwischen 1/4000 und 30 Sekunden einstellen. Eine Auslöseverzögerung ist bei der K100D nicht messbar, der Fokus arbeitet innerhalb einer dreißigstel Sekunde. Werden die Fotos als JPGs gespeichert, können fünf Serienbilder in Folge mit einer Geschwindigkeit von fast vier Aufnahmen pro Sekunde geschossen werden. Im RAW-Modus reduziert sich die Anzahl der Aufnahmen bei gleicher Geschwindigkeit auf drei Fotos.

Pentax K100D Testbilder

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Speicherkarte, Transfer und Energieversorgung

Die Pentax K100D speichert alle Fotos auf SD-Karten mit maximal zwei Gigabyte Kapazität. Ist kein Kartenlesegerät vorhanden, kann der Fotograf die Karte direkt über den kamerainternen USB 2.0 Anschluss auf den Rechner überspielen. Außerdem ist ein AV-Kabel im Lieferumfang enthalten, über das die Kamera direkt mit einem Fernseher verbunden werden kann. Die K100D ist mit dem PAL- und NTSC-Standard kompatibel. Strom bezieht die Digitalkamera aus vier AA-Batterien (wahlweise Alkali, Lithium oder Ni-MH, Akkus oder Einweg) oder zwei CR-V3 Lithium-Batterien. Für längere Benutzung (etwa im Studio) bietet die Kamera einen Stromanschluss, das Netzadapter-Kit muss der Fotograf aber separat erwerben. Ebenso auch die optionale Infrarot-Fernbedienung.

Fazit

Mit der K100D betritt Pentax nach einer längeren Abwesenheit wieder den hart umkämpften Markt der digitalen Einsteiger-Spiegelreflexkameras. Der Auftritt ist gelungen, denn zu einem Preis von rund 400 Euro (Marktpreis des Gehäuses, Stand: Mai 2007) bekommt der Fotograf eine robuste Kamera mit vielen sinnvollen Funktionen und einer guten Bildqualität. Die Geschwindigkeit von Autofokus und Serienbildfunktion geht für eine Kamera der Einsteigerklasse vollkommen in Ordnung, die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr gut.

Pentax K100D
9
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